Autor Thema: [DSA] und "Barbie"-Spiel  (Gelesen 39306 mal)

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Offline carthinius

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #200 am: 14.09.2011 | 15:52 »
Profession: Zückerbäcker und Craft: Zuckerbäcker und fertig (jedenfalls bei 3.5), oder sehe ich das falsch?
Siehst du falsch, denn "Profession: Zuckerbäcker" oder "Craft: Zuckerbäcker" sagen dir nicht, dass dein Charakter deswegen besser in "Wissen: Hofstaat" und "Wissen: Heraldik" ist, dafür aber einen niedrigeren BAB hat und auf keinen Fall als Charakterklasse "Fighter" haben darf.
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #201 am: 14.09.2011 | 16:02 »
Siehst du falsch, denn "Profession: Zuckerbäcker" oder "Craft: Zuckerbäcker" sagen dir nicht, dass dein Charakter deswegen besser in "Wissen: Hofstaat" und "Wissen: Heraldik" ist, dafür aber einen niedrigeren BAB hat und auf keinen Fall als Charakterklasse "Fighter" haben darf.
Expert ?
btw das Zuckerbäckerin Julie gut mit dem Zweihänder ist oder nicht sagt mir die Prof auch nicht, noch ob sie ne Veteranin des Schwertzuges ist
“Uh, hey Bob?”
“What Steve?”
“Do you feel like we’ve forgotten anything?”
Sigh. “No Steve. I have my sword and my bow, and my arrows and my cloak and this hobbit here. What could I have forgotten?”
“I don’t know, like, all of our stuff? Like the tent, the bedroll, my shovel, your pot, our cups, the food, our water, your dice, my basket, that net, our spare nails and arrowheads, Jim’s pick, my shovel, the tent-pegs…”
“Crap.”

ChaosAmSpieltisch

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #202 am: 14.09.2011 | 16:04 »
Dann gib ihm die Klasse Barde (die hat ja nur bedingt was mit Singen zu tun)

wobei ich den Fighter für einen Zuckerbäcker echt für die ideale (Spieler)-Klasse bei Dnd 3.X halte.

Ja, der Typ ist Zuckerbäcker, damit in einer Gilde, Zunft, oder was weiß ich organisiert, und daher dort auch bei Wehrübungen mitdabei gewesen, und da eben einer der besten.

Die Fighterklasse sagt ja nur, dass derjenige kein schlechter Kämpfer ist, wo er es gelernt hat kann man nicht sagen, und bei der Wehrübung der städtischen Zunft halte ich für eine durchaus gute Erklärung.

Aber auch als Barde, Hexenmeister, Schurke oder sogar Barbar wäre er denkbar (wer schon mal gesehen hat, wie ein Koch heiße Pfannen in Wut durch die Küche wirft, weiß was ich meine)

Schwierig dürfte es bei Kleriker, Mönch, Ranger oder Wizzard werden (um mal Core zu bleiben).

Bei DnD kann ich halt wenige Werte mit viel Hintergrund füllen, bei DSA kann ich viele Werte mit viel Hintergrund füllen. Genauso kann ich bei Dnd wenige Werte mit wenig Hintergrund füllen, wie ich bei DSA viele Werte mit wenig Hintergrund füllen kann.

Eulenspiegel

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #203 am: 14.09.2011 | 16:24 »
Profession: Zückerbäcker und Craft: Zuckerbäcker und fertig (jedenfalls bei 3.5), oder sehe ich das falsch?
OK, in dem Fall gebe ich meinem D&D Charakter einfach "Profession: Krieger" und fertige ist meine Kriegerprofession. Oder sehe ich das falsch?

ChaosAmSpieltisch

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #204 am: 14.09.2011 | 16:25 »
ja, grundsätzlich ja. Niemand sagt ja, dass jemand von Beruf Krieger gut kämpft, ein Geheimdienstgeneral ist auch Soldat, aber muss nicht gut kämpfen können.


Um es mal umfassender zu schreiben: Die Profession sagt ja nichts darüber aus, ob man etwas gut oder schlecht kann, sondern nur, dass man es kann.

Ein Koch bei der Armee ist auch irgendwie ein Krieger, muss aber nur den Kochlöffel schwingen können, nicht das Schwert.
« Letzte Änderung: 14.09.2011 | 16:33 von ChaosAmSpieltisch »

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #205 am: 14.09.2011 | 16:42 »
OK, in dem Fall gebe ich meinem D&D Charakter einfach "Profession: Krieger" und fertige ist meine Kriegerprofession. Oder sehe ich das falsch?

Ja.. neee.. Keine Ahnung.  ;D
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Offline Bad Horse

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #206 am: 14.09.2011 | 16:49 »
Die Frage, ob auch andere Spiele als DSA zum MP-Spiel einladen, halte ich für einen Nebenschauplatz. Ja, das geht auch mit anderen Spielen, DSA bietet besonders viele Anreize dazu.

Ich finde die Frage, ob und wie man das zu Hause erdachte Material einbinden kann oder will, deutlich interessanter.

Zum einen erfordert das natürlich einen stärkeren Dialog von SL zu Spieler, weil der MP-Spieler sein Material dem SL erzählen muss. Wenn man jetzt aber nicht nur einen in der Runde hat, muss sich der SL einen ganzen Haufen Zeugs anhören - und ob das immer so interessant ist, weiß ich nicht. Zumal man als SL ja nicht alles einbinden kann, das ist schon rein zeitlich schlecht drin.
Ob MP-Spieler so wahnsinnig motiviert sind, sich Dinge außerhalb ihres Charakters zu überlegen, weiß ich nicht. Schließlich geht es ja primär darum, sich mit der Figur zu beschäftigen, und da sind relative Geschwindigkeiten von Karavelle zu Luxusdampfer nur dann interessant, wenn der Charakter ein Seemann oder Kapitän ist.
(Kurzes Beispiel aus der praktischen Erfahrung eines MP-Spielers: Ich hab für den Hintergrund meines Chars wahnsinnig gern Indianer und Indianersprachen recherchiert. An Hintergründen für die Mormonen wäre ich trotzdem nicht interessiert gewesen, weil kein Bezug zum Charakter dagewesen wäre; auch wenn wir in Utah herumgereist sind.)

Interessant fände ich es, wenn man ab und zu mal einen Abend "Downtime" machen würde, wo die Charaktere ihren Interessen nachgehen oder sich mit anderen Charakteren und NSCs über ihr Leben und anderes unterhalten. Ich vermute aber, dass solches Tavernenspiel für MP-Spieler interessanter ist als für andere, da sie dabei die Gelegenheit haben, die unbekannteren Facetten ihres Chars einfließen zu lassen ("Sag nur, Gronk der Schreckliche, du kannst töpfern???"). Plotorientierteren Spielern wird das wahrscheinlich schnell langweilig.
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #207 am: 14.09.2011 | 16:52 »
("Sag nur, Gronk der Schreckliche, du kannst töpfern???").
Kann ich für einen FATE-Punkt Ninjas herbeierzählen, die die Kneipe Taverne stürmen? Mir ist öde...

ChaosAmSpieltisch

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #208 am: 14.09.2011 | 16:53 »
Ich habe mal den Versuch gemacht ein paar solcher Spieler etwas auszubauen, was ich den "erweiterten Charakter" genannt habe. Sprich erstell dir deine Freunde, deine Familie, Lebenspartner, usw., aber auch Wohnort, usw. alles was ins dichte Umfeld des Charakters passt, und womit man arbeiten kann.

Leider sind diese Versuche ausser bei den eher nicht so sehr MP-Spielern nicht gefruchtet, die Nicht-MP-Spieler haben hingegen vieles erstellt, da waren dann auch immer gute Plot-Hooks dabei.

Auch ist meine Erfahrung, dass Spieler die Player Empowerment (PE) mögen, eher was dazu basteln, also solche die mit PE Probleme haben.

Hat noch jemand solche Erfahrungen?
« Letzte Änderung: 14.09.2011 | 16:56 von ChaosAmSpieltisch »

Offline korknadel

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #209 am: 14.09.2011 | 16:57 »
(Kurzes Beispiel aus der praktischen Erfahrung eines MP-Spielers: Ich hab für den Hintergrund meines Chars wahnsinnig gern Indianer und Indianersprachen recherchiert. An Hintergründen für die Mormonen wäre ich trotzdem nicht interessiert gewesen, weil kein Bezug zum Charakter dagewesen wäre; auch wenn wir in Utah herumgereist sind.)

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Offline Zwart

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #210 am: 14.09.2011 | 22:09 »
Ich habe das DSA-ist-doof-nein-doch-nein-doch-Geblubber und das Offtopic dahin ausgelagert wo es hingehört, in den allseits beliebten Blubber-Thread.

Bitte bleibt beim Thema.

Danke für die Aufmerksamkeit.
:)
« Letzte Änderung: 14.09.2011 | 22:10 von Zwart »

Offline Rumpel

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #211 am: 15.09.2011 | 11:30 »

Bei DnD kann ich halt wenige Werte mit viel Hintergrund füllen, bei DSA kann ich viele Werte mit viel Hintergrund füllen. Genauso kann ich bei Dnd wenige Werte mit wenig Hintergrund füllen, wie ich bei DSA viele Werte mit wenig Hintergrund füllen kann.

Das trifft es doch ganz gut.
Ansonsten finde ich die Diskussion mit Schwerttänzer ein bisschen müßig, weil es mir nicht um die Frage geht, ob man sich mit anderen Spielen irgendwie auch MP-Charaktere bauen kann. Der Punkt ist doch, dass DSA einen in einer Weise dazu anreizen kann, die z.B. bei Gurps oder Rolemaster oder D&D so nicht gegeben ist, weil eben nicht ganz spezifische Weltdetails unmittelbar in Form von Generierungsregeln gegossen werden, sondern nur ein Gerüst geliefert wird, das man dann mit Farbe versehen kann.
Ich denke mal, dass allenfalls Midgard da noch ähnliche Reize hat wie DSA.
(Und das alles hat jetzt nichts damit zu tun, dass DSA "mehr kann", ich bin ja selbst absolut kein Freund der DSA4-Regeln. Ich persönlich mag Spiele, die ein Grundgerüst für Colour-Elemente liefern, das man nach belieben füllen kann oder auch nicht. Aber ich bin halt auch kein MP-Spieler.)
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #212 am: 15.09.2011 | 12:37 »
Ich selbst verabscheue ja das DSA System, und lange es nicht mehr freiwillig an. Trotzdem finde ich, das es MP-Spieler sehr gut bedient. DSA ist nicht dysfunktional, sondern für MP-Spieler ist es ein gutes System.

Selber neige ich auch hin und wieder etwas zu MP, und ich weiss auch die Anreize dazu in DSA zu schätzen. Nur überwiegen für mich eben die Nachteile im Spiel.

Das Fazit ist für mich jedenfalls, das man wegkommen sollte von dieser "DSA ist scheisse" Einstellung. DSA ist zwar IMHO zum Spielen am Tisch scheisse (anders kann ichs nicht ausdrücken), für MP ist es aber dafür das beste System auf dem Markt.

Offline Rumpel

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #213 am: 15.09.2011 | 12:40 »

Das Fazit ist für mich jedenfalls, das man wegkommen sollte von dieser "DSA ist scheisse" Einstellung. DSA ist zwar IMHO zum Spielen am Tisch scheisse (anders kann ichs nicht ausdrücken), für MP ist es aber dafür das beste System auf dem Markt.

Und trotzdem kann sich sicher auch für MP nur gut sein, wenn ein System wie DSA sich noch mehr darum bemühen würde, den ganzen Generierungsfluff auch am Spieltisch ggf. "funktionieren" zu lassen.
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Offline sindar

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #214 am: 15.09.2011 | 15:01 »
Mal ein paar persoenliche Ansichten von mir:

1. Ich finde mich ein wenig in der Mon-Plaisir-Ecke wieder. Beispiel: Bei meinem auelfischen Wildnislaeufer waere rein wertetechnisch die Zaubermelodie sehr sinnvoll gewesen, aber weil der staendig so weit von zuhause rumlaeuft, habe ich die AP lieber in das Sorgenlied gesteckt, damit er mit seiner Sippe Kontakt halten kann. (Gespielt ist er noch nicht, daher kann ich nicht sicher sagen, ob ich das auch im Spiel anwenden wuerde; sehr wahrscheinlich schon.) Gelegentlich wird also der eigentlich vorherrschende PG in mir von der Barbie ausgebremst.

2. Mon-Plaisir und FATE: OK, des Blechpiraten urspruengliche These (dass sich das Mon-Plaisir-Spiel nicht mit Aspekten vertraegt) ist ja bereits widerlegt, mein Problem mit FATE ist aber eh ein anderes. Eins, das womoeglich auch andere Mon-Plaisir-Spieler haben koennten: Sie beschaeftigen sich ja intensiv mit ihrem Charakter, und ich kann mir vorstellen, dass das dazu fuehrt, dass sie empfindlich darauf reagieren, wenn sich jemand in das Fuehren ihres Chars einmischt. Meinem vagen Verstaendnis von FATE nach ist das dort aber sogar fester Bestandteil der Regeln. Ich kann sowas absolut nicht ausstehen. (Ein Grund uebrigens, warum ich mit den Schlechten Eigenschaften bei DSA ein wenig ein Problem habe, abgesehen von Aengsten. Um Schlechte Eigenschaften auf Werte ueber 6 zu heben, muss ich sehr viel Vertrauen zum Meister haben.)

3. Mon-Plaisir-Spiel und Spielsysteme: Ich glaube, dass DSA so sehr mit dem Mon-Plaisir-Spiel in Verbindung gesetzt wird, hat eher historische Gruende als Gruende im Regelwerk. Dass der Hintergund und das Regelwerk bei DSA eher schlecht zusammenpassen, darueber scheinen sich hier ja alle einig zu sein; um wirklich ideal fuer Mon-Plaisir-Spiel zu sein, sollten sie das aber. Andererseits ist der Spielstil (ohne als solcher bezeichnet worden zu sein) in vielen alten DSA-Publikationen propagiert worden. Midgard (oder GUPRS oder oder oder) mag rein technisch dazu besser geeignet sein (um das sagen zu koennen, kenne ich Midgard nicht gut genug), aber es kam von Anfang an derart trocken daher, dass es zu derartigem Mit-dem-Char-Beschaeftigen einfach nicht eingeladen hat. Wohlgemerkt, ich behaupte nicht, dass Midgard dergleichen nicht unterstuetzt, die Schreibe laedt dazu nur nicht ein. Sehr anders bei DSA, und das lange vor DSA4: Schon in Texten, die ich dem Ausbauspiel von DSA1 zuordne, standen so Sachen drin wie: Die Werte des neugeschaffenen Helden moegen doch bitte seine Vergangenheit widerspiegeln. Ich kriege kein Zitat mehr hin, ich habe auch keine Ahnung, in was fuer einer Publikation das stand (ich habe eigenes Zeug erst seit DSA3), aber ich bin mir recht sicher, dass das noch zu meinen Schulzeiten war. Ich meine mich auch zu erinnern, dass man frueh dazu ermuntert wurde, "Normalos" zu spielen. Eines der Solos in der uralten Basisbox (die Box, in der auch "Der Schwarze Turm" drin war) begann sogar ausdruecklich mit einem jungen Ziegenhirten. Tja, und dann haben die Fans nach Moeglichkeiten gefragt, solche "Normalos" in Werte zu giessen, und diese Moeglichkeiten fuer die Charaktererschaffung auch bekommen.

Ich kann mir uebrigens vorstellen, dass viele Probleme, die DSA heute hat, von dieser Entwicklung herruehren, oder vielmehr dem Widerspruch zwischen dem Ursprungs-Design und dieser Entwicklung: Ganz zu Anfang war DSA ja gewissermassen als deutsches D&D gedacht gewesen, und vieles am Hintergrund traegt noch diese Spuren.1) Dann wurde aber recht schnell in den Regeln auf diese Mon-Plaisir-Schiene umgeschwenkt, ohne dass die Spuren des Moechtegern-D&D ganz getilgt worden waeren. Klar, dass so ein innerer Widerspruch zu Maengeln in der Funktionalitaet fuehrt.

Und wisst ihr was? Der Popularitaet scheint es nicht sehr geschadet zu haben. Seltsam, insbesondere wenn man die haeufige Schelte anschaut, aber trotzdem wird es von Vielen hingebungsvoll gespielt.

1) Ich weiss nicht mehr, wer, aber jemand hier im Forum hat es mal schoen auf den Punkt gebracht: Der Hintergrund ist cinematisch, die Regeln aber wollen simulationistisch sein. (Und ich will hier nicht darueber diskutieren, ob sie es auch sind.)
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #215 am: 15.09.2011 | 17:21 »
OT:

Eines der Solos in der uralten Basisbox (die Box, in der auch "Der Schwarze Turm" drin war) begann sogar ausdruecklich mit einem jungen Ziegenhirten.

Also, für mich war das nicht "die uralte Basisbox", sondern "schon die dritte Basisbox, langsam ist ja wohl mal gut!"
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #216 am: 15.09.2011 | 17:25 »
Na ja, darin waren sogar noch die Regeln mit nur den fuenf Eingnschaften und zwoelf Zaubern *lach*.

Weisst du zufaellig, von wann die ist? Gesehen habe ich die irgendwann kurz vor 2000, aber vom Anschauen her muss die schon einige Jahre auf dem Buckel gehabt haben, die ist fast auseinandergeflogen.
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #217 am: 15.09.2011 | 17:27 »
Unterstützt die Existenz von mehr oder weniger in den Kanon eingebundenen Solo-Abenteuern MP-Spiel eigentlich?

Ich meine, gibt es hier Leute, die mit ihren Tischcharakteren Solo-Abenteuer gespielt haben, und die diese Entwicklungen auch haben einfließen lassen (auch mal abseits von EP und gefundenen Gegenständen; das machen wohl die wenigsten Gruppen mit)?
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #218 am: 15.09.2011 | 17:30 »
Unterstützt die Existenz von mehr oder weniger in den Kanon eingebundenen Solo-Abenteuern MP-Spiel eigentlich?

Ich meine, gibt es hier Leute, die mit ihren Tischcharakteren Solo-Abenteuer gespielt haben, und die diese Entwicklungen auch haben einfließen lassen (auch mal abseits von EP und gefundenen Gegenständen; das machen wohl die wenigsten Gruppen mit)?

Jap, hab ich schon gemacht. Und mit Das Lied der Elfen hat man sogar ein Solo, das genau für diesen Zweck geschrieben wurde.
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #219 am: 15.09.2011 | 17:44 »
Ich meine, gibt es hier Leute, die mit ihren Tischcharakteren Solo-Abenteuer gespielt haben, und die diese Entwicklungen auch haben einfließen lassen (auch mal abseits von EP und gefundenen Gegenständen; das machen wohl die wenigsten Gruppen mit)?

Habe ich auch schon gemacht, aber da war ich noch sehr klein und viel plaisierlicher als heute.
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #220 am: 15.09.2011 | 17:56 »
Hehe - ich erinnere mich noch an eine düstere Begebenheit in meiner rollenspielerischen Frischlingsphase. Es begab sich, das klein-Orko nach den ersten Ausflügen in die weite Welt von Aventurien auch schon alsbald sein erstes Soloabenteuer bestritt - und zwar erfolgreich. Was nichts anderes bedeutete, als dass ihm als Salär ein unscheinbares Schmuckstück zuteil wurde dessen Eigenschaft sich so darstellte, dass es einen Tod des Charakters zu negieren in der Lage war.

Je nun. Ich erntete nichts als Gelächter, als ich das an einem der folgendenen Sitzungen erwähnte und mit den Worten "Ja, das haben wir auch alle gespielt. Den Ring kannst gleich streichen" wurde mir das Kleinod noch vor seinem ersten und einzigen Einsatz genommen.

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #221 am: 15.09.2011 | 18:01 »
Hehe - ich erinnere mich noch an eine düstere Begebenheit in meiner rollenspielerischen Frischlingsphase. Es begab sich, das klein-Orko nach den ersten Ausflügen in die weite Welt von Aventurien auch schon alsbald sein erstes Soloabenteuer bestritt - und zwar erfolgreich. Was nichts anderes bedeutete, als dass ihm als Salär ein unscheinbares Schmuckstück zuteil wurde dessen Eigenschaft sich so darstellte, dass es einen Tod des Charakters zu negieren in der Lage war.

Je nun. Ich erntete nichts als Gelächter, als ich das an einem der folgendenen Sitzungen erwähnte und mit den Worten "Ja, das haben wir auch alle gespielt. Den Ring kannst gleich streichen" wurde mir das Kleinod noch vor seinem ersten und einzigen Einsatz genommen.

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #222 am: 15.09.2011 | 19:19 »
Das war "Der Zug durchs Nebelmoor". Bei uns lief das auch so, aber wir alle hatten bei der Lösung mogeln müssen. Biste Dir sicher, dass Du in einem Rutsch durchgekommen bist? Vielleicht trügt Dich da die Erinnerung, ist ja schon ein paar Tage her. Das Soloabenteuer war jedenfalls höllentödlich und vollkommen unvorhersehbar.

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #223 am: 15.09.2011 | 20:15 »
Wobei genau dieses Artefakt ja auch etwas für sich hätte im Rollenspiel, also so ein zweites Leben. ;)

Wir hatten auch schon über den Einsatz von Speicherhörnchen diskutiert, sind dann allerdings (leider) doch wieder davon abgekommen... vor allem aufgrund der Frage, wer denn dann bestimmen kann, welchen "Spielstand" man aus dem Speicherhörnchen lädt...  ~;D
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #224 am: 15.09.2011 | 20:21 »
So nett diese Reminiszenzen auch sind, würde mich interessieren, ob es da einen Bezug zum MP-Rollenspiel gibt oder eher nicht.

Wie seht ihr das? Ich kann als nicht-DSAler dazu keine Aussagen machen... Wobei ich grade fast Lust hätte, irgendein ulkiges Solo mit meinem Unknown-Armies-Charakter durchzuspielen. ;)

Noch eine andere, in diesem Fall vielleicht weniger DSA-spezifische Frage: Recherche über den Charakter-Hintergrund macht - zumindest für mich - einen großen Teil am MP-Spiel aus, oder? Das hat nämlich bei besagtem Unknown-Armies-Charakter ziemlich viel Zeit gekostet und sehr viel Spaß gemacht...
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