Autor Thema: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.  (Gelesen 5224 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Zouan81

  • Experienced
  • ***
  • Beiträge: 350
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zouan81
    • rearbo GAMES  -  Meine Projektseite
Mein Einstieg ins Pen & Paper erfolgte bei mir auch über DSA.
Damals war ich davon sehr fasziniert. Ich kannte ja auch nichts anderes. Da war dieser 3W20 Mechanismus auch noch etwas völlig normales.

Heute ist DSA kein Favorit für mich, da die Regeln zu kompliziert, das System zu überladen wirkt.

Insbesondere DnD 3.5 gefiel mir besonders gut, aufgrund der sehr individuellen Charakter-Entwicklungsmöglichkeiten.
4e war für mich gefloppt und bei 5e vermisse ich das alte Fertigkeitensystem.

Direkt ablehnen würde ich auch DSA nicht, aber es würde mich nicht mehr reizen. Das Setting ist zwar spannend, aber das Reich A(d)venturiens fühlt sich für mich mittlerweile auch verbraucht an.

SavageWorlds würde mich noch einmal interessieren. Der Aufbau und das System wirkt kultig. Bis jetzt habe ich es aber noch nicht gespielt.


Gespielte Regelsysteme:

D&D, DSA, RdW, Saga, Earthdawn


Meine Projektseite:

http://www.rearbo.de

Offline Zed

  • Legend
  • *******
  • Sommerschwede
  • Beiträge: 5.528
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zed
...Grob gesagt liegt das an einer systemimmanenten enormen Swinginess. SaWo arbeitet mit sehr wenigen Würfeln (2 für SC und wichtige NSC, 1 für Mooks) variabler Größe (d4 bis d12, der zweite Würfel ist immer ein d6), die aber dafür bei Maximalergebnis explodieren können, also man würfelt weiter und speziell bei Schaden addiert man die Ergebnisse bis kein Maximalwurf mehr da liegt. Und umgekehrt sind Snake Eyes (also Doppel-1) Patzer mit "Bad Things Happen". Und wie man sich nun leicht ausrechnen kann, passieren beide Arten von "Spezialergebnissen" ziemlich häufig, oft mit verheerenden Konsequenzen.
Um so ein inhärent dysfunktionales System irgendwie gängig zu machen, braucht es Schmierstoff; bei SaWo heisst dieser Schmierstoff "Bennies"...

Okay, danke!

Offline Jiba

  • OSR-Papst
  • Mythos
  • ********
  • Bringing the J to RPG
  • Beiträge: 11.596
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Jiba
Bei mir auch Fate - habe es in der Theorie abgefeiert, in der Praxis habe ich es nie so hinbekommen, dass es sich nicht total mechanistisch und beliebig angefühlt hätte. Irgendwie war es immer Boni stacken und dann als Afterthought noch kurz sagen, wie das mit dem Aspekt zu tun hat. Hat ja eh immer gepasst, weil rule of cool ...

Ja, sogar ich (der immer noch einigermaßen gerne Fate spielt) hat mit diesem Aspekt (höhö) des Spiels inzwischen seine liebe Not. Ich leite aktuell regelmäßig Fate... und mir fällt das inzwischen auch auf (am klarsten dann, wenn viele Aspekte auf dem Tisch liegen und man dann freie Einsätze hin und her schiebt, feststellt, dass es rechnerisch nichts ändern würde... und sie dann doch nicht einsetzt).

Ich nehme also Fate inzwischen längst nicht mehr für alles und schaue immer, ob ich es ersetzen kann. Meine 7te See-Konvertierung spielt sich recht stabil... alles andere... tja.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Aber zur Ausgangsfrage.

Ich lehne eigentlich kein Spiel, das ich mal gemocht habe, rundweg ab. Wirklich nicht. Ich finde, was ich früher gespielt habe, auch heute noch irgendwo gut. Ich habe mich an nichts "satt" gespielt, aber...

...tief einatmen...

Earthdawn Exalted - weil ich da immer noch Fan bin, mir aktuell keinen Zugang erschließt, ich aber hoffe, dass sich das nochmal ändert
Fixed it for me.
Ich mag das Setting – oder besser, meine Empfindung des Settings – wahnsinnig gern. Aber ich entliebe mich mit jedem neuen Buch mehr davon.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Ja, "entlieben" ist das richtige Wort. Denn noch ist viel Liebe dafür da. Aber ich spiele es nicht mehr. Ich leite es nicht mehr (mit welchem System auch? Qwixalted? Na viel Spaß, da Spieler:innen zu finden). Es fragt auch keiner mehr danach. Würde plötzlich eine 4te Edition angekündigt, wäre ich dann aber wohl doch wieder am Start.
« Letzte Änderung: 20.04.2026 | 22:13 von Jiba »
Engel – ein neues Kapitel enthüllt sich.

“Es ist wichtig zu beachten, dass es viele verschiedene Arten von Rollenspielern gibt, die unterschiedliche Vorlieben und Perspektiven haben. Es ist wichtig, dass alle Spieler respektvoll miteinander umgehen und dass keine Gruppe von Spielern das Recht hat, andere auszuschließen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie spielen sollen.“ – Hofrat Settembrini

Online schneeland

  • Administrator
  • Titan
  • *****
  • Cogito ergo possum
  • Beiträge: 15.355
  • Username: schneeland
Dieses, allerdings bei beiden nur die Systeme. Settings sind davon ausgenommen, insb. SR2050.

Ja, die Settings funktionieren für mich auch nach wie vor gut (auch v.a. SR 2050, aber die Realms bis 3e ebenfalls).
All good things come to those who wait! ... like dual flamethrowers and beer.

Offline Koronus

  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.327
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Koronus
Ein bisschen relativiert weil ich nie "das" eine System abgefeiert habe aber ich würde heute nichts mehr länger spielen was Stufen und TP Berge hat.

Die Systeme sind meistens zu sehr auf pseudotaktische Kämpfe getrimmt als auf Rollenspiel und interessante Chars (nur die "Kampfwerte" machen einen Char in meinen Augen nicht interessant).
Da stimme ich im großen und ganzen zu. Kennen tue ich nur drei/vier Systeme mit Stufen welchen meiner Meinung nach nicht Hauptsächlich Kampf sind.
DSA2&3, Warhammer 40.000 RPG Schattenjäger und Freihändler sowie Earthdawn. Genau dieses Trimmen auf Kämpfe ist es auch warum ich sagte, dass ich heutzutage nicht mehr D&D spielen kann.
"Naja, ich halte eher alle FATE-Befürworter für verkappte Chemtrailer, die aufgrund der Kiesowschen Regierung in den 80er/90er Jahren eine Rollenspielverschwörung an allen Ecken wittern und deswegen versuchen, möglichst viele noch rechtzeitig auf den rechten Weg zu bringen."

Offline Gorilla

  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 2.092
  • Username: Gorilla
Ja, "entlieben" ist das richtige Wort. Denn noch ist viel Liebe dafür da. Aber ich spiele es nicht mehr. Ich leite es nicht mehr (mit welchem System auch? Qwixalted? Na viel Spaß, da Spieler:innen zu finden). Es fragt auch keiner mehr danach. Würde plötzlich eine 4te Edition angekündigt, wäre ich dann aber wohl doch wieder am Start.

Genau so. Exalted hatte ich völlig verdrängt, weil ich es lange für eine der coolsten Spielwelten überhaupt gehalten habe (und ein bisschen vielleicht noch immer noch tue), aber die Regeln wurden ständig immer nur schlechter.
Also wurde es aus meinem Gehirn ausgelagert.

Offline Wisdom-of-Wombats

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 6.420
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Murder-of-Crows
Der Exalted Quickstart, der kurz vor der ersten Edition raus kam, war toll. Das ist auch etwa das Regelniveau, das mir gereicht hätte. Ja, Exalted fehlt auch auf meiner Liste. Ich hatte mich unglaublich drauf gefreut und das Buch sogar gleich nach Erscheinen auf eine Dienstreise mitgenommen, um Abends drin schmökern zu können. Heute würde ich das System nicht mehr mit der Kneifzange anfassen. Die 3rd Edition hat ja endgültig den Fokus verloren: die Creation wird größer, es gibt zig Splats... einfach grauselig. Genau wie die Regeln.
Spiele wahrscheinlich regelmäßig: Dungeons & Dragons, Star Trek Adventures
Leite regelmäßig: Dragonbane
Leite unregelmäßig: Liminal
Hype: Trudvang, Ereb Altor und allgemein Dragonbane

Offline Orok

  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.731
  • Username: Orok
Degenesis
Sieht super aus, klingt beim lesen total spannend, spielt sich grütze.
E PLURIBUS DUDEINUM
IN DUDENESS WE ABIDE

Offline WeepingElf

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 792
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: WeepingElf
Um so ein inhärent dysfunktionales System irgendwie gängig zu machen, braucht es Schmierstoff; bei SaWo heisst dieser Schmierstoff "Bennies". Das sind Gummipunkte, mit denen man Patzer nachwürfeln darf und versuchen kann, genommenen Schaden zu reduzieren ("soaken"). Nicht gesoakter Schaden läutet eine Todesspirale ein. Wenn einem aber nun die Bennies ausgehen... tja. ¯\_(ツ)_/¯

Ich habe noch nie Savage Worlds oder ein anderes gummigepunktetes System gespielt, aber mich beschleicht schon seit einiger Zeit der Verdacht, dass solche Gummipunkte dazu dienen, ein eigentlich dysfunktionales System, das sonst zu viele Playerkills und Kampagnenzusammenbrüche produziert, halbwegs spielbar zu machen ;)
... brought to you by the Weeping Elf

Offline Galatea

  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.533
  • Username: Galatea
Degenesis
Sieht super aus, klingt beim lesen total spannend, spielt sich grütze.
Degenesis bekommt es sogar hin, dass es sich aufgrund des Regelsystems UND des Lore furchtbar spielt.
- Ganze Gruppen werden regelmäßig von wilden Hunden gefressen, das Regelsystem ist im Prinzip so aufgebaut, dass man schon fast scheitern muss.
- Die Welt ist super interessant, aber leider ist es (mit sehr sehr wenigen Ausnahmen) praktisch unmöglich eine gemischte Gruppe zu spielen, ohne dass sich die verschiedenen Fraktionen permanent gegenseitig an die Gurgel gehen müssten - und zwar so gut wie alle, weil fast jeder mit jedem Beef hat.
Das wird beides sehr schnell echt frustrierend.
We should respect all forms of consciousness. The body is just a vessel, a mere hull.

Offline Outsider

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.131
  • Username: Outsider
Degenesis
Sieht super aus, klingt beim lesen total spannend, spielt sich grütze.

+1 für beide Fassungen (1 und Rebirth)
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Offline WeepingElf

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 792
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: WeepingElf
Ich hatte es nie mit Endzeit-Rollenspielen, darum habe ich noch nie Degenesis gespielt und würde es auch nicht spielen wollen. Das Genre stößt mich grundsätzlich ab. Ich spiele lieber in Welten, in denen zwar kein "Friede, Freude, Eierkuchen" herrscht (das wäre ja langweilig), in denen es aber Hoffnung gibt, so dass die Charaktere einen Unterschied machen können. Eine Welt, in der man noch den Einen Ring in den Vulkan werfen kann und er noch nicht an Saurons Finger steckt, sozusagen.
... brought to you by the Weeping Elf

Offline felixs

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.222
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: felixs
Habe ich wirklich gar nicht. Die einzigen Rollenspiele, für die ich je wirklich Emotionen hatte, waren DSA, Cthulhu , Castle Falkenstein und Midgard. Die finde ich auch immer noch alle gut.

Möglicherweise geht Dungeonslayers ein wenig in die Richtung - das fand ich mal sehr gut, möchte ich aber jetzt nicht mehr spielen. Aber "Ablehnen" trifft es auch nicht. Interessiert mich einfach nicht mehr so, weil ich festgestellt habe, dass das nicht mein Spielstil ist. Das Spiel macht ansonsten das, was es machen will, sehr gut und ich würde es auch empfehlen.

Insgesamt habe ich zwar schon viele Spiele in der Hand gehabt, die ich nicht spielen wollen würde. Aber deshalb lehne ich die nicht ab - sie sind einfach nichts für mich, teilweise ist das (meine ich) ein anderes Hobby. Aber das macht nichts und ich tausche mich trotzdem gern mit Leuten aus, die das gern spielen. Irgendwelche Erkenntnisse gewinnt man aus fast allem.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Offline Megan

  • Fhernhache der Spielleiter
  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 4.546
  • Geschlecht: Weiblich
  • Username: Megan
Hm, ich würde es nicht so extrem ausdrücken aber:

Monsterhearts fand ich schon ziemlich cool, damals.
Inzwischen bin ich der Meinung, dass das Spiel ungesund ist: Vor allem durch die im Regelmechnaismus angelegten Machtverhältnisse können viele schlechte Dinge getriggert werden und schlechte Gefühle auf die Metaebene schwappen. Aber auch durch das Thema an sich, bei dem die Charaktere um sich selbst kreisen und so manch unschöne und zum Glück sorgsam begrabene Erinnerung an die eigene Teeniezeit wieder hochkommt.

Trophy Dark
Ich hatte ein sehr geile Auftaktrunde, die mich begeisterte (A Warm and Pleasant Hum - vermutlich das beste Abenteuer, das TD zu bieten hat).
Nach wie vor gefallen mir diverse Elemente sehr gut, nämlich
die Incursionstruktur,
die Charaktererschaffung durch nicht näher definierten aber inspirierenden Bausteine,
die Moments und Conditions,
das intensive Einbeziehen der Spieler in die Gestaltung durch häufiges Fragenstellen.

Davon ab empfinde ich aber das durch die Regeln vorgeschriebene, kontinuierliche Suchen nach Eskalation und einer Verschlechterung der Situation als beschwerlich und einen Stimmungskiller: "Okay, du hast deine Ausrüstung verloren, die Fackel ist aus, du wurdest von einem sehr giftigen Insekt gestochen, hast ein gebrochenes Bein, den Anschluss zur Gruppe verloren und außerdem hast du zwei zugeschwollene Augen ... was könnte dir jetzt widerfahren? ...hm ...
Außerdem funktioniert die Mechanik deutlich schlechter, wenn die SC nicht so richtig gegeneinander arbeiten, was bei mir in 3 von 5 Runden der Fall war.

Ich würde es aber trotzdem gerne noch spielen, so ist das nicht.

Offline WeepingElf

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 792
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: WeepingElf
Habe ich wirklich gar nicht. Die einzigen Rollenspiele, für die ich je wirklich Emotionen hatte, waren DSA, Cthulhu , Castle Falkenstein und Midgard. Die finde ich auch immer noch alle gut.

Möglicherweise geht Dungeonslayers ein wenig in die Richtung - das fand ich mal sehr gut, möchte ich aber jetzt nicht mehr spielen. Aber "Ablehnen" trifft es auch nicht. Interessiert mich einfach nicht mehr so, weil ich festgestellt habe, dass das nicht mein Spielstil ist. Das Spiel macht ansonsten das, was es machen will, sehr gut und ich würde es auch empfehlen.

Insgesamt habe ich zwar schon viele Spiele in der Hand gehabt, die ich nicht spielen wollen würde. Aber deshalb lehne ich die nicht ab - sie sind einfach nichts für mich, teilweise ist das (meine ich) ein anderes Hobby. Aber das macht nichts und ich tausche mich trotzdem gern mit Leuten aus, die das gern spielen. Irgendwelche Erkenntnisse gewinnt man aus fast allem.

Ja, ablehnen ist ein zu starkes Wort. Wirklich ablehnen tue ich nur solche inhaltlich fragwürdigen Sachen wie F.A.T.A.L. oder RaHoWa (die ich aber nur vom Hörensagen kenne), und da sind wir uns hoffentlich einig - ansonsten gibt es nur Rollenspiele, die ich nicht spielen wollen würde.
... brought to you by the Weeping Elf

Offline Outsider

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.131
  • Username: Outsider
Genau dieses Trimmen auf Kämpfe ist es auch warum ich sagte, dass ich heutzutage nicht mehr D&D spielen kann.

Genau der Punkt der irgendwie am Ende ausschlaggebend war es nicht mehr als System zu spielen. Ich mag die Welt (Planescape / Faerûn) immer noch gerne, aber nicht das System W20 D&D System. Ich habe es auch bei BGIII am PC wieder gemerkt, geht nicht mehr.

@Degenesis

Kann mich meinen Vorschreibern nur zu 100% anschließen. Auch da finde ich die Welt extrem interessant. Aber das Setting / Regeln / Kulte macht es einem unendlich schwer da was zum laufen zu bringen. Besonders weil die Kulte ein Stück weit auch Klassen sind.

Willst du ein Face brauchst du ein Apo, der beißt sich aber mit Wiedertäufern, Spitaliern und Richtern. Nimmt man halt einen Neolybier, aber shit die sind ja nur da um den ersten dreien die Tech weg zu nehmen / und deren Leute zu Versklavt und unterhalten in Kerneuropa mehr sowas wie lockere Botschaften.

Nagut, der Hellvetiker ist eine gute Wahl bis alle am Tisch realisieren, dass dessen Ausrüstung dem Rest der Gruppe bis an ihr Lebensende ein Einkommen gewähren würde das diese nie wieder einen Fuß vor die Tür setzen würden. Ganz davon ab, warum sollte eine Helli die Alpenfestung verlassen usw. usw.

Kaum eine Kombi birgt keine Fallstricke und ist immer sehr darauf ausgelegt, dass man alles ausblendet was die Kulte ausmacht.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Offline Outsider

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.131
  • Username: Outsider
Ich hatte es nie mit Endzeit-Rollenspielen, darum habe ich noch nie Degenesis gespielt und würde es auch nicht spielen wollen. Das Genre stößt mich grundsätzlich ab. Ich spiele lieber in Welten, in denen zwar kein "Friede, Freude, Eierkuchen" herrscht (das wäre ja langweilig), in denen es aber Hoffnung gibt, so dass die Charaktere einen Unterschied machen können. Eine Welt, in der man noch den Einen Ring in den Vulkan werfen kann und er noch nicht an Saurons Finger steckt, sozusagen.

In Degenesis gibt es Hoffnung. Die Katastrophe ist schon passiert und lange her. Man spielt die Zivilisation mehrere hundert Jahre danach. Und es geht darum eben den symbolischen einen Ring zu finden welcher den Primer (kurz gesagt Pilzsporen aus dem All) einhalt gebietet. Also als komplett übergeordnetes Meta-Ziel.

Nur manche haben sich schon an das Zeug "gewöhnt" was auch wieder in einem Konflikt in der Gruppe mündet.

Schrotter und Apos inhalieren den Scheiß, Psychonauten sind vielleicht die neue Spezies während der Homo Sapiens sich anoassen müsste oder eben ausstirbt. Spitalier, Widertäufer usw.  wollen das Zeug ausrotten. Zack, schon hat man den nächsten gruppeninternen Konflikt bei gemischten Gruppen.

Degensis ist als Setting nicht einfach schwarz und weiß. Das macht es so schwer kompatibel. Man kann nicht wirklich sagen wir sind die Guten und da drüben sind die Bösen. Das definieren die Kulte so, ist aber nur ein Teil der Wahrheit.
« Letzte Änderung: 21.04.2026 | 12:29 von Outsider »
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Offline WeepingElf

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 792
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: WeepingElf
Verstehe. Trotzdem reizt es mich nicht ;) Ich habe mein Lieblingsgenre gefunden - und das ist Solarpunk!
... brought to you by the Weeping Elf

Offline Outsider

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.131
  • Username: Outsider
Verstehe. Trotzdem reizt es mich nicht ;) Ich habe mein Lieblingsgenre gefunden - und das ist Solarpunk!

 :d

In Degenesis scheint auch die Sonne  ~;D
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 15.732
  • Username: nobody@home
"Abfeiern" und "ablehnen" sind beides recht emotionale Begriffe, und an die Spiele, die mich früher mal wirklich längere Zeit fasziniert haben, habe ich heute zumindest immer noch ein paar sentimentale Erinnerungen, auch, wenn ich sie vielleicht freiwillig nicht wieder spielen (geschweige denn zu leiten versuchen) würde.

Midgard (damals 2. Edition) wäre wohl mein nachträglicher Kandidat aus der Frühzeit. Hat mich eine Weile wirklich abgeholt, dann sind mir ein paar störende Kleinigkeiten aufgefallen und habe ich mich auch mehr mit anderen Systemen beschäftigt (insbesondere, sobald meine Englischkenntnisse halbwegs für "Importe" reichten und ich Läden dafür entdeckt hatte), und heute zieht mich nichts mehr wirklich dahin zurück...dazwischen liegt allerdings auch meine Ich-hätte-gern-ein-System-für-möglichst-alles-Phase, und das konnte Midgard noch nie liefern.

Champions/Hero ist ein anderes einigermaßen schillerndes Beispiel, weil ich da (speziell zu 4E-Zeiten, als die Regeln noch etwas einfacher waren als später und es auch einiges an Materialausstoß gab) durchaus eine Weile den nicht ganz unberechtigten Eindruck hatte, daß damit wirklich so ziemlich alles geht und man insbesondere deutlich weniger als in vielen anderen Spielen auf mehr oder weniger menschengroße Zweibeiner festgelegt ist. Heute würde ich dazu auch nicht mehr ohne viel gutes Zureden zurückkehren, weil erstens doch ein gutes Stück zu viel Regel-Klein-Klein (wenn auch für mich besser verdaulich als z.B. GURPS) und zweitens, weil mir irgendwann einfach die ganze Charakterpunktrechnerei zuviel wurde...zumal mir zunehmend aufging, daß die letztendlich bei Punktsystemen allgemein (GURPS, Hero, BESM, Mutants & Masterminds...) eigentlich doch immer nur auf Pi mal Daumen basiert und also höchstens sehr begrenzte Aussagekraft hat, die den Aufwand schlicht nicht rechtfertigt. Entsprechend bin ich auch mit diesem Designansatz insgesamt recht gut durch.

Aber, wie gesagt: Ob "War mal nett, ist aber heute recht definitiv nix mehr für mich und ich hab' inzwischen andere Favoriten" schon das ist, wonach hier gefragt wird, bin ich mir nicht unbedingt sicher. :)

Offline Luxferre

  • Mythos
  • ********
  • Flim Flam Flunkel - DAS Nutella ist recht dunkel
  • Beiträge: 9.732
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Luxferre
Für alle, die sich an den Begriffen aufhängen.
Mich interessiert ehrlich gesagt gar kein "früher habe ich dies und heute das gespielt" sondern mich interessiert, in Anlehnung an den anderen Fred, was ihr mal richtig richtig cool fandet und heute einfach nicht mehr auf dem Tisch ertragt. Also harte Emotionen bitte und kei Deutsche Steuererklärung 4.0 zu vergangenen Rollenspielsystemen  ;D
ina killatēšu bašma kabis šumšu Tišpak
-

"Consider the seed of your generation. You were not born to live like animals, but to pursue virtue and possess knowledge"

Offline tarinyon

  • Experienced
  • ***
  • Beiträge: 498
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: tarinyon
Ich wollte hier DSA 4 schreiben, aber eigentlich lehne ich das gar nicht ab. Ich denke, alles hat seine Zeit. Und wer weiß, vielleicht kommt ja bald eine OSR-Welle für die frühen Nuller Jahre, wo dann alle GURPS-, DSA4- und d20-Retroklone spielen. Hier im Thread sieht man ja beispielhaft die großen Turns der Rollenspielgeschichte. Aktuell sind halt nostalgische Rules-Light-Systeme angesagt. Das wird sich auch wieder ändern und dann werden diese Sachen abgelehnt.

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 15.732
  • Username: nobody@home
Für alle, die sich an den Begriffen aufhängen.
Mich interessiert ehrlich gesagt gar kein "früher habe ich dies und heute das gespielt" sondern mich interessiert, in Anlehnung an den anderen Fred, was ihr mal richtig richtig cool fandet und heute einfach nicht mehr auf dem Tisch ertragt. Also harte Emotionen bitte und kei Deutsche Steuererklärung 4.0 zu vergangenen Rollenspielsystemen  ;D

Tja, da muß ich wohl passen. Mein Geschmack mag sich im Lauf der Jahre ja geändert (vielleicht sogar verbessert? ~;D) haben, aber ganz so drastisch, daß es für einen rekordverdächtigen "Früher hui, heute pfui!"-Weitsprung reichen würde, war diese Veränderung am Ende scheinbar doch nicht, und insbesondere Spiele zwischen den Extremen gab's ja auch schon immer. :)

Offline Luxferre

  • Mythos
  • ********
  • Flim Flam Flunkel - DAS Nutella ist recht dunkel
  • Beiträge: 9.732
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Luxferre
Ich bin ja ein bekennender Freund vom BUNT zwischen den Schwarz-Weiß-Polen.
Aber mitunter geht es halt um Extreme und Selbsthilfegruppen im :T:  >;D
ina killatēšu bašma kabis šumšu Tišpak
-

"Consider the seed of your generation. You were not born to live like animals, but to pursue virtue and possess knowledge"

Offline rillenmanni

  • Packt Zehen in die Fingertüte
  • Famous Hero
  • ******
  • König der Narren
  • Beiträge: 3.837
  • Username: rillenmanni
    • Doms Metstübchen
Ich bin da wohl auch raus. Keine harten Emotionen. Ich bin 85er DSA1-Spieler, bin 2, 3 und 4 mit Freuden mitgegangen. Heutzutage möchte ich partout nicht 2, 3 und 5 spielen, aber sehr gern 1 und gern 4. Sind diese Emotionen hart genug? :)
Während die Opfer sich umkrempeln und der Professor nicht zu erreichen ist, reißt Rillen-Manni voller Wut eine Waffe an sich ...

I scream! You scream! We all scream! For ice-cream! (Roberto Benigni)

Power Gamer: 67% | Butt-Kicker: 54% | Tactician: 71% | Specialist: 42% | Method Actor: 50% | Storyteller: 50% | Casual Gamer: 50%