Ich habe gestern dann doch mit der Liebsten auch Folge 1 gesehen. Mein Fazit vorweg: Die Soundeffekte waren ganz cool.
Der Rest... muss man schauen, wo sie damit hinwollen.
Zunächst mal: Die Meisten Dinge, über die sich hier gestritten wird (und das wieder in einem
Tonfall.. meine Güte

Leute ist ist
fiktiv,
optionale Unterhaltung! Wie fragil muss man in seiner Nerd-Persönlichkeit sein, um mit solchen rhetorischen Geschützen zu ballern, ey...

) haben uns gar nicht
so massiv gestört. Das Zusammenrollen auf dem Stuhl...pft naja. Meine Freundin fands lustig, ich wusste ja dass es kommt. Holo-Persönlichkeiten... joa, da musste halt was BRANDNEUES her und typische SciFi-Tropes wie Androiden und Cyborgs sind ja schon da. Kann man machen, muss man vielleicht nicht. Nicht-magersüchtige Menschen auf nem Ausbildungschiff... yeah, wenn man sonst nix findet, worüber man sich aufregen will. Und physikalische Korrektheit bei Star Trek...? Lol.
Die eigentlichen Schwächen bzw. Ungereimtheiten sehe ich beim Drehbuch, da wurden einige Entscheidungen getroffen, die ich einfach nicht verstehe:
- Die Anfangsszene.
Gehen wir mal für nen Moment davon aus, dass man bei einer neuen Serie in der ersten Szene ein bisschen schonmal anteasern will, worum es da gehen soll. Dann entnehme ich: Föderation hält Kriegsgericht, manipuliert eine Mutter, um mitzuhelfen und bestraft diese dann dafür, um dann zu versuchen, den Sohn (der gerade seiner einzigen Vertrauensperson gewaltsam! entrissen wurde - mehr traumatisieren kann man einen Menschen eigentlich nicht in so kurzer Zeit) in ihre Organisation hinein zu manupulieren...?! Hier wird sowohl der Hauptcharakter als auch die Föderation innerhalb weniger Minuten komplett zerlegt. Hell, wir hätten fast aufgehört zu gucken! Tatsächlich tat mir Nus Braka echt leid in der Szene, und sowohl sein wie auch Calebs Motivation haben mich komplett überzeugt.
Allen, die DISCO S3 nicht geguckt haben (wie mich, ich hab halt nur mal zum Burn was nachgelesen) wird nochmal die Story auf nem Spaziergang im Park nacherzählt - also Tell don't show, während man eine ganze Szene aufgewendet hat um die (scheinbaren?) beiden Hauptcharaktere der Serie und ihren Konflikt einen mit dem Zaunpfahl ins Gesicht zu prügeln. Aha.
Und wie war das jetzt: Mama Nahla verliert so mit ~400 Jahren ihren Sohn, um dann (für sie wirklich SEHR) kurze Zeit danach als Richterin (?) Mutter und Sohn auf die obige Weise zu trennen um DANN festzustellen "Hui, das war aber pöse. Da entlasse ich mich dann wohl besser gleich selbst". Und dann hat sie ihn angeblich die ganze Zeit gesucht..? So sah es in ihrer zweiten Szene aber nicht aus. Also eine gehetzte Frau auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit und dem Zwang, ihren Fehler wieder gutzumachen stelle
ich mir anders vor.
Die Etablierung des klischeehaften Teenager-Dreigespanns um "Cooler Außenseiter" vs "Arrogantes Arschloch" werben um die Klassenschönheit innerhalb einer Szene, die nur noch klischeehafter hätte werden können, wenn eine Fehlfunktion sie in einen holografischen Regen gehüllt hätte

Subtil ist anders...
Und dann so Kleinigkeiten. Calebs Frisur
musste korrigiert werden! Aber...alle Anderen dürfen tragen, was sie wollen...? Echt jetzt? Ich mein, direkt dahinter waren zwei Frauen mit langen, teilweise offenen Haaren bzw frecher Strähne.. da musste nix gemacht werden. Und der Klingone.. nagut, wahrscheinlich traditionelle Haartracht, bei denen ist ja eh alles traditionell. Darf nicht angefasst werden, klar... pfft. Wenn man sowas etablieren will, dann konsequent oder macht dann deutlich, das Nahla das macht, um Druck auf Caleb auszuüben. Wäre dann SO aber psychologisch kontraproduktiv.
Sam soll genauso nervig wirken, wie sie es tut. Wenn man das mit der Holo-Kolonie (Holonie...?) schluckt, kann ihr Charakter aber als Comic Relief funktionieren, auch wenn sie mit dem Holodock konkurrieren wird. Ob das so schlau ist...?
Insgesamt durchwachsen. Ein paar interessante Elemente drin, viel zu viel Chrom und Glas (seriously, die Kadetten müssten in der ersten Woce alle erstmal Beulen an der Stirn haben! Ich hab einmal in einem Büro mit nur ein paar Glaswänden gearbeitet, wo der Chef sich gegen Aufkleber ausgeprochen hat - und JEDE·R Neue ist da einmal gegen gerannt) , wobbly writing... am Ende gab es aber den "Plot der Woche" , ich Brakas Auftritt tatsächlich unterhaltsam und die Anspielung an Harry Mudd ist ja offensichtlich und die Auflösung war schon Star Trek-typisch. Ich befürchte nur, dass sie sich mit Caleb eine Burnham 2.0 gebaut haben, zwar deutlich sympathischer und auch besser gespielt, aber Star Trek um eine zentrale Figur herum funktioniert für mich nicht.