Ich denke, in gewisser Hinsicht sind Klassen-und-Stufen-Systeme für dieses Problem schlicht von vornherein am anfälligsten…
Das sehe ich nicht so. Rapiden Kompetenzzuwachs haben ja die meisten Systeme.
Ich glaube, Traveller ist da eines der wenigen, das die Charakterwerte sehr statisch hält - Harnmaster glaube ich auch, da kenne ich mich aber nicht wirklich aus.
Dann gibt es ein bis zwei, wo man relativ langsam aufsteigt - Midgard zum Beispiel, wo die Steigerungskosten exponentiell ansteigen und der Machtzuwachs eben nicht zum Superhelden mutieren lässt. Das schwarze Auge würde ich hier auch einschätzen, aber auch da hab ich keine echte Ahnung.
Und dann gibt es noch ein paar wenige Exoten, wie das BRP System, wo sich gemerkt wird, welche Fertigkeiten im Spiel angewender werden und wo dann gewürfelt wird, ob und wie sehr die sich steigern - hier sagt die Statistik, dass man imer langsamer in seinen Werten steigt, je höher man seine Werte bereits hat…
Allerdings werden hier natürlich auch Alle Charaktere in den relevanten Kompetenzen irgendwann gut.
Aber sonst?
Sonst haben die meisten Systeme einen kurzen „noob“ Zeitraum und steigen schnell auf, weil es so gewollt wird.
Menschen (Rollenspieler) stehen nun mal auf Belohnungssysteme und auf Gier-befriedigung.
Und Rollenspiele konkurrieren nun mal mit anderen Freizeitbeschäftigungen und müssen daher den Spieler umschmeicheln, damit der nicht binge-watching oder mmorpg gaming geht.
Und da spielt es keine Rolle, ob man Klassen und Stufen hat - Exalted zeigt das zB sehr deutlich.
Ich denke, es sind eben eher die Rollenspiele, die „simulierenden“ Anspruch und Zielgebung haben, die es anders machen. Harnmaster sei da genannt.
Die entscheidende Frage ist doch: Was will die Runde spielen - und da meine ich nicht nur den genervten Spielleiter, sondern den Konsens aller Mitspielenden.
Und da fällt die Antwort meist zugunsten Tim Tailors „MEHR POWER!“ aus.