Aber letzteres werde ich eigentlich nicht kommunizieren. Das holt ja wiederum Immersion heraus. Die Entscheidung ist so auf jeden Fall relevant, ohne dass ich hoffentlich ein fieser DM bin. Aber manchmal kommt das auf der anderen Seite ja ganz anders an wie es gedacht ist. So wie es offensichtlich bei @Selis ankommt.
Hilf mir doch bitte mal auf die Sprünge. Wie kann ich das abstrakt machen ohne da jetzt die Atmosphäre der Welt zu stören? Soll ich da sinngemäß sagen "Entweder spielen wir realistisch, oder die Uhr hört auf zu ticken und ihr könnt in Ruhe handeln ohne negativen Effekt wenn euch das als Spieler stört."
"Atmosphäre der Welt", "Immersion"... ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber das sind Begriffe, da springen bei mir ein paar Alarmglocken an.

Ich kann da nur für mich sprechen, aber ich habe in über 25 Jahren Rollenspiel gelernt, dass man bei derartig bedeutsamen, mehrere Spielabende umfassenden Entcheidungen, bei denen Eindeutigkeit bei den Entscheidungen elementar ist, die Meta-Ebene einschalten muss. Sonst ist es, wie du selbst annimmst, ein Glücksspiel, was gut oder schlecht ausgehen kann. Transparenz am Spieltisch schlägt Immersion immer (aber gut, ich halte das I-Wort sowieso für ein schlecht definiertes, irgendwie dahingefühltes Konstrukt, das eigentlich völlig außer Acht lässt, wann und wie Menschen sich eigentlich in Medienprodukte oder andere Personen versenken... das ist widerum ein anderes Thema).
Hier geht es nämlich darum, dass deinen Spielern klar sein muss, was wirklich auf dem Spiel steht. Und du musst dir auch eigentlich keine Sorgen machen, dass du damit die ganze Atmosphäre unwiederbringlich zerstörst. Dass sie nie wieder am Spieltisch aufkommen kann. Denn: Gerade, wenn die Spieler viele Informationen haben, wird die Entscheidung erst wirklich bedeutsam. Denn dann müssen sie sie auch verantworten. Dann lag es wirklich an ihnen. Deshalb bin ich strikt gegen die "Gehen wir das Risiko ein, auch wenn wir nicht alles wissen"-Variante. Das sorgt nur dafür, dass sie sich am Ende entweder für die sichere Variante entscheiden. Oder dafür, dass sie sich betrogen fühlen, wenn es denn schiefläuft.
Ich denke da gerne an das Prinzip der
Suspense im Kino. Geprägt wurde das Prinzip von Alfred Hitchcock. Suspense beschreibt die Erwartung, dass ein Ereignis eintritt, doch dann tritt es nicht ein oder nicht so wie erwartet. Hitchcock (und viele andere Regisseure nach ihm) haben damit gearbeitet, den Zuschauern in Filmen alle wichtigen Informationen zur Handlung zu geben - der Fortlauf bleibt aber trotzdem im Ungewissen und dadurch entsteht Spannung. Der Zuschauer weiß, dass die tickende Zeitbombe unter dem Tisch liegt – er hat sie eindeutig gesehen. Die Spannung entsteht daraus, dass er nicht weiß, ob sie hochgeht.
Du hast eine ähnliche Situation vorliegen: Die Spieler haben die Möglichkeit, Vorteile zu erringen. Aber sie wissen nicht sicher, inwiefern sich in der Schlusssituation dadurch unter Zeitmangel leiden werden. Ein echtes Dilemma. Aber nur, wenn alle Fakten klar auf dem Tisch liegen. Sonst stochern sie im Dunkeln.
Weshalb hast du Angst, klare Ansagen an die Spieler könnten die Immersion gefährden?