Ist das nachvollziehbar?
Nein.
Das wurde auch schon geschrieben, aber noch nicht von mir und auf mich beziehst du dich ja.
Gute taktische Entscheidungen drücken die Siegchancen auf 90+%.
Und selbst ...
normale Entscheidungen benötigen dann noch zu großen Teilen Würfelpech, dass es zum GAU kommt.
Man muss schon Serien von Fehlentscheidungen treffen, damit es zu einem TPK kommt. Unter anderem sich mal von der blöden Idee lösen, mit der Gruppe immer bis zum Tod kämpfen zu müssen, was imo eine der mit Abstand häufigsten Fehlentscheidungen ist, die im Rollenspielbereich gemacht werden.
Zudem liegt ein gigantischer Abstand zwischen einem TPK und einem großartigen Sieg.
Wenn man zwar alle Gegner überwunden hat, aber dafür aufgrund schlechter Entscheidungen deutlich mehr Ressourcen aufwenden musste, ist das schon kein echter
Sieg mehr.
Die Orks im Späherlager sind tot oder vertrieben, aber dafür kann euer Heiler kaum noch was zaubern? Joa, Kampf gewonnen, aber der Tag wird ab hier nur noch schwerer und gefährlicher. Wollt ihr überhaupt weiter? Oder
müsst ihr leider weiter und ab jetzt dürft ihr bei jedem Encounter zittern und eure übliche Taktik "LEEEEEROY JENKINS!" könnt ihr ab jetzt komplett vergessen?
Komplexe Kämpfe mit ich nenn sie mal "Entscheidungsbäumen" sind idealerweise auch immer in größere Kontexte eingebettet, bei der man sich den nächsten Kampf genauso gut überlegt aussuchen sollte wie man Entscheidungen im Kampf trifft.
Da liegt imo auch viel Verantwortung beim SL. Wenn in D&D der Nova-Magier ständig die erfolgreiche Wahl der Stunde ist, macht die Spielleitung bereits vieles falsch.
Ich glaube, dass da auch viel von der Ablehnung gegenüber "Ressourcenkämpfen" herkommt.
Wenn das nur eine Encounterschnur ist, die man abspult, bis man den Endboss besiegt, dann ist das recht schnell offensichtlich und narrativ auch ziemlich öde.
Wenn man aber nach Kämpfen eine Entacheidung treffen muss, was man als nächstes tut (hilft man, die Nachzügler des Orktrupps zu besiegen oder vertraut man auf die Stadtwache und eilt dem Raid-Zug nach, um die Entführten schnell zu retten?) und das idealerweise auch noch mit einer Evaluation der noch verfügbaren Ressourcen einhergeht, dann steckt da deutlich mehr Drama drin als in "Ihr lauft durch den Wald und auf einmal springen menschenfressende Feen mit Schmetterlingsflügeln hinterm Busch hervor. Und zwei Stunden, nachdem ihr die besiegt habt, trefft ihr auf einen Schreckenseber mit seinem besten Freund, dem Schreckens-Rehkitz." Und so weiter.