Nähmen wir an, es gäbe einen funktionierenden Sozialismus, das muss doch aber nicht bedeuten, dass alle Bewohner in einem solchen System leben wollen:
Da gibt es Egoisten, die das System austricksen und sich bereichern. Da gibt es Leute, die sich mehr Reichtum versprechen, wenn sie kapitalistisch handeln und ihre Mitmenschen ausbeuten könnten. Da gibt es (Nachfahren der) ehemalige(n) Eliten, die die Uhr zurückdrehen wollen. Da gibt es benachbarte, kapitalistische Unterdrückerstaaten, denen ein funktionierender Staat in der Nachbarschaft ein Dorn im Auge ist und die den funktionierenden Sozialismus sabotieren wollen.
Ich sehe da genügend Abenteuerpotential.
Die Sache ist nur, dass man eben etwas von unserer Realität abstrahieren muss. Denn ich denke, dass in unserer Realtität der Kommunismus nicht funktioniert, weil er eben auch gar nicht funktionieren kann. Marx ist von einem falschen Menschenbild ausgegangen und er hat die Erzieh- und Formbarkeit von uns Menschen überschätzt. Für einen funktionierenden Kommunismus bräuchte man bessere Menschen als es sie tatsächlich gibt.
Und die bräuchte man dann auch eigentlich in einer fiktiven Rollenspielwelt, wenn sie dann vollkommen logisch aufgehen sollten. Wenn alle Menschen von den Vorzügen des Kommunismus überzeugt wären und wenn ihr Gemeinsinn so stark wäre, dass sie dieses System unterstützen würden, dann wäre die Welt wohl tatsächlich paradiesisch und das Abenteuerpotential ginge gegen Null. Wenn es aber fiese Leute gibt, gegen die Abenteurer vorgehen könnten, dann würde es die in Abstufungen ja überall geben und das System könnte nicht funktionieren.
Also muss man zwei Annahmen zusammenpacken, die eigentlich nicht zusammengehen. Und man muss im entscheidenden Moment ein bisschen die Augen verschließen.