Autor Thema: Reading Challenge 2019  (Gelesen 6699 mal)

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Offline Huhn

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #50 am: 3.03.2019 | 12:57 »
#7
Jonathan Stroud - Bartimäus. Das Amulett von Samarkand
(Challenge: 40 Bücher lesen, Tanelorn-Challenge: Ein Buch um politische Intrigen/Spionage)

Nathanael, ein sehr begabter junger Zauberlehrling, will sich, enttäuscht von seinem Meister Underwood, der ihm nicht zur Seite stand, rächen - an Simon Lovelace, der es wagte, ihn zu demütigen. Dazu zwingt er den Dschinn Bartimäus in seine Dienste und lässt ihn das Amulett von Samarkand stehlen, das sich in Lovelace' Besitz befindet. Der aus kindlicher Wut durchgeführte Diebstahl wirbelt jedoch sehr viel mehr Dreck auf, als Nathanel abschätzen konnte. Plötzlich stecken er und Bartimäus mittendrin in den politischen Intrigen der Londoner Zauberschaft. Können sie die großangelegte Verschwörung gegen den Premierminister vereiteln ohne dass es sie selbst den Kopf kostet?

Ich hab das Buch vor einigen Jahren schonmal gelesen, hatte aber ganz vergessen, wie gut ich es fand! Die spitzzüngigen Bemerkungen und eitlen Selbstbeweihräucherungen, mit denen Bartimäus die Handlung ausschmückt (und die immer mal wieder im Kontrast zu dem stehen, was tatsächlich passiert und gesagt wird), sind überaus vergnüglich zu lesen. Nathanel wird einfühlsam beschrieben als begabter Jungmagier, der sich im Grunde jedoch vor allem nach Zuneigung und Anerkennung sehnt. Darin, dass ihm seine wenig durchdachten Rachepläne zwar das eine bringen, ihn aber des anderen berauben, und ihm so trotz der letztendlich besseren Ausbildungschancen die Chance auf emotionale Weiterentwicklung genommen wird, liegt der leise melancholische Ton begründet, der unter all der witzigen, spannenden und flott beschriebenen Handlung immer wieder durchklingt.
Aber als Spieler möchte ich das Spiel auch konsumieren. Also spiele ich was möglichst bequemes. Kurz etwas, was mir liegt.
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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #51 am: 4.03.2019 | 17:56 »
#8
Ayun Halliday/Paul Hoppe - Peanut oder die Sache mit der Erdnussallergie
(Challenge: 40 Bücher lesen)

Sadie täuscht eine Erdnussallergie vor, um sich interessanter zu machen und an der neuen Schule besser Anschluss zu finden. Die super Idee läuft leider schnell aus dem Ruder und Sadie muss sich richtig ins Zeug legen, um die Lüge aufrecht erhalten zu können. Was, wenn ihre neue Clique dahinterkommt? Oder ihre Mutter? Oder ihr Freund?

Die Graphic Novel liest sich ruckzuck durch. Ich hab sie in etwa einer Stunde Wartezeit in der Stadtbibliothek gelesen. Geschichte war ok, wenn auch etwas vorhersehbar. Ich hätte mir irgendwie mehr Vernunft von Sadies Seite gewünscht. Aber das ist wohl auch die Moral von der Geschichte - ehrlich währt am längsten und so.
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Offline Greifenklaue

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #52 am: 4.03.2019 | 18:02 »
10. Ein Buch, das aus der Perspektive mehrerer Personen erzählt wird - "Nein, Torben-Jasper, du hast keinen Telefonjoker." - Untertitel: Referendare erzählen vom täglichen Klassenkampf
(10/25)

In zwei Tagen weggesnackt.

Rund dreieinhalb Dutzend Anekdoten von fast ebensoviel Referendaren über Schüler, Mentoren und Mit-Referendaren.



Ich mag diese Art Bücher sehr ... Danke an meine Schwester für das Weihnachtsgeschenk.

Und allgemein: 10 Bücher im Januar. Yesses!
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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #53 am: 6.03.2019 | 21:14 »
11. Ein Buch mit einer Frage im Titel - Warum ist E=mc² ? von Brian Cox und Jeff Forshaw

Im Spektrum der Wissenschaft auf "Was wiegt das Weltall?" gestoßen, welches 30 Euro kostet. Dieses vom selben Autorenduo gab es auch als Taschenbuch - und klang auch sehr interessant.


Als Physik-Leistungskursler und Ingenieur bin ich nicht unbedingt der Laie, der davon angesprochen werden soll, aber auch nicht der Vollblutphysiker. Außerdem hab ich mir anschaulichere Erklärungen für Schüler erhofft, die von mir Physik bekommen. Kurzum, das ist erfüllt.

Wer schon immer mal die Relativitätstheorie verstehen wollte, findet hier ein gutes Buch mit wirklich anschaulichen, verständlichen Erklärungen.

Zwei kleine Geschichten aus dem Buch. Im Experiment gelingt es, Myonen zu erzeugen, die wir 60 µs beobachten können, die mit 99,94% der Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind, obwohl ihre Lebenszeit nur 2,2 µs beträgt. Die Antwort nach der Relativitätstheorie ist einfach: Wären wir ein mitfliegender Beobachter würden für uns auch nur 2,2 µs vergehen, frei nach y=1/Wurzel(1²-(v²/c²)) ergibt sich eine Zeitverzögerung vom Faktor 29. Faszinierend. So wäre man in SF-Filmen womöglich "schnell" irgendwo da, aber für den zurückgelassenen würde wesentlich mehr Zeit vergehen.

Im Folgenden wird das vierdimensionale Konzept der Raumzeit eingeführt, wo sowohl das Myon als auch der außenstehende Betrachter den selben Betragsvektor haben.

Zweitens klingt das so, als würde es uns nicht betreffen, tatsächlich erreichen GPS-Satelliten schon Geschwindigkeiten, wo es relevant wird. Diese würden nämlich pro Tag 38 µs verlieren - was nicht viel klingt, aber eine µs hat eine Genauigkeit von 30 Zentimetern. Daher haben GPS-Satelliten Uhren, die pro Tag 38 µs weniger schlagen.

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #54 am: 7.03.2019 | 10:23 »
#9
Nikolai Gogol - Der Mantel (Russisch/Deutsch)
(Challenge: 40 Bücher lesen, Tanelorn-Challenge: Ein Buch, das (in seinem Land) als Klassiker der Literatur gilt)

Akakij Akakiewitsch ist ein recht unwichtiger Büroangestellter (Titularrat), dessen (Lebens-)Aufgabe es ist, Dokumente abzuschreiben. Sein ruhiges Dasein kommt völlig aus dem Lot, als er sich einen neuen Mantel kaufen muss. Monatelang spart er sich das gute Stück vom Munde ab. Als stolzer Besitzer eines brandneuen Mantels steht Akakij zum ersten Mal im Leben im Mittelpunkt und wird er im Büro und von Vorgesetzten gefeiert. Doch als ihm kurz darauf der Mantel gestohlen wird, hilft ihm niemand, was schlimme Folgen hat.

Ich hab eine steinalte Ausgabe dieser Erzählung mal irgendwann geschenkt bekommen. War tatsächlich ganz nett, auch wenn es mir immer schwerfällt, Vergnügen an Büchern zu finden, in denen mir sämtliche Figuren unsympathisch sind. Die grotesken Beschreibungen machen dennoch Laune. Hinten im Buch folgen noch ein Interpretationsansatz und eine Einordnung der Erzählung in Gogols Gesamtwerk.

« Letzte Änderung: 7.03.2019 | 10:26 von Huhn »
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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #55 am: 7.03.2019 | 18:05 »
12. Ein Buch, das du 2018 schon lesen wolltest - Der Schatten des Dämonenfürsten (12/25 aus der Pop Sugar Challenge)

Tolles Rollenspiel, freu mich schon auf Spielpraxis ...



Meine Rezi (mit Würfelheld) -> https://wuerfelheld.wordpress.com/2019/03/05/rezension-der-schatten-des-daemonenfuersten-rollenspiel-fantasy/
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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #56 am: 9.03.2019 | 16:22 »
Huhn war krank und hat viel gelesen:

#10
Marie Kondo - Magic Cleaning. Wie richtiges Aufräumen ihr Leben verändert
(Challenge: 40 Bücher lesen)

Marie Kondo stellt ihre Aufräumtechnik vor. Aufräumen wird dabei nicht als immer wiederkehrender, endloser Prozess verstanden, sondern als einmaliges, dafür aber sehr gründliches "Fest", dem grundlegende Überlegungen vorausgehen und Verhaltensänderungen folgen. Die eigene Wohnung aufzuräumen bedeutet, sich darüber klarzuwerden, was einem selbst wirklich wichtig ist und so die Wohnung und das Leben so zu gestalten, dass das eigene Glück im Fokus steht. Wenn das gelungen ist, können wir uns mit dem befassen, was uns am Herzen liegt, statt pausenlos Berge an Ballast zu verwalten, die uns zu ersticken drohen.

Ich fand das Buch... durchwachsen.

Einerseits sind viele wirklich hilfreiche und sehr praktische Tipps dabei. Kondo schwört nicht auf irgendwelche teuren Helferlein oder Geheimrezepte sondern geht davon aus, dass der erste Schritt ist, die Wohnung gründlich und mit System zu entrümpeln bevor dann den übriggebliebenen Dingen feste Plätze zugewiesen werden. Und die Idee, dass es nicht sinnvoll ist, sich die Wohnung zuzurümpeln und wir viel von dem, was wir besitzen, eigentlich nicht brauchen, ist auch nachvollziehbar. Fand ich gut und ich sehe, warum das Buch viele anspricht, zumal es sehr leicht lesbar ist.

Auf der anderen Seite fand ich die vielen Wiederholungen nervig. Das 200-seitige Buch hätte locker auf ein Zentel gekürzt werden können, im Ernst. Zudem gingen Kondos Beispiele an vielen Punkten völlig an meiner Lebenswirklichkeit vorbei. Sie vertritt ein Frauenbild, das in den 50er-Jahren vielleicht mal modern war und neigt zu Verallgemeinerungen und aus der Luft gegriffenen Behauptungen, was mich ziemlich störte.

Allgemein ist mir nach Lektüre dieses Buches die Autorin fürchterlich unsympathisch. Sie scheint einen krankhaften Aufräumfimmel zu haben und hat offenbar ein Sozialproblem (schon in der Grundschule räumte sie lieber den Putzschrank auf, als mit anderen Kindern auf dem Hof zu spielen). Sie hat (zumindest liest sich das Buch so) keinerlei Hobbys und Interessen. Ich habe nichts gegen die freie Entscheidung, als Frau zuhause Carearbeiten zu leisten. Aber jede Frau, die ich kenne, wirklich jede, hat daneben eigene Interessen - seien es Bastelarbeiten, Gemeindeengagement, Musizieren, Reiten... IRGENDWAS!!! Wenn neben dem Dasein als Abziehbild aus der Frauenzeitschrift so gar keine Persönlichkeit steht... ähm... dann find ich das bedenklich. Noch nie habe ich ein Buch über eine derart langweilige Person gelesen.

Zusätzlich fand ich diesen Ratgebersprech echt ätzend. Mag ja sein, dass es sehr befreiend sein kann, sich und sein Leben mal gründlich zu entrümpeln... aber es wird sicher nicht dazu führen, dass ich plötzlich mehr Kunden als Freiberuflerin habe oder mein Sex besser wird oder was weiß ich, was da nicht das Blaue vom Himmel herunterversprochen wurde. Auch die Idee, dass alle im Haushalt plötzlich Bock aufs Aufräumen bekommen, nur weil ich gerade aufräume, ist bestenfalls naiv. Und das Versprechen, dass die Wohnung niiiieeee wieder unordentlich wird, wenn nur mit der KonMari-Methode aufgeräumt worden sei... naja, das halte ich für Stuss. Es basiert vor allem auf dem gar grandiosen Tipp, es sollten doch einfach benutzte Dinge immer wieder an ihren Platz zurückgeräumt werden. Na ach!  ::)

Besonders unangenehm fand ich auch ihre Liebe zum Wegwerfen. Es widerstrebt mir zutiefst, Dinge, die noch völlig ok sind, einfach wegzuwerfen. Warum nicht verschenken, spenden oder irgendwie verwerten? Oder zumindest zunächst alles andere versuchen und Wegwerfen dann als letzte Lösung betrachten? Ja, dadurch dauert das Aufräumen natürlich länger. Aber alleine schon der Umwelt zuliebe sollte diese Hürde genommen werden. Diese Wegwerfmanie nervt total. Daraus noch stolz ne Methode zu machen, find ich echt abartig. Da hilft es auch nicht, wenn ich mir einrede, dass dieses nie getragene T-Shirt froh darüber sei, in die Freiheit entlassen zu werden. Am Ende habe ich ein gutes T-Shirt einfach auf den Müll geschmissen, für das irgendwo in Pakistan oder was ne unterbezahlte Näherin Lungenprobleme bekam.

Kondos Personifizierung von Gegenständen fand ich allgemein sonderbar. Klar, ich hab auch ein paar Gegenstände, die mir sehr am Herzen liegen. Aber ich möchte mich nicht jeden Tag bei meinem Rucksack bedanken, dass er meinen Kram getragen hat. Ich hab mich irgendwann gefragt, ob Kondo ihren Mitmenschen nur halb so viel Respekt wie ihrer Handtasche entgegenbringt. Aus dem Buch klang eher das Gegenteil heraus. Häufig spricht sie von oben herab auf überheblich-bemutternde Weise über (angebliche) Klientinnen, denen sie und ihre Methode quasi das Leben rettete, indem sie ihnen die Augen öffnete und sie auf den rechten Weg lenkte.

Alles in allem: Als reiner Ratgeber zum Aufräumen ist es tatsächlich ein ganz guter Steinbruch, aber da reicht es im Grunde auch, Kondos Website zu besuchen und sich auf Youtube drei Videos mit ihr anzuschauen. Das Ganze Drumherum und Kondos Weltbild waren für mich echt unterträglich. Ich bin froh, das Machwerk im Sommer an meine Mutter loszuwerden (die damit als alte Feministin vermutlich stinkwütend den Ofen füttern wird und so ihr privates Glück findet).  ~;D

#11
Holly Black - Der Prinz der Elfen
(Challenge: 40 Bücher lesen)

Fairfold ist ein besonderer Ort. Das Elfenreich ist hier näher als anderswo und die Bevölkerung von Fairfold weiß das und hat sich damit arrangiert. Jedes Kind weiß, dass Socken zu Vollmond auf links getragen werden müssen und dass es gut ist, einen Talisman aus dem Holz bestimmter Bäume und die Taschen voller Hafermehl zu haben. Morgens werden Schälchen mit Milch herausgestellt. Eine gewissen Normalität hat sich im Umgang mit dem kleinen Volk eingespielt. Die Dorfjugend feiert Partys im Wald, wo der gehörnte Junge seit Generationen in seinem gläsernen Sarg schläft und ab und an verschwindet ein Tourist, der die Feen unterschätzte. Letzteres würde den Einheimischen nie passieren. Alle wissen, dass es bestimmte, wichtige Verhaltensregeln gibt. Die allerwichtigste: Keinen Handel schließen! Diese letzte, wichtige Regel hat Hazel vor vielen Jahren gebrochen. Bislang scheint nichts passiert zu sein, aber dann ist der Sarg im Wald zersplittert, der gehörnte Prinz fort und das Ungeheuer des Erlkönigs beginnt, Menschen ins Elend zu stürzen. Können Hazel, die so gern ein Ritter wäre, ihr Bruder Ben, der gern kein Musiker wäre und Jack, der gern ein normaler Mensch wäre, Fairfold retten ohne dabei sich selbst zu verlieren?

Ein richtig tolles Buch, nicht nur für Hühner wie mich, die auf Romanzen stehen! Ich hatte sofort einen Draht zu den Hauptfiguren und habe mit ihnen gefiebert und gefühlt. Obwohl stellenweise recht melancholisch rutscht das Buch nie ins Selbstmitleidige ab. Insbesondere Hazel ist eine Person, die nach vorne schaut und das beste aus ihrer jeweiligen Situation machen will. Sie ist geradeheraus, sowas schätze ich sehr. Die Handlung ist solide und schön erzählt. Die große Stärke des Buches ist die Darstellung des kleinen Volkes und der Menschen von Fairfold, die neben ihnen zu leben wissen, in einer merkwürdigen Mischung aus Akzeptanz und Ignoranz. Holly Black wurde mir als Inspirationsquelle für Changeling: the Lost empfohlen und nicht nur dafür würde ich sie jederzeit weiterempfehlen. Zum Glück hat sie noch einige andere Bücher geschrieben, denn ich fürchte, ich muss die jetzt leider suchten. O___O

Einziges Manko: Das Cover dieser Buchausgabe ist schlimm. Ich hätte es nie geliehen, wenn mir die Autorin nicht so warm empfohlen und von einem anderen Roman in guter Erinnerung geblieben wäre. Freunde haben mich dafür ausgelacht, was ich für nen Schund lesen würde. Sieht aus wie die Elfenvariante eines Bergdoktorromans. Wer tut sowas?  ;D
« Letzte Änderung: 9.03.2019 | 16:26 von Huhn »
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Offline Sashael

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #57 am: 9.03.2019 | 16:30 »
"Ja natürlich ist das Realitätsflucht. Was soll daran schlecht sein? Haben Sie sich die Realität in letzter Zeit mal angesehen? Sie ist grauenhaft!"


Leitet Itras By mit Battlemap. ;D

Offline Weltengeist

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #58 am: 14.03.2019 | 19:49 »
Ich habe gerade auf Goodreads eine Rezi für "Odyssey - The Complete Game Master's Guide to Campaign Management" geschrieben, und da das ja hier im Forum auch relevant ist, gebe ich die einfach mal wieder:

Zitat
I have mixed emotions about the book.

On one hand, the authors make a structured attempt (and I like structure in books like this) to cover all aspects of campaign management. And some of the chapters really contain good ideas (in that respect, I like the first half of the book a lot better than the second). On the other hand, we also find a lot of statements that are plain obvious (in that respect, I didn't really gain anything from the chapters about ending a campaign).

And then there's one personal thing: The book kept reminding me of why I sometimes hate to be a GM. This is dramatically exemplified by the final recommendation of the whole text: when the campaign is successfully finished, the GM should throw a party for the players. And I found myself almost shouting: WHY? If the players happen to have this perfect GM as described in the book, they should bloody well throw a party for HIM!

Why am I telling you this? Because the "party for the players" idea wraps up the mentality that is behind the whole book: It takes the approach that EVERYTHING happening in the group is purely the GMs responsibility and should be managed by him/her. Which is indeed the reality in many groups, but shouldn't be.

When reading the book (especially the sections about "people management"), I repeatedly found myself thinking: "I am playing with adults, I shouldn't have to do this." And then I thought of all the occasions where these situations actually occured, and of course people were NOT behaving like adults, and nobody but the GM would feel obliged to do anything about it. But that doesn't make it right.

Thus, I would have appreciated an approach where delegation of responsibilities is also part of the management. Here, parts of the book felt like "What else could the GM do so the players don't have to do anything for the game?" And that was increasingly getting on my nerves and reduced my enjoyment of an otherwise nice treatment of the topic.
Über Geschmack kann man nicht streiten. Aber auf Tanelorn hindert das niemanden daran, es trotzdem zu tun.

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Offline Huhn

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #59 am: 20.03.2019 | 11:57 »
Für alle, die jetzt noch einsteigen wollen und alle, die auf der Suche nach Inspiration für die Leseliste sind: In der Woche vom 24. März beginnt die Indiebookchallenge! Voraussetzung: Jedes gelesene Buch muss aus einem kleinen, unabhängigen Verlag stammen.

Daneben findet am 30. März der Indiebookday statt:
Zitat
Geht am 30.03.2019 in einen Buchladen Eurer Wahl und kauft Euch ein Buch. Irgendeines, das Ihr sowieso gerade haben möchtet (oder das erste zur Teilnahme an der #Indiebookchallenge). Wichtig ist nur: Es sollte aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag stammen.
Danach postet Ihr ein Foto des Covers, des Buches, oder Euch mit dem Buch (oder wie Ihr möchtet) in einem sozialen Netzwerk (Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat) oder einem Blog Eurer Wahl mit "#indiebookday". Wenn Ihr die Aktion gut findet, erzählt davon.
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Offline Lyris

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #60 am: 25.03.2019 | 12:57 »
#3
Ich fürchte ich lese "zuviel" und poste zu wenig. :-[
Derzeit stehe ich bei 55 Büchern, schaffe es aber nicht meine Level (mit je 12 Büchern) der Reihe nach zu erledigen, wie ich mir das eigentlich vorgenommen hatte. Daher lasse ich das größtenteils. Allerdings habe ich inzwischen die Tanelorn-Challenge einfach als Level 6 und 7 in die Gesamtchallenge integriert.
Unter anderem habe ich zuletzt gelesen:

Mike Ashley: Sherlock Holmes und der Fluch von Addleton (Ein Buch mit mehr als 500 Seiten):
Wer Sherlock Holmes mag sollte dieses Buch lesen.
Erstens werden hier in Original-Geschichten erwähnte, aber nicht aufgezeichnete Fälle beschrieben. Was ich eine sehr schöne Idee finde.
Zweitens ist nicht eine schlechte Geschichte dabei. Höchstens 2-3 an denen man auf hohem Niveau rummäkeln kann.
Drittens fühlen sie sich "echt" an. Das Buch hätte auch von Arthur Conan Doyle stammen können.

Eigentlich bin ich kein Fan von Kategorien die einen bestimmten Autor vorgeben. Aber in dieser Challenge hat das tatsächlich zu einer Bereicherung meines Lesestoffes geführt. Anne Rice - Hexentrilogie, John Grisham (auf den ich so gar keinen Bock hatte) hat tatsächlich eine ganz ansprechende Jugendbuchreihe geschrieben, die auch noch unser Sohn gelesen hat und
Brandon Sanderson – Elantris (Ein Buch von Brandon Sanderson):
Einst war die Stadt Elantris bewohnt von einer Art magisch begabte Übermenschen, in die sich vorher ganz gewöhnliche Leute mehr oder weniger zufällig verwandelten. Bis zu dem Tag, an dem die Verwandlung plötzlich zu ganz anderen Ergebnissen führt. Die neuen Wesen haben keine Magie mehr, seltsame verunstaltende Hautverfärbungen, sind kaum zu töten, aber Verletzungen heilen nicht mehr. Als auch Kronprinz Raoden dieses Schicksal ereilt, wird er wie alle anderen Betroffenen in Elantris eingesperrt und gilt als tot. Was seine Verlobte Sarene schon bei ihrer Ankunft im Königreich zur Witwe macht, da der bereits unterzeichnete Ehevertrag gültig ist und die Hochzeit auch bei zwischenzeitlichen Tod eines Ehepartners vorsieht. Beide sind von verschiedenen Seiten damit beschäftigt das Geheimnis von Elantris zu lösen und gleichzeitig das Land durch weitere Bedrohungen von aussen und innen zu retten (Eroberungsambitionen von Nachbarländern, ungeeigneter eigener Herrscher, jetzt auch noch ohne geeigneten Thronfolger etc.)
Die Grundidee, die Beschreibung der völlig abseitigen Gesellschaft von Elantris, die Auflösung des ganzen, alles sehr gut gemacht. Einziger Störfaktor sind streckenweise die Charaktere, die einfach zu gut, fähig, schlau usw. sind. Gerade gegen Ende führt das dazu das die Geschichte etwas zu überhastet wirkt, weil sie in ihrer maßlosen Kompetenz alles zu schnell und einfach lösen. Insgesamt aber ein durchaus lesenswertes Buch.


Offline Lyris

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #61 am: 25.03.2019 | 13:14 »
#3 - Liv
51 - Bücher gelesen, 348 Punkte
Lieblingsbuch der letzten Zeit: LEGO Chima, Löwen gegen Krokodile/Wölfe gegen Adler
Viele bunte Bilder, abgedrehte Geschichten, -aus meiner Sicht- kein Kinderbuch, das man ruhig auch als Erwachsener lesen kann, aber Hauptsache ihr gefällts.  ;)

Offline Ginster

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #62 am: 27.03.2019 | 17:26 »
Bisschen spät, habe den Thread gerade erst gesehen, aber: ich hatte mir für dieses Jahr 40 Bücher vorgenommen. Bin bei 11, ist also noch zu schaffen, allerdings habe ich auch vier weitere abgebrochen ... also, wenn ich's nicht schaffe sind schlechte Bücher schuld  ;)

Offline Huhn

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #63 am: 27.03.2019 | 21:33 »
Willkommen im Club, Ginster! Das mit den abgebrochenen Büchern kenne ich. Wobei es bei mir nichtmal unbedingt die schlechten Bücher trifft, sondern häufig auch einfach Büchern meiner Angewohnheit zum Opfer fallen, mehrere Bücher gleichzeitig lesen zu wollen. Klappt oft - aber gelegentlich liegt dann halt das ein oder andere Buch doch so lange halbgelesen herum, dass ich von vorne beginnen muss.  :-[
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Offline Lyris

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #64 am: 28.03.2019 | 08:34 »
Hihi. Das scheint noch weiter verbreitet zu sein.
In meiner Challenge kommt die Kategorie "Lies ein Buch, das du zuvor abgebrochen hast" vor. Die Challenge-Ersteller scheinen das Problem auch zu kennen. Und ich habe auch schon sofort zu Jahresanfang ein passendes Buch dafür vorgesehen gehabt.  :-[ ;D

Es ist aber auch schwer, wenn man so viele tolle interessante Bücher rumliegen hat, beim aktuellen zu bleiben wenn da gerade so eine gewisse Durststrecke aufkommt.

Offline Weltengeist

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #65 am: 28.03.2019 | 08:42 »
Es ist aber auch schwer, wenn man so viele tolle interessante Bücher rumliegen hat, beim aktuellen zu bleiben wenn da gerade so eine gewisse Durststrecke aufkommt.

Man könnte auch sagen: Das Leben ist zu kurz, um es mit schlechten Büchern zuzubringen. Nicht alles, was man anfängt, erfüllt auch die Erwartungen. Ich versuche zwar tatsächlich derzeit, alles durchzulesen, was ich anfange, aber ich habe das im letzten halben Jahr auch schon ein paar Mal ziemlich bereut (weil es eben doch keine "Durststrecke" war, sondern das Buch einfach aus meiner Sicht nicht besser wurde).
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Offline Lyris

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #66 am: 28.03.2019 | 09:32 »
Man könnte auch sagen: Das Leben ist zu kurz, um es mit schlechten Büchern zuzubringen.
Definitiv.
Glücklicherweise kommen mir eher selten wirklich schlechte Bücher unter. Eher welche, die ganz nett sind oder ganz interessant mit Schwächen, die anfangen nach 200-500 Seiten zu nerven oder in der Qualittät schwankend.

#4
Da ich derzeit krank bin ist "ganz nett" aber grad gar nicht so schlecht. Zu viel Anspruch oder Seiten sind nicht drin. Daher sind Kurzgeschichten und Jugendbücher der Renner. Gerade fertig:
John Grisham: Theo Boone und der entflohene Mörder (Ein Buch das gesellschaftskritisch ist )
Im 5. Band der Theo-Boone-Reihe wird der Fall aus dem ersten Buch, der in allen anderen Bänden immer als Nebenhandlung mitgelaufen ist wieder aufgegriffen und (fast beinahe) zu Ende gebracht. War ich am Ende des ersten/Anfang des zweiten Buches noch etwas geschockt, das das "einfach so aufhört", fand ich im Nachhinein die Idee des roten Fadens ganz gut. Ein kleiner Hinweis wäre vielleicht nett gewesen.
Warum gesellschaftskritisch? Es tauchen Themen wie Todesstrafe, illegale Einwanderer, Rassismus, der (hier manchmal etwas rüde) Umgang mit Zeugen vor Gericht, Obdachlosigkeit auf. Teils nur kurz angerissen, unterschwellig. Teils deutlich, wenn auch recht neutral behandelt. Teils aber unmißverständlich, das da etwas schiefläuft. Immer aber als Denkanstoß, zumindest wenn man sich mit dem entsprechendem Thema nicht sowieso schon auseinandergesetzt hat.

Fast fertig (das zählt schon so gut wie  ;)):
Jim Butcher: Fallstudien (Das neueste Buch einer Serie, die du begonnen, aber noch nicht abgeschlossen hast )
Fallstudien ist zwar kein regulärer Band, sondern eine Sammlung von Kurzgeschichten im Dresden-Files-Universum (Die dunklen Fälle des Harry Dresden), aber ich finde das zählt auch.
Außerdem bin ich der Meinung Jim Butcher kann Kurzgeschichten besser als ganze Bücher. Hier haben wir einen bunten Stauß davon. Immer mit einer kleinen Einführung, wo die Geschichte zeitlich einzuordnen ist, oft auch ein paar Worte zur Entstehung. Von vor der Serie bis in neuere Zeiten, über Harry, über x-verschiedene andere Charaktere der Serie (als Hauptfigur), mal witzig, mal ernst oder beides, immer unterhaltsam. Empfehlenswert, aber man sollte mit der Reihe schon vertraut sein, als Einstieg taugt es nicht.

Damit bin ich bei Buch 58.

Offline Huhn

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #67 am: 28.03.2019 | 09:37 »
Also so richtig bereut habe ich es nie, ein Buch zu Ende gelesen zu haben. Auch wenn ich mich über einige schon etwas geärgert habe, weil sie echt nicht gut waren. Meist überwiegt aber doch der Ärger, das Buch nicht beendet zu haben (weil es mir dann ewig im Kopf rumspukt, dass ich das ja auch noch lesen wollte).

Mir fallen spontan nur wenige Bücher ein, die ich wirklich nicht weiterlesen wollte. Das eine war ein ultralangweiliges Kinderbuch meines Vaters. Irgendwas mit Steinzeitjägern. Mein Vater fand es super. Mir hat es bloß beim Einschlafen geholfen. Ein anderes war "Schuld und Sühne" von Dostojewskij. Wobei mir da gesagt wurde, dass es an der Übersetzung gelegen haben könnte. Möglicherweise versuche ich es irgendwann mit der Neuübersetzung, "Verbrechen und Strafe", die näher am Original sein soll, noch einmal.
« Letzte Änderung: 28.03.2019 | 09:38 von Huhn »
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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #68 am: 10.04.2019 | 06:27 »
#8
Stephen King: Der Outsider
(Zählt für: 25 Bücher lesen (8/25), Popsugar (6): A book about someone with a superpower)

Mein vorerst mal wieder letzter Anlauf mit Stephen King. Dieses hier hat mir aber ganz gut gefallen, auch wenn es nicht der große Wurf ist.
Typisch für King braucht das 750-Seiten-Buch ewig, um sich zu entfalten (wobei ich auch schon noch langsameres von King gelesen habe), bastelt dann eine ganz gute Geschichte, die zum Ende hin dann aber ein bisschen unbefriedigend endet.

Popsugar: "superpower" trifft es hier nicht zu 100%, aber es passt dann doch wieder irgendwie.
In der Macht der Dunkelheit liegt ein Hauch von Dämlichkeit.

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #69 am: 19.04.2019 | 22:54 »
#12
Kathrin Passig, Sascha Lobo - Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin
(Challenge: 40 Bücher lesen)

Ein Ratgeber für alle, denen jegliche Selbstdisziplin fehlt und bei denen deshalb Ratschläge wie "Du musst das nur gut genug planen" oder "Dann reisst du dich halt ein bisschen am Riemen" oder auch "Hä? Wo ist denn da jetzt das Problem?" nicht weiterhelfen. LOBOs (Anhänger des "Lifestyle of Bad Organisation") wird hier endlich ein Hilfsmittel an die Hand gegeben, mit Hilfe dessen sie ihre vermeintlichen Schwäche kontern oder sogar zu ihrem Vorteil nutzen können. Angefangen mit der Erkenntnis, dass Arbeit, die zu Prokrastination führt, vielleicht auch einfach scheiße ist oder einem nicht liegt und deswegen wahlweise nicht erledigt oder delegiert werden sollte (Jobwechsel können Wunder wirken). Wenn sie dann doch mal wirklich gemacht werden muss, können unter anderem Deadlines, die Zusammenarbeit mit anderen LOBOs und eine wirklich realistische Zeitplanung (die berücksichtigt, dass die Arbeit sowieso erst auf den letzten Drücker erledigt wird) helfen sowie natürlich das Runterschrauben der eigenen Ansprüche an das Arbeitsergebnis ("Für nur fünf Minuten gar nicht so schlecht."). Naja und zur Not kann man auch einfach vor der Arbeit kapitulieren und sich wortreich entschuldigen. Oder wortlos in die Karibik auswandern.  ;D

Das Buch hatte ein freundlicher Tanelorni mir empfohlen, als ich mich darüber aufgeregt habe, dass Hilfsangebote bei Arbeitsstörungen sich grundsätzlich in irgendeiner Form von Stundenplänen ergehen. Was halt nicht hilft, wenn dann die Kraft fehlt, den schön geplanten Plan auch umzusetzen (Selbstdiziplin hilft offenkundig nicht gegen einen Mangel an Selbstdisziplin :think:). Das Buch las sich tatsächlich überaus vergnüglich. Ich habe viel gelacht und das Lesen auch nicht vor mir hergeschoben. :D Konkrete Hilfestellungen oder ein ultimativer Masterplan zum Umgang mit Prokrastination sind eher nicht der Fokus des Buches und einige der genannten Vorschläge sind mit einem Körnchen Salz zu lesen. Vielmehr geht es um die Rückversicherung, dass so ziemlich jeder Mensch mal Dinge vor sich herschiebt, dass das normal ist und sogar gesund sein kann. Oft geht gar nicht die Welt unter, nur weil eine bestimmte Tätigkeit verspätet oder gar nicht erledigt wurde. :o Und manch unangenehme Tätigkeit sollten auch einfach andere erledigen, die sie weniger furchtbar finden. Allein die Tatsache, dass eine Tätigkeit ein Übermaß an Selbstdisziplin erfordert, führt auf lange Sicht vermutlich zu wenig Glück und spricht nicht dafür, dass es gut ist, sie dauerhaft erledigen zu wollen. Das Buch feiert die gute Art der Prokrastination sogar. Das ist die Art, bei der mit Begeisterung Sachen gemacht werden, die wirklich Freude bereiten und das Leben bereichern - manchmal ergibt sich aus solch einer Prokrastinationstätigkeit am Ende mehr, als aus der mit Selbstdisziplin durchgewürgten Arbeit.

Ganz interessant fand ich ja, mal so nebenbei, dass dieses Buch mit seinem völlig anderen Ansatz beim Thema Aufräumen zu ganz ähnlichen Ideen wie Marie Kondo kam: Erstmal entrümpeln, dann aufräumen und bloß nicht noch mehr Regale kaufen. Unterschied war dann, dass Kondo versprach, dass hinterher die Wohnung auf immer und ewig ordentlich sei, während Passig und Lobo deprimiert die Ansicht vertreten, dass mit der Entrümpelung nur die Chance auf totales Chaos verringert würde. Und die Einstellung einer Putzhilfe empfehlen. ;D (Und bevor hier Gerüchte aufkochen - ich hab gar keine Aufräumprobleme und meine Wohnung sieht ok aus... ich les bloß gern Aufräumbücher^^)

Alles in allem ein wirklich empfehlenswertes Buch für alle, die mit ihrem Latein und der Auswahl an handelsüblichen Tipps gegen Prokrastination am Ende sind und sich einfach mal freundlich auf die Schulter klopfen lassen und Alternativen zum Durchbeissen aufzeigen lassen möchten.
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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #70 am: 22.04.2019 | 22:53 »
#13
Cardon Wârtain - Welt der Schatten: Schwert und Mistelzweig (Zeitensprung Bd. 2)
(Challenge: 40 Bücher lesen, Tanelorn-Challenge: Ein Buch, das von einem Autor unter Pseudonym/anderem Namen geschrieben wurde (?))

Etwas längere Review weil VtM und so.

Inhalt
Welf Gisbert, ein Vampir vom Clan der Rosen und der Vampirjäger Jacint fühlen sich auf unerklärliche Weise zueinander hingezogen. Um ihre eigentlich undenkbare Liebe möglich zu machen, verkauft Welf dem Prinzen der Domäne den Jäger als einzigartige Waffe im Kampf gegen den Sabbat. Schneller als Welf sich versieht ist er daraufhin seinen geruhsamen Job als Sekretär los und wird nun für die Dornen, eine geheime Clansorganisation, gemeinsam mit Jacint in den Kampf geschickt. Die Undercoveraktion gerät recht bald aus dem Ruder und plötzlich ist zwar der Prinz Welf wohlgesinnt, dafür aber der Sabbat hinter ihm her. Immerhin entdeckt Welf, dass in ihm doch mehr steckt als ein mittelmäßiger Kunstmakler. Und auch der Jäger Jacint hat einige Überraschungen zu bieten. Ob das ausreichen wird, dem Sabbat Einhalt zu gebieten? Und bleibt bei all dem Stress noch Zeit für eine vernünftige Beziehung mit Zukunft?

Warum habe ich das Buch gelesen?
Ich habe das Buch gekauft und gelesen, weil sich der MAIN-Verlag, in dem es erschien, um die Übersetzung der V5 beworben hat und ich neugierig war, was sie sonst so in die Richtung verlegt haben. Im vorliegenden Roman wurden, vermutlich aus Copyright-Gründen, die Clansnamen verändert (Clan der Rosen, Clan der Gelehrten, Clan des Mondes etc.). Ansonsten spielt es aber ganz klar in der oWoD mit ihrer politischen und gesellschaftlichen Struktur und mit allen Vor- und Nachteilen, die Vampire und Jäger dort so mit sich bringen. Die ein oder andere Regel legt der Autor, wenn ich das mit meinen bescheidenen Kenntnissen der oWoD sehen kann, wohl etwas freier aus (etwa können Vampire Wein trinken, wenn sie einen Tropfen Blut beifügen, das habe ich anders kennengelernt) - aber zugunsten einer flüssigen Story sind solche Freiheiten in Ordnung. Insofern - ein WoD-Roman "mit abgefeilter Seriennummer", wie es hier im Tanelorn immer so schön heißt. Vorkenntnisse der oWoD sind definitiv fürs Verständnis von Vorteil, wenn auch nicht unbedingt notwendig.

Zur Handlung
Die Story selbst ist im Grunde okay. Die gemeinsamen Jagden der Protagonisten auf den Sabbat sind wirklich unterhaltsam und auch sonst hatte das Buch ein paar überaus vergnügliche Momente. Dass der Toreador die Rose mitten im Kampf innehält und überlegt, welche Bilder wertlos genug sind, um damit Sabbati zu bewerfen und welche er noch gewinnbringend versteigern kann, fängt den Clan für mich wirklich schön ein. Auch die Szene, in der der Jäger Jacint fassungslos feststellen muss, dass gar nicht alle Vampire geschickte Kampfmaschinen sind, sondern im Gegenteil sein Freund Welf recht zart besaitet und im Kampf völlig unerfahren ist ("Ich kann das vielleicht gar nicht?!"), war wirklich witzig.

Im Verlauf der Handlung waren mir einige Entscheidungen sowohl der Protagonisten als auch einiger NSC und insbesondere des Prinzen aber nicht so ganz schlüssig. Jaaaa, Welf und Jacint müssen untertauchen. Aber wieso sie das unbedingt in einem teuren Wellnesshotel tun müssen, erschloss sich mir nicht so recht, auch wenn Welf es etwas fadenscheinig zu begründen versucht. Wieso der Prinz ihnen das auch noch bezahlt, erschließt sich mir noch viel weniger. Der Prinz kommt insgesamt ein wenig dümmlich rüber für meinen Geschmack. Ich meine, der fragt nicht nach, wie ein kleiner Sekretär plötzlich zu Verbindungen zu einem berüchtigten Vampirjäger kommt? Und er nutzt diese Verbindungen nicht aus, um mehr über die Geheimnisse der Jäger zu erfahren? Er braucht das halbe Buch, um von der Beziehung zwischen Welf und Jacint auch nur zu ahnen? Er erhebt ohne jede Not Welf in den Stand eines Ancilla - was weder Welf noch ihm irgendeinen Vorteil zu bringen scheint, weil die Erhebung geheim bleiben soll. Und er nutzt es nicht zu seinem Vorteil, dass Welf nach der scheinbar gescheiterten Undercovermission reumütig vor ihm steht. Ich an Stelle des Prinzen hätte Welf ja in dem Glauben gelassen, dass er es voll verbockt habe und hätte weitere kostenlose Dienste aus ihm rausgequetscht. Das schlichte Gemüt des Prinzen wird aber ausgeglichen durch den ebenso dümmlichen Welf, der eine geheime Erhebung zum Ancilla, die ihm außer einem warmen Händedruck keinerlei Vorteil zu bringen verspricht, ehrlich als eine tolle Belohnung empfindet.  ::) Insgesamt erschloss sich mir nicht, warum die Beziehung zwischen Welf und Jacint von niemandem ausgenutzt wurde. Ich meine hey - total verboten und außerdem für beide Seiten potentiell rufschädigend und man könnte sie total toll damit erpressen? Nicht? Na gut.

Ein fieses Plothole war auch dieses Gedankenlesen... es war mir nicht klar, wann welche der Gedanken, die Welf hat, anderen zugänglich sind. Und es war schon sehr merkwürdig, dass bei all den Gedankenleser_innen nicht eine_r darauf stieß, dass Welf dauernd an seinen Geliebten denkt.

Mein größtes Problem mit der Handlung war aber wohl vor allem, dass ihr für meinen Geschmack eine ziemlich schräge Auslegung der WoD innewohnte. Klar - Liebesgeschichten gehen immer. Aber bei VtM denke ich nicht unbedingt daran, wie ein Vampir und ein Vampirjäger wohl ihren Urlaub in einem Wellnesshotel verbringen. Oder einen neuen Wohnzimmertisch kaufen. Ich denke, hier schlugen zwei Herzen in einer Brust - einseits eben der Wunsch des Autors nach einem Vampirroman, andererseits aber auch der Wunsch nach einer realtistisch gestalteten homosexuellen (und total mundanen) Beziehung. So ganz ist ihm die Gratwanderung nicht gelungen, auch wenn die einzelnen Szenen für sich betrachtet ganz schnuffig waren.

Abseits der Handlung lässt der Autor seine Romanfiguren auch gern mal seine moralischen Grundhaltungen hinausposaunen, was in zwei echt unpassenden Szenen mündet. In einer halten diverse Hotelgäste flammende Pro-Homo-Reden. In einer anderen wird einer unter Drogen stehenden Prosituierten eine Rede über die Schlechtigkeit der Drogen gehalten. Beide Szenen waren für die Handlung völlig irrelevant und ich empfand sie als moralinsauer und unerheblich.

Woran ich insgesamt nicht so rankam, war die Unzahl an Sexszenen. Mir nicht klar, wozu sie dienen sollten. Um wirklich erotisch zu sein, waren sie zumeist zu kurz und oberflächlich abgehandelt. Aber die Handlung brachten sie auch nicht voran. Spätestens nach dem dritten oder vierten Schäferstündchen hatte ich schon begriffen, dass die beiden Protagonisten einander totaaal sexy fanden, warum das so auswalzen? Naja, vielleicht bin ich als weibliches Huhn auch einfach nicht die Zielgruppe dieses Parts der Erzählung gewesen? Mich hat insgesamt die ganze Liebesgeschichte recht kalt gelasen, weil mir irgendwie nicht so ganz klar wurde, was die beiden Protagonisten eigentlich aneinander finden, außer dass sie halt aufeinander stehen, weil sie eben aufeinander stehen. Zwar werden übernatürliche Gründe für ihre Liebe angedeutet, aber so richtig Tiefe brachte das nicht in die Beziehung und die Figuren. Insbesondere Jacint fand ich irgendwie abseits dessen, dass er Jäger und in Welf verliebt ist, recht belanglos und blass.

Zur Erzählweise
Sprachlich weiß ich das Buch nicht so recht einzuordnen. Die Story lebt definitiv vom sehr umgangssprachlichen Tonfall, in dem sie aus Sicht von Welf erzählt wird. Allerdings gab es einige Stellen, an denen für meinen Geschmack die Grenze zwischen "umgangssprachlich" und "falsch" überschritten wurde. Das geht los beim Klappentext, der von einem "innerlichen Konflikt" (statt "innerem") spricht weiter über einige Sätze im Buch, die ich mehrfach lesen musste, bis ich verstanden hatte, was sie mir sagen wollen: "Er machte schnell vor mir hin und her" (oder so ähnlich), klingt einfach nur merkwürdig - warum nicht "Er tigerte unruhig auf und ab" oder sowas?

Einige Tatsachen wurden für meinen Geschmack echt zu oft wiederholt: Andauernd wird erwähnt, dass Welf übrigens beim Clan der Rosen ist. Rosen. Eine Rose. Und er liebt Kunst, wie alle Rosen. Weil Rosen halt so sind, ne? Auch wird der Autor nicht müde zu betonen, wie unglaublich intrigant es in der Vampirwelt zuginge - aber abgesehen von ein paar bitchigen Zetereien passiert in der Richtung innerhalb des Clans eigentlich nicht viel. Etwas weniger erzählen und mehr zeigen wäre schön gewesen.

Zur Gestaltung
Die Covergestaltung gefällt mir persönlich echt gut. Und das Buch hat so nen gummierten Softcovereinband, was ich persönlich sehr mag, weil ich gern gummierte Einbände befummel. Pluspunkt!  ;D Das Format fand ich ungewöhnlich - irgendwie ein wenig breiter als normale Taschenbücher, dadurch zieht sich auch der Schriftblock etwas mehr in die Breite, woran ich mich aber recht schnell gewöhnt hatte. Zwei Überschriften werden oben von einer verzierenden Borte abgeschnitten. Keine Ahnung, ob das Absicht ist, aber es sieht komisch aus und tritt nur bei den Überschriften auf, die über zwei Zeilen reichen. Wenns Absicht war, wars keine gute Wahl - denn es sieht einfach nur aus, als wäre hier ein Bildrahmen über den Textrahmen gerutscht.

Zusammenfassung
So alles in allem war das Buch leicht lesbar und, nachdem ich mich an den recht eigenen Erzählstil gewöhnt hatte, auch ganz unterhaltsam. Der Hintergrund orientiert sich mit einigen Freiheiten klar an der oWoD, wobei die Handlung für meinen Geschmack stellenweise ziemlich weit von dem entfernt ist, was ich mit der oWoD bespielen würde. So alles in allem würde ich sagen: Das Buch war ok. Nicht so richtig gut, aber auch nicht total mies.
« Letzte Änderung: 22.04.2019 | 22:56 von Huhn »
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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #71 am: 24.04.2019 | 10:16 »
#14
Maxim Gorki - Sommergäste
(Challenge: 40 Bücher lesen)

Ein Haufen mittelreicher Leute langweilt sich im Sommerurlaub und erzählt sich gegenseitig, wie langweilig sie alle doch sind.

Das Heftchen ist Teil einer kleinen Reclam-Sammlung, die ich mal geschenkt bekommen habe, als wer aussortiert hat, und im Rahmen dieser Challenge will ich die Dinger endlich mal lesen (Klolektüre, hurra!). Ganz ehrlich - an das Stück kam ich nicht ran. Das Nachwort erläutert den historischen Zusammenhang (es erschien 1904, kurz vor der Revolution; die russische Intelligenz wird als "zwischen den Ständen stehend" und daher ihrer Identität unsicher dargestellt) und auch den literarischen Wert (die klassische Dramenstruktur und -handlung wird aufgebrochen zugunsten scheinbar lose zusammenhängender, kurzer Gesprächssequenzen), was mir immerhin ein wenig Verständnis für das Stück abringen konnte. Aber das Nachwort deutet auch schon an, dass dieses Stück bereits 1904 nur mit Anpassungen für Deutsche interessant war, weil wir einfach diesen sozialen Stand mit seinen Problemen so nicht hatten. Aus heutiger Sicht kommt neben dem kulturellen natürlich auch der zeitliche Abstand hinzu. Zum Lesen war es deswegen für mich wirklich schrecklich langweilig.
Interessanterweise ist das Stück gerade erst in Berlin aufgeführt worden und der Trailer der Umsetzung sah auf jeden Fall schon viel interessanter aus als das Buch sich las. Eventuell lebt das Stück auch einfach von einer gut gemachten Umsetzung und weniger von der trockenen Lektüre?
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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #72 am: 28.04.2019 | 19:21 »
#15
Jamie Delano - John Constantine. Hellblazer: Original Sins
(Challenge: 40 Bücher lesen, Tanelorn-Challenge: Ein Buch, das der Auftakt zu einer Reihe ist)

Der erste Sammelband mit der Geschichte des Magiers und Antihelden John Constantine im Kampf unter anderem gegen Dämonen, religiöse Fanatiker, Skinheads und sich selbst.

Gefällt mir sehr viel besser als die spätere Fortsetzung von Garth Ennis (ich werd mit Ennis einfach nicht warm). Insbesondere wirkt Constantine etwas nahbarer. Er war jetzt mehr Harry Dresden und weniger Punisher. Fand ich gut! Die Qualität der Geschichten schwankt etwas. Die über mehrere Storys aufgebaute (und offenbar auch noch nicht abgeschlossene) Handlung um die Resurrection Cursaders und die Damnation Army fand ich ziemlich gut. Mit "When Johnny comes marching home" konnte ich wenig anfangen, weil ich Geschichten um irgendwelche leidenden Vietnam-Veteranen uninteressant finde. Ist einfach nicht mein Thema. Die letzte Geschichte mit dem Swamp Thing fand ich ganz nett, habe sie aber nicht wirklich verstanden. Offenbar müsste ich hierfür die Swamp Thing-Bände gelesen haben. So fehlt mir jeglicher Hintergrund. Ich hab keine Ahnung, wer das Swamp Thing ist, was er kann, was er will und wer die weiteren Personen sind, die auftauchen. Offenbar wird das auch nicht aufgelöst - die Crossovergeschichte wird laut Internet im Swamp Thing weitergeführt und nicht bei Hellblazer. Was die ganze Geschichte zu einem recht merkwürdigen und aus dem Gesamtzusammenhang gerissenen Gastauftritt macht.

Insgesamt wars aber eine unterhaltsame Lektüre und ich freu mich auf den zweiten Band.  :)
« Letzte Änderung: 28.04.2019 | 19:26 von Huhn »
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Offline Lyris

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #73 am: 1.05.2019 | 16:05 »
#5
Bertha von Suttner: Die Waffen nieder! - Ein Buch aus der „Liste der verbrannten Bücher“ https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_verbrannten_B%C3%BCcher_1933 (linzthebookworm-Challenge, ursprünglich:  Read a book on a banned book list)
Vordergründig wird die Lebens- und Liebesgeschichte der Gräfin Martha Althaus gegen Ende des 19. Jahrhunderts erzählt. Eigentlich handelt es sich um einen einzigen Aufruf zum Frieden. Aus heutiger Sicht ist es zusätzlich ein Einblick in die damalige Geschichte - von einer Zeitzeugin. Hier ist auch ganz hilfreich, dass sich Martha geordnete Niederschriften zu bestimmten vorausgegangenen Ereignissen macht, die zur momentanen Situation führten. Trotzdem habe ich mich zwischendrin immer mal ein wenig genauer über den historischen Hintergrund oder Personen informiert. Es ist halt nicht mehr 1889. Die eigentliche Zielgruppe damals war halt näher dran.  :)
Durch die altertümliche Sprache und viele lange Dialoge, eingefügten Abhandlungen, Reden, weitschweifigen Briefen etc. ist das Buch manchmal etwas anstrengend. Trotzdem ist es spannend und interessant zu lesen. Auch im Hinblick was von den Dingen die sich die Hauptfigur (und somit die Autorin) für die Zukunft erhofft, z. B. ein vereinigtes, friedliches Europa, nach gut 100 Jahren inzwischen eingetreten ist - und woran es immer noch hapert.

Zur Erholung werde ich mir nun Liz letztes Buch Thomas Schmid: Die wilden Küken, Es spukt! vornehmen. Nach meiner Vor-Leserin scheint es lustig, spannend und unterhaltsam zu sein. Zumindest hat sie es heute fast in einem Zug weggeputzt (leider mussten wir irgendwann auch einmal Mittag essen) und sich sichtlich amüsiert.

Stand somit:
Lyris 79 von 100 Büchern
Liz 55 von 100 Büchern, 370 Punkte

« Letzte Änderung: 4.05.2019 | 10:56 von Lyris »

Offline Ginster

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Re: Reading Challenge 2019
« Antwort #74 am: 2.05.2019 | 10:01 »
# 12
Simon Weinert - Tassilo der Mumienabrichter

Sehr dichtes Setting. Schräg, aber nicht zu schräg. So wirkt die Stadt Elon nicht klamaukig, sondern fast schon in sich völlig logisch. Und auch der Protagonist ist zutiefst in den Denkströmen verankert. Ein (später aber wichtiger) Twist holt mich leider nicht ab, trotzdem ein tolles Buch. 8/10

#13
Gregg Hurwitz - Orphan X

Was soll man sagen? Schneller, durchdachter, moderner Agenten-Thriller. Abzug für die etwas zu langen Rückblenden im Präsens, aber das ist vielleicht etwas subjektiv. Sonst mE makellos. 9/10