Umfrage

Regelkenntnis ist mir auf einer Skala von 1-5...

1 (sehr unwichtig)
2 (2.5%)
2
9 (11.3%)
3
17 (21.3%)
4
40 (50%)
5 (sehr wichtig)
12 (15%)

Stimmen insgesamt: 80

Autor Thema: Wie wichtig ist euch bei einer Spielleitung die Regelkenntnis?  (Gelesen 2580 mal)

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Online Maarzan

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Ich habe eine 5 gewählt. Wenn ich als Spielleiter die Regeln nicht lernen kann oder will (weil sie mir zu komplex sind, weil sie meinem Spielstil entgegenstehen o.ä.), wähle ich ein anderes System, und diese Einstellung wünsche ich mir auch bei anderen SL.

Na ja,  irgendwo muß man anfangen, und da wird man noch nicht soo regelfest sein. Aber dann muß man das auch erkennen und kommunizieren und Hilfe oder Korrekturen akzeptieren.
Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...

Online Colgrevance

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Ich bin durchaus in der Lage, da zu differenzieren - ich erwarte keine Perfektion von der ersten Spielsitzung an. Genauso würde ich bei einem Kind/Jugendlichen als SL andere Maßstäbe anlegen, und ich bin sicher, da finden sich noch andere Ausnahmen. Aber ich gehe hier mal von einer typischen, länger existierenden Rollenspielrunde aus.

Offline flaschengeist

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Aber ich gehe hier mal von einer typischen, länger existierenden Rollenspielrunde aus.

Eine solche Konstellation hatte ich in der Tat vor Augen.
Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann (frei nach Antoine de Saint-Exupéry). Ein Satz, der auch für Rollenspielentwickler hilfreich ist :).
Hier findet ihr mein mittel-crunchiges Rollenspiel-Baby, das nach dieser Philosophie entstanden ist, zum kostenfreien Download: https://duodecem.de/download

Offline Feuersänger

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Wie wichtig ist euch Regelkenntnis bei Spielleitungen und was stört euch ggf., falls selbige mangelhaft ist?


Edit: Den letzten Anstoß zu diesem Beitrag hat Feuersängers Spielbericht hier gegeben. Seine umfassende Regelkenntnis finde ich vorbildlich.

Oh, vielen Dank für die Blumen.  ;D Wo ich doch gerade letzte Sitzung gelernt habe, dass ich eine Regel seit knapp 20 Jahren konsequent falsch eingeprägt hatte. (Das merkwürdige daran ist, dass quasi alle anderen mit denen ich je gespielt habe das genauso verstanden hatten wie ich)

Anyway, on topic: Ich sehe das genauso wie du, aus den gleichen Gründen. Mir ist auch als Spieler sehr wichtig, dass nicht Bait & Switch mit mir gespielt wird, und eine Mechanik vom SL heute so, morgen so angewendet oder interpretiert wird. Da möchte ich natürlich als SL die gleiche Fairness bieten. Wobei es freilich andererseits auch auf leidlich flüssigen Spielfluss ankommt, damit man nicht vor Langeweile einschläft wenn ein Spieler eine Viertelstunde für seinen Zug braucht.

Kurz gesagt: Ein SL muss auch nicht alle Regeln perfekt kennen. Aber dann soll/muss er halt wenigstens Korrekturen und Hilfen annehmen, wenn die Mitspieler es besser wissen. Das hat bei uns aber jahrelang immer gut funktioniert.

Im Allgemeinen meine ich, ein relativ gutes Gespür für die Regeln zu haben. Manchmal wenn mir etwas fishy vorkommt, aber es selber nicht auf Anhieb besser weiß, möchte ich das anhand einer Regelstelle belegt haben. Da unterstelle ich auch keine Absicht zu bescheissen, aber manchmal merkt man sich halt Sachen falsch oder hat sich irgendwelche Hausregeln eingeprägt.

Naja, und generell halt kann man sich so manches nachschlagen im laufenden Spiel sparen, wenn man erstmal würfeln lässt. Meist ist es ja so, bei einem sehr hohen Wurf hat man es sicherlich geschafft, bei einem sehr niedrigen sicherlich vergeigt, und nur wenn er irgendwo im Mittelfeld liegt muss man genauer hinschauen. ^^
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Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

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Offline Luxferre

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Ich mag es nicht, wenn ein SL die grundlegenden Regeln nicht ansatzweise beherrscht.
Wenn es ein recht loses und eher erzählgetriebenes Spiel samt Regelwerk ist, dann finde ich Abweichungen (zB für NSC) sehr okay.
Wenn es ein sehr stringentes und volatiles system ist (D&D/PF/et al), dann hasse (!) ich es, wenn ein SL die Regeln nicht beherrscht und/oder situativ nach Gutdünken abändert.
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Offline Leonidas

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Je besser die Spielleitung die Regeln beherrscht, desto größer die Chance, dass die Regeln am Tisch im Hintergrund bleiben. Daher: SL-Regelbeherrschung finde ich sehr wichtig (5).
 
(Anders, also viel anspruchsloser, würde ich die Frage bewerten, welches Ausmaß an Regelkenntnis ich von der echtlebensgestressten Spielleitung tatsächlich erwarten würde.)

Offline unicum

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Bei einem sehr komplexen System muss der SL nicht alles so perfekt beherschen und das Regelwerk auswenidig können aber es geht mir echt auf den Senkel wenn elementare Regeln nicht bekannt sind.

Insbesondere bei solchen die sich als "alte Hasen" bezeichnen und von sich überzeugt sind das sie alles wissen.

Beispiel etwa:
Bei Midgard kann man im Handgemenge (Ringkampf im weitesten sinne) nicht zaubern. Um also eine Zauberer auszuschalten leitet meine Figur ein Handgemenge ein und ... der SL lässt den Gegner lustig weiterzaubern, natürlich nun mit Primäziel meine Figur (die auch noch exorbitant schlechte resistenzen hat). Und ja das war ein sogenannter "Alter Hase". Da war ich schon reichlich stinkig.

Regeln sind für mich ein Gerüst an das man seine Spielwelt und seine Geschichte hängen kann. Wenn da schon was wakelig ist dann ist alles wackelig.

Online nobody@home

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4. Ich erwarte keine hundertzehnprozentige Perfektion, weil es vom Noch-Mangel an praktischer Erfahrung bis hin zu schlichtweg übertrieben komplizierten Regelsystemen, die eh kein Mensch komplett im Kopf behalten kann, genügend überzeugende Gründe dafür gibt, daß jemand mal nachschlagen müssen oder sich schlicht falsch an eine Regel erinnern kann. Nur firm genug, um tatsächlich einigermaßen flüssig leiten zu können, sollte eine SL eben doch sein, und da ist mehr dann im Zweifel besser mehr als weniger.

Das entspricht dann insbesondere auch meinen Mindestanforderungen an mich selbst als SL. :)

Edith: Tippfehler (vertauschte Worte).
« Letzte Änderung: 26.03.2026 | 14:33 von nobody@home »

Offline WeepingElf

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Schon richtig. Wenn der SL die Regeln nicht gut kennt und "Pi mal Daumen" entscheidet, dann droht die Gefahr, dass seine Entscheidungen inkonsequent oder gar unfair werden. Bei den beiden SLs in der Runde, die ich nannte, lagen die Gründe, warum mir die Kampagne mit dem weniger "regelfesten" SL besser gefiel, dann wohl doch woanders, nämlich bei dem allgemeinen Stil des SL, dass er kein bizarres Crossover aus zwei verschiedenen, kaum zusammen passenden Fantasy-Universen spielte, dass weniger gekämpft wurde, dass mein Charakter in der anderen Runde ziemlich verskillt war und in der Kampagne nicht viel zustande bringen konnte, und dergleichen mehr. Und wenn ein SL ein System zu kompliziert findet, dann sollte er es auch nicht wirklich verwenden, sondern zu einem leichteren System greifen.
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Online Namo

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Ich mag es nicht, wenn ein SL die grundlegenden Regeln nicht ansatzweise beherrscht.
Wenn es ein recht loses und eher erzählgetriebenes Spiel samt Regelwerk ist, dann finde ich Abweichungen (zB für NSC) sehr okay.
Wenn es ein sehr stringentes und volatiles system ist (D&D/PF/et al), dann hasse (!) ich es, wenn ein SL die Regeln nicht beherrscht und/oder situativ nach Gutdünken abändert.

Genau meine Antwort auch.

Ich ziehe da ein wenig die Grenze, ob es ein regelschweres System ist und die Gruppe auch an sich eher Simulatorisch spielt und auch Kämpfe ein größeres Gewicht haben - oder ob es eher um ein erzählgetriebenes Rollenspiel geht. Bei letzterem hätte ich bezüglich "handwedel" Entscheidungen deutlich weniger Vorbehalte wie bei ersterem. Wo liegt also der Schwerpunkt der Runde? Denn wenn ich Abenteuer für die erste Variante als SL vorbereite, muss ich doch auch in dieser Vorbereitung schon entsprechendes Rüstzeug haben. Also wie funktionieren diverse Skilltests? Kann man diese in Situation xy einbringen und was passiert dann z.B.? Wenn ich keine oder wenig Ahnung davon habe, kann ich doch auch entsprechende Challenges nicht wirklich gut bei der Abenteuergestaltung planen, worunter dann doch auch wiederum das Abenteuer an sich etwas leiden würde.

Deswegen bin ich da auch absolut bei einer 4. 

Offline Tudor the Traveller

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Gleiche Begründung wir bei den anderen. Perfekt muss es nicht sein, aber solide.
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Offline Zanji123

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ich sach mal:

er sollte etwas sicherer im System sein um spontan mit den Regeln zu improvisieren.

Muss ich alles wissen!? NÖ absolut nicht :) Charakterdetails und die Steigerung sind für mich als SL immer so "jaa hab ich gelesen aber müsst ihr wissen"
9 von 10 Stimmen in meinem Kopf sagen ich bin nicht verrückt.... die zehnte sitzt in der Ecke und summt die Pokécenter Melodie

Offline Edgar Allan Poe

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Bei Grundregeln auf jeden Fall 5

Bei speziellen Regeln kommts drauf an, ob der SL die Regeln anwenden will. Wenn ja, dann ebenfalls 5. Sonst zwischen 1 und 2. Jeder am Tisch (!) sollte die Regeln können, die er nutzen will.
Den Akkusativ zu nutzen ist sexy.

Offline Hotzenplot

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Oh, vielen Dank für die Blumen.  ;D Wo ich doch gerade letzte Sitzung gelernt habe, dass ich eine Regel seit knapp 20 Jahren konsequent falsch eingeprägt hatte. (Das merkwürdige daran ist, dass quasi alle anderen mit denen ich je gespielt habe das genauso verstanden hatten wie ich)

Vielleicht sollten wir so eine Art Regel-Führerschein einführen, der dann regelmäßig (in höherem Alter öfter) geprüft wird. Natürlich mit Nachprüfungsmöglichkeit, wenn man in der Probezeit wieder was richtig verkackt.
Es gibt eine Theorieprüfung mit multiple choice und eine praktische Prüfung.
Bei der Theorieprüfung sind dann solche Fragen dabei wie: Ändert sich die INI durch eine Ready-Action (D&D 3.5)? Um wie viel Punkte ist die Abwehr eines Pfeilschusses erhöht (DSA5)?
In der praktischen Prüfung sitzt der Prüfer mit am Tisch und sagt sowas wie: "Bei nächster Gelegenheit lässt du zwei Goblins von rechts kommen!"
 ~;D

Offline Gorilla

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Unter den gegebenen Annahmen: Feste etablierte Gruppe, man kennt sich und spielt schon eine Weile zusammen.

Für mich als Spieler 2:
Es ist für mich als Spieler völlig in Ordnung, wenn die Spielleitung Regelballast bei uns Spielenden ablädt und sich auf die wichtigen Dinge konzentriert.
Danach wird das Learning by Doing und dann nähern sich die Niveaus an Regelkenntnis (bei uns) ohnehin auf ein ähnliches Niveau an.

Als Spielleiter strebe ich eine Vorbereitung auf Niveau 3-4 an:
Ich will, dass meine Spielis sich darauf verlassen können, dass ihre SC ihre Kompetenzen auch einsetzen können.
Allerdings lehne ich als SL hartwurstige Systeme auch rundweg ab, es sei denn meine Spielis sagen mir fest zu, dass ich mehr als Niveau 2 nicht zu kennen brauche (Grundregeln).

Online KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Vielleicht sollten wir so eine Art Regel-Führerschein einführen, der dann regelmäßig (in höherem Alter öfter) geprüft wird. Natürlich mit Nachprüfungsmöglichkeit, wenn man in der Probezeit wieder was richtig verkackt.
Es gibt eine Theorieprüfung mit multiple choice und eine praktische Prüfung.
Bei der Theorieprüfung sind dann solche Fragen dabei wie: Ändert sich die INI durch eine Ready-Action (D&D 3.5)? Um wie viel Punkte ist die Abwehr eines Pfeilschusses erhöht (DSA5)?
In der praktischen Prüfung sitzt der Prüfer mit am Tisch und sagt sowas wie: "Bei nächster Gelegenheit lässt du zwei Goblins von rechts kommen!"
 ~;D

Und natürlich Punktekatalog, der irgendwann zum SL-Schein-Entzug führen kann, je nachdem, was man alles wie verkackt! Wir sind hier in Deutschland, wie kann es sein, daß irgendwelche Leute einfach so ohne jegliche Kompetenzprüfung drauflos spielleitern dürfen?  ^-^
Theirs not to make reply,
Theirs not to reason why,
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    Rode the six hundred.

Offline Tudor the Traveller

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Vielleicht sollten wir so eine Art Regel-Führerschein einführen, der dann regelmäßig (in höherem Alter öfter) geprüft wird. Natürlich mit Nachprüfungsmöglichkeit, wenn man in der Probezeit wieder was richtig verkackt.
Es gibt eine Theorieprüfung mit multiple choice und eine praktische Prüfung.
Bei der Theorieprüfung sind dann solche Fragen dabei wie: Ändert sich die INI durch eine Ready-Action (D&D 3.5)? Um wie viel Punkte ist die Abwehr eines Pfeilschusses erhöht (DSA5)?
In der praktischen Prüfung sitzt der Prüfer mit am Tisch und sagt sowas wie: "Bei nächster Gelegenheit lässt du zwei Goblins von rechts kommen!"
 ~;D

Ich weiß, ihr meint das nicht ernst. Aber das Ganze wäre ja ein Befähigungsnachweis. Wenn eine SL das als bezahlte Dienstleistung anbietet, finde ich das tatsächlich sinnvoll, als Werkzeug der Qualitätssicherung. Von wegen Katze im Sack und so. Müsste dann natürlich auch mit definierten Qualitätsstandards sein. Aber diesen Aufwand wird wohl keiner betreiben.
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Offline Wonko

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Ich habe 2 abgestimmt. Aber es kommt aber sehr stark darauf an, was wir gerade spielen. Wenn wir ein regelschweres System mit Kampfraster, vielen kleinen Subsystemen und feingliedrig-taktsichem Kampf spielen, dann ist sie ziemlich wichtig und ihr Fehlen kann auch nur schwer etwa durch Unterstützung von mitspielenden Regelexperten kompensiert werden.

Aber nehmen wir mal eine fiktive Person, die Analphabetin ist, sich noch nie für ein Regelbuch interessiert hat, aber die Genrekonventionen genau kennt und gekonnt einsetzt, göttliche Szenenbeschreibungen liefert und mit ihren NPCs alle Mitspielenden überzeugend anspielt. Dann ist mir doch völlig egal, ob sie die Regeln kennt, sofern ich mit der Welt sinnvoll interagieren kann und dabei einen Heidenspaß habe.

Meist, würde ich argumentieren, sind aber Genreverständnis und Textverständnis und damit Regelverständnis ziemlich stark korreliert. Ein mäßiger Regelkenner wird also auch zum mäßigen Spielgestalter tendieren und umgekehrt. Da müsste ich noch mal drüber nachdenken.

Natürlich kann man der Meinung sein, dass Genre und Setting Teil der Regeln sind, dann fällt die Antwort wieder anders aus. Viel spannender ist also die Frage, welche Rolle die Regeln eigentlich spielen. Man könnte sogar behaupten, ohne Regelkenntnis kann man überhaupt kein Spiel spielen und die Frage ist nur, ob das Spiel, mit dessen Regeln wir gerade freiwillig oder unfreiwillig spielen, so Spaß macht. Ist die Frage also: Wie wichtig ist es, dass alle am Tisch die Regeln gleich gut kennen? Oder ist sie: Wie wichtig ist es, dass alle anderen am Tisch das gleiche Spiel spielen, was ich spielen will? Oder vielleicht auch: Wie wie wichtig ist uns überhaupt, dass wir ein bestimmtes Spiel mit unveränderlichen Regeln spielen?

Offline Ainor

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Also ich würde sagen: sehr wichtig denn SL die die Regeln nicht kennen geraten leicht ins schwimmen.

Im Idealfall spielt man immer Systeme die genau so kompliziert sind dass die SL die Regeln problemlos überblicken kann.
Denn was bringt es Regeln zu haben die man entweder Handwedeln oder umständlich nachschlagen muss?

Ausnahmen sind hier natürlich extraregeln für Spezialsituationen wie Downtime etc.
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
Im Rollenspiel ist auch hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie zu unterscheiden.
Meine 5E Birthright Kampagne: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,122998.0.html

Online gunware

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Da ich zwischen 3 und 5 schwanke, habe ich 4 gewählt.
Ich finde, - hmm, oder besser gesagt, als SL möchte ich die Regeln beherrschen. Punkt.
Die Wirklichkeit ist aber weit weg von solcher Eindeutigkeit. Deshalb kann ich gut damit leben, wenn ich etwas nicht weiß (zB. eine Fähigkeit eines Monsters, die einer Fähigkeit eines Charakters entspricht) einen der Spielenden zu fragen, was gewürfelt werden muss. Ich habe keine Hemmungen, nachzufragen und es direkt so abzuhandeln, was ich erfahre. Da sind meine Spieler genug regelfest in bestimmten Bereichen, dass wir als Gruppe uns darauf verlassen können.
Als Spieler möchte ich aus den Gründen im Starterbeitrag, dass die SL entweder die Regel weiß oder sie sich sagen lässt. Eine Entscheidung gegen die Regel hinterlässt einen komischen Geschmack. Noch dazu, wenn es keinen vernünftigen Grund dafür gibt.
Ich bin der letzte Schrei der Evolution, als sie mich erschaffen hatte, schrie sie: "Oh Gott, was habe ich denn gemacht?!"

Offline unicum

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Nach nochmal darüber nachdenken:

Ich glaube wir können einen Konsens darüber bilden das Regeldiskussionen am Tisch während des Spieles nicht gerne gesehen werden.

Fehlende Regelkentniss - oder besser formuliert ein Gefälle in der Regelkentniss - wenn also Spieler das System besser kennen als die Spielleitung (& vice versa) kann dann genau zu Regeldiskussionen führen.

Das kann man sicherlich auch elegant lösen, aber schon alleine wenn ich als Spieler sage "Das geht aber laut Regelwerk so nicht!" habe ich für andere vieleicht die Immersion gekillt (internt ist diese aber für mich an der Stelle auch schon gekillt, ich mach das dann eben nur auch für die anderen - vieleicht in der Ansicht das diese intern das gerade auch so sehen und sich blos "nicht trauen" es anzusprechen)

Solange alle etwa den gleichen Level an Regelunkentniss haben dürfte alles kein großes Problem sein.

Offline Holothuroid

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Ich glaube wir können einen Konsens darüber bilden das Regeldiskussionen am Tisch während des Spieles nicht gerne gesehen werden.

Ich denke nicht, dass wir da einen Konsens haben. Warum nehmen wir auschweifende und komplexe Mechanismen, wenn wir nicht darüber reden wollen? Dann geht es doch zunächst mal darum herauszufinden, wie diese Mechanismen gehen. Vielleicht kommen wir dann nach Gewöhnung zu einem Zustand, wo wir das nicht mehr tun brauchen, weil wir alle sie hinreichend - und ggf. zusammen falsch - verstanden haben. Aber wenn es Diskussionsbedarf gibt, dann bitte genau jetzt.
Let's Go To Magic School - Wenn man einen Zauberschulroman liest (und davon gibt's viele), lernt man mit den Charakteren über die Welt und die Magie. In diesem PbtA-Spiel, spielt ihr um herauszufinden, wie es mit Welt und Magie steht.

Offline Blizzard

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Bei der Frage, wie viel Regelkenntnis ein SL durchschnittlich haben sollte, ist für mich halt die Frage zunächst mal, was für & welche Regeln denn zum Umfang einer allgemeinen RegelkenntnisTM dazu gehören ? Und welche nicht ?

Ich denke, man muss eben auch je nach Art der Runde unterscheiden. Bei einer langjährigen Runde ist es sicherlich nochmal etwas anders gelagert als bei einer Demo-/Einsteiger- oder Con-Runde. Bei Anfänger-Runden finde ich es nicht gar so schlimm, wenn ein SL da nicht alle Regeln drauf hat, zumal man ja da auch meistens mit vereinfachten oder verringertem Regelumsatz spielt. In einer Runde, die schon länger zusammen spielt, sollte der SL die wichtigsten Regeln grundlegend beherrschen und auch einen zumindest leicht erweiterten Regelumfang besitzen. Klar ist aber natürlich auch, dass kein SL alle Regeln jemals im Kopf hat.

Tatsächlich finde ich es aber auch wichtig, dass auch die Spieler zumindest die grundlegenden Regeln beherrschen und nicht immer wieder nachfragen, wie denn X oder Y funktioniert (gerade wenn man schon länger zusammen spielt). Insbesondere bei komplexeren Systemen. Und ja, völlig richtig, längere oder ausschweifende Regel-Diskussionen sollten am Ende geklärt werden und nicht zwischendrin.

Ich versuche mich meistens so vorzubereiten, dass ich -zunächst mal(!)- so 60% der Regeln des jeweiligen Systems beherrsche. Wichtig sind für mich dabei in 1. Linie die Grundregeln des Systems und die Kampfregeln, mit allem, was dazu gehört (Aktionen,INI,Schaden,Heilung). Falls es Magie oder Ähnliches im Spiel gibt ist natürlich auch das wichtig. Und alles andere Regeln ist für mich erstmal optional - diese Dinge eigne ich mir erst dann an, wenn sie für das Spiel relevant werden. Bei einem Con One-Shot mittels eines Schnellstarters und vorgefertigten Charakteren brauche ich die Regeln für die Charaktererschaffung nicht zu kennen.

Was die "Werigkeit"/Einordnung auf der Skala hier anbelangt, habe ich mich bei einer 3 eingereiht oder einer 3,5. Die - je nachdem- mal in Richtung 4 aber eben auch in Richtung 3 tendieren kann.
Ja, Regeln sind wichtig (sonst gäbe es sie nicht). Und es ist auch wichtig, dass der SL sie bis zu einem gewissen Grad ordentlich beherrscht. Sie sind aber nicht der wichtigste Bestandteil des Spiels.

Ach ja, da fällt mir eine Sache ein, die ich noch fragen wollte:
2. Der Spielfluss wird immer wieder unterbrochen, da nicht immer improvisiert werden kann und die Spielleitung dann Regeln nachlesen oder regelkundige Spieler fragen muss. Regelkundige Spieler fragen geht zwar meistens schneller aber mindert oft die Spannung: "Wie funktioniert Zauberspruch x nochmal, den NSC y gleich zaubert..."
Wie sieht denn so eine Situation (im Spiel) aus, bei der nicht improvisiert werden kann ? Ich behaupte ja, man kann im Spiel immer & jederzeit improvisieren...

Zitat
Wie wichtig ist euch Regelkenntnis bei Spielleitungen und was stört euch ggf., falls selbige mangelhaft ist?
Auch wenn ich seit vielen Jahren selbst fast nur noch als SL tätig bin, ist mir eine allgemeine Regelkenntnis des Systems trotzdem wichtig. Nicht nur mir selbst, sondern auch bei anderen SLs. Ja, ich finde es mitunter auch nervig, wenn der SL gewisse Dinge nachschlagen oder nachlesen muss...vor allen Dingen, wenn es öfter vorkommt und/oder der SL nicht mal weiß, wo er denn im Buch suchen muss. Viel schlimmer als das finde ich aber eine gewisse Unflexibilität seitens des SL, in solchen Situationen zu improviseren statt erstmal "stundenlang" im Buch nachzuschlagen und nachzulesen. Nur weil aus "falscher Regeltreue" die Regel so angewendet werden muss, wie sie im Buch steht...


« Letzte Änderung: 26.03.2026 | 16:45 von Blizzard »
"Wir leben nach den Regeln, wir sterben nach den Regeln!"

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Online schneeland

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Ich hab' mal die 3 gewählt - eine gewisse Vertrautheit mit den Kernregeln und der Spielphilosophie auf SL-Seite finde ich schon wichtig. Aber insbesondere für One Shots habe ich auch kein Problem damit, wenn sich die Gruppe die Regeln und das Spiel gemeinsam erschließt. Und auch bei längeren Kampagnen finde ich es unproblematisch, wenn Regeln nachgeschlagen werden müssen oder es einen Regelexperten gibt, der nicht SL ist, solange es Regeln betrifft, die nur selten angewendet werden. Natürlich ist mehr Regelkenntnis besser, aber zwingend ist vollständige Regelbeherrschung m.M.n. nicht.
All good things come to those who wait! ... like dual flamethrowers and beer.

Online gunware

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Ich denke nicht, dass wir da einen Konsens haben.
Genau. Dem stimme ich zu. Warum sollte man mit falscher Regelung spielen wollen?

Wenn etwas unklar ist und einer weiß, wie es funktioniert, ist es einfach. Wenn es mehrere Versionen in den Köpfen der Spielenden gibt, folgt man entweder einer Version oder man schlägt direkt nach (oder zwischen der Sessions). Dann weiß man es für die Zukunft.
Ich bin der letzte Schrei der Evolution, als sie mich erschaffen hatte, schrie sie: "Oh Gott, was habe ich denn gemacht?!"