Autor Thema: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?  (Gelesen 5146 mal)

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Offline Feuersänger

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #25 am: 28.07.2026 | 19:53 »
Ich hab da ja für meine Welt eine "D&Demographie" ausgetüftelt, die automatischen XP-Zuwachs und Leveln für NSC abbildet. Grob gesagt teile ich Karrieren in drei XP-Tracks ein (langsam, mittel, schnell) und dann bekommt der NSC (oder auch SC, aber da spielt es keine Rolle) für jeden Tag, den er seinen Beruf ausübt, ein paar XP. Das ist so austariert, dass ein Mensch zB als Baumschubser im Zuge seiner Karriere etwa auf Level 6 aufsteigt, ein Magier hingegen vielleicht mit genügend Lebenszeit sogar auf Level 17 -- jetzt nur so grob aus der Erinnerung, genau müsste ichs nachschauen. Wer schneller leveln will, muss sich eben Risiken aussetzen, also zB auf Abenteuer fahren.

Und so kommt es eben, dass kompetente Magier oft sehr alt sind -- die haben dann eben im heimischen Elfenbeinturm studiert. Aber es gibt eben auch vereinzelt deutlich jüngere Magier, die noch mehr drauf haben.


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Offline gunware

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #26 am: 28.07.2026 | 20:41 »
Karrieren in drei XP-Tracks ein (langsam, mittel, schnell) und dann bekommt der NSC (oder auch SC, aber da spielt es keine Rolle) für jeden Tag, den er seinen Beruf ausübt, ein paar XP.
Oh, da bin ich viel schlimmer. Ich habe ganzes Alphabet (nur die Buchstaben T,U,V,W sind noch nicht besetzt), da sind  deine drei Möglichkeiten schon fast Entspannung pur.
Bei mir sind sie aber nicht an der Zeit gebunden, sondern an den Stufen der SC.
Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich übertreibe. :think:
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Offline nobody@home

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #27 am: 28.07.2026 | 21:11 »
Ich denke, in gewisser Hinsicht sind Klassen-und-Stufen-Systeme für dieses Problem (wenn man es denn als solches betrachten will) schlicht von vornherein am anfälligsten -- einfach deshalb, weil sie normalerweise gar keine kleinere "Lerneinheit" als gleich eine komplette neue Klassenstufe haben und entsprechend nur noch versuchen können, eben am Timing derselben zu drehen. Spiele, in denen die Steigerungen von vornherein in kleineren Schritten und Portionen stattfinden, haben in dieser Hinsicht also quasi so etwas wie einen eingebauten Langsamkeitsvorteil.

Offline Boba Fett

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #28 am: 29.07.2026 | 09:48 »
Ich denke, in gewisser Hinsicht sind Klassen-und-Stufen-Systeme für dieses Problem schlicht von vornherein am anfälligsten…

Das sehe ich nicht so. Rapiden Kompetenzzuwachs haben ja die meisten Systeme.
Ich glaube, Traveller ist da eines der wenigen, das die Charakterwerte sehr statisch hält - Harnmaster glaube ich auch, da kenne ich mich aber nicht wirklich aus.

Dann gibt es ein bis zwei, wo man relativ langsam aufsteigt - Midgard zum Beispiel, wo die Steigerungskosten exponentiell ansteigen und der Machtzuwachs eben nicht zum Superhelden mutieren lässt. Das schwarze Auge würde ich hier auch einschätzen, aber auch da hab ich keine echte Ahnung.
 
Und dann gibt es noch ein paar wenige Exoten, wie das BRP System, wo sich gemerkt wird, welche Fertigkeiten im Spiel angewender werden und wo dann gewürfelt wird, ob und wie sehr die sich steigern - hier sagt die Statistik, dass man imer langsamer in seinen Werten steigt, je höher man seine Werte bereits hat…
Allerdings werden hier natürlich auch Alle Charaktere in den relevanten Kompetenzen irgendwann gut.

Aber sonst?
Sonst haben die meisten Systeme einen kurzen „noob“ Zeitraum und steigen schnell auf, weil es so gewollt wird.
Menschen (Rollenspieler) stehen nun mal auf Belohnungssysteme und auf Gier-befriedigung.
Und Rollenspiele konkurrieren nun mal mit anderen Freizeitbeschäftigungen und müssen daher den Spieler umschmeicheln, damit der nicht binge-watching oder mmorpg gaming geht.
Und da spielt es keine Rolle, ob man Klassen und Stufen hat - Exalted zeigt das zB sehr deutlich.

Ich denke, es sind eben eher die Rollenspiele, die „simulierenden“ Anspruch und Zielgebung haben, die es anders machen. Harnmaster sei da genannt.

Die entscheidende Frage ist doch: Was will die Runde spielen - und da meine ich nicht nur den genervten Spielleiter, sondern den Konsens aller Mitspielenden.
Und da fällt die Antwort meist zugunsten Tim Tailors „MEHR POWER!“ aus.
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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #29 am: 29.07.2026 | 10:52 »
Die entscheidende Frage ist doch: Was will die Runde spielen - und da meine ich nicht nur den genervten Spielleiter, sondern den Konsens aller Mitspielenden.
Und da fällt die Antwort meist zugunsten Tim Tailors „MEHR POWER!“ aus.

Sicher -- nur, wieviel Power ich gleich kriege und wie schnell sie danach im Lauf des Spiels noch weiter zunimmt, sind zwei deutlich verschiedene Paar Stiefel.

Nimm zum Beispiel das angesprochene "Red Hand of Doom"-Modul, in dem die Gruppe innerhalb ca. eines Spielweltmonats um die fünf Stufen aufsteigen soll (von 5 bis 10, Rundungsfehler vorbehalten). Wäre das für Leute, die sich an Instant-Experten stoßen, genauso unglaubwürdig, wenn dieselbe Gruppe gleich auf Stufe 9 ins Abenteuer stiefeln würde und dann erst am Ende -- oder meinetwegen auch rechtzeitig vor dem großen Endkampf -- den Aufstieg auf Stufe 10 feiern könnte? Ich vermute mal, eher nicht; der Knackpunkt ist also nicht die "Power" an sich, sondern lediglich die Zuwachsrate derselben.

Offline Feuersänger

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #30 am: 29.07.2026 | 11:09 »
Ich denke, in gewisser Hinsicht sind Klassen-und-Stufen-Systeme für dieses Problem (wenn man es denn als solches betrachten will) schlicht von vornherein am anfälligsten --

Das denke ich auch, vor allem weil sich ja bei Stufensystemen dann meist sehr abrupt viel auf einmal tut. Wo bei stufenlosen Systemen vielleicht zB jede Sitzung 1-2 Werte um ein paar % besser werden, kann es zB bei D20-Systemen halt passieren, dass erst wochenlang wertetechnisch gar nichts passiert, und dann auf einmal *Ding!* Kampfwerte, Resistenzen, Fertigkeiten alles auf einmal.

Aber wie gesagt -- auch wenn das ein bisschen unelegant ist, wär mir das die Mühe nicht wert, daran etwas zu ändern.
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Offline Kurna

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #31 am: 29.07.2026 | 11:17 »
Das denke ich auch, vor allem weil sich ja bei Stufensystemen dann meist sehr abrupt viel auf einmal tut. Wo bei stufenlosen Systemen vielleicht zB jede Sitzung 1-2 Werte um ein paar % besser werden, kann es zB bei D20-Systemen halt passieren, dass erst wochenlang wertetechnisch gar nichts passiert, und dann auf einmal *Ding!* Kampfwerte, Resistenzen, Fertigkeiten alles auf einmal.

Aber wie gesagt -- auch wenn das ein bisschen unelegant ist, wär mir das die Mühe nicht wert, daran etwas zu ändern.
Da gibt es halt Systeme wie Midgard, wo das Steigern umgekehrt läuft. Nicht neue Stufe -> neue Fertigkeit/Werte etc., sondern da lerne oder steigere ich mit Erfahrungspunkte meine Zauber oder Fertigkeiten und wenn ich eine bestimmte Menge verlernt habe, steige ich in einen neuen Grad auf. Ist einer der Gründe, warum Midgard für mich so viel besser funktioniert als D&D-artige.
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Offline Mouncy

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #32 am: 29.07.2026 | 11:24 »
Interessantes Thema.
Wenn man sich mal in der realen Welt umblickt: Profi Sportler peaken in ihren 20ern. Gerade bei den Extremsportaten, aber auch im Turnen und Klettern, sogar eher gegen 20 als gegen 30.
Akademischer Bereich: Nobelpreisträger machen die Entdeckung, für die sie den Preis erhalten meist erst in ihren 30ern oder 40ern.
-> Müssten Magier dann also wie gehabt auf Stufe 1 Anfangen, aber Fighter auf 20 und dann absteigen mit der Zeit?  ~;D

Wir hatten vor paar Jahren mal ne Runde mit wechselnden SL. Da wurde dann immer ein Abenteuer gespielt, so 1-3 Stufen halt, je nachdem, und dann wurde gewechselt. SC der SL wurde geparkt als NSC, hat die Burg (=homebase) bewacht. Zwischendurch haben wir immer 1-2 Jahre ingame Zeit vergehen lassen. War ganz cool. Easy fix für das Problem ohne dass man am Regelwerk hantieren muss.

Offline Colgrevance

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #33 am: 29.07.2026 | 11:36 »
Wir hatten vor paar Jahren mal ne Runde mit wechselnden SL. Da wurde dann immer ein Abenteuer gespielt, so 1-3 Stufen halt, je nachdem, und dann wurde gewechselt. SC der SL wurde geparkt als NSC, hat die Burg (=homebase) bewacht. Zwischendurch haben wir immer 1-2 Jahre ingame Zeit vergehen lassen. War ganz cool. Easy fix für das Problem ohne dass man am Regelwerk hantieren muss.

Ich finde es am einfachsten, wie im Beispiel von Mouncy an der Kampagnenstruktur anzusetzen. Das Problem bei Mainstreamrollenspielen ist halt, dass es da regelseitig (und auch in publizierten Abenteuern) kaum Unterstützung für gibt. Dass es auch anders geht, zeigen m. E. Spiele wie Pendragon oder Legacy; ich würde mir ggf. anschauen, ob ich deren Vorgaben für meine eigene Kampagne übernehmen kann.

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #34 am: 29.07.2026 | 11:49 »
Ich finde es am einfachsten, wie im Beispiel von Mouncy an der Kampagnenstruktur anzusetzen. Das Problem bei Mainstreamrollenspielen ist halt, dass es da regelseitig (und auch in publizierten Abenteuern) kaum Unterstützung für gibt. Dass es auch anders geht, zeigen m. E. Spiele wie Pendragon oder Legacy; ich würde mir ggf. anschauen, ob ich deren Vorgaben für meine eigene Kampagne übernehmen kann.

Oder Ars Magica, wo insbesondere die Magier ja einigermaßen motiviert sind, möglichst viel Zeit im heimischen Labor zu verbringen und einfach nur vor sich hin zu forschen.

Aber ja, wir reden hier ja in erster Linie über Aufstieg relativ zur Spielweltzeit. Der läßt sich insofern zumindest ein Stück weit verlangsamen, indem man dafür sorgt, daß die Abenteuer (oder worin auch immer genau die Aufstiegsgelegenheiten nun bestehen, das kann variieren) nicht ständig hektisch Schlag auf Schlag hintereinander weg folgen, sondern man sich auch mal die Freiheit nimmt, mit Zeitsprüngen zu arbeiten. ("Zuletzt haben unsere Helden den Blutschwertpiraten das Handwerk gelegt. Jetzt, ein halbes Jahr später...")

Online Galatea

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #35 am: 29.07.2026 | 12:22 »
Da spielt teilweise noch mit rein, dass Kontinente oft relativ klein sind, Reisezeiten kurz und Handlungsorte nah zusammen liegen.
Und ja, Erholungspausen brauchen die Abenteurer offenbar auch nicht.
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Offline Luxferre

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #36 am: 29.07.2026 | 12:46 »
Es gibt richtig gute Systeme, in denen das plausibler, realistischer oder nachvollziehbarer abgebildet wird.
Wenn einem das wichtig ist, dann kommt man nicht um einen Systemwechsel umhin.

BRP/RuneQuest
HârnMaster

Um mal zwei zu nennen.

Mehr Attribute, mehr Skills.
Langsameres Wachstum, stärkerer Start.
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Offline AlucartDante

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #37 am: 29.07.2026 | 15:58 »
Der "Instant Expert" z.B. bei DnD entsteht ja durch zwei verschiedene Phänome:

1. Man steigt sehr schnell eine Stufe auf.

2. Level 2 Charaktere sind gleich viel stärker und haben 60% mehr Hitpoints.

Ich glaube letzteres ist da doch das größere Problem. Es wäre ja kein Problem, wenn man nach einem Wochenende plötztlich Level 20 statt Level 1 wäre und man 20% mehr Hitpoints hätte.

Das stört mich an "Instant Expert" Systemen.

Aber bei vielen Rollenspielen tritt das Problem ja gar nicht auf:

DSA / Shadowrun: Fast Expert
Runequest: Slow Expert
Cthulhu: Mad Expert
Traveller: Start as an Expert, no more XPs
Ars Magicka: Jede Jahreszeit eine Sache steigern (stark vereinfacht), danach Alterswurf ablegen

Bei mir steigen Charaktere in wenigen Wochen nur wenige Stufen auf, epische Kampagnen gehen meist auch über Ingame Jahre. Mindestens 3 (also die Dauer einer Promotion), maximal 25 Jahre. Da passt es dann wieder ganz gut...

Offline Templar

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #38 am: 30.07.2026 | 13:19 »
"Alle Spielercharaktere sind qua Protagonistenstatus automatisch 'besonders', ohne daß es sie etwas extra kostet, und der eine oder andere NSC, aber eben die große anonyme Mehrheit nicht, darf dasselbe Recht für sich in Anspruch nehmen."
Ich meine nicht das es etwas kosten soll. Sondern ob eine in der Welt liegende begründung warum das so ist nicht auch ganz angebracht wäre oder auch vorteilhaft für die glaubwürdigkeit der gemeinsam erzählten story.

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #39 am: 30.07.2026 | 13:37 »
Ich meine nicht das es etwas kosten soll. Sondern ob eine in der Welt liegende begründung warum das so ist nicht auch ganz angebracht wäre oder auch vorteilhaft für die glaubwürdigkeit der gemeinsam erzählten story.

Na ja, innerweltliche Begründungen sind so 'ne Sache. Immerhin wissen schon kleine Kinder, wie gut sich die meisten Erwachsenen mit genügend "Warum?" leicht auf die Palme jagen lassen... >;D

Also, wie soll die Begründung überhaupt ausfallen, insbesondere, wenn so etwas wie ein kurz herbeihandgewedeltes "Manche Leute sind einfach begabter als andere und ihr gehört dazu, ist halt so" nicht schon reicht?

Offline Templar

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #40 am: 30.07.2026 | 14:05 »
Bei einem System, das Fibonacci-Zahlen fürs Lernen verwendet, kann als Erklärung für so schnelles Lernen schon ein konstanter Vorteil reichen (ein magisches Schwert, ein Amulett der Geschicklichkeit, der Segen einer Gottheit, Vorerfahrung in verwandten Bereichen o.ä.).
Ja oder eben besondere Geburt, Sternenkonstelation?
Also würdest du das gerne in einer gruppe so verwenden? Oder braucht es das garnicht , aka null mehr wert für dich?

Gibt es gute Erklärungen die man auch in bestehenden Gruppen im Nachhinein einbringen kann?

Offline Templar

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #41 am: 30.07.2026 | 14:12 »
Ich gehöre schon zu den Leuten, die sich an einem zu schnellen Anstieg der Kompetenzen stören.
Das wollte ich dir hier direkt glauben  >;D
Doch dann schreibst du das
Ich frage mich dann immer, (1) warum wichtige NSCs nicht viel mächtiger sind (da gilt ja die Ausrede nicht, dass die im Vergleich zu den SC wenig draufhatten - die sind ja nicht geworden, was sie sind, weil sie nichts können oder nicht begabt sind), und (2) warum die SC selbst nicht viel früher kompetent geworden sind (viele haben ja Vorgeschichten, die darauf hindeuten, dass sie nicht bis zum Kampagnenbeginn unter einem Stein gelebt haben).
Also findest du schon dass es der Glaubwürdigkeit der gemeinsam erzählten Geschichte (der Welt / der Characktere / der NSCs) abträglich ist, wenn es keine gute Erklärung gibt dass dein Charakter einen raketenarteigen Kompetenzzuwachs erlebt, ohne das es in der Welt einen bestimmten Grund dafür gibt?
Wie z.B. dass dein Charakter ein Auserwählter oder sonst etwas besonderes ist oder ein Amulet der Weisheit oder sowas hat.

Gehe ich recht in der Annahme, dass du es schon als Mehrwert empfinden würdest wenn dein Instant Expert zumindest irgendwie in der Welt begründet ist?
« Letzte Änderung: 30.07.2026 | 14:45 von Templar »

Offline Templar

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #42 am: 30.07.2026 | 14:38 »
Da spielt teilweise noch mit rein, dass Kontinente oft relativ klein sind, Reisezeiten kurz und Handlungsorte nah zusammen liegen.
Ist das nicht nur in Aventurien so?

Offline Feuersänger

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #43 am: 30.07.2026 | 14:52 »
Ist das nicht nur in Aventurien so?

Hmmmh ich überlege auch gerade, auf welche Welten abseits vom Bierfilzchen-großen Aventurien das zutrifft.  :think:

FR und Golarion zB haben als Welt insgesamt ungefähr soviel Landmasse wie unsere Erde. Allerdings ist da meine Erfahrung, dass wir in den FR auch wirklich viel herumgereist sind - von der Mondsee an die Schwertküste, von Waterdeep nach Neverwinter, von der Anauroch nach Aglarond, und so weiter. Wohingegen Pathfinder-Abenteuer meist auf eine oder max zwei Regionen beschränken (Ausnahme Jade Regent), sodass da die Reisezeiten in der Tat eher kurz bleiben.
Wie ich gerne sage, Golarion ist nicht ein Setting, sondern ein Flickenteppich aus grob zusammengeschusterten Mini-Settings.

Allerdings sind bei PF die APs durchaus durchwachsen was das Tempo angeht, manche kannst du in einem Rutsch in wenigen Wochen ingame-Zeit durchrushen, andere sind auf Jahre ausgelegt oder könnten sogar (Kingmaker) Generationenwechsel durchmachen.
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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #44 am: 31.07.2026 | 02:00 »
Ja oder eben besondere Geburt, Sternenkonstelation?
Also würdest du das gerne in einer gruppe so verwenden? Oder braucht es das garnicht , aka null mehr wert für dich?
Ich würde das schon gerne verwenden, ja. Habe ich bisher noch nicht, aber es hat mich immer wieder irritiert: ich will, dass NSCs nach den gleichen Regeln funktionieren wie SCs, dann wird es aber schwierig, spannende Abenteuer und schnellen Fortschritt zu vereinen (und beides will ich für meinen Spielspaß).

Zitat
Gibt es gute Erklärungen die man auch in bestehenden Gruppen im Nachhinein einbringen kann?
Ich denke schon: die SCs haben ja schon die Erfahrung gemacht, dass sie so schnell besser werden. Wenn sie das in Frage stellen, kannst du alles mögliche an in-game Begründungen nachliefern -- von dem Amulett der Großmutter über den Segen bei Geburt bis zu Großeltern, die dich immer schon in nützlichen Grundtechniken trainiert haben, ohne es den anderen zu sagen.

Mit einer Regeländerung, die Relativwerte erhält (ihr habt jetzt alle einen festen Bonus, dafür haben die NSCs höhere Werte) kann das auch in ein konsistentes Schema überführt werden, bei dem nicht besondere Charaktere entsprechend langsamer sind (weswegen die Stadtwache trotz der dreifachen Trainingszeit schwächer ist).
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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #45 am: 31.07.2026 | 08:29 »
Ich will, dass NSCs nach den gleichen Regeln funktionieren wie SCs, …

Das kann nicht funktionieren! Allein, weil es dann, streng genommen, keinerlei intelligente Spezies geben könnte, ausserhalb der als Spieler-Charakter spielbaren. Keine intelligenten Drachen, Dämonen, Teufel oder was auch immer. Keine Meer-Elfen für das Unterwasserabenteuer, …
Und alle Sonderfähigkeiten, die eine solche vom SpL geführte Figur haben könnte, müssten auch für Spieler-Charaktere erhältlich sein.
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Offline gunware

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #46 am: 31.07.2026 | 08:57 »
Das kann nicht funktionieren!
So vehement würde ich es nicht sagen. Es kann funktionieren, es lohnt aber meistens nicht.
Ich kann mir vorstellen, dass zB. GURPS das durchaus hinkriegen würde. Es gibt aber auch Systeme, bei denen es gar nicht geht, weil die Regeln ganz anders funktionieren.
(das wäre aber ein anderes Thema: Unterschiedliche Regel - Chara und NPC https://www.tanelorn.net/index.php/topic,127365.0.html )
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Maarzan

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #47 am: 31.07.2026 | 09:04 »
Das kann nicht funktionieren! Allein, weil es dann, streng genommen, keinerlei intelligente Spezies geben könnte, ausserhalb der als Spieler-Charakter spielbaren. Keine intelligenten Drachen, Dämonen, Teufel oder was auch immer. Keine Meer-Elfen für das Unterwasserabenteuer, …
Und alle Sonderfähigkeiten, die eine solche vom SpL geführte Figur haben könnte, müssten auch für Spieler-Charaktere erhältlich sein.

Das halte ich für ein künstlich überschärftes Problem. Nicht jede intelligente Figur ist auch als SC zugelassen/vorgesehen. In dem Fall ist der Default eben das, was für dieses NSC-Wesen gilt. Der Vergleich wird erst da relevant, wo es von derselben Kreatur auch SC und NSC gibt oder sie nominell auf gleicher Basis auf dritte Elemente zugreifen, aber ansonsten nicht speziesübergreifend. 

Online gilborn

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #48 am: 31.07.2026 | 09:07 »
Gibt es gute Erklärungen die man auch in bestehenden Gruppen im Nachhinein einbringen kann?
Den Auserwählten kann man auch im Nachhinein einbringen, das würde ich so angehen:

Zunächst einmal sollte der Umgebung auffallen, dass da was nicht stimmt: "Wie kann das sein? Letzten Monat warst du noch Geselle beim Örtlichen Zuckerbäcker, und jetzt hast du mit 2 Oger den Boden aufgewischt? Und weshalb kannst du diese Zaubersprüche?"

Damit bringt man erstmal ins Bewusstsein der Spieler, dass das durchaus nicht nur Metawerte sind, die da auf ihrem Charakterblatt stehen, sondern dass das in der Spielwelt auch krass ist.

Damit haben sie ein Mystery, das sie lösen können und idealerweise lösen wollen. Falls nicht, kann es sich auch im folgenden Automatisch entfalten wenn es der SL will.

Die eigentliche Begründung wiederum ist gar nicht so einfach, will man nicht in bekannte Tropes verfallen (Prophezeihung, Auserwählt etc.).

Was mir gefallen würde: Sie finden heraus, dass sie z.B. alle am gleichen Tag im Jahr Geburtstag haben. Sie könnten dann von jemanden hören, der auch "Ausergewöhnlich" ist. Suchen sie ihn auf - Überraschung - auch er hat an diesem Tag Geburtstag.

Denkbarer Hintergrund: Dies ist, je nachdem ob man eher "evil" oder "good" unterwegs ist, der Tag eines Erzdämons / Gottes, dessen Dienerschaft im Ritual / Gebet erbittet, sein Geist möge in ein Neugeborenes übergehen um die finsteren Machenschaften / das Gute Werk zu unterstützen.

Davon ab:
Auch der Gegenspieler der Charaktere könnte an diesem Tag geboren sein  >;D

Offline Boba Fett

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #49 am: 31.07.2026 | 09:24 »
@gunware:
Okay, prinzipiell geht es. Wahrscheinlich würden ganz freie und offene Systeme (GURPS, HERO, FATE) das erlauben.
Aber es macht nur in einem sehr begrenzten Settingkontext Sinn, wenn man das gleichstellt.
In den meisten Fällen sollen die Leute keine Drachen / Sukkubi / Dämonen spielen und auch ihre Kräfte nicht haben können.

@Maarzan: Das ist doch das, was ich oben ausgesagt habe.
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