Autor Thema: [SF: Redshift] Setting-Hintergrund  (Gelesen 49406 mal)

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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #200 am: 11.03.2009 | 15:22 »
Mal abseits von der momentanen Diskussion, gibt es irgendwo einen aktuellen Stand wo man nachlesen kann wo das Projekt gerade steht?
Ich weiß zB gerade nicht ob die Gefängniskolonisation-Idee noch aktuell oder schon verworfen ist. Ähnliches gilt für den Settinghintergrund der ja irgendwann davor mal Thema war.
 
Ansonsten finde ich Waldviechs Vorschlag tendenziell reizvoller. Das Problem das ja evtl Roboter vorgeschickt werden um gefährliche Aufgaben zu erledigen würde ich preislich regeln ... es dauert einfach länger eine funktionstüchtige KI heranzuzüchten als ein funktionstechnisches menschliches Versuchskaninchen ... so ein Pech.

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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #201 am: 11.03.2009 | 15:29 »
In diesem Sinne will ich gerne bereit sein, auch die mögliche Existenz "starker KI" zur Diskussion zu stellen. Ich persönlich halte sie momentan für a) technisch nicht machbar und b) setting- und balancetechnisch problematisch. Diskutiert.

Eine denkbare Abschwächung wäre eine VI, eine Virtuelle Intelligenz - also ein System, dass flexibel genug für die Durchführung komplexer Aufgaben ist und das sogar Persönlichkeitsstrukturen haben, diese jedoch nicht selbst entwickeln kann. Damit muss man nicht auf Streitgespräche mit der Bombe verzichten, hat aber auch keine Maschinnekulturen am Hals, wenn man diese nicht haben möchte. ;)
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Offline Feuersänger

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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #202 am: 11.03.2009 | 16:09 »
Mal abseits von der momentanen Diskussion, gibt es irgendwo einen aktuellen Stand wo man nachlesen kann wo das Projekt gerade steht?

Ähm, bis jetzt nicht so richtig. ;) Also ich versuch mal eine
Zusammenfassung:

* Es gibt die Erde mit ihrem Sonnensystem und diverse (unbeziffert, im Bereich von einem halben bis mehreren Dutzend) extrasolare Kolonien. Noch nicht endgültig festgelegt ist der politische Status dieser Kolonien und der Erde. Die Tendenz geht in Richtung: mehrere Nationen auf der Erde, die bei der Kolonisation alle ihr eigenes Süppchen kochen.
* Es gibt keine (bekannten) Aliens auf humanoidem Techlevel.
* Es gibt FTL-Reisen. Ein FTL-Sprung dauert ein paar Tage. Die maximale Sprungweite ist begrenzt (Größenordnung 10-20 LJ). Die Sprünge enden  einige AU vom Hauptkörper (Stern) des Zielsystems entfernt. Diese Distanz muss dann "zu Fuß" überbrückt werden, was bei der vorhandenen Antriebstechnologie so ca. 7-14 Tage dauert, je nach Schiffskonfiguration.
* Bevorzugt werden natürlich erdartige Planeten mit atembarer Atmosphäre und erträglicher Schwerkraft kolonisiert. Solche Planeten sind aber relativ selten, sodass vermutlich zwischen zwei Kolonien mehrere Sprünge erforderlich sind.
* Es gibt keine FTL-Kommunikation. Die beste Möglichkeit, zeitnah Nachrichten zwischen den Systemen zu übermitteln, sind sogenannte Relay-Module, die an den Sprungpunkten stationiert sind und mit den gesammelten Nachrichten ins Nachbarsystem springen, wo sie dann per Funk bzw Laser weitervermittelt werden.
* Raumschiffe sind in der Anschaffung nicht gerade billig, aber es gibt schon bestimmte Mittel und Wege, an ein gebrauchtes Schiff ranzukommen (sonst gäbe es keine Nische für die Spieler).
* Es gibt in begrenztem Maße Cyber- und Biotechnologie, mit denen z.B. Lebewesen an fremde Lebensbedingungen angepasst werden können, wie höhere Schwerkraft oder Mikroschwerkraft, hoher oder niedriger Luftdruck, Resistenz gegen außerirdische Mikroorganismen, und die Verdauung von außerirdischer Nahrung (etwa Pflanzen oder arkturianisches Megawasserbüffelsteak).
* Es gibt Nanotechnologie im Sinne von: man kann sehr sehr kleine Strukturen bauen. Es gibt aber keine Nanoroboter. Erst recht keine, die aus einem Haufen Eisen eine funktionierende Maschine bauen können.
* Es gibt Roboter, die der Menschheit den Großteil der unbequemen Arbeiten abnehmen. Dennoch gibt es auf den Kolonien permanenten Arbeitskräftemangel. Auf der Erde hingegen wird es wahrscheinlich extrem viele Arbeitslose geben. Mit schwebt dabei einer Unterteilung der Erdregionen in arm und reich vor: in den wohlhabenderen Gebieten / Gesellschaften werden diese quasi per Gewinnbeteiligung an der Roboterarbeit mitversorgt. In den ärmeren Gebieten gibt es zwar keine Roboter, aber noch mehr Menschen und jeder ist auf sich allein gestellt.
* Es gibt keine Künstliche Intelligenz im Sinne von Skynet oder Matrix. Es mag vielleicht, wie zuletzt vorgeschlagen, mehr oder weniger autonome Virtuelle Intelligenzen geben. Aber da ist noch keine Entscheidung gefallen.
* Raumkolonisten sind nach momentaner Planung hauptsächlich Aussteiger, die aus der festgefahrenen Gesellschaftsstruktur der Erde ausbrechen wollen. Strafkolonisten sind ebenfalls denkbar. Kann ja beides parallel existieren. Jemand (ich glaube Turning Wheel) hat mal vorgeschlagen, dass auf diese Weise alle subversiven Elementen und Nonkonformisten, also potentielle Troublemaker, von der Erde rausgeschmissen werden. Das passt eigentlich ganz gut.

Sonst noch Fragen? Dann suche ich es, wofern bereits angesprochen, aus dem Thread raus und editiere es hier rein. Jetzt muss ich mal ne Weile weg.
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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #203 am: 11.03.2009 | 19:42 »
In diesem Sinne will ich gerne bereit sein, auch die mögliche Existenz "starker KI" zur Diskussion zu stellen.
Zur momentanen KI-Forschung:
Es gibt momentan kein Naturgesetz, nach dem eine starke KI unmöglich ist.

Die Forschung in diesem bereich macht zwar Fortschritte, aber diese sind recht langsam. Es kann aber theoretisch durchaus jederzeit einen Durchbruch geben. (Ebenso kann es diesen Durchbruch nie geben.)
Daher ist es schwer vorherzusagen, wann es denn eine echte KI gibt.
Positive Schätzungen gehen von 50 Jahren aus. Negative Schätzungen gehen von 50.000 Jahren aus. Die meisten pendeln wohl zwischen 100 bis 1.000 Jahren.

Schauen wir uns mal Mutter Natur an: Die Evolution hat  über 1 Mio Jahre gebraucht, um Intelligenz hervorzubringen.
Sagen wir, der Mensch ist 100 mal schneller als die Natur. - Dann bräuchten wir trotzdem noch gute 10.000 Jahre, bis wir KIs mit menschlicher Intelligenz erschaffen könnten. (Tierische Intelligenz würden wir schon wesentlich früher hinbekommen.)

Auf dein Setting bezogen: Es ist beides möglich.
- Wenn du sagst, es gibt starke KI, dann ist das realistisch.
- Wenn du sagst, es gibt keine starke KI, dann ist das ebenfalls realistisch.

KI ist einer der Forschungsbereiche, wo sich am schwersten Vorhersagen treffen lassen.

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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #204 am: 11.03.2009 | 20:00 »
Zitat
Sonst noch Fragen?
Nein erstmal nicht. Aber danke für die Zusammenfassung. Da wird jetzt schon einiges klarer.

Zitat
* Es gibt die Erde mit ihrem Sonnensystem und diverse (unbeziffert, im Bereich von einem halben bis mehreren Dutzend) extrasolare Kolonien. Noch nicht endgültig festgelegt ist der politische Status dieser Kolonien und der Erde. Die Tendenz geht in Richtung: mehrere Nationen auf der Erde, die bei der Kolonisation alle ihr eigenes Süppchen kochen.

Da hier hat mich jetzt vor allem interessiert. Es handelt sich also eher um einen frühen Status der menschlichen Entwicklung.Dann kann man schonmal keine galaktischen Grossreiche etc. vorschlagen.

Gibt es die Möglichkeit den menschlichen Geist zu digitalisieren (vielleicht besser virtualisieren) oder schließt du sowas aus?

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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #205 am: 11.03.2009 | 20:41 »
OH,Vorschlag:
jede KI ist ein, in einem destruktiven Scanverfahren, digitalisierter menschlicher Geist. Wie Ghost in the Shell.

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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #206 am: 11.03.2009 | 20:56 »
OH,Vorschlag:
jede KI ist ein, in einem destruktiven Scanverfahren, digitalisierter menschlicher Geist. Wie Ghost in the Shell.

Das wäre eine Möglichkeit, wie z.B. Todkranke (mit dem entsprechenden Kleingeld auf dem Konto) dem Tod ein Schnippchen schlagen könnten. Ich stelle mir da Tycoons vor, die nach ihrem biologischen Tod als KI ihren Konzern weiterlenken, oder Wissenschaftler, die (gesponsert von Firmen oder Nationen) als KI weiterforschen, wahrscheinlich vor allem als Leiter eines Teams lebendiger Forscher.

Klingt auf jeden Fall cool.
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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #207 am: 11.03.2009 | 20:59 »
Zitat
OH,Vorschlag:
jede KI ist ein, in einem destruktiven Scanverfahren, digitalisierter menschlicher Geist. Wie Ghost in the Shell.

Darauf wollte ich hinaus. Eine meiner Lieblingsideen für SF-Szenarien ...
schließt aber andere Punkte mit ein die bedacht werden wollen:
Wo ist der Übergang zwischen Hirn und Geist?
Gibt es die Möglichkeit mehrerer Kopien?
Kann kopiert werden ohne das Hirn zu zerstören?
usw.
« Letzte Änderung: 11.03.2009 | 21:01 von Laterna Obscura »

Offline Waldviech

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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #208 am: 11.03.2009 | 21:00 »
Hmmm....das gab´s im Buck-Rogers-RPG von TSR auch schon - dort hat´s hervorragend funktioniert. Der Boss von RAM ist beispielsweise per Upload "unsterblich" geworden und spukt weiter rum um Unheil zu stiften. Bietet eine Menge Potential !  :d
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ChristophDolge

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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #209 am: 11.03.2009 | 21:02 »
Wäre natürlich absolut cool, wenn dies genau das Schicksal wäre, welches den SC zugestoßen ist. Diese sitzen als KI in einem Raumschiff/ Cyborg/ Konzern etc. fest und müssen mit Hilfe ihrer Minions Abenteuer bestehen. Dummerweise sind natürlich die Minions nicht alle Supermänner und Helden, sondern bedürfen der ganz genauen Führung durch die SC - diese können allerdings dank moderner Technik auch direkt selbst an den Schauplätzen eingreifen.

Mist. Und ich Depp habe keine Zeit für die Setting-Challenge.

Offline Feuersänger

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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #210 am: 4.01.2011 | 21:08 »
*bump*

Ausgehend von neuen Impulsen im Technologiethread: lasst uns über die Konsequenzen meines neuen FTL-Mechanismus reden.
Ich zitiere mich mal selbst:

Man kann so ziemlich überall losspringen (mit der üblichen Einschränkung, dass man weit genug von der nächsten Schwerkraftquelle entfernt sein muss). Die Ankunftspunkte werden durch natürlich vorkommende Raumanomalien im jeweiligen Zielsystem bestimmt. Die Sprungdauer ist nicht augenblicklich, sondern richtet sich nach Entfernung, Schiffsmasse und Antriebsklasse, sodass springende Schiffe sich gegenseitig überholen können.

[...]

Der Trick ist nun, dass man einfach nur festlegen muss, dass das Schiff im Augenblick des Absprungs _stillsteht_, relativ zum Ankunfts-Sprungpunkt. Entsprechend kommt man dann auch nach dem Sprung mit 0m/s am Sprungpunkt an.
Da sich die Sterne aber mit unterschiedlichen Vektoren bewegen, muss man vor dem Absprung erstmal den Vektor angleichen.

Die direkten Nachbarn der Sonne z.B. bewegen sich relativ zu ihr mit etwa 20km/s. In ungefähr derselben Größenordnung bewegen sich auch die Orbitalgeschwindigkeiten innerhalb eines Systems (z.B. Erde ca. 30km/s). Daraus ergibt sich also, dass ein startendes Schiff erstmal einen Vektor einnehmen muss, der z.B. 40km/s relativ zum nächsten Planeten beträgt - aber relativ zum Zieltor steht das Schiff dann still, kann also springen.

Das ändert natürlich die taktischen Gegebenheiten ein wenig. Man kann nicht mehr spontan wegspringen, sondern muss erst (beim momentanen Stand der Antriebstechnik) etwa ein bis zwei Tage Anlauf nehmen.

[...]

Die erste Implikation ist natürlich: dadurch, dass du einen relativ langen Anlauf brauchst, sieht quasi jeder im ganzen System, wo du hinspringst. Denn man muss ja nur deinen Vektor mit den katalogisierten Sprungtor-Vektoren vergleichen.

Außerdem: je weniger Treibstoff du mitschleppst, desto schneller kommst du auf der anderen Seite an. In "zivilisierten" Systemen wird sich also in der Nähe des Sprungtors eine Tankstation befinden.


Auswirkungen hat das z.B. auf die Funktionsweise von Raumpiraterie. Man kann als Pirat nicht einfach einen Frachter auf dem Weg zu einer Raumstation abfangen, sich seine Ladung klauen und dann *plopp*in ein anderes System springen. Man muss zuerst einen passenden Vektor einnehmen, was wie gesagt eine Weile dauern kann. Und etwaige Piratenjäger sind vielleicht nicht rechtzeitig bei dem Frachter, um die Tat zu verhindern, aber sie können seinen Fluchtvektor analysieren, losspringen, und mit ihren unbeladenen Schiffen vor dem Piraten an dessen Fluchtpunkt ankommen.
Der Pirat freilich kann auch mitgedacht haben, und dafür gesorgt haben, dass am Fluchtpunkt Komplizen auf ihn warten.

Und so weiter. Das mal eben als Impuls. Feuer frei.
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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #211 am: 4.01.2011 | 21:29 »
Hier ein paar Ideen:
Piraterie:
Es gibt einige Sonnensysteme, die die gleiche Geschwindigkeit (den gleichen Geschwindigkeitsvektor) haben. Diese eignen sich als Fluchtziele, da der Verfolger zwar den Geschwindigkeitsvektor messen kann, aber nicht weiß, welchen dieser Sonnensysteme der Flüchtige anspringt.

Die Polizei wiederum patrouilliert stark in diesen "Fluchtsystemen". - Aber diese Systeme sind zahlreich genug, dass die Polizei nicht alle überwachen kann.

Spionage:
Wenn Raumschiffe ein System erkunden/ausspionieren, dann fliegen sie bereits mit Sprunggeschwindigkeit, so dass sie jederzeit abhauen können, falls eine Gefahr auftaucht. Sie haben dazu ca. 10 Sonnensysteme mit unterschiedlichen Geschwindigkeitsvektoren bei sich gespeichert. Das heißt, es gibt 10 verschiedene Richtungen/Geschwindigkeiten, in denen sich das Erkundungsschiff bewegen wird. Sobald es überraschend verschwinden muss, springt es zu dem Sonnensystem, dessen Geschwindigkeit es aktuell verwendet.

Frage:
Das heißt, man kann nur noch von Sonnensystem zu Sonnensystem springen? Oder ist es auch möglich, in den leeren Raum zwischen den Sonnen zu springen? (Wenn ja, welche Geschwindigkeit bräuchte man dafür?)

Offline Feuersänger

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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #212 am: 4.01.2011 | 21:58 »
Es gibt einige Sonnensysteme, die die gleiche Geschwindigkeit (den gleichen Geschwindigkeitsvektor) haben.

Das ist schon möglich, aber es wird wohl niemals ganz gleich sein; vor allem da ja die Maximalreichweite des Sprungantriebs begrenzt ist (wiederum je nach Antriebsklasse und Schiffsmasse), sodass man immer nur in ~20 Lichtjahren Umkreis suchen muss. Aber ist schon klar, wenn es Systeme mit ähnlichen Vektoren gibt, bieten die sich natürlich als Fluchtsysteme an.

Zitat
Die Polizei wiederum patrouilliert stark in diesen "Fluchtsystemen". - Aber diese Systeme sind zahlreich genug, dass die Polizei nicht alle überwachen kann.

Nota bene: es gibt nach meiner momentanen Settingplanung nicht "die Polizei", da es auch nicht "den Staat" gibt. Die Erde ist immer noch balkanisiert, also in Machtblöcke und Staaten 1., 2. und 3. Ordnung unterteilt.*
Das bedeutet, in unserem Heimatsystem ist sicher soviel Freundliche Staatsgewalt unterwegs, dass es dort ziemlich "sicher" ist. In den kolonisierten Systemen hat die jeweilige Kolonialmacht ein paar Sicherheitskräfte am Laufen - bzw. nach der Unabhängigkeitswelle eben die selbständigen Kolonien.
Wer noch eine Rolle spielen könnte, sind Versicherungsunternehmen, die entweder Kopfgelder auf Piraten aussetzen, oder gar eigene Jagdstaffeln unterhalten.

Da kommt mir gerade: möglich wäre in dem Arrangement sogar die gute alte Freibeuterei mit Kaperbrief. Plünder einen russischen Frachter und setz dich in ein amerikanisches System ab.

Was wir aber erstmal rausfinden müssten: wie läuft so ein Piratenüberfall überhaupt ab?

Zitat
Wenn Raumschiffe ein System erkunden/ausspionieren, dann fliegen sie bereits mit Sprunggeschwindigkeit, so dass sie jederzeit abhauen können, falls eine Gefahr auftaucht. Sie haben dazu ca. 10 Sonnensysteme mit unterschiedlichen Geschwindigkeitsvektoren bei sich gespeichert.

Das dürfte funktionieren. Natürlich muss man sich auf einen Vektor festlegen. Wenn man erstmal mit 50km/s in eine Richtung donnert, lässt sich das nicht mehr so schnell in 20km/s in eine andere Richtung ändern. Aber innerhalb ein paar Stunden kann man vielleicht schon den Vektor zwischen 2 Fluchtsystem wechseln, wenn die nicht zu weit voneinander entfernt sind.

Zitat
Das heißt, man kann nur noch von Sonnensystem zu Sonnensystem springen? Oder ist es auch möglich, in den leeren Raum zwischen den Sonnen zu springen? (Wenn ja, welche Geschwindigkeit bräuchte man dafür?)

Man braucht halt eine Raumanomalie, die man anspringen kann. Ob es nun auch im interstellaren Raum solche Anomalien gibt, ist eine Frage des Beschlusses. Diesen würde ich wiederum von den jeweiligen Konsequenzen abhängig machen. Dagegen spricht: diese Punkte würden nur als Fluchtpunkte und Verstecke taugen. Außerdem dürften sie sehr schwer überhaupt zu finden sein.
Ich hab übrigens auch noch nicht festgelegt, ob sich die Anomalien in einem Sonnensystem bahnförmig auf der Hauptekliptik um den Stern bewegen sollen, oder quasi "fix" zu ihm stehen, oder womöglich außerhalb der Ekliptik "hinter ihm hergezogen" werden.

--
*) mit 1.-3. Ordnung meine ich den Reichtum und Entwicklungsstand. Grob gesagt, Staaten 1. Ordnung haben interstellare Kolonien, die 2. Ordnung dürfen ein bißchen im Sonnensystem rumgurken, und die 3. Ordnung haben überhaupt keinen Zugang zum All.
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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #213 am: 4.01.2011 | 22:14 »
Ich könnte mir vorstellen, dass Piraten vor allem Schiffe haben, die erstens schnell beschleunigen, und zweitens schnell im Sprung unterwegs sind.

Dadurch "beschatten" sie ein potentielles Opfer, finden heraus, wohin es springt, gehen auf den gleichen Vektor wie ihr Opfer, und sind dann vor ihm da, um die Totenkopfflagge zu hissen - oder wie auch immer die Formalien da aussehen.

Muss man eigentlich in derselben Gegend sein, um zum gleichen Ziel zu springen? Wenn nicht, könnte etwa ein Piratenschiff, dass an einem Ende des Systems rumfliegt, einen Frachter am anderen Ende des Systems beobachten und ihm dann folgen.

Umgekehrt könnte ein verfolgtes Piratenschiff, das schnell genug springt, möglicherweise im Zielsystem schon längst wieder verschwunden sein (weggesprungen, irgendwo gelandet, in die Atmosphäre eines Gasriesen getaucht), wenn irgendwelche Verfolger ankommen.

Ansonsten sehe ich potentielle Piraten auch als (blinde oder zahlende) Passagiere oder getarnt als neue Besatzungsmitglieder im Hafen an Bord eines Frachters kommen und diesen an während des Flugs von innen heraus kapern. Im Zielsystem (dasselbe, das der Frachter sowieso anfliegen sollte - um keinen Verdacht zu erwecken) warten dann bereits Komplizen mit einem am Sprungpunkt, die Ladung und Kapertruppe übernehmen und den Frachter samt echter Besatzung zurücklassen (optional ist entweder die Besatzung tot oder alle Kommunikationsanlagen sind zerstört). Das klappt natürlich am Besten, wenn im Zielsystem wenig bis gar nichts los ist, etwa ein unbewohnter Zwischenstopp zwischen zwei Systemen mit Kolonien.
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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #214 am: 5.01.2011 | 00:49 »
Ich könnte mir vorstellen, dass Piraten vor allem Schiffe haben, die erstens schnell beschleunigen, und zweitens schnell im Sprung unterwegs sind.

Da ist wieder das Problem, dass ein beladenes Schiff langsamer beschleunigt als ein leeres und auch für den Sprung mehr Zeit benötigt. Somit muss so ein Pirat einen ziemlich starken Antrieb haben, aber um dann auch nach vollbrachter Tat schnell zu springen, muss er vor allem seinen Treibstoff schnell raushauen. Das A und O ist also ein Komplize auf der anderen Seite, der ihn direkt am Sprungtor mit neuem Treibstoff versorgt.

Zitat
Dadurch "beschatten" sie ein potentielles Opfer, finden heraus, wohin es springt, gehen auf den gleichen Vektor wie ihr Opfer, und sind dann vor ihm da, um die Totenkopfflagge zu hissen - oder wie auch immer die Formalien da aussehen.

Man kann allerdings getrost davon ausgehen, dass in allen "zivilisierten" Systemen eine Patrouille am Sprungpunkt stationiert sein wird. Also nen beladenen Frachter im Sprung überholen und am Ziel abfangen wird nur in eher "wilden" Systemen möglich sein.

Zitat
Muss man eigentlich in derselben Gegend sein, um zum gleichen Ziel zu springen?

Nein, man kann von überall aus springen und kommt immer am selben Zielpunkt raus. Das gilt auch wieder nicht nur für Piraten, sondern auch für Piratenjäger. Und da hat prinzipiell das weniger beladene Schiff einen Vorteil. Also kann der Frachter meist nicht vor dem Piraten fliehen, aber nach vollbrachter Räuberhandlung kann wieder der Pirat nur schlecht oder gar nicht vor dem Piratenjäger abhauen. Der Jäger wird wahrscheinlich vor ihm am Ziel sein, und sich erstmal mit dem Komplizen anlegen.

Daraus ergibt sich wieder fast zwangsläufig: there is strength in numbers.

Bereits zwei Frachter, die gemeinsam reisen, sind quasi immun gegen Angriffe durch einzelne Piratenschiffe. Denn sie können den Piraten in die Zange nehmen. Nun ist es freilich nicht ganz leicht, aufgrund der Natur des FTL-Antriebs, das gleichzeitige Reisen zu organisieren. Aber es ist möglich.

Auch die Piratenjäger tun gut daran, in Rudeln zu arbeiten. Was wiederum bedeutet, dass auch die Piraten in mehr oder weniger großen Verbänden operieren sollten. Ob sie es tun, nur weils vernünftig ist, steht vielleicht wieder auf einem anderen Blatt. ;)

Das "kapern von innen heraus" ist natürlich auch eine Möglichkeit.

edit: fixed quotes
« Letzte Änderung: 5.01.2011 | 11:17 von Feuersänger »
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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #215 am: 5.01.2011 | 11:13 »
Ich sehe schon, Piraterie lohnt sich vor allem bei wertvoller Fracht, die nicht allzu viel wiegt. Früher waren das Gold, Edelsteine und Gewürze - und bei dir?

Wie plausibel wäre eigentlich Kidnapping von VIPs als Piratenhandwerk? Die wiegen ja auch nicht sonderlich viel.

Zum Thema "beobachten, wohin das Schiff springt" fällt noch ein, die Komponenten eines Doppel- oder sonstigen Mehrfach-Systems sind ja mitunter recht weit voneinander entfernt (etwa Proxima Centauri von Alpha Centauri a/b so um die 0,15 Lichtjahre), dürften aber so ziemlich den gleichen Vektor haben - und sie sind zumindest so weit auseinander, dass man vom einen Teil den anderen nicht (zeitnah) beobachten kann. Da müsste sich doch irgendetwas mit machen lassen als Pirat, zumindest als einer von vielen Tricks in der Trickkiste.

Wäre es möglich, mit der von dir beschriebenen Raumschiff-Technologie ein Q-Schiff zu bauen, also ein bewaffnetes Schiff, das wie ein unbewaffneter Frachter aussieht? Wenn ja, wäre das sicher ein gutes Piratenschiff, weil Piratenjäger ebenso wie Piratenbeute erst wüssten, dass sie einen Piraten vor sich haben, wenn er zuschlägt. Wahrscheinlich wäre es sogar das einzig sinnvolle Piratenschiff.
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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #216 am: 5.01.2011 | 12:11 »
@Kapern von Innen heraus

Das dürfte der Modus Operandi schlechthin sein:

Ändern des Sprungzieles, Sabotage der Lebenserhaltung, Piraten bieten quasi Hilfe an und kassieren die Ladung.
oder:
Abblasen von Treibstoff, bis das Schiff nur noch ein alternatives Ziel ansteuern kann oder in die Weiten treibt.
Wenn dV100 erreicht werden kann und man zum Sprung 40 benötigt und der Saboteur 65 abbläst, wenn das Schiff gerade bei 30 angekommen ist, dann muss es springen, ist am alternativen Zielort aber fast hilflos und kommt nur ohne Fracht innerhalb der Lebenserhaltungszeitspanne irgendwohin.

So gibt es dann wahrscheinlich berüchtigte Systempaare oder -tripel, die Pirateriedreiecke bilden.


@Sprung

So ein Sprung könnte auch enorme Abwärme produzieren, die dann erstmal abgestrahlt werden muss, sodass nach einem Sprung entweder das Sprungmodul geopfert wird oder eine längere Pause fällig ist.
Das sorgt für verwundbare Momente voller Schwerelosigkeit. (Ich mag meine Morphschiffe. ;D )


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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #217 am: 5.01.2011 | 12:30 »
Welche Fracht: ja, das ist die große Gretchenfrage. Da ist es in der Tat schwierig, überhaupt plausible Gründe zu finden, warum man irgendwas quer durch die Galaxie schippern sollte.
Eventuell Rohstoffe, vor allem bestimmte Metalle und Seltene Erden. Allerdings: selbst wenn sie uns hier auf der Erde irgendwann ausgehen, dürfte allein im Sonnensystem so ziemlich von allem genug da sein; man muss sich halt nur dazu bequemen, in lebensfeindlichen Umgebungen Bergbau zu betreiben.

Vor allem in der Aufbauphase einer Kolonie wird man dort viele Maschinen benötigen. Intelligenterweise würde man aber nicht hundert Bagger(-roboter) nach MacAuliffe IV schippern, sondern eine Baggerfabrik. Was nun ein Pirat mit einer gestohlenen Baggerfabrik anfangen will, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht das gleiche, wie die somalischen Piraten heutzutage: Lösegeld.

Außerdem: Kolonisten. Kolonisten, Kolonisten. Jede Menge davon. Wir haben auf der Erde so irgendwo zwischen 10 und 15 Milliarden Menschen, und besiedeln andere Planeten, um den Bevölkerungsdruck zu reduzieren. Um die Kolonien auf vernünftige Größen zu bringen, muss man quasi über Jahrhunderte fast täglich Siedlerschiffe losschicken, mal grob gesagt. Auch damit können Piraten nicht viel anfangen.

Wenn Raumtransport _wirklich_ billig ist, könnte es auch sein, dass echte, natürliche Nahrungsmittel von den Kolonien zur überbevölkerten Erde zurückgeschickt werden, wo es ansonsten nur noch Hefe und Soylent Grün zu fressen gibt, um all die Milliarden hungriger Mäuler zu stopfen.
Da haben wir aber wieder ein Problem:
- Terraforming, also die Bewohnbarmachung eines unbewohnbaren Planeten, ist unplausibel bzw. würde vermutlich mehr Jahrhunderte in Anspruch nehmen, als ich mein Setting in die Zukunft verlegen will.
- auf von Haus aus bewohnbaren Planeten mit Sauerstoffatmosphäre etc. wird sich höchstwahrscheinlich bereits Leben entwickelt haben. Dieses Leben wird dann aber garantiert inkompatibel mit unserem sein, also aus für uns unverdaulichen Proteinen etc. bestehen. Das Ganze geht ja schon "bottom up" mit den Bakterien im Boden los, man wird also wahrscheinlich nicht einfach irdischen Weizen dort anbauen können.
- die dort siedelnden Kolonisten wiederum könnte man ja noch mit Biotechnologie an die dortigen Gegebenheiten anpassen. Aber die dortige Nahrung für die ganze Erdbevölkerung verdaulich machen, das geht nicht.

Das alles mal ignoriert:
Luxusgüter. Dieselben Leute, die heute ein Vermögen für irgendwelchen Schund bezahlen, nur weil er knapp und teuer ist, werden das auch in der Zukunft tun. Da muss es dann halt Tau-Ceti-Hummer, Antarischer Wein und arkturianisches Megawasserbüffelsteak sein. Die Leute kaufen a) Nützliches, b) Bequemes, c) Interessantes, d) was den Nachbarn neidisch macht, und dieses d) ist die Marktlücke, in die wir eindringen müssen.

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Weiter:
Kidnapping kompliziert die Lage enorm. Dazu muss man erstmal an das andere Schiff andocken, entern und Gefangene machen. Im Gegensatz dazu können Frachtcontainer einfach so gedumpt werden, wenn der Pirat nur ne glaubwürdige Drohkulisse aufbaut.
Ich sage nicht, dass es nicht geht, aber es ist halt nicht so bequem.

Doppelsysteme sind irrelevant. Es ist unklar, ob sie überhaupt Planeten haben können, aber vor allem kann man getrost davon ausgehen, dass sie keine bewohnbaren Planeten haben werden.

Bewaffnung: die meisten Schiffe werden entweder unbewaffnet oder maximal leicht bewaffnet sein. Mit leicht meine ich: maximal 10 Tonnen von 300 Tonnen Leermasse. Also, ein Geschützturm mit einem Laser oder einer Coilgun könnt schon drin sein. In erster Linie zur Abwehr von Impaktoren, aber wenn sich eine Piratenbedrohung etabliert, werden sich wohl auch die meisten Schiffe bewaffnen.
(Vergleiche Firefly: da sind nichtmilitärische Schiffe unbewaffnet. Es gibt aber auch keine klassischen Piratenaktionen, sondern etwaige Raumräuber verschaffen sich durch Tricks Zugang zu einem anderen Schiff, wie in Out of Gas oder Our Mrs Reynolds gezeigt.)

Der Trick ist jedenfalls: man muss erstmal an schwerere Waffen rankommen. Das können z.B. Bergbau-Laser sein, oder Zündlaser aus antiken Fusionsreaktoren (wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich laserinduzierte Fusion überhaupt im Setting haben will). Starke Waffen sind aber auch groß und massiv, und dabei also auch schwer zu verstecken. Einstweilen würde ich mal davon ausgehen, dass der Durchschnittspirat über keine wesentlich stärkeren Waffen verfügt als die leichten Bordwaffen, die auch Frachter haben können.
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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #218 am: 5.01.2011 | 12:32 »
Ich meinte Systeme mit ähnlichen Sprungvektoren, keine Doppelsternsysteme.

Offline Grimnir

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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #219 am: 5.01.2011 | 12:51 »
Zur möglichen Fracht: Schon heute haben wir hochgradig komplexe Wirtschaftskreisläufe, bei der der Brand einer 30-Mitarbeiter-Fabrik in Japan, die Kunstharze herstellt, weltweit die Computerchippreise in die Höhe treibt. Extrapoliert man das für zukünftige, noch komplexere Waren, werden Kolonieplaneten Jahrhunderte brauchen, um gleichzeitig autark und technisch der Erde vergleichbar zu sein. Denn das setzt eine Vielfalt an Industrie voraus, für die auf Kolonieplaneten anfangs einfach die Arbeitskräfte fehlen werden. Daher dürfte sich für hinreichend komplexe Waren durchaus ein Transport lohnen.

Zu Doppelsternsystemen: Meines Wissens erachtet man die Entstehung von habitablen Gesteinsplaneten mittlerweile für möglich. Die beiden Sterne müssen sich nur in einem genügend weiten Abstand umkreisen (z.B. zwischen 11 und 37 AU wie bei Alpha Centauri), um stabile Planetenbahnen im jeweils inneren System zu gewährleisten. Gasriesen können sich zwar nicht bilden, aber der jeweils eine Stern kann deren wichtige Rolle (Wasser aus der Oortschen Wolke ins Systeminnere zu schleudern) für den anderen Stern übernehmen. So zumindest der Artikel in der Wikipedia.

Es grüßt
Grimnir
« Letzte Änderung: 5.01.2011 | 12:54 von Grimnir »
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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #220 am: 5.01.2011 | 12:57 »
Wenn es Sysrteme gibt, die noch keine Planeten aufweisen, kann es sehr angenehm sein dort ohne Schwerkraftfallen Rohstoffe zu fördern.
Die Tatsache, dass hier keine hohen Geschwindigkeiten möglich sind, macht Eisschilde, nahe Sprungsysteme,  lange Reisezeiten und sehr niedrige Geschwindigkeiten als Storyelemente interessant. Ebenso die Tatsache, dass Schiff nicht mehr so direkt beobachtbar sind, wenn sie den richtigen Antrieb (Ramjet/Massebeschleuniger) haben, aber eine Heckwelle hinterlassen.

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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #221 am: 5.01.2011 | 13:24 »
@Alex: weiter oben mit den Binärsystemen habe ich mich auf Chaos' Beitrag bezogen.

Ansonsten ist das natürlich interessant zu lesen, dass es nun doch terrestrische Planeten in Binärsystemen geben könnte. Binärsysteme machen immerhin den absoluten Löwenanteil der Milchstraße aus. 80% oder so?

Für indigenes Leben wird man aber dennoch nach wie vor Sterne der Klasse G (wie "Gut") oder ähnlich benötigen. Ist ja alles nix Neues, hellere Sterne leben halt einfach zu kurz. Vermutlich ist auch deren Strahlung ziemlich unangenehm, ansonsten wäre zumindest die Kolonisierung eines Klasse-A Systems möglich, wenn man einen Planeten in der habitablen Zone (dann vermutlich etwa Saturn-Umlaufbahn oder noch weiter draußen) findet.

Aber das ist ja alles nicht so wichtig. Für das Setting gehe ich jedenfalls davon aus, dass es in erreichbarer Nähe doch eine erkleckliche Anzahl habitabler Planeten gibt.

Da könnten wir übrigens mal drüber nachdenken, ob wir vielleicht einen Testlauf in Form eines Forenrollenspiels probieren wollen, wenn da Interesse besteht. Das glaziale Tempo eines FRS würde ja immerhin zu den relativ langen interplanetaren Reisen passen. XD

Achja, da fällt mir ein, nen Namen hab ich immer noch nicht für das Setting. Alle naheliegenden, guten Namen sind aber auch schon belegt. :/
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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #222 am: 5.01.2011 | 13:33 »
Vielleicht einfach "Delta v"? Gibt's den schon? Hört sich futuristisch an und vermittelt direkt die Hard-SF-Ausrichtung.

Es grüßt
Grimnir
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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #223 am: 5.01.2011 | 13:52 »
Das alles mal ignoriert:
Luxusgüter. Dieselben Leute, die heute ein Vermögen für irgendwelchen Schund bezahlen, nur weil er knapp und teuer ist, werden das auch in der Zukunft tun. Da muss es dann halt Tau-Ceti-Hummer, Antarischer Wein und arkturianisches Megawasserbüffelsteak sein. Die Leute kaufen a) Nützliches, b) Bequemes, c) Interessantes, d) was den Nachbarn neidisch macht, und dieses d) ist die Marktlücke, in die wir eindringen müssen.

Also exotische landwirtschaftliche Produkte - so wie in früheren Jahrhunderten Tee und Gewürze und so von Übersee - und vielleicht kunsthandwerkliche Produkte aus den Kolonien (Alpha-Centauri-Kuckucksuhren?  :o).


Zitat
Weiter:
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Ich sage nicht, dass es nicht geht, aber es ist halt nicht so bequem.

Die Piraten können mit ihrer Drohkulisse ja auch das Ziel dazu bringen, den Antrieb zu deaktivieren und sich entern zu lassen. Aber du hast schon recht, die Geschichte wird etwas länger dauern als der schlichte Frachtklau. Je nach Ziel könnte es die Mühe wert sein.

Zitat
Doppelsysteme sind irrelevant. Es ist unklar, ob sie überhaupt Planeten haben können, aber vor allem kann man getrost davon ausgehen, dass sie keine bewohnbaren Planeten haben werden.

Es ging mir darum, dass ein fliehender Pirat ein Doppelsystem als unmittelbares Fluchtziel wählt, um Unsicherheit zu erzeugen, in welche Komponente des Ziels er springt. Wenn sie unbewohnbar sind, um so besser, dann ist dort nichts los und der Kumpane mit dem Treibstoffvorrat kann dort ungestört warten.

Außerdem... wenn zwei Komponenten einen Bruchteil eines Lichtjahrs auseinander sind, dürfte sie das nicht daran hindern, Planeten zu haben, selbst bewohnbare Planeten. Bei Alpha Centauri dürfte die Doppelkomponente a/b ein Problem mit der Planetenbildung haben, die weit entfernte Einzelkomponente Proxima Centauri dagegen eher nicht. Natürlich ist Proxima zu klein für bewohnbare Planeten, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Zitat
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Umgekehrt dürfte es auch nicht viel Bewaffnung brauchen, um einen Frachter ernsthaft zu bedrohen; sie haben ja wohl reichlich Bauteile, denen ein zusätzliches Loch oder auch mehrere sicher nicht gut täte.
Natürlich gilt dasselbe für die Piraten auch. Anschleichen ist auch nicht. Angeblich harmlos Schiffe, die grundlos ein Fracht- oder Passagierschiff ansteuern, dürften auch mächtig verdächtig sein. Schwierig...

Also wohl doch eher kapern von innen heraus, oder Tricks wie gefälschte Notrufe - aber bei denen weiß man nie, ob nicht vielleicht doch ein Kriegsschiff ankommt statt eines Frachters.

Könnten Piraten sich als Patrouillenschiffe ausgeben, die andocken wollen, um einen Frachter nach Schmuggelware etc zu durchsuchen?

Alternativ könnten Piraten sich irgendeine abgelegene Kolonie suchen, dort mit mehr mobiler Feuerkraft anrücken, als die Verteidiger haben (also ein ganzes Rudel von Piratenschiffen), und alles an Außenposten, Bergbaustationen und dergleichen plündern, was außerhalb der Reichweite des planetaren Verteidigungssystems liegt. Hat die Kolonie (noch) kein Verteidigungssystem, könnten sie sogar die Kolonie selbst ausplündern.
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Re: [SciFi] Setting-Hintergrund
« Antwort #224 am: 5.01.2011 | 14:02 »
Da könnten wir übrigens mal drüber nachdenken, ob wir vielleicht einen Testlauf in Form eines Forenrollenspiels probieren wollen, wenn da Interesse besteht. Das glaziale Tempo eines FRS würde ja immerhin zu den relativ langen interplanetaren Reisen passen. XD

Ich bin dabei... wenn du mich haben willst.

Zitat
Achja, da fällt mir ein, nen Namen hab ich immer noch nicht für das Setting. Alle naheliegenden, guten Namen sind aber auch schon belegt. :/

Waren nicht mal "Event Horizon" und "Redshift" im Gespräch? Ansonsten klingt "Delta v" auch sehr gut.
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