Autor Thema: Realweltliche Inspirationen für Abenteuer - Was sind eure Grenzen?  (Gelesen 2000 mal)

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Offline Ludovico

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Zitat
Das Leben schreibt die besten Geschichten

Neben Geschichtsbüchern finden sich insbesondere in den Nachrichten, die (wie bei Nachrichten üblich) schrecklich sind, aber auch gleichzeitig als Vorlage für Abenteuer dienen können. Ich denke hier zum Beispiel an Delta Green und Cthulhu.
Es kommt natürlich auf das Genre an. So sind Nachrichten eher etwas für Verschwörungsrollenspiele. Geschichtsbücher wiederum bieten einges an Stoff für Spiele wie Weird Wars 2 und Achtung Cthulhu.

Beispielhaft können Amokläufe und Terroranschläge oder auch Familientragödien genutzt werden.

Allerdings erreicht oder überschreitet man hierbei oftmals persönliche Grenzen (Ich will nicht verallgemeinernd "Die Grenzen des guten Geschmacks" schreiben, weil dieser subjektiv ist).

Mich würde interessieren, ob ihr Nachrichten und auch Infos aus Geschichtsbüchern als Inspiration für eure Abenteuer nutzt und wo eure persönlichen Grenzen liegen.

Offline Outsider

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Jein, nutze ich nicht oft.

Ich lasse mich von Nachrichten oder Geschichtsbüchern inspirieren nutze aber keine Events oder Orte 1:1.

Meist sind es mehr geopolitische Ereignisse, wie z.Bsp. Delta Green ähnliches Setting und die Spieler sollen Daten von einem Server besorgen der in einem Kriegsgebiet liegt (bei mir damals Irak). Dadurch sind die Daten noch vorhanden, weil durch die Zerstörungen der Infrastruktur keine Verbindung mehr besteht und niemand von außerhalb die Serverbank / die Daten manipulieren kann. Sowas in der Richtung.

Ich habe die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl mal für ein CoC Abenteuer verwurstet. Aber nicht den Tag selbst, sondern die Spieler befinden sich in dem Gebiet und müssen herausfinden, dass es kein "einfacher" Reaktorunfall war der zur Katastrophe geführt hat -> bzw. nein es war ein einfacher Unfall aber der Auslöser und der Grund für den Test war keine reine Übung, sondern hatte etwas mit dem Mythos zu tun.

Wenn ich so nachdenke, waren das dann aber auch die zwei einzigen male. Jedenfalls fällt mir spontan kein Ereignis ein das ich bewusst genutzt habe.
« Letzte Änderung: 22.04.2026 | 14:04 von Outsider »
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Offline phant

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Ja, verarbeite ich sehr gerne.

Gerade die Tagespresse gibt z.B. für Cyberpunk viel her mMn.
Meine persönliche Grenze ziehe ich bei einer zu dichten Annäherung und zu explizitem Ausspielen von Gewaltszenen.
Ich muss nicht mit Realnamen von Opfern oder der 100% detailgetreuen Umsetzung von entsetzlichen Tragödien spielen. Ungefähre Annäherung und Inspiration reichen vollkommen aus.
Das hat für mich auch etwas mit Anstand, Respekt und Abstand zu tun.
Ich muss auch nicht die größten und unvorstellbarsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte nachspielen. Erwähnen als / im Hintergrund reicht. Ansonsten liegt die Grenze beim Wohlfühlfaktor der jeweiligen Spieler.

Offline First Orko

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Allerdings erreicht oder überschreitet man hierbei oftmals persönliche Grenzen (Ich will nicht verallgemeinernd "Die Grenzen des guten Geschmacks" schreiben, weil dieser subjektiv ist).

Mich würde interessieren, ob ihr Nachrichten und auch Infos aus Geschichtsbüchern als Inspiration für eure Abenteuer nutzt und wo eure persönlichen Grenzen liegen.

So aus dem Bauch heraus: Je näher es an aktuelle Tagespolitik geht, desto mehr Verfremdung braucht es für mich bis zu dem Punkt, wo es zu nah ist und gar nicht mehr geht. Also sowas wie "Söldner im Nahen Osten 2026" wäre für mich NoGo, aber "Aliens sind schuld an 9/11" wäre mit passender sonstiger Prämisse grundsätzlich möglich.
Es gibt aber auch so Krisen, die mich und meine Familie zu sehr persönlich betroffen haben (wie zBsp Pandemie, bestimmt nicht nur bei mir) und die thematisch auch dadurch nicht im Spiel für mich machbar sind. Das kann ich im Vorfeld gar nicht alles genau benennen, glaube ich...
It's repetitive.
And redundant.

Dir ist schon klar, dass es in diesem Forum darum geht mit anderen Leuten, die nix besseres mit ihrem Leben zu tun haben, um einen Tisch zu sitzen und sich vorzustellen, dass wir Elfen wären.

Offline Luxferre

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Am Ende lässt sich alles fiktive auf eine realweltliche Grundlage zurückführen und das Spiel lässt sich auch umdrehen.
Ob bewusst oder unbewusst, wir spielen eh immer mit den gleichen zwölfundfünfeinhalb Themen, Bezügen und Assoziationen.

Ich versuche politisch Tagesaktuelles aus meiner Inspo rauszuhalten.
Wenn ich mit den Hunden gehe und mich dann der Wald oder die Nordheide inspiriert, dann verwerte ich das natürlich.
Außerdem bediene ich mich der klassischen Tropos wie Heldenreise, Struktur in Akten, Storytelling-Methoden und Co.

Grenzen? Eigentlich ja ein anderes, bzw eigenes Thema.


Nachtrag: ich spiele und leite ausschließlich in mittelalter-Fantasy-Settings und Systemen. Da ist eh schon eine gute Portion Abstand inkludiert. Einer der vielen Gründe auch genau da-für.
« Letzte Änderung: 22.04.2026 | 15:18 von Luxferre »
ina killatēšu bašma kabis šumšu Tišpak
-

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Offline Megavolt

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Amokläufe und Terroranschläge oder auch Familientragödien

Ich käme nicht im Traum darauf, so etwas an einem Freitag Abend in geselliger Runde irgendwie fiktiv (mit)erleben zu wollen. Dabei auch noch eine besondere Nähe zu realen Ereignissen herzustellen, empfinde ich als abseitig.

Wir beschäftigen uns hier alle BEI WEITEM nicht mit dem gleichen Hobby. Man kann es nicht oft genug sagen.

Diese Erkenntnis führt übrigens nicht nur zum Urgrund vieler Zankereien, sondern auch zu dem Schluss, dass das Forum ungefähr in vier vollkommen separierte Foren auseinanderdividiert werden sollte und es wäre besser für alle.
« Letzte Änderung: 22.04.2026 | 15:06 von Megavolt »

Offline unicum

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Schwierig,...

Ich würde sagen ich nehme lieber Historische Sachen die definitv vor meiner Zeit liegen und mich auch heute nicht mehr so tangieren. (das beinhaltet im übrigen für mich auch noch den WKII)

Exemplarisch nehme ich mir mal das hier raus und zeige wie daraus für mich ein "fettnäpfchen" wird:

... aber "Aliens sind schuld an 9/11" wäre mit passender sonstiger Prämisse grundsätzlich möglich. ...

Ich war zu dem Zeitpunkt Student und spielte in einem internationalen PBem mit, einer unserer "gegner" waren Amies, einer Wohnte in New York und hat die Einschläge gesehen und er wusste auch das seine Freundin im WTC gerade einkaufen war. Ich hab 4 Stunden mit dem gechattet, der war natürlich ziemlich durch den Wind. Die letze Chatnachricht war dann: "She just arrived. *loggoff*" danach hat er nochmal geschrieben und sich für die "betreuung" bedankt. Sie war tatsächlich unten im Einkaufszentrum spürte den Einschlag der ersten Maschiene und das Licht ging kurz aus - und dann ist sie auch schon gelaufen, tja und dann halt zu Fuß nach Hause weil UBahn auch nicht mehr fährt, stau überall, kein Handy, etc.

Deswegen,...

Es gibt aber auch so Krisen, die mich und meine Familie zu sehr persönlich betroffen haben (wie zBsp Pandemie, bestimmt nicht nur bei mir) und die thematisch auch dadurch nicht im Spiel für mich machbar sind. Das kann ich im Vorfeld gar nicht alles genau benennen, glaube ich...

Wäre ich eben auch recht vorsichtig mit solchen Sachen. Ich etwa habe die Pandemie gar nicht so schlimm empfunden. Es sind in meinem Familienfeld keine und nur im erweiterten Bekanntenkreis eine Person gestorben. Das Arbeiten war sogar entspannter als vorher und nachher.

Und ich denke in dem Unterschied zwischen mir und Orko kann man schon sehen das es "schwierig" ist.

"Tschernobyl" (das ja auch erwähnt wurde) würde mir nicht mal was ausmachen.

Also ja ich denke das ganze ist ein recht vermientes gebiet.
« Letzte Änderung: 22.04.2026 | 15:07 von unicum »

Offline nobody@home

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Generell kein aktuelles Tagesgeschehen -- das ist im Zweifelsfall ja gerade das, was wir im Spiel eine Weile hinter uns lassen wollen.

Ansonsten kann ich meine Inspiration so ziemlich überall finden. Ich bin zwar generell kein Fan von ausdrücklich historischem Rollenspiel, weil das den so ziemlich aufdringlichsten Settingkanon aller Zeiten hat, aber einfach nur Ideen klauen kann man aus der Weltgeschichte natürlich immer noch recht leicht.

Offline Mr. Ohnesorge

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Generell kein aktuelles Tagesgeschehen -- das ist im Zweifelsfall ja gerade das, was wir im Spiel eine Weile hinter uns lassen wollen..

Bei manchen Genres könnte das passen. Habe ich z.B. bei Shadowrun oder NBA schon genutzt und kam gut an.
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Offline blackris

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Generell geht alles, soweit man sich am Tisch darauf verständigen kann und weder eine Täter-Opfer Umkehr betreibt, noch die Täter aus der Verantwortung nimmt.

Offline Swanosaurus

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Generell würde ich wenige tagesaktuelle Themen ausschließen, vor allem, solange sie allgemein bleiben - ein Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt, ggf. okay, aber ein bestimmter Anschlag ... nee. Corona-Pandemie tendenziell ja, weil es ein allgemeins Ereignis ist. Konkrete aktuell sich ereignende oder kurz zurückliegende Kriege: Vom Gefühl her eher nicht.

Ein absolutes No-Go für mich persönlich ist alles mit Nationalsozialismus. Nazi-Pulp in Indiana Jones oder X-Men kann ich mir reinziehen (muss aber auch nicht), aber selbst spielen möchte ich nicht mal das, und schon gar nichts "Ernstes zum Thema". Ob Eat the Reich, Achtung! Cthulhu oder The Grey Ranks, ich mache lieber einen Bogen drum. Wenn es mich thematisch interessiert, würde ich es vielleicht lesen, aber nie bespielen.

Konsequent ist das nicht unbedingt, andere historische Verbrechen würde ich durchaus nicht für's Spiel ausschließen ... aber so empfinde ich das eben.



Ehemals Rumpel/Achamanian

Meine Veröffentlichungen:
Season of the Snail für Troika!: https://www.drivethrurpg.com/de/product/524068/season-of-the-snail
Lover's Gaze für Cloud Empress: https://www.drivethrurpg.com/de/product/515643/lover-s-gaze-for-cloud-empress
Hidden Depths für Ashen Stars: https://www.drivethrurpg.com/de/product/300541/hidden-depths

Offline unicum

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Ein absolutes No-Go für mich persönlich ist alles mit Nationalsozialismus. Nazi-Pulp in Indiana Jones oder X-Men kann ich mir reinziehen (muss aber auch nicht), aber selbst spielen möchte ich nicht mal das, und schon gar nichts "Ernstes zum Thema". Ob Eat the Reich, Achtung! Cthulhu oder The Grey Ranks, ich mache lieber einen Bogen drum. Wenn es mich thematisch interessiert, würde ich es vielleicht lesen, aber nie bespielen.

Das hatte ich eingeschlossen als ich "WKII" schrieb.

Offline WeepingElf

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Generell würde ich wenige tagesaktuelle Themen ausschließen, vor allem, solange sie allgemein bleiben - ein Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt, ggf. okay, aber ein bestimmter Anschlag ... nee. Corona-Pandemie tendenziell ja, weil es ein allgemeins Ereignis ist. Konkrete aktuell sich ereignende oder kurz zurückliegende Kriege: Vom Gefühl her eher nicht.

Man kann sicher aus Tagesgeschehen Abenteuer stricken, insbesondere natürlich in Gegenwarts-, Cyberpunk- usw. Rollenspielen. Im Prinzip leben wir ja schon fast in einer Cyberpunk-Welt, von Hackern über KIs bis zu machtgierigen Konzernen sind die dafür eigentlich wichtigen Elemente schon da, man könnte etwa den Plot des Neuromancer mit ein paar Anpassungen (z.B. Karibikinsel statt Freeside-Raumstation) durchaus in der Gegenwart aufziehen, wenngleich solche Sachen wie Interface-Jacks und sonstige Cyberware oder auch Raumkolonien noch fehlen, und es sich trotz aller Krisen und Probleme irgendwie doch noch nicht wie eine Cyberpunk-Welt anfühlt. In meinem eigenen Solarpunk-Weltenbastelprojekt arbeite ich sehr viel mit aktuellen Entwicklungen, denn es soll eine glaubwürdige nahe Zukunft sein.

Auch historische Ereignisse eignen sich als Abenteuerquellen, mit gewissen Einschränkungen, siehe unten.

Ein absolutes No-Go für mich persönlich ist alles mit Nationalsozialismus. Nazi-Pulp in Indiana Jones oder X-Men kann ich mir reinziehen (muss aber auch nicht), aber selbst spielen möchte ich nicht mal das, und schon gar nichts "Ernstes zum Thema". Ob Eat the Reich, Achtung! Cthulhu oder The Grey Ranks, ich mache lieber einen Bogen drum. Wenn es mich thematisch interessiert, würde ich es vielleicht lesen, aber nie bespielen.

Konsequent ist das nicht unbedingt, andere historische Verbrechen würde ich durchaus nicht für's Spiel ausschließen ... aber so empfinde ich das eben.

Sehe ich so ähnlich. Die Nazis sind ein heikles Thema, das mich dazu noch triggert. Da lasse ich lieber die Finger von. Ich möchte aber auch generell keinen Krieg spielen, Wargames waren noch nie mein Ding. Krieg ist für mich eine Katastrophe und ein Verbrechen und kein Abenteuerspielplatz!
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Offline Antariuk

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Da ich Journalist bin, kann ich manchmal nicht anders, als Dinge aus dem beruflichen Alltag zu verwursten.

Das passiert aber nie direkt, da schmirgel ich immer viele Ecken ab und baue Details um - und habe zuletzt auch wenig gespielt, wo sich Impulse aus täglichen Nachrichten direkt anwenden ließen. Kleine Skandale oder Absurditäten aus dem Lokalen sind in der einen oder anderen Form auch schon in meinen Pathfinder- und D&D-Runden gelandet.
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Offline Femenmeister

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Tagesgeschehen findet bei mir in den Sessions keinen Platz.

Da kommt bei mir der Eskapismus durch: Ich möchte gerade ein Hobby ausleben, bei dem ich das große Weltenübel mal guten Gewissens für ein paar Stunden ausblenden kann - und ich weiß, dass es meinen Spielern genauso geht.

Des weiteren beschäftige ich mich beruflich oft genug damit: Die meisten Regisseure versuchen naturgemäß, mal besser, mal schlechter, ihre Theaterstücke so zu inszenieren, dass sie zumindest auf einer Metaebene einen Bezug zu realen Begebenheiten und gesellschaftlichen Diskursen haben. Als Schauspieler bin ich da in den Diskussion und in der Auseinandersetzung mittendrin. Das ist auch völlig okay und oft sogar sehr spannend. Aber ich muss diese Diskurse dann nicht an den Pen&Paper Spieltisch tragen.

Was Vergangenes angeht, bin ich da deutlicher schmerzfreier. No go`s werden da hauptsächlich durch die Grenzen der Spielenden gesetzt. Da der Großteil einer Spielrunde z.B. aus (überwiegend) jungen Eltern besteht, wird die Gewalt gegen Kinder bzw. Missbrauchsszenarien niemals Teil einer unserer Geschichten sein - das würde allen, inklusive mir, nur den Abend verhageln.


Offline Zed

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Ich hatte zuletzt einen NSC gestaltet, einen Mafiaoberboss, der als „Life-Coach-Guru“ agierte und den ich als eine Mischung aus „Colonel Walter Kurz (Marlon Brando)“ und „Viktor Orbán“ beschreiben könnte.

Ansonsten lasse ich mich häufig von historischen Personen und Ereignissen inspirieren, die mindestens 100 Jahre her sind, so zB den Kinderkreuzzug 1212.

Jüngere Ereignisse würde ich wegen der zeitlichen Nähe und der damit wahrscheinlichen Vertrautheit nicht nutzen.

Offline gilborn

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Auf politischer Ebene habe ich 1x etwas reales als Startschuss und auch dem weiteren Fortgang für eine Kampagne genommen, das Ganze aber soweit verfremdet, dass es als Außenstehender nicht mehr zu erkennen war. Persönliches Leid, Angst, Verzweiflung etc. war nicht teil der Umsetzung, das war meine Grenze, nicht aber die Skrupellosigkeit der Handelnden.

Konkret:
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Offline Doc-Byte

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Da meine rollenspielerischen Wurzeln dort liege, wage ich die These aufzustellen, dass Shadowrun Spieler im Allgemeinen tendenziel - hm - etwas anders (?) oder vielleicht auch ein wenig speziell (?) sind. ~;D

Offline angband

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Die Fall of Delta Green - Kampagne "Borellus Connection" schafft es sehr Gewinn bringend, teilweise historische Personen in Szenarien mit einzubeziehen, teilweise ohne im Buch deutlich zu machen, was wirklich den Tatsachen entspricht und was nicht. Das Besondere dabei ist, dass die Grenze zwischen Fiktion und Realität verwischt. Das ging bei uns in die Richtung "Wow, Person XYZ gab es tatsächlich, wie cool!!".  Bei Delta Green ist es oft ein Thema, dass der Mensch und dessen Abgründe das eigentlich Schreckliche sind - und eben nicht irgendwelche Cthulhu-Monster. Das geht soweit, dass es für DG Kampagnen gibt, die sich sehr nah in Situationen hineinfühlen, um das zu verdeutlichen.

Iconoclasts spielt in Irak 2016 zur zeit des IS. Während man selbst Amerikaner spielt, ist dennoch mit großer Konsequenz die Lebensrealität zu der Zeit an dem Ort im Buch dargestellt und wird teilweise auch an den Spieltisch übertragen.

God's Teeth habe ich bisher nur angelesen, beinhaltet aber als starkes Thema Gewalt an schutzlosen Personen und auch Kindern. Das geht sicherlich hart an die Grenze des Spielbaren.



Offline DonJohnny

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Ich bin da wahrscheinlich etwas offener als die meisten meiner Vorredner. Ich mache das nicht häufig aber wenn, dann bewusst, dass ich Spielrealitäten in der realen Welt verankere, dementsprechend auch an historischen Ereignisse. Ich nehme da auch Themen die von Konflikten handeln, aber das ist für mich nicht das Kriterium nach dem ich suche, das ergibt sich eben mal und mal nicht.

Gibt natürlich viele Themen mit denen ich mich da nicht beschäftigen möchte aber die Grenze liegt für mich meistens eher auf einer anderen Ebene, nämlich, dass ich das nur dann mache, wenn ich der Meinung bin, dass ich ausreichend über das Thema informiert bin, ich möchte zumindest nach meinem Verständnis dazu in er Lage sein, das Thema angemessen darzustellen.

Ich plane z.B. derzeit eine Jäger: Die Vergeltung Runde, die im Nordirland des Jahres 1999 angesiedelt sein soll.
- Playtester für Strip-D&D -
---
Druid: "Was soll das, eine Landschaft voller Trichter?"
Sorcerer: "Du Idiot! Das sind Berge! Du hälst schon wieder die Karte falsch herum!"

Offline Drantos

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Ich erlebe und habe in meinem Job so viel reale Gewalt erlebt, dass mich beim Rollenspiel gar nichts triggert. Für mich gibt es da keine Grenzen, da keine fiktiven Handlungen die Realität auch nur rudimentär abbilden können. Ich bin mir allerdings bewusst, dass die meisten Leute nicht diese Erfahrungen haben und achte darauf möglichst niemanden zu triggern.

Auschlusskriterium wäre  bei mir das Spielen von Nazis und ähnlichen Schergen oder Terroristen wie Hamas, IS usw. Zum Wegballern sind die aber jederzeit tauglich.

Ich würde auch keine "böse" Gruppe leiten und nur sehr ungern bei solchen Gruppen als SC mitspielen.

cu Drantos

Offline Sphyxis

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Ich habe lange Shadowrun geleitet. Da hast du eigentlich immer auch mal auf Tagesaktuelles geschielt und stark verfremdet Versatzstücke mal genutzt (Raub der Goldmünze in Berlin oder irgendnen Boulevardskandal). Ich habe da aber auch keine Tagespolitik genutzt und es mich immer gestört, dass das teils im Shadowrunmetaplot sehr direkt aufgenommen wurde...
Unsere Runner sind zum Beispiel gegen ein. Äquivalent von Monsanto vorgegangen oder waren Klima-Kleber.
Ausgeklammert habe ich dabei eigentlich immer den "Krieg gegen den Terror" in allen Ausformungen.
Ich habe Shadowrun etwa mit Einfall Einfall Russlands in die Ukraine pausierrn müssen, weil zu dem Zeitpunkt unsere SC sehr dicht mit und in Vory v Zakone (Russisch geprägte Mafia) verwickelt war und ich den Plotsteang dadurch nicht mehr weiter bespielen wollte und konnte sprich: Russische Despoten und (Ex-)Militärangehörige als NSC darstellen. ...

In letzter Zeit haben wir recht häufig in sehr konservativen US-Staaten (z.B. Texas) gespielt. Da hab ich als Spieler irgendwann drum gebeten, ob wir nicht Trump einfach mal außen vorlassen können und uns vorstellen, dass der aktuelle US-Präsident ein Normalo ist, der unsere SC überhaupt nicht tangiert... 😅

Aber ja. Ich denke man kann mit etwas Umsicht und Vorsicht zeitgeschichtliche Themen durchaus bearbeiten man sollte
A) aber deutlich verfremden und fiktionalisieren
B) sehr umsichtig und aufmerksam sein und leiten
C) den Plan B in der Tasche haben, falls die Gruppe aus Gründen nicht darauf eingeht oder auch zu stark darauf eingeht.

Offline First Orko

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Also mal als Zwischenfazit: Das Thema ist maximal ambivalent, Spielende haben da zu denselben Themen ganz grundlegende andere Haltungen und Emotionen und die Chance, das ich eine Person am Spieltisch empfindlich treffe, ist sehr groß - auch ohne dass das der Person vorher bewusst gewesen sein muss!

Ein Gedanke, den ich bitte in diesem Thread unkommentiert lassen möchte, der mir aber bei dem Thema direkt kommt - bei Bedarf kann man sich per Zitat darauf beziehen und das an anderer Stelle im Forum besprechen, ich werde darauf dann aber nicht reagieren. Ich möchte das nur zu bedenken (oder ignorieren) geben:

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Dir ist schon klar, dass es in diesem Forum darum geht mit anderen Leuten, die nix besseres mit ihrem Leben zu tun haben, um einen Tisch zu sitzen und sich vorzustellen, dass wir Elfen wären.

Offline Namo

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Eigentlich gelten für mich hier die gleichen Beschränkungen wie bei purer Fiction: Alles war mit Gewalt an Kinder, sadistischen Quälereien von Menschen, Vergewaltigung etc. zu tun hat, kommt nicht an den Spieltisch. Das löst in mir und sicher den Spielern auch Unbehagen aus und führt sicher nicht dazu, dass der Abend dazu spaßiger wird. Wir alle wollen vom reallife abschalten und einfach ein paar gute Stunden haben. Da ist es nicht notwendig die tiefsten Abgründe von uns Menschen ins Spiel zu bringen. Da mag ich Blümchensex bzw. Blümchenfantasy. In der darf gerne gekämpft werden und alles auf den Tisch gebracht werden, was normale Fantasy so mit sich bringt. Aber nichts aus den zuvor genannten Punkten.

Einfließen lasse ich natürlich schon realweltliche Sachverhalte. Da wir Fantasy spielen aber natürlich eher auf einer Metaebene. Hier fließen dann aber schon Handlungen ein, die wir aktuell erleben. So war am Start meiner aktuellen Kampagne schon ganz stark das Thema Republikaner gegen Demokraten in den USA als politischer Hintergrund gelegt bzw. die Inspiration für die politische Situation im Land. Nach 2 Jahren Spiel entwickelt es sich witziger Weise (oder vielleicht unbewusst von der Aktualität beeinflusst) in die aktuelle Situation in den USA hinein. Dass sich aus dem Urkonflikt scheinbar ein verrückter Herrscher/König entwickelt dem viele Menschen dennoch folgen. Was sich früher unlogisch angefühlt hat, wird heute von der Realität als möglich überschrieben. Insofern ist bei meiner Runde viel von geopolitischen Menschen geprägt. Davon dass selbst Krieg und sterbende Menschen nichts Schlimmes ist, wenn das Geld ruft. Und das obwohl eigentlich eine größere Gefahr im Raum steht. Wie viele Menschen und Gemeinschaften sich deshalb aber auch isolieren wenn eigentlich ein Zusammenhalten- und stehen notwendig wäre. Kurz gesagt, alle Konfliktherde die wir die letzten Jahre erleben habe ich schon in unser Spiel eingeflochten. Aber eher latent und als Metahintergrund. Oder eher als Stimmung im Land. So dass ich darauf immer wieder mal zurück greifen kann um allgemeine Menschen und deren Stimmung darzustellen. Aber auch die menschlichen Player der Kampagne.

Offline BobMorane

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Also mal als Zwischenfazit: Das Thema ist maximal ambivalent, Spielende haben da zu denselben Themen ganz grundlegende andere Haltungen und Emotionen und die Chance, das ich eine Person am Spieltisch empfindlich treffe, ist sehr groß - auch ohne dass das der Person vorher bewusst gewesen sein muss!

Ein Gedanke, den ich bitte in diesem Thread unkommentiert lassen möchte, der mir aber bei dem Thema direkt kommt - bei Bedarf kann man sich per Zitat darauf beziehen und das an anderer Stelle im Forum besprechen, ich werde darauf dann aber nicht reagieren. Ich möchte das nur zu bedenken (oder ignorieren) geben:

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Ich lasse mich von realweltlichen Ereignissen oder Personen inspirieren, aber ...
... bei mir sind es dann eher skurrilitäten und Besonderheiten als der letzte Amoklauf ect. Um mal ein paar Beispiele zu nennen:

1) Das lesen eines Wikipedia Artikel über Aleister Crowley hat mich zu einem Urban Fantasy Abenteuer inspieriert. Hatte den netten nebeneffekt das ein Spieler fragte was man denn über Crowley wisse. Ich habe ihn darauf hingeweiesen, das er, genau wie sein CHarakter ein Smartpfone hat und er es doch nachschauen kann.

2) Ich habe mal ein Hell on Earth Abenteuer geleitet, wo der böse Kultführer an L Ron Hubbard angelehnt war.

3) Ich habe letztlich eine Podcastfolge überNeutral Moresnet gehört und habe das auf meine To-Do Liste gesetzt.