... Aber das hat Witz, choreografische Brillanz und steckt voller Freude am Spektakel...
Ja, "Der Hobbit" hat schon als Buch einen anderen, kindgerechteren Ton. Und er hat weder die Tiefe noch Länge des HdR. Insofern ist es nachvollziehbar, dass Peter Jackson auch in der Verfilmung einen anderen Ton anschlagen wollte und die Story "etwas ausgefleischt" hat und seiner Freude am Spektakel seinen Lauf gelassen hat.
Und trotzdem sind einer der beiden Unterschiede zum HdR für mich nicht aufgegangen. Das g a n z B e s o n d e r e des Herrn der Ringe sind in meinen Augen seine Epik und Tragik. Das Maß an Humor, das Jackson in die HdR-Filme eingebaut hat, ist in meinen Augen genau richtig. Wir schmunzeln oder lachen, ohne dass Epik und Tragik darunter leiden.
Dass Jackson den leichteren Ton des Hobbit adaptiert hat, würde ich eine Fehlentscheidung nennen. Denn die Epik und Tragik ist das, was die Geschichten in Mittelerde ausmachen. Und die lustigen Spektakel im Hobbit gehen mangels Verbindung zu den Charakteren (und dem Vorwissen, wer alles überleben wird) für mich gar nicht auf.
Anstelle des Spektakels wäre dies eine Chance gewesen, zu zeigen wie ein Held in Angst das richtige in einer ihn überfordernden Situation zu tun versucht. Die Auslieferung des Arkenstein ist der ultimative und zugleich notwendige Verrat an Thorin Eichenschild, einem Mann, der gerade erst begonnen hat, Bilbo zu akzeptieren. Auf diese Entscheidung und seine Konsequenzen hätte der Film hinauslaufen können, der auch nur ein, höchstens zwei Teile hätten sein können.
Die Nutzung neuer Figuren und Nebenhandlungsstränge waren dagegen kein Problem in meinen Augen. Sie waren die Chancen, Figuren zu erschaffen, die auch draufzugehen drohten.
Dass viele Komödianten hervorragend auch das Drama beherrschen, zeigte schon Charlie Chaplin, man denke nur
an die Ansprache an die Welt angesichts des sich ausbreitenden zweiten Weltkriegs.
Ich arbeite manchmal mit speziellen Expert:innen, und einige von Ihnen schaffen es nicht, die Position der Amateure einzunehmen. Sie sind in ihrem Expertentum gefangen, aber können ihre Wissen nicht übersetzen.
Colbert ist natürlich nicht nur Tolkienkenner, sondern auch Experte im Kommunizieren, aber ich hoffe, ihn trägt seine Tolkien-Detail-Wissen nicht zu sehr davon. Darum freue ich mich, dass Philippa Boyens im Schreibteam ist, die beim Herrn der Ringe eine so gute Arbeit geleistet hat.