Autor Thema: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI  (Gelesen 10122 mal)

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Offline sma

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #200 am: 15.07.2026 | 14:01 »
Ich schlage das hiermit als neuen Titel für Dich vor  ~;D
Oh, danke sehr.

Offline Zed

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #201 am: 15.07.2026 | 14:10 »
Sollten sich KI generierte/unterstützte Inhalte bei WotC etablieren (worauf Hasbro ja wohl wartet) wird sich auch Orkenspalter positionieren müssen. Das wird auf jeden Fall interessant.

Wir befinden uns ja inmitten eines gesellschaftlichen Aushandelsprozesses, der eine disruptive Technologie betrifft.

Erschwerend hinzu kommt, dass die faktische Realität, die juristischen Probleme, die moralischen Implikationen und die gesellschaftlichen Folgen aufgrund der Warpgeschwindigkeit dieser Transformationen alle nicht im Gleichschritt erörtert und geklärt werden.

Und weil wir uns inmitten dieses Prozesses befinden, sind die Positionen von Unwissenden, von Leidtragenden und von Profiteuren aktuell sehr unterschiedlich. Alle Akteure ziehen Grenzen, sie machen Punkte und sie stellen Bedingungen.

Natürlich ist davon auszugehen, dass sich mit Fortschreiten dieses Prozesses Positionen verändern, aufweichen oder verhärten. Das sollte keinem an der Diskussion Beteiligten Übel genommen werde.

Offline unicum

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #202 am: 15.07.2026 | 14:17 »
Ich behaupte, sie haben sie bereits klar gegen generative KI aller Art positioniert. Aber seit ihrer IMHO unsäglichen Mail im Anni-the-Duck-Fall weigere ich mich, sie als Sprachrohr – oder Moralkompass – für die Rollenspiel-Community anzusehen.

Oh erzähl, ein kurzer link reicht ggf auch soll ja nicht alles hier derailen, was war da los?

Ich stelle immer wieder fest: Ich hatte zuviel Philosophie im Studium.

Offline sma

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #203 am: 15.07.2026 | 14:23 »
Oh erzähl, ein kurzer link reicht ggf auch
Rabbit Hole beginnt hier. De-Railen möchte ich auch nicht.

Offline Torsten (Donnerhaus)

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #204 am: 15.07.2026 | 14:42 »
Rabbit Hole beginnt hier. De-Railen möchte ich auch nicht.

Gibt es dazu irgendwo weiterführende Diskussion?

Offline schneeland

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #205 am: 15.07.2026 | 22:43 »
Ich habe hier eine Reihe von Beiträgen abgetrennt, die sich vom Thread-Thema gelöst und KI im allgemeinen diskutiert haben - diese finden sich jetzt im bekannten großen KI&Rollenspiel-Thread in Rollenspiel&Gesellschaft.
Ich würde auch darum bitten, im Zweifelsfall in eben diesem Unterforum einen eigenen Thread zu eröffnen, falls weiterer Diskussionsbedarf zum Thema Orkenspalter-Skandale besteht.
Konkret hier wäre es aber schön, wenn wir dann wirklich wieder zum Thema "Zukunft der Rollenspielentwicklung" zurückkehren könnten. Es gab dazu ja auch schon einige substantielle Beiträge in diesem Thread, an die sich ggf. anknüpfen lässt.
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Offline Eisenmeile

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #206 am: 15.07.2026 | 23:46 »
KI bei Übersetzungen wird der Normalfall werden und die Ergebnisse – IMHO natürlich – übertreffen die von Fan-Übersetzern. Für mich zählt hier Zugänglichkeit mehr als sprachliche Qualität.

Sehe ich (wie im abgetrennten Beitrag ausgeführt), anders. Fanübersetzungen mögen einfacher gestrickt sein, aber sie sind KI-Übersetzungen trotzdem um Längen überlegen, wenn es um die didaktische Vermittlung von Inhalten geht.

KI-Übersetzungen (und generell LLM-Texte), sind einfach anstrengend zu lesen, nichts womit ich meine Freizeit verbringen will. Fan-Übersetzungen mögen manchmal Fehler enthalten (auch wenn sich viele Fans sehr große Mühe geben), aber sie enthalten keine groben Schnitzer, welche jedem menschlichen Leser auf Anhieb auffallen (welche aber selbst die ausgefeilteste KI von Zeit zu Zeit noch produziert) und sie orientieren sich stärker an der Struktur der Zielsprache, statt rumzuschwurbeln und zu versuchen die Grammatik des Originals im Deutschen nachzubauen (was die KI-Übersetzungen immer noch unlesbar für mich macht).

Im Zweifel würde ich immer noch auf eine professionelle Übersetzung warten - egal ob diese komplett neu erstellt wurde, oder lediglich eine Korrektur einer Fan- oder KI-Übersetzung darstellt - auch wenn ich darauf länger warten muss (mein Lesestapel ist ohnehin schon so groß, dass ich es nicht wirklich eilig habe, ein bestimmtes Buch zu lesen - da warte ich lieber, bis es in ordentlicher Form vorliegt). Aber wenn ich mich zwischen "Fast Food" (Fanübersetzung) und "Fast Food aus dem Mülleimer" (KI-Übersetzung) entscheiden müsste, dann wüsste ich, was ich wähle.

Was Abenteuer angeht (bezogen auf den anderen Beitrag von unicum, der trotz Rollenspielbezug abgetrennt wurde), so denke ich dass KI da initiale Ideen liefern kann, aber Probleme hat den Überblick über die Elemente (Orte, Personen, Handlungsfäden, etc.) zu behalten, speziell wie diese ineinander greifen und wofür die gedacht sind.

Offline Gumbald

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #207 am: 15.07.2026 | 23:49 »
Ich behaupte, sie haben sie bereits klar gegen generative KI aller Art positioniert. Aber seit ihrer IMHO unsäglichen Mail im Anni-the-Duck-Fall weigere ich mich, sie als Sprachrohr – oder Moralkompass – für die Rollenspiel-Community anzusehen.

KI bei Übersetzungen wird der Normalfall werden und die Ergebnisse – IMHO natürlich – übertreffen die von Fan-Übersetzern. Für mich zählt hier Zugänglichkeit mehr als sprachliche Qualität.

Als Beispiel: Für den Time without Tides Quickstart habe ich Claude Fable um ein Glossar gebeten, das mit der KI kurz diskutiert und dann benutzt, um die 60+ Seiten ins Deutsche zu übersetzen. Wahrscheinlich habe ich damit die KI unterfordert. Mit dem selben Glossar habe ich mir dann noch von GPT die Bilder der Charakterbögen format- und schrifterhaltend übersetzen lassen. Das hat am längsten gedauert, weil ich Claude nicht dazu bringen konnte, ChatGPT richtig im Browser fernzubedienen und es 6x händisch copy & pasten musste, wobei GPT immer mal wieder timeouts hatte, wohl weil da gerade 5.6 erschienen war. Für mich war das Ergebnis nützlich, denn der Quickstart benutzt zum Teil sehr ungewöhnliche englische Begriffe.

Exakt das wird - so glaube ich - in den kommenden Jahren für deutsche Rollenspiel-Verlage, die von Übersetzungen leben, zunehmend ein Problem werden.
Es wird immer einfacher werden, qualitativ brauchbare bis hochwertige Übersetzungen vollautomatisch mit Design selbst anzufertigen.
Das ist derzeit noch aufwändig und was für Spezies - aber dabei wird es nicht bleiben - es sei denn die AI-Bubble platzt grandios Deluxe mit Sternchen.

Ich lasse meinen Hermes Agent derzeit als Langzeit-Projekt alle offiziellen Quellen von Coriolis katalogisieren und als LLM-Wiki aufbereiten.
Das ist hier besonders interessant und nützlich, weil die Coriolis Lore mit Zusatz-Regeln wild und sich teilweise widersprechend über Regel-, Erweiterungs- und Kampagnenbände verteilt ist.
Als nächsten Schritt will ich dann Third-Party Material, das es nur auf Englisch gibt, automatisch übersetzen und als PDF layouten lassen.
Da arbeitet meine Codex 20 Euro/Monat Subscription jetzt zugegebnermaßen aber schon einige Wochen dran... und ich bin auch noch nicht 100%ig davon überzeugt, dass es sauber funktioniert.
Aber wenn doch, dann wird das für mich ein Game-Changer.

Offline Zed

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #208 am: Gestern um 00:12 »
Ich lasse meinen Hermes Agent derzeit als Langzeit-Projekt alle offiziellen Quellen von Coriolis katalogisieren und als LLM-Wiki aufbereiten.

Ich wollte alte Bücher in Frühneuhochdeutsch von einer KI sanft modernisiert transkribieren lassen, aber alle Modelle hatten von mir verlangt, die Texte zuvor in Stücke zu teilen, eine nervige, aufwändige Arbeit, von der ich dachte, sie wäre eine schöne KI-Aufgabe. Die verweigern die KIs aber.

Könnte der Hermes-Agent das übernehmen? Und liefe der wohl auch lokal auf dem PC?

Offline Raven Nash

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #209 am: Gestern um 07:38 »
Sehe ich (wie im abgetrennten Beitrag ausgeführt), anders. Fanübersetzungen mögen einfacher gestrickt sein, aber sie sind KI-Übersetzungen trotzdem um Längen überlegen, wenn es um die didaktische Vermittlung von Inhalten geht.
Dem widerspreche ich mal. Und zwar aus folgenden Gründen:
a) Die meisten Fans können schlicht nicht schreiben. Das ist kein Angriff, sondern einfach eine Feststellung. Die Anzahl derer, die mehr als die Betriebsanleitung eines TV-Geräts formulieren können, ist überschaubar.
b) Die Kenntnisse der Ausgangssprache lassen oft zu wünschen übrig. Da werden englische Phrasen einfach Wort für Wort übersetzt, weil man nicht erkennt, was man da übersetzt. Von Wortbedeutungen und -verwendung reden wir noch gar nicht.
c) Fans müssen sich oft Zeit freischaufeln, um ihren Teil zu übersetzen. Das bedeutet Verzögerungen im Prozess. Fast überall ist mittlerweile der Prozess via mechanischer Übersetzung -> menschlicher Übersetzer üblich (DeepL ist z.B. im technischen Bereich Standard).

Anstatt weiter irgendwelche Fans als Übersetzer zu beschäftigen, wäre also die Anstellung solcher als Lektoren deutlich sinnvoller. Mechanische Übersetzung, und diese dann lektorieren lassen. Geht schneller und bringt bessere Ergebnisse.
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Offline Cass

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #210 am: Gestern um 09:51 »
Ich behaupte, sie haben sie bereits klar gegen generative KI aller Art positioniert. Aber seit ihrer IMHO unsäglichen Mail im Anni-the-Duck-Fall weigere ich mich, sie als Sprachrohr – oder Moralkompass – für die Rollenspiel-Community anzusehen.

Stell Dir vor, ich waere Deine Grossmutter: Wie wuerdest Du mir diesen Satz erklaeren?  ;D Google hilft nicht weiter.

Offline sma

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #211 am: Gestern um 10:26 »
Stell Dir vor, ich waere Deine Grossmutter: Wie wuerdest Du mir diesen Satz erklaeren?  ;D Google hilft nicht weiter.
Oma, schau das oben verlinkte Video.
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Offline Eleazar

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #212 am: Gestern um 11:43 »
Wer KI-Übersetzungen ungeprüft übernimmt, ist auch selbst schuld. Aber die KI die Vorarbeit machen zu lassen und nachher selbst nachzuarbeiten, kann zu guten Ergebnissen führen. Und das schneller und billiger.

Das gilt noch mehr, wenn ich die Ergebnisse gar nicht veröffentlichen will: Wenn ich ein englisches Abenteuer durch den Übersetzer laufen lasse, damit ich es einfacher verwenden kann, dann geht es mir gar nicht um Stilfragen oder um eine Übersetzung in gutes Deutsch. Es geht mir um Plausibilität. Wenn alles, was ich lese, für mich und meine Gruppe passt, dann ist es mir doch egal, ob die Übersetzung komplett korrekt ist. Das juckt mich am Spieltisch nicht die Bohne.

Insofern könnte der Markt für professionelle Übersetzungen von Abenteuern echt schmaler werden.


Den Hauptpunkt sehe ich aber an anderen Stellen: Weiterverarbeitung von Material mit Hilfe von KI.
Programme zur Charakterverwaltung, zur Gestaltung und Verwaltung von Schauplätzen (z.B. Städten oder Landesteilen) wird mit KI zusehends einfacher und mit höherer Qualität machbar. Das heißt, dass Fans auf offiziellem Material aufbauen und dieses asuschmücken, erweitern und verbessern können. Und wenn mit dem Urheberrecht gewedelt wird, dann erfindet halt wer eine universell nutzbare Stadt und baut die auf und jede SL kann die in seine Spielwelt pflanzen, wie sie will. Und mit genügend Mitwirkenden hat man bald tausend oder mehr Türen in dieser virtuellen Stadt, an die man klopfen kann, um dahinter NPCs, Bodenpläne und Geschichten zu finden. Das kann kein Verlag in Auftrag geben oder bezahlen.

Offline Luxferre

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #213 am: Gestern um 12:14 »
« Letzte Änderung: Gestern um 12:22 von Luxferre »
ina killatēšu bašma kabis šumšu Tišpak
-

"Consider the seed of your generation. You were not born to live like animals, but to pursue virtue and possess knowledge"

Offline unicum

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #214 am: Gestern um 12:55 »
b) Die Kenntnisse der Ausgangssprache lassen oft zu wünschen übrig. Da werden englische Phrasen einfach Wort für Wort übersetzt, weil man nicht erkennt, was man da übersetzt. Von Wortbedeutungen und -verwendung reden wir noch gar nicht.

This is the poodles stone!

Ich denke das kann KI vieleicht nicht immer besser aber manchmal,... ich erinnere mich noch wie ich um 1990 rum beim Abi es geschafft habe das mein Englischlehrer damals zu mir gekommen ist "Ich geh in 2 Jahren in Pension, ich bin jedes Jahr in England oder den USA im Urlaub, ich dachte nicht das ich nochmal ein Wort nachschlagen müsste, aber woher haben sie diesen Wortschatz?" (Aus Rolemaster oder Warhammer damals)

Ach eigentlich mein ich ja "the gist of the matter"

Offline Gumbald

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #215 am: Gestern um 22:08 »
Ich wollte alte Bücher in Frühneuhochdeutsch von einer KI sanft modernisiert transkribieren lassen, aber alle Modelle hatten von mir verlangt, die Texte zuvor in Stücke zu teilen, eine nervige, aufwändige Arbeit, von der ich dachte, sie wäre eine schöne KI-Aufgabe. Die verweigern die KIs aber.

Könnte der Hermes-Agent das übernehmen? Und liefe der wohl auch lokal auf dem PC?


Hermes läuft bei mir auf einem eigenen Raspberry PI 5 mit 8GB RAM (4GB würden es aber auch tun).
Man kann ihn auch lokal auf seinem PC laufen lassen, aber da gilt das gleiche wie bei OpenClaw: Wenn du ihm Zugriff auf alle deine Daten gibst, dann können halt theoretisch Dinge passieren die du nicht möchtest.

Ich habe dem Hermes Agent nur PDFs übergeben und er hat eigenständig Tools gebastelt, um den Text aus den Dateien zu extrahieren. Er ist seitdem damit beschäftigt, die Inhalte in diverse Wissens-Datenbanken aufzusplitten und zu pflegen.

Hier eine kurze Erklärung von Hermes selbst zu seinen "Knowledgebase" Dateien (er pflegt auch noch andere Dinge wie einen Glossar, ein Namensverzeichnis, usw.):

Zitat
Die `knowledge/`-Dateien sind eine **kuratierte Wissensschicht** über Coriolis. Sie sind weder die PDFs selbst noch bloße Volltextkopien davon.

Sie beantworten strukturiert Fragen wie:

- Was ist ein bestimmter Ort, eine Fraktion oder ein Begriff?
- Welche Beziehungen und Machtstrukturen gibt es?
- In welcher Zeit oder Kampagnenphase gilt eine Information?
- Welche offizielle deutsche Übersetzung gehört dazu?
- Woher stammt die Information genau?
- Darf sie spoilerfrei verwendet werden oder ist sie GM-only?

Man kann sie sich als eine **quellenbelegte Arbeits-Wiki** zwischen Rohbüchern und späteren Übersetzungs-/PDF-Arbeiten vorstellen.

---

## Wie sieht eine Datei aus?

Am Anfang steht maschinenlesbares YAML-Frontmatter:

```yaml
---
type: "Coriolis public concept"
title: "Coriolis Weltmodell – kuratierte Arbeitsnotizen"
description: "Synthetische, zitierfähige Wissensnotizen zum Dritten Horizont."
tags: ["coriolis", "public"]
timestamp: "2026-07-15T03:38:42+02:00"
spoiler_level: "public"
source_scope: "Coriolis PDF corpus"
status: "curated"
---
```

Danach folgt normaler Markdown-Text mit Überschriften, Stichpunkten und Quellenangaben.

Das Frontmatter sagt also beispielsweise:

| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| `type` | Welche Art Knowledge-Dokument ist es? |
| `title` | Menschlich lesbarer Titel |
| `description` | Kurze Zusammenfassung |
| `tags` | Themen und Suchbegriffe |
| `timestamp` | Stand der Bearbeitung |
| `spoiler_level` | `public` oder `gm-only` |
| `source_scope` | Aus welchem Quellenbestand stammt es? |
| `status` | z. B. kuratiert oder in Prüfung |

---

## Beispiel 1: `world-model.md`

Die Datei zum Weltmodell beschreibt unter anderem:

- den Dritten Horizont;
- die 36 Systeme und wichtige Routen;
- die Geschichte der Portalbauer;
- Portal Wars und Lange Nacht;
- Zenithier und Erstsiedler;
- Portale und Raumreisen;
- Ikonen, Mystik, Finsternis und Dschinn;
- die gesellschaftliche Rolle von Raumschiffen;
- zeitliche Abgrenzungen zwischen Baseline, Campaign 1, Campaign 2 und Campaign 3;
- offizielle deutsche Begriffe wie:
  - `Portal Builders → Portalbauer`
  - `Firstcome → Erstsiedler`
  - `The Third Horizon → Der Dritte Horizont`

Ein typischer Eintrag sieht sinngemäß so aus:

> Der Dritte Horizont besteht aus 36 Systemen und wird durch mystische Portale verbunden. Portale sind nicht nur technische Verkehrswege, sondern auch religiös, politisch und psychologisch bedeutsam. 
> Quelle: `core.en`, bestimmte Seiten; Vergleich mit `core.de`.

Wichtig: Die Datei beschreibt die **allgemeine Welt**, aber keine vollständigen Abenteuerauflösungen.

---

## Beispiel 2: `factions-and-power-structures.md`

Diese Datei untersucht die Fraktionen nicht bloß als Namensliste, sondern nach ihrer Funktion:

- Welche Art Macht besitzt die Fraktion?
- Wodurch setzt sie diese Macht durch?
- Welche wirtschaftliche, politische oder religiöse Rolle hat sie?
- Wie wird sie im Spiel als Auftraggeber, Gegner oder Schutzmacht relevant?
- Welche offizielle deutsche Terminologie ist belegt?

Zum Beispiel wird das Konsortium mit folgenden Kategorien beschrieben:

- Machtform: Konzernverbund;
- Machtmittel: Handel, Produktion, Medien, Forschung, Banken und Kolonialverwaltung;
- politische Rolle: eng mit der Station Coriolis verwoben;
- konkrete Seitenbelege in englischer und deutscher Quelle;
- gegebenenfalls zeitliche Einschränkung auf eine bestimmte Kampagne.

Das ist also eine **synthetische Auswertung**, keine kopierte Fraktionsbeschreibung aus dem Regelwerk.


Wenn du mehr zum technischen Aufbau wissen willst: Such mal in Youtube nach "LLM-Wiki: So baut KI deine Wissensdatenbank" (ich weiß nicht ob Links zu Youtube hier erlaubt sind).
Das erklärt das Konzept ganz gut.


Offline schneeland

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #217 am: Gestern um 22:21 »
(ich weiß nicht ob Links zu Youtube hier erlaubt sind)

Als kurze Klarstellung: sofern Du nichts verlinkst, was irgendwie rechtlich problematisch oder klar unserem Leitbild widersprechend ist, sind Links auf Youtube kein Problem. Grundsätzlich gilt bei Links: ein bisschen Kontext hilft anderen Nutzern (und uns von der Moderation), die verlinkten Inhalte einzuordnen. In Deinem Fall wäre aber ja schon klar, dass Du auf ein Tutorial zum Aufbau eines LLM-Wikis verlinkst.
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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #218 am: Gestern um 22:36 »
...LLM-Wiki...
Interessant. Ich hatte bereits vor zwei Wochen gefragt ob da jemand Erfahrungen hat und auch auf die OKF-Spezifikation verlinkt.

Nur, warum dauert das bei dir so lange? Nutzt du ein lokales LLM, das bei der beschränkten Hardware im Schneckentempo läuft?

Offline Gumbald

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #219 am: Heute um 00:52 »
Interessant. Ich hatte bereits vor zwei Wochen gefragt ob da jemand Erfahrungen hat und auch auf die OKF-Spezifikation verlinkt.

Nur, warum dauert das bei dir so lange? Nutzt du ein lokales LLM, das bei der beschränkten Hardware im Schneckentempo läuft?

Das dauert bei mir so lange, weil ich "nur" eine 20 Euro/Monat Subscription für Codex habe und hier immer ratzfatz mein Wochenlimit verbraten wird.. ;-)
Ich benutze die Subscription aber auch noch für andere Dinge, das PDF-Projekt läuft bei mir als Langzeit-Job, der maximal 50% vom Wochenlimit verbrauchen darf.
Aber derzeit wird das Wochen-Limit ja alle 2 Tage zurück gesetzt, da komme ich etwas besser voran (GPT 5.6 wurde letzte Woche veröffentlicht, da gibt es gerade diverse PR-Aktionen).
Und Ich nutze nun als Model GPT 5.6 Luna XHigh, das ist auch deutlich kosteneffizienter als GPT 5.5.
Aber es sind halt ein paar 1000 Seiten, die er in einzelnen Chunks berbeiten muss. Angeblich ist er damit aber inzwischen zu 3/4 fertig...

Ach so: Man muss natürlich keinen Hermes Agent dafür nutzen, das geht auch alles direkt in einer Codex oder Claude Code CLI, die auf einem PC laufen kann.
Wenn man Claude / Codex in einem abgeschotteten Verzeichnis startet muss man auch weitaus weniger Sorgen haben, dass der AI Agent Daten anfasst wovon es eigentlich die Finger lassen sollte.
Ich lasse Claude/Codex auf Windows in einer Linux WSL laufen.