Bei der Frage, wie viel Regelkenntnis ein SL durchschnittlich haben sollte, ist für mich halt die Frage zunächst mal, was für & welche Regeln denn zum Umfang einer allgemeinen Regelkenntnis
TM dazu gehören ? Und welche nicht ?
Ich denke, man muss eben auch je nach Art der Runde unterscheiden. Bei einer langjährigen Runde ist es sicherlich nochmal etwas anders gelagert als bei einer Demo-/Einsteiger- oder Con-Runde. Bei Anfänger-Runden finde ich es nicht gar so schlimm, wenn ein SL da nicht alle Regeln drauf hat, zumal man ja da auch meistens mit vereinfachten oder verringertem Regelumsatz spielt. In einer Runde, die schon länger zusammen spielt, sollte der SL die wichtigsten Regeln grundlegend beherrschen und auch einen zumindest leicht erweiterten Regelumfang besitzen. Klar ist aber natürlich auch, dass kein SL alle Regeln jemals im Kopf hat.
Tatsächlich finde ich es aber auch wichtig, dass auch die Spieler zumindest die grundlegenden Regeln beherrschen und nicht immer wieder nachfragen, wie denn X oder Y funktioniert (gerade wenn man schon länger zusammen spielt). Insbesondere bei komplexeren Systemen. Und ja, völlig richtig, längere oder ausschweifende Regel-Diskussionen sollten am Ende geklärt werden und nicht zwischendrin.
Ich versuche mich meistens so vorzubereiten, dass ich -zunächst mal(!)- so 60% der Regeln des jeweiligen Systems beherrsche. Wichtig sind für mich dabei in 1. Linie die Grundregeln des Systems und die Kampfregeln, mit allem, was dazu gehört (Aktionen,INI,Schaden,Heilung). Falls es Magie oder Ähnliches im Spiel gibt ist natürlich auch das wichtig. Und alles andere Regeln ist für mich erstmal optional - diese Dinge eigne ich mir erst dann an, wenn sie für das Spiel relevant werden. Bei einem Con One-Shot mittels eines Schnellstarters und vorgefertigten Charakteren brauche ich die Regeln für die Charaktererschaffung nicht zu kennen.
Was die "Werigkeit"/Einordnung auf der Skala hier anbelangt, habe ich mich bei einer 3 eingereiht oder einer 3,5. Die - je nachdem- mal in Richtung 4 aber eben auch in Richtung 3 tendieren kann.
Ja, Regeln sind wichtig (sonst gäbe es sie nicht). Und es ist auch wichtig, dass der SL sie bis zu einem gewissen Grad ordentlich beherrscht. Sie sind aber nicht der wichtigste Bestandteil des Spiels.
Ach ja, da fällt mir eine Sache ein, die ich noch fragen wollte:
2. Der Spielfluss wird immer wieder unterbrochen, da nicht immer improvisiert werden kann und die Spielleitung dann Regeln nachlesen oder regelkundige Spieler fragen muss. Regelkundige Spieler fragen geht zwar meistens schneller aber mindert oft die Spannung: "Wie funktioniert Zauberspruch x nochmal, den NSC y gleich zaubert..."
Wie sieht denn so eine Situation (im Spiel) aus, bei der nicht improvisiert werden kann ? Ich behaupte ja, man kann im Spiel immer & jederzeit improvisieren...
Wie wichtig ist euch Regelkenntnis bei Spielleitungen und was stört euch ggf., falls selbige mangelhaft ist?
Auch wenn ich seit vielen Jahren selbst fast nur noch als SL tätig bin, ist mir eine allgemeine Regelkenntnis des Systems trotzdem wichtig. Nicht nur mir selbst, sondern auch bei anderen SLs. Ja, ich finde es mitunter auch nervig, wenn der SL gewisse Dinge nachschlagen oder nachlesen muss...vor allen Dingen, wenn es öfter vorkommt und/oder der SL nicht mal weiß, wo er denn im Buch suchen muss. Viel schlimmer als das finde ich aber eine gewisse Unflexibilität seitens des SL, in solchen Situationen zu improviseren statt erstmal "stundenlang" im Buch nachzuschlagen und nachzulesen. Nur weil aus "falscher Regeltreue" die Regel so angewendet werden muss, wie sie im Buch steht...