Autor Thema: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?  (Gelesen 15609 mal)

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Offline WeepingElf

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #50 am: 21.03.2026 | 11:37 »
"Realismus" ist noch mal ein ganz anderes Thema, denke ich. Man kann relativ leichtgewichtige Regeln haben, die trotzdem in den meisten Anwendungsfällen schon recht "realistische" Ergebnisse liefern...oder detailverliebt-komplizierte, die nach dem Prinzip "Wer viel arbeitet, macht viele Fehler" an allen Ecken und Enden mit der Realität auf Kriegsfuß stehen.

Da hat also das eine mit dem anderen nicht wirklich zu tun.

So ist es!
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Offline Boba Fett

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #51 am: 21.03.2026 | 11:37 »
Wer von uns kann denn wirklich beurteilen, ob ein Rollenspiel-Kampfsystem realistisch ist oder nicht?

Antwort in einem Wort: jeder

Es gibt kein Rollenspiel-Regelsystem dass die Wirklichkeit realistisch abbildet. Auch nicht im Kampf.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Wenn überhaupt, dann versuchen einige Systeme es hinreichend realistisch abzubilden. Und auch da scheitern sie in den allermeisten Fällen.
Letztendlich kommt es hier wieder auf die Ansprüche der Person an, die sich damit beschäftigt.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Wir reden bei Spielrunden immer nur von Annäherungen, die hinreichend befriedigen und unterhalten können.

Genau so ist es! Das Rollenspiel bietet Möglichkeiten, die ein reines Brettspiel nicht bietet, und das ist für mich der Grund, warum ich Rollenspiele spiele. Wie ich schon gesagt habe, spiele ich Rollenspiele, um einen Charakter darzustellen und mit ihm eine Welt zu erleben.

Das gilt auch für den Typen, bei dem Du Dich fragst, warum der nicht lieber ein Brettspiel zockt aber eben auch...  8)
« Letzte Änderung: 21.03.2026 | 11:39 von Boba Fett »
Kopfgeldjäger? Diesen Abschaum brauchen wir hier nicht!

Offline ghoul

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #52 am: 21.03.2026 | 11:56 »
Sind Wargames so anders? Was ist der fundamentale Unterschied zwischen Chainmail und Schach?
Äh.
Hast du schonmal Schach gespielt?
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Online Ainor

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #53 am: 21.03.2026 | 12:23 »
Äh.
Hast du schonmal Schach gespielt?

Ja. Aber was ist der fundamentale Unterschied?

Du hast 2 Gegnespieler die Armeen nach festen Regeln bewegen und schlagen. Klar sind Wargames komplizierter und verwenden Würfel, aber das gilt auch für viele Brettspiele.

Rollenspiele mit freien, vom SL bewerteten Aktionen sind fundamental anders. Aber sind Wargames fundamental anders?

 
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #54 am: 21.03.2026 | 12:43 »
Sind Wargames so anders? Was ist der fundamentale Unterschied zwischen Chainmail und Schach?
Jupp. Sind sie. Sie haben einen anderen Ansatz als Brettspiele. Schach hat völlig abstrahierte und auf Spielbarkeit getrimmte Regeln, während in Wargames die realistische Simulation der jeweiligen Begebenheit den Fokus hat. In Chainmal kann es keinen "Läufer" geben, der sich nur diagonal über die Felder bewegt.
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #55 am: 21.03.2026 | 12:47 »
Hier stellt sich eine Frage, die hier noch nicht gestellt wurde (oder ich habe sie überlesen): Wer von uns kann denn wirklich beurteilen, ob ein Rollenspiel-Kampfsystem realistisch ist oder nicht? Dazu müsste man ein Experte für (in Bezug auf Fantelalter-Welten) mittelalterliche Kampftechniken sein, und das sind wohl die allerwenigsten von uns (und wenn Magie ins Spiel kommt, versagen solche Reality Checks so oder so).
Unterschätze bitte nicht die Wargamer. Die Veteranen sind da im Thema meistens sehr stark bewandert. Für die ist die realistische Simulation essentiell im Spiel. EDIT: Unrealistische Regeln schmeisst sie aus der Immersion.
« Letzte Änderung: 21.03.2026 | 12:50 von 6 »
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Offline Galatea

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #56 am: 21.03.2026 | 13:00 »
Die Grenzen zwischen Rollenspiel, Wargame und Brettspiel sind fließend.
Es gibt mehr als genug Brettspiele mit Rollenspielelementen (Talisman, House on the hill), Wargames mit Rollenspielelementen (Inquisitor), Brettspiele mit Wargameelementen (das StarCraft-Brettspiel) und Spiele, die alles drei kombinieren (Battlestar Galactica). Achja, und z.B. auch Kartenspiele mit Rollenspielelementen (Ja Herr und Meister) sowie Rollenspiele/Wargames mit Kartenspielelementen (Dragonlance, AT-43).

Und es kann mir keiner erzählen Warhammer40k hätte auch nur im Ansatz "realistische Regeln".
« Letzte Änderung: 21.03.2026 | 13:10 von Galatea »
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Offline Ma tetz

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #57 am: 21.03.2026 | 13:06 »
Naja der Abstraktionsgrad ist imho aber kein sehr scharfes Unterscheidungskriterium. Ist Risiko ein Brettspiel oder ein Wargame und worauf fusst die Abgrenzung?

Für mich kommt der Unterschied rein, wenn es einem SL/Referee gibt, der die Spielzüge "unabhängig" von den Interessen der Kontrahenten bewertet, wie beim free Kriegsspiel aus dem Arneson ja viel Inspiration gezogen hat. Ich neige sogar dazu, dass der Unterschied erst entsteht , wenn der Referee auch Situationen entscheidet, die nicht explizit verregelt sind.

Erst dann ist "wirkliche" Handlungsfreiheit möglich, die Rollenspiel ja vom gängigen Brettspiel unterscheidet.
« Letzte Änderung: 21.03.2026 | 13:09 von Ma tetz »
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #58 am: 21.03.2026 | 13:17 »
Naja der Abstraktionsgrad ist imho aber kein sehr scharfes Unterscheidungskriterium. Ist Risiko ein Brettspiel oder ein Wargame und worauf fusst die Abgrenzung?
Auf die Aufgabe der Regeln. Wie wichtig ist realistische Simulation durch die Regeln? Wie wichtig sind andere Faktoren wie Spielbarkeit, Balance usw.?
Risiko ist daher ziemlich eindeutig ein Brettspiel.

Disclamer: Ich rede hier nur von der Unterscheidung Wargame und Brettspiel. Die Unterscheidung Wargame und Rollenspiel ist anders.
« Letzte Änderung: 21.03.2026 | 13:20 von 6 »
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Offline ghoul

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #59 am: 21.03.2026 | 13:32 »
Jupp. Sind sie. Sie haben einen anderen Ansatz als Brettspiele. Schach hat völlig abstrahierte und auf Spielbarkeit getrimmte Regeln, während in Wargames die realistische Simulation der jeweiligen Begebenheit den Fokus hat. In Chainmal kann es keinen "Läufer" geben, der sich nur diagonal über die Felder bewegt.

Dies, und:
Durch die Simulation ist Immersion möglich. Das ergibt sich bei Schach nicht.
Wargames haben entweder eine Kampagne inklusive oder es lässt sich eine Kampgagne/Welt/Milieu darum herum bauen (z.B. im Stil von Tony Bath's Hyperborea-Kampagne), womit einzelne Schlachten Kontext haben und die Immersion weiter unterstützt wird. Die Spieler nehmen Rollen ein!
Speziell bei Chainmail: Es bietet sich an, als Kampagnenwelt eine Rollenspielwelt zu betreiben, speziell OD&D und AD&D sind ja noch eng mit Chainmail verwurzelt bzw. bauen darauf auf.

Edit:
Grenzfall-Spiele wie Risiko zu diskutieren halte ich für müßig und ohne Aussicht auf Erkenntnis.
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Offline Ma tetz

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #60 am: 21.03.2026 | 13:53 »
@ 6: Alle von dir genannten Kriterien sind ein Kontinuum und daher imho als diskrete Abgrenzung nicht geeignet.

Warhammer Fantasy ist doch auch ein Wargame und unbestreitbar auf Turnierspiel ausgelegt. Neben Simulation steht da Balancing ganz groß als  Ziel, während die Spielbarkeit extrem leidet.

Pillage wiederum ist sehr spielbar, weniger gebala nced, liefert aber trotz einfacher Regeln eine ganz gute Simulation.

@ Ghoul: Immersion und Kampagnespiel gibt es auch bei zahlreichen Brettspielen z.B. Descent, Warhammer- und DnD-Brettspiele.

Wenn Grenzfälle keinen Erkenntnisgewinn bringen, wo will man denn sonst eine Grenze/ einen Unterschied definieren? Dafür braucht es schon distinkte Kriterien. Ansonsten bleibt man bei "für mich ist dieses oder jenes kein Wargame, weil ich das so empfinde".

Das geht jetzt aber auch schon sehr weit weg vom eigentlichen Thema des Fadens.

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Offline Ma tetz

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #61 am: 21.03.2026 | 14:06 »

@ 6: Alle von dir genannten Kriterien sind ein Kontinuum und daher imho als diskrete Abgrenzung nicht geeignet.

Warhammer Fantasy ist doch auch ein Wargame und unbestreitbar auf Turnierspiel ausgelegt. Neben Simulation steht da Balancing ganz groß als  Ziel, während die Spielbarkeit extrem leidet.

Pillage wiederum ist sehr spielbar, weniger gebalanced, liefert aber trotz einfacher Regeln eine ganz gute Simulation.

@ Ghoul: Immersion und Kampagnespiel gibt es auch bei zahlreichen Brettspielen z.B. Descent, Warhammer- und DnD-Brettspiele.

Wenn Grenzfälle keinen Erkenntnisgewinn bringen, wo will man denn sonst eine Grenze/ einen Unterschied definieren? Dafür braucht es schon distinkte Kriterien. Ansonsten bleibt man bei "für mich ist dieses oder jenes kein Wargame, weil ich das so empfinde".

Das geht jetzt aber auch schon sehr weit weg vom eigentlichen Thema des Fadens.
« Letzte Änderung: 21.03.2026 | 14:34 von Ma tetz »
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Online Ainor

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #62 am: 21.03.2026 | 14:27 »
Abstraktion vs Simulation ist natürlich zutreffend, aber bei Schach und anderen klassischen Brettspielen ist der extrem hoch. Moderne Brettspiele sind da viel immersiver bzw. simulationistischer.

Grenzfall-Spiele wie Risiko zu diskutieren halte ich für müßig und ohne Aussicht auf Erkenntnis.

Grade die Tatsache dass es solche Grenzfälle gibt zeigt doch dass es nicht fundamental anders ist.

Wargames haben entweder eine Kampagne inklusive oder es lässt sich eine Kampgagne/Welt/Milieu darum herum bauen (z.B. im Stil von Tony Bath's Hyperborea-Kampagne), womit einzelne Schlachten Kontext haben und die Immersion weiter unterstützt wird. Die Spieler nehmen Rollen ein!

Wer erstellt die Kampagne? Wenn es eine vorgegebene (auch Ergebnissabhängige) Szenariofolge ist dann ist es immernoch ein (sehr komplexes) Spiel mit 2 Gegenspielern, und nicht so viel anders als ein Schachturnier oder den Storybooks bei Dungoncrawler Brettspielen. Aber wenn eine SL die Szenatien dynamisch erstellt (oder die Spieler sich gemainsam auf etwas einigen was in der Kampagne Sinn macht) dann ist man im Rollenspielbereich angekommen.
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Offline WeepingElf

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #63 am: 21.03.2026 | 15:12 »
Tatsächlich stammt der Ausdruck "Kampagne" meines Wissens aus der Wargame-Szene. Englisch campaign bezeichnet einen Feldzug, eine größere militärische Operation, die mehrere Gefechte (encounters) umfasst.
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Offline Galatea

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #64 am: 21.03.2026 | 15:12 »
Ist Battletech ein Brettspiel oder ein Wargame?
Wird es zum Wargame, wenn ich die Hexfelder weglasse und es stattdessen wie ein typisches Tabletop spiele?
Zählt der Mechbogen als Charakterbogen?

Ist Pandemie ein Wargame?
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Offline ghoul

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #65 am: 21.03.2026 | 16:06 »
Aber wenn eine SL die Szenatien dynamisch erstellt (oder die Spieler sich gemainsam auf etwas einigen was in der Kampagne Sinn macht) dann ist man im Rollenspielbereich angekommen.

Applaus!  :headbang:
Zumindest ist man in der Tradition eines Tony Bath sehr dicht am Rollenspiel-Spiel.
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Offline ghoul

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #66 am: 21.03.2026 | 16:09 »
@ Ghoul: Immersion und Kampagnespiel gibt es auch bei zahlreichen Brettspielen z.B. Descent, Warhammer- und DnD-Brettspiele.

Das ist mir bekannt. Schach zählt aber eher nicht zu der Liste.
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Offline WeepingElf

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #67 am: 21.03.2026 | 16:59 »
Das ist mir bekannt. Schach zählt aber eher nicht zu der Liste.

Auch ich habe beim Schach keine Immersion. Das ist einfach ein abstraktes System, das den Intellekt herausfordert. Kann spannend sein, aber es ruft kein Welt-Erlebnis hervor. Ein gewisses Maß an Immersion hatte ich hingegen in meinen Kindertagen beim Spiel mit Lego-Raumschiffen und dergleichen, ganz informell und ohne Regelwerk.
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Offline Ma tetz

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #68 am: 21.03.2026 | 17:00 »
Ich dachte es ging um die Abgrenzung des Wargames vom Brettspiel.  :think:

Es gibt Wargames mit Kampagne und ohne.

Immersion ist auch so ein Ding. Es gibt auch Wargames, wo große Einheiten nur bunte Klötze auf einer Karte a.k.a Spielbrett sind. Das sind für mich nur Spielsteine. Immersion habe ich da eher nicht.

Auch eine Rolle spiele ich im Tabletop nicht. Am ehesten Böte sich da die Rolle des Befehlshaber an. In den Tabletops, die ich bisher aufgeführt habe, sind Anführer aber auch nur Figuren mit speziellen Eigenschaften, die ich genauso verwalte, wie die anderen Einheiten auch (es gibt aber mit Sicherheit auch Wargames, wo das anders ist).

Schach ist auf jeden fall ein stark abstrahiertes Strategie. Wargames sind auch Strategespiele mit einem deutlich geringeren Abstraktionsgrad. Gleichzeitig können Wargames Brettspiele sein (auf eine Karte/einem Spieltisch gespielt), müssen Sie aber nicht (es gibt auch kartenbasierte Wargames laut Wikipedia).

Ich will damit auch garnicht anzweifeln, dass insbesondere kommerzielle Wargames viel mit Immersion arbeiten und sich deshalb ganz anders, als Schach anfühlen. Ich spiele Sie genau deshalb lieber als Schach.

Ich denke innerhalb der Brettspiele kann man zwischen solchen Unterscheiden, die eine Geschichte erzählen z.B. Wargames- Verlauf eines Gefechts und solchen die das nicht tun Schach oder Go. Dann verläuft die Grenze aber eben nicht zwischen Brettspiel und Wargame.

Ich will hier auch garnicht recht haben definiert, wie ihr wollt, habe nur gerade Spaß am abnerden ;)

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Offline Haukrinn

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #69 am: 21.03.2026 | 17:17 »
Ja. Aber was ist der fundamentale Unterschied?

Du hast 2 Gegnespieler die Armeen nach festen Regeln bewegen und schlagen. Klar sind Wargames komplizierter und verwenden Würfel, aber das gilt auch für viele Brettspiele.

Nach der Logik sind Schach, Dame, Mensch-ärgere-dich-nicht, Halma und Malefiz auch alle quasi dasselbe Spiel. Ich denke das ist zu abstrakt gedacht.  ;)

Rollenspiele mit freien, vom SL bewerteten Aktionen sind fundamental anders. Aber sind Wargames fundamental anders?

Ich denke schon, allein weil sie sich schon auf einem ganz anderen Level der Adaptiertbarkeit und Kompliziertheit bewegen.

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #70 am: 21.03.2026 | 19:46 »
@ 6: Alle von dir genannten Kriterien sind ein Kontinuum und daher imho als diskrete Abgrenzung nicht geeignet.
Du meinst, dass es Wargames gibt, die Brettspielelelemente haben, oder dass es sogar Hybride aus beiden Spielarten gibt? Natürlich gibt es das. Galatea hatte dafür ja schon Beispiele gebracht.
Wenn Du aber meinst, dass die genannten Kriterien die jeweiligen Gegensätze bilden, dann ist das Unsinn. Spiele mit realistischer Simulation können darüber hinaus durchaus zusätzlich auf spielbarer und balancierter getrimmt sein.
Wir reden hier aber über die Unterscheidung zweier Spielgenres (Brettspiel oder wenn Du es ganz genau willst Gesellschaftspiel, und Wargame) und da reichen die genannten Kriterien völlig aus.

EDIT: Und wenn ich mir den Thread hier anschaue, geht es hier ja um die Aufgabe (und indirekt Ursprung) eines komplexen oder komplizierten Regelwerk im Rollenspiel.
« Letzte Änderung: 21.03.2026 | 20:32 von 6 »
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #71 am: 21.03.2026 | 21:28 »
EDIT: Und wenn ich mir den Thread hier anschaue, geht es hier ja um die Aufgabe (und indirekt Ursprung) eines komplexen oder komplizierten Regelwerk im Rollenspiel.

Ja, wir sind hier ein gehöriges Stück vom Weg abgekommen ;) Eigentlich geht es hier doch darum, warum viele (nicht alle) Rollenspiele so komplizierte (was nicht notwendigerweise bedeutet: detaillierte und realistische) Kampfregeln haben. Ob diese nun Wargames oder Brettspielen ähneln, und was die Unterschiede zwischen einem Wargame und einem Brettspiel sind, ist da eher sekundär (wenngleich nicht uninteressant, dazu habe ich aber nichts zu sagen, weil ich mich mit Wargames nicht auskenne und auch kein Brettspielexperte bin, wenngleich ich natürlich eine Vorstellung mit dem Ausdruck "Brettspiel" verbinde).

Ich denke, Kämpfe werden darum so stark verregelt, zum einen weil das Situationen auf Leben und Tod für die Charaktere sind, so dass die Spieler klare Regeln haben wollen, wer wann und warum stirbt, zum anderen weil Kämpfe zu denjenigen Situationen gehören, die sich am wenigsten zum schauspielerischen Ausagieren am Spieltisch eignen. (Ein anderer traditionell stark verregelter Bereich ist Magie, die sich auch schlecht ausagieren lässt und zudem keinen Realitätsbezug hat.) Dagegen kann man beispielsweise Verhandlungen prima am Spieltisch ausagieren, da braucht man kaum Regeln.
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #72 am: 21.03.2026 | 22:11 »
Es gibt ja genug Wargames, die schon von Haus aus Kampagnenspiel sind. Empires in Arms bspw., s. Zock Bock Radio.

Joa, das klingt sehr spannend. Aber mit Diplomatie, Ökonomie und Siegpunkten klingt mir das eher wie ein ultakomplexes Diplomacy oder Axis & Allies und doch sehr anders als "Miniaturen im Sandkasten". Letzteres ist das was ich am ehesten mit Wargames (insbesonderen in Abgrenzung zu Brettspielen) verbinde. Und dort ist halt eine Schlacht/Szenario das natürliche Äquivalent zur Schachpartie. Zumindest im Sinne der Spieltheorie gibt es da keinen grundlegenden Unterschied.

Nach der Logik sind Schach, Dame, Mensch-ärgere-dich-nicht, Halma und Malefiz auch alle quasi dasselbe Spiel. Ich denke das ist zu abstrakt gedacht.  ;)

Nur wenn du das "fundamental" ignorierst. Und Mehrspielerspiele (>2) bei denen man mit den anderen Spielern interagiert sind schonmal grundsätzlich anders als Zweispielerspiele.

Ich denke schon, allein weil sie sich schon auf einem ganz anderen Level der Adaptiertbarkeit und Kompliziertheit bewegen.

Du meinst vermutlich Komplexität. Aber das ist keine wirklich scharfe Trennlinie. Und z.b. Twilight Imperium ist ähnlich komplex wie
Empires in Arms (laut BGC. Wenn auch etwas kürzer).

Ja, wir sind hier ein gehöriges Stück vom Weg abgekommen ;) Eigentlich geht es hier doch darum, warum viele (nicht alle) Rollenspiele so komplizierte (was nicht notwendigerweise bedeutet: detaillierte und realistische) Kampfregeln haben.

Es ist ganz einfach: die Existenz der Wargames beweisst: taktische Kämpfe machen Spass.
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #73 am: 21.03.2026 | 22:17 »
(Ein anderer traditionell stark verregelter Bereich ist Magie, die sich auch schlecht ausagieren lässt und zudem keinen Realitätsbezug hat.)

Was nebenbei dazu beitragen mag, daß bei Kampfsystemdiskussionen die Fantasy so leicht in den Vordergrund rückt, denn Spiele in diesem Genre haben nun mal normalerweise auch gleich noch Kampfmagie, die den Regelkomplex zusätzlich mit aufbläst -- zumal im traditionellen Spruchlistenformat, wo fein säuberlich zwischen allen möglichen denkbaren magischen Einzeleffekten getrennt wird und jeder von denen seine ganz eigene Spezialfallregel darstellt, die bei genau seinem Einsatz zum Tragen kommt und bei längerer Wirkungsdauer bitteschön auch durchgehend beachtet werden will.

Offline Sphinx

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #74 am: 21.03.2026 | 22:27 »
Um noch mal einen Denkanstoß zu geben über einen Gedanken den ich gerade hatte:

Ein Sieg, bei dem man das Gefühl hat man hat ihn sich verdient weil er hart erarbeitet ist, fühlt sich besser an. Gehört das "Einen komplexen Kampf gewinnen" evtl. mit in die Kategorie?

Oder so: Wir haben einen Kampf in einem komplexen System. Die Spieler haben über 2 Stunden jede Regel beachtet und aus ihren 30 Charakterfähigkeiten ausgewählt was sie für Sinnvoll erachtet haben. Dabei haben sie es geschafft in Charakter zu bleiben und ihre heroischen Kampfmanöver schön beschrieben. Am Schluss sind sie Siegreich.

Alternativ: Es kommt ein weniger kompliziertes System zum Einsatz. Die Spieler beschreiben ehr was die Charaktere machen als das die Regeln es diktieren. 20 Minuten vergehen mit diesen Beschreibungen. Dann haben sie mit ihren Würfen genug Gummipunkte gesammelt das der Gegner besiegt ist.

Mein erster Gedanke dazu ist: Ersteres fühlt sich in der Tat verdienter an. Mein zweiter Gedanke aber: Beide haben einen schönen Kampf beschrieben. Aber Fall 2 hat viel weniger Aufwand und vor allem Zeit dafür aufgewendet diesen Kampf zu beschreiben. Es bleibt mehr Zeit übrig um mehr Story zu erleben.

Ich denke ein entscheidender Faktor ist hier: Wie hoch gewichtet man Storytelling. Und vor allem wie gewichtet man Storytelling im Kampf.
Soren Johnson: Given the opportunity, players will optimize the fun out of a game |"Haben die Spieler die Möglichkeit, Optimieren sie den Spaß aus dem Spiel."