Danke für den Thread, habe darüber auch schon mehrfach nachgedacht.
Ich denke, Spieler stehen aufgrund ihrer eigenen Haltung zum Spielerlebnis einem Figurentod teilweise sehr unterschiedlich, mitunter diametral, gegenüber.
Für Menschen, die im Spiel der eigenen Spielfigur ein hoher Stellenwert einräumen, weil sie sich mit ihr identifizieren oder eine starke immersion into character erleben, ist der Figurentod ein starker Einschnitt in das Spiel. Manche von ihnen möchten zwar Spannung, aber ohne die echte Möglichkeit des Figurentodes.
Andere Menschen legen mehr Wert auf andere Immersionen (into environment, into game etc.) oder holen sich den Spielspaß zum Teil auch ganz bewusst aus der Spannung und der realen Möglichkeit des Figurentodes.
Für mich sind offene Worte immer das Mittel der Wahl. Es wird natürlich nicht immer helfen, ich hatte schon mehrfach Mutter-der-Porzellanpuppe-Spieler in meinen Runden. Bei einigen ist das immer so geblieben, was zum Teil dem Spielspaß der Gruppe abträglich war.
Im Grunde kann man o. g. Leute nur darum bitten, ihre Perspektive zu ändern, sie dazu ermutigen, ihren Spielspaß mindestens auch aus anderen Aspekten des Spieles zu holen, zum Beispiel gamistischer zu denken. Ich persönlich habe aber die Erwartung, dass das nur klappt, wenn die Leute das auch wollen - aufgezwungen funktioniert das nicht.
Anekdotisch kann ich dazu berichten, dass ich im Spiel mit den Kindern diesen zu Anfang bewusst sehr deutlich gemacht habe, dass sie nicht ihre eigenen Figuren sind (Trennung von Spieler und SC). Das habe ich gemacht, um den Fokus auf das Erlebnis als Spiel zu setzen und um bei den Neulingen keine Versagensängste o. ä. im Falle des Falles hervorzurufen. Gleichzeitig war das irgendwie schade, weil ich die natürliche sehr hohe kindliche Immersion ein Stückweit unterbunden habe.