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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau => Thema gestartet von: Maarzan am 9.04.2026 | 12:50

Titel: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 9.04.2026 | 12:50
Um die Diskussion von böse-gut bzw. legal - illegal einmal eher auf die zu erwartende Praxis zu lenken.
Unter der Annahme, daß die KI wie es sich jetzt abzeichnet etabliert bleibt und sich auch rechtlich nichts unabsehbar groß ändert oder Urteile oder neue Gesetze alles kippen:
Wie seht ihr die Zukunft der Rollenspielentwicklung (allgemein, nicht nur als Geschäftsmodel, obwohl das auch dazu gehört, also auch Hobbyisten) und welche Folgen wird das für die einzelnen Teilgruppen (Texter, Zeichner, Editoren, ... ) bei der Erstellung solcher Werke haben?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Megavolt am 9.04.2026 | 12:57
Nur ganz schlaglichthaft: Ich könnte mir vorstellen, dass man die Vorzüge der privaten Variation von Texten deutlich mehr nutzt.

Wenn ich die neue SaWo Edition erwerbe und es nervt mich, dass sich diese "schlage bei jedem Monster sieben Sonderfertigkeiten nach"-Praxis ausgeweitet hat, dann würde ich der KI sagen: Schreibe mir doch bitte mal das Monsterhandbuch um, so dass ich nie mehr blättern muss.

Und dann würde ich das bei mir am Spieltisch eben genau so einsetzen.

Das könnte man jetzt in 100 Richtungen weiterdenken, hier sehe ich erhebliche Möglichkeiten.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Ludovico am 9.04.2026 | 13:01
Da KI an sich nicht selbst entwickelt, erwarte ich eher einen Stillstand in Sachen Rollenspielentwicklung.
Wir werden also eher mehr vom Alten bekommen anstatt neue Systemmechaniken und Spielsettings.

Auf der anderen Seite kann man berechtigt die Frage stellen, wie viele innovative und spielbare (insofern wichtig, als dass es auch manche gibt, die aus meiner Sicht eher einen Wert auf Kunst legen) RPGs es in den letzten Jahren gab und ob der Großteil der Spieler nicht eher altbewährte Dinge haben möchte.

Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es mehr Leute geben wird, die in Eigenregie ihre Spiele auf dem Markt bringen (z.B. Dieseldrachen).

Also insgesamt gehe ich davon aus, dass wir viel mehr Spiele sehen werden, die aber den großen Platzhirschen nicht gefährlich werden und sehr wenig Neuerungen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Dr. Evil am 9.04.2026 | 13:12
Da geht es mir ähnlich wie Megavolt. Bei manchen Regelwerken lässt sich nunmehr ohne weiteres der „Hausband“ generieren und entsprechend anpassen. Ist letztlich auch Arbeit, aber mit KI um einiges einfacher bei großen Textblöcken. Wollte mich auch mal dran versuchen, da mir einige Sachen in der DnD 2024 auf den Zeiger gehen und ich die fürs Spiel benötigten Mechanismen „einfacher“ strukturieren möchte.

Ansonsten: Ja, die KI wiederholt sich immer wieder selbst und lebt von unserem Input. Insofern erwarte ich da in den nächsten Jahren erstmal keine Wunder für den RPG-Bereich. Sie kann letztlich nur unterstützen, aber nicht meine eigene Kreativität ersetzen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 9.04.2026 | 14:41
Unabhängig von KI wird sich die Entwicklung (noch mehr) ins Digitale verschieben. Schon jetzt schreibt glaube ich niemand mehr ohne Computer, zeichnet ohne digitale Unterstützung oder layouted noch mit Schere und Klebestift. Ich würde auch annehmen, dass mindestens mal Excel oder auch dedizierte Programme genutzt werden, um Würfelalgorithmen zu simulieren – falls das dann überhaupt passiert. Durch KI könnte aber auch denen geholfen werden, die Wahrscheinlichkeitsrechnung in der Schule nicht verstanden haben.

Gespielt wird, egal ob allein oder in der Gruppe, entweder direkt online oder aber unterstützt durch mobile Geräte. Man schlägt Regeln nach, erstellt und verwaltet den Charakter, führt Kampagnen-Notizen, lässt sich als SL inspirieren. Ein paar Grognards werden vielleicht auch noch Laptops oder Desktop-Computer benutzen, aber nur Pen & Paper und vielleicht noch ein kunstledergebundenes Notizbuch wird eine Ausnahme sein.

Genau wie gedruckte Bücher. Das werden (teure) Sammlerstücke. Genau wie Würfel es schon sind. Wer echten Zufall will, nimmt eh besser eine App. Nur wenn die Haptik wichtiger ist, sind Würfel ungeschlagen.

Vielleicht schmöckert man in Büchern zum Spaß im Ohrensessel bei einem Glass Wein, aber sie sind nicht das primäre Mittel, um ein System zu lernen. Das erfolgt durch Videos, Podcasts, Mitspielen und dann erst Lesen und das in erster Linie digital.

Wie kommt KI ins Spiel?

Für eine Nische, die 100% Human Content bevorzugt, gar nicht.

Ansonsten erwarte ich, dass ich zukünftig bald jedes Regelwerk in jeder Sprache bekommen werde. Entweder über eine Plattform wie das an Roll20 angeschlossene DriveThruRPG oder direkt vom Hersteller. KI wird die Grundübersetzung übernehmen und schnell so gut sein, dass man das nicht vom begeisterten Fan unterscheiden kann. Damit das klappt, muss das Layout nur noch grob beschrieben werden, so wie es auch bei HTML-Seiten oder EPUBs passiert. Oder KI kann Texte "intelligent" einkürzen oder verlängern, damit ein ästhetisches Gesamtbild entsteht, bei dem alle Seiten gleichmäßig gefüllt und ausgewogen bebildert sind.

Ich kann dann außerdem Aspekte des Regelwerks bzw. des Settings für mich automatisiert und konsistent per KI umschreiben lassen. Ich kann somit das persönliche System erschaffen, inklusive aller Hausregeln. Und das mit der Gruppe teilen. Oder vielleicht auch über eine Plattform wie DTRPG teilen.

Ich kann mich als SL auf der Basis von Zufallstabellen, die dann per KI ausgeschmückt werden, zu Abenteuern inspirieren lassen. Das geht jetzt schon privat, aber ich erwarte, dass diese Form von persönlich zugeschnittenen "Instant Adventures" zukünftigt ein fester Bestandteil von D&D Beyond und ähnlichen Hubs werden.

Und noch ein Punkt: Für's Online-Spiel wird es dank KI normal werden, dass man als sein Charakter zu sehen und zu hören ist. Ein ganzer Markt wird entstehen, wo man ge-rigg-te 2D oder 3D Modelle konfigurieren und kaufen können wird, um exakt so wie der edgy Tiefling der eigenen Vorstellung auszusehen. Und als SL kann man in ein Dutzend verschiedene NSCs schlüpfen.

Und ja, es wird auch den Versuch geben, ohne Mühe an das Geld anderer zu kommen (also den gefürchteten AI-Slop). Dem gegenüber wird es (gegen Geld) kurratierte geschlossene Hubs geben, die sich den Ruf erwerben, hochqualitativen Content anzubieten. Das werden die neuen Verlage werden.

Edit: Um es noch mal mit einem Satz zu sagen, was ich durch Auslassung ausdrücken wollte: Den kreativen Schöpfungsprozess an sich wird das alles nicht betreffen. Ob ich eine Idee habe, die ich per KI bearbeite, ob mir die KI eine Idee präsentiert, die ich dann bearbeite, der Prozess ist der selbe und mein Aufwand ist, was zählt. Die Produktion wird wahrscheinlich einfacher bzw. man kann mit dem jetzigen Aufwand einen größeren Markt erreichen. Ich halte das unter'm Strich für positiv.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 9.04.2026 | 14:48
...

Und ja, es wird auch den Versuch geben, ohne Mühe an das Geld anderer zu kommen (also den gefürchteten AI-Slop). Dem gegenüber wird es (gegen Geld) kuratierte geschlossene Hubs geben, die sich den Ruf erwerben, hochqualitativen Content anzubieten. Das werden die neuen Verlage werden.

Qualitätsclubs quasi? Interessanter Gedanke.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 9.04.2026 | 14:56
Qualitätsclubs quasi? Interessanter Gedanke.
Ja. Haben wir jetzt doch auch schon.
Leute kaufen etwas, weil es von Free League ist.
Oder weil Ben "Questing Beast" Milton es empfohlen hat.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 9.04.2026 | 15:00
Schwierig.

Ich habe einerseitz einige Hoffnungen das es im ComputerRPG Markt einige coole Dinge geben kann auf der anderen Seite sehe ich aber auch das gute Sachen in einem Meer aus KI Müll untergehen werden.

Einen Online KI-SL? Zukunftsmusik, aber ein Solo Abenteuer könnte ich mir durchaus vorstellen (funktioniert ja zum teil schon). Problematrisch ist eben zur Zeit das Gedächnis solcher KI Systeme, das muss schon ziemlich groß sein um etwas passables abbilden zu können.

Das erscheinen von neuen Regelwerken durch KI oder mit starker KI unterstützung?
Etwas neues und innovatives würde ich da nicht erwarten. Wenn ich mir schon das Midgard 6 anschaue wo ich alle ritt lang mir auffällt "kenne ich von dem System, das von einem anderen,..." will sagen: etwas wirklich neues inovatives ist mir bei den Regeln nicht aufgefallen - und da ist imho keine KI dahinter. Wenn also kreative Köpfe es schon schwer haben kreativ zu sein weil es da draussen eben schon so viele Varianten an Regeln für Rollenspiele gibt, wie soll man dann von KI - die ja auch nur vorhandene dinge "neu" zusammenfügt und damit höchstens Kreativität simulieren kann - wirklich etwas innovatives kommen?

Ja ich denke es wird immer noch etwas neues und kreatives kommen an Regelwerken, aber es wird eben schon schwerer.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Gorilla am 9.04.2026 | 15:10
Ich packe meinen Post aus dem anderen Faden noch mal hier rein, weil er hier wohl besser aufgehoben ist:

Ich sehe den mindestens mittelfristig nachteiligen Effekt durch Einsatz von KI für konkret unseren Bereich darin, dass zu befürchten steht, dass

a) die Professionalisierung unseres Hobby als Wirtschaftsbereich (und damit die Qualität) eher auf der Strecke bleibt (vgl. Enshittification)
b) durch die in nächster Zukunft zu erwartenden Kosten für KI-Nutzung (die Start-Up Zeiten der KI Giganten nähern sich dem Ende und es will Geld eingenommen werden, um Serverfarmen zu bezahlen - vergesst nicht, dass wir in der Phase sind, wo die zukünftige Nachfrage gerade durch Anfütterangebote generiert wird) eine weitere Konzentration der Marktmacht einzelner Verlage stattfindet
c) die kommerziellen Interessen und Konzentration der Marktmacht in der Folge zu weiteren Markteintrittshürden für potenzielle neue Marktteilnehmende führt und wir viele tolle Produkte dann gar nicht mehr sehen werden

Natürlich kann sich KI auch als Segensbringer beweisen, wenn plötzlich alle Kreativen fleißig beim Veröffentlichen unterstützt werden. (Das was @sma als positiven Ausblick angeboten hat)
Aber das sehe ich aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um das Thema KI, Medien- und Verlagswesen sowie auch Konsumverhalten leider als eher unwahrscheinlich an.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Eismann am 9.04.2026 | 15:14
Ich würde erwarten, dass KI überall dort eingesetzt wird, wo es damit billiger wird und man es der Kundschaft unbemerkt unterschieben kann. Ob das zu einem Qualitätsverlust führt, ist da zweitrangig. Die Frage ist, ob die Kundschaft den Qualitätsverlust hinnimmt. Und da ist durchaus Spielraum.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 9.04.2026 | 15:50
b) durch die in nächster Zukunft zu erwartenden Kosten für KI-Nutzung (die Start-Up Zeiten der KI Giganten nähern sich dem Ende und es will Geld eingenommen werden, um Serverfarmen zu bezahlen - vergesst nicht, dass wir in der Phase sind, wo die zukünftige Nachfrage gerade durch Anfütterangebote generiert wird) eine weitere Konzentration der Marktmacht einzelner Verlage stattfindet
Ja, KI-Kosten werden im Preis steigen. Aber, wir vergessen gerne, dass das, was jetzt jetzt sehen, nur die Baseline für alle weiteren Entwicklungen ist. Schlechter wird's nicht mehr. Eher besser – wenn man es sich leisten kann.

Tagesaktuell kann ich auf meinem Laptop Gemma4 26B A4E lokal mit 50+ Token/Sekunde betreiben und diese winzige KI hat bereits passable Übersetzungsfähigkeiten (Gemma ist die kleine kostenlose Schwester von Gemini, Googles Flagship-Modells). Mit immer noch für Privatpersonen erschwinglicher Hardware kann ich aber größere Modelle wie Qwen oder GLM betreiben, ohne auf Serverfarmen angewiesen zu sein. Solange niemand kommt und mir die LLMs von der Platte löscht, profitiere ich daher vom Wettstreits der KI-Giganten.

(Und wenn die Schwarz-Gruppe mal einen Zahn zulegt mit ihrem 0,2 GW Rechenzentrum (international winzig, in Deutschland aber groß, 3x 5 Jahre soll der Bau dauern, uff), verspreche ich, dass ich dann auch mal bei Lidl einkaufe. Wir wären dann nicht nur von Amazon, Microsoft und Google abhängig.)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Ludovico am 9.04.2026 | 16:00
@Sma
Gedruckte Bücher wurden schon häufig für tot erklärt.
Ich wäre damit vorsichtig.
Mittlerweile gibt es auch sogenannte digitale Müdigkeit, weshalb zum Beispiel auch Tischrunden noch nicht durch Online-Runden abgelöst wurden.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Megavolt am 9.04.2026 | 16:09
Keine Ahnung, wann immer ich schnell eine Liste mit kleinen Plots brauche für mein Runde am Abend, dann sagt die KI zuverlässig sowas wie "Die Helden wandern durch den Wald, wo sie aufregende Dinge erleben." Ja, vielen Dank auch.

Die KI ist da also genauso nutzlos und lazy wie Fillertexte in schlechten Abenteuern. Wenn man gezielt nachfragt, stellt sich die KI unter spannenden Dingen vor allem "geheime Motive" vor. Auch das ist selten hilfreich.

Vielleicht stelle ich mich aber auch nur blöd an, oder aber der militärisch-industriell-medial-geheimdienstliche Komplex hält die guten KIs irgendwie unter Beschlag und ich bekomme nur die Dummerchen-Versionen in die Hand.

Derzeit: not impressed 
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Ludovico am 9.04.2026 | 16:13
@Megavolt
Ich hab bessere Erfahrungen gemacht.
Als ich neulich mich per KI darüber informieren wollte, was Terroristen so alles mit der Aida Nova anstellen könnten, bekam ich ein paar sehr hilfreiche Vorschläge.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 9.04.2026 | 16:18
@Sma
Gedruckte Bücher wurden schon häufig für tot erklärt.
Ich wäre damit vorsichtig.
Mittlerweile gibt es auch sogenannte digitale Müdigkeit, weshalb zum Beispiel auch Tischrunden noch nicht durch Online-Runden abgelöst wurden.
Ich erkläre sie nicht für tot. Ich sage, sie sind nicht mehr das Nachschlagewerk und Werkzeug. Auch am Tisch beobachte ich, dass die Leute inzwischen häufiger Handys oder Tablets zücken statt gedruckte Bücher mitzubringen oder rauszuholen, um etwas nachzuschlagen, weil man darin weder suchen kann, noch den Text vergrößern kann (was ab einem gewissen Alter sehr wichtig ist). Beim Online-Spiel habe ich inzwischen immer auch einen Chat-Client auf, sei es für Regelfragen oder wenn man so wichtige Dinge wissen will, wann etwas Bestimmtes erfunden oder entdeckt wurde. Damit ändert sich die Aufgabe der Bücher. Ich erfreue mich an ihnen. Ich sammle sie (GBs auf der Festplatte sind leider nicht das selbe). Ich betrachte sie vielleicht auch mal. Aber damit "arbeiten" - das mache ich persönlich nicht mehr.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 9.04.2026 | 16:20
Wie ich oben schrieb habe ich auch was Solo Abenteuer betrifft gute erfahrungen gemacht, eben bis zu dem Punkt an dem die KI sich nicht mehr an wirklich signifikante Dinge erinnern kann, in dem Moment bricht bei mir dann die immersion völlig zusammen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Bildpunkt am 9.04.2026 | 16:50
Nur ganz schlaglichthaft: Ich könnte mir vorstellen, dass man die Vorzüge der privaten Variation von Texten deutlich mehr nutzt.

Wenn ich die neue SaWo Edition erwerbe und es nervt mich, dass sich diese "schlage bei jedem Monster sieben Sonderfertigkeiten nach"-Praxis ausgeweitet hat, dann würde ich der KI sagen: Schreibe mir doch bitte mal das Monsterhandbuch um, so dass ich nie mehr blättern muss.

Und dann würde ich das bei mir am Spieltisch eben genau so einsetzen.

Das könnte man jetzt in 100 Richtungen weiterdenken, hier sehe ich erhebliche Möglichkeiten.

Spieler:innen benutzen inzw zw Sessions die KI um sich inspirieren zu lassen wie sie aus kniffligen Situationen rauskommen  ;D

Auch weil es bei uns eher tödlich ist
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Eismann am 9.04.2026 | 16:51
Die Spieler könnten natürlich auch die Kommunikation mit dem SL über ChatGPT laufen lassen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 9.04.2026 | 16:56
Vielleicht stelle ich mich aber auch nur blöd an, oder aber der militärisch-industriell-medial-geheimdienstliche Komplex hält die guten KIs irgendwie unter Beschlag und ich bekomme nur die Dummerchen-Versionen in die Hand.
Jepp, genau das ist es :)

Ich habe tatsächlich gegensätzliche Erfahrungen. Beispiel (https://gist.github.com/sma/bb9afabb0a379e394f0bdee982340655).
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Gorilla am 9.04.2026 | 17:25
(...) Schlechter wird's nicht mehr. Eher besser – wenn man es sich leisten kann. (...)
Es wird sehr wahrscheinlich nur noch schlechter, wenn man die jüngsten Untersuchungen zum Model Collapse und zu Degenerative AI anschaut (vgl. Link 1 (https://casmi.northwestern.edu/news/articles/2024/degenerative-ai-the-risks-of-training-systems-on-their-own-data.html), Link 2 (https://www.nytimes.com/interactive/2024/08/26/upshot/ai-synthetic-data.html), Link 3 (https://venturebeat.com/ai/generative-inbreeding-and-its-risk-to-human-culture), Link 4 (https://www.forbes.com/sites/bernardmarr/2024/08/19/why-ai-models-are-collapsing-and-what-it-means-for-the-future-of-technology/) solche Artikel - vor allem Fachartikel - die die Thesen bestätigen kommen aktuell fast wöchentlich)
Hardware ist dabei kein Faktor, sondern es geht um die inhärente Systemlogik, nach der die aktuellen LLM aufgebaut sind und die dazu führen, dass sich Fehler kaskadierend aufschaukeln.
Die einzige mögliche Lösung in den jetzigen Modellen, die bisher bekannt sind (laut den Veröffentlichungen, die ich kenne) wäre, die Daten zu kuratieren, aber das ist aufgrund der großen Datenmengen schlicht unmöglich.

Also ja, die KIs werden immer mehr Ergebnisse produzieren können. Aber diese Ergebnisse werden immer schlechter, weil das Grundmodel der aktuellen KI-Modelle halt irgendwie schon von Anfang an der Enshittification-Logik der Tech-Konzerne folgt (etwas überspitzt formuliert - es gibt halt dazu auch noch diverse grundsätzliche Probleme mit dem zugrundeliegenden statistischen Modell (vgl. Wiki (https://en.wikipedia.org/wiki/Model_collapse)).

Die jüngsten Forschungsergebnisse dazu lassen wenig Raum für Optimismus, dass wir außer Unmengen an Slop viel von KI haben werden.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Gorilla am 9.04.2026 | 17:41
Es wird sehr wahrscheinlich nur noch schlechter, wenn man die jüngsten Untersuchungen zum Model Collapse und zu Degenerative AI anschaut (vgl. Link 1 (https://casmi.northwestern.edu/news/articles/2024/degenerative-ai-the-risks-of-training-systems-on-their-own-data.html), Link 2 (https://www.nytimes.com/interactive/2024/08/26/upshot/ai-synthetic-data.html), Link 3 (https://venturebeat.com/ai/generative-inbreeding-and-its-risk-to-human-culture), Link 4 (https://www.forbes.com/sites/bernardmarr/2024/08/19/why-ai-models-are-collapsing-and-what-it-means-for-the-future-of-technology/) solche Artikel - vor allem Fachartikel - die die Thesen bestätigen kommen aktuell fast wöchentlich)
Hardware ist dabei kein Faktor, sondern es geht um die inhärente Systemlogik, nach der die aktuellen LLM aufgebaut sind und die dazu führen, dass sich Fehler kaskadierend aufschaukeln.
Die einzige mögliche Lösung in den jetzigen Modellen, die bisher bekannt sind (laut den Veröffentlichungen, die ich kenne) wäre, die Daten zu kuratieren, aber das ist aufgrund der großen Datenmengen schlicht unmöglich.

Also ja, die KIs werden immer mehr Ergebnisse produzieren können. Aber diese Ergebnisse werden immer schlechter, weil das Grundmodel der aktuellen KI-Modelle halt irgendwie schon von Anfang an der Enshittification-Logik der Tech-Konzerne folgt (etwas überspitzt formuliert - es gibt halt dazu auch noch diverse grundsätzliche Probleme mit dem zugrundeliegenden statistischen Modell (vgl. Wiki (https://en.wikipedia.org/wiki/Model_collapse)).

Die jüngsten Forschungsergebnisse dazu lassen wenig Raum für Optimismus, dass wir außer Unmengen an Slop viel von KI haben werden.

Ich relativiere noch einmal ein bisschen für unser Hobby, wo objektive Qualität ja quasi keine Rolle spielt.

Was AI ja sehr gut kann, ist Bullshit produzieren, der Menschen emotional aktiviert (also Slop).
Und genau das ist es ja, was unser Hobby zum Großteil ausmacht: eine Geschichte gemeinsam erleben und das miteinander und mit Hilfsmitteln (hier AI einfügen) ausgestalten sowie dabei Spaß haben. Dafür braucht es weder Shakespeare noch Goethe, weder Bela Lugosi noch Ryan Gosling, weder Picasso noch Giger.
Und dafür kann man AI wahrscheinlich sehr gut einbinden.

Einige Anwendungsbeispiele hat sma (ich glaube im anderen Thread) ja schon aufgezeigt.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 9.04.2026 | 19:04
Meine Vermutung wäre, daß die größeren Verlage da "ausdümpeln" werden mit hochpreisigen Angeboten für alte Hasen und Liebhaber (und dann handmade auch entsprechend pflegen) und wer dann etwas anderes als D&D haben will wieder selber bauen muss oder sich durch die vielen Hobby und KI-Werke wühlen muss.
Wobei ich die Idee der "Qualitätsclubs" überlegenswert finde. Das würde dann aber vermutlich die Aufteilung des Hobbies in verschiedene, dann zunehmend mehr eigenständige und kontaktlose Teilgruppen führen, welche dann ganz gezielt ihre Wunschspiele/Stile beackern ohne wie die Verlage vorher auf größere, ggf inhomogene Kundengruppen Rücksicht nehmen zu müssen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Haukrinn am 9.04.2026 | 19:41
Die Verlage werden aber mit der Zeit das feststellen, was jetzt auch schon andere Content Creators trifft: Wer meint sein Geschäftsmodell auf KI-generierten Inhalten (oder auch der Inhaltserzeugung durch KI) basieren lassen zu müssen, setzt damit auf ein totes Pferd. Denn genau das kann jeder einzelne Rollenspieler mit nem ChatGPT-Account jetzt auch selbst.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Schleicher am 9.04.2026 | 20:04
Ki ist selten (und wenn unabsichtlich) kreativ.
Kann aber Fleißarbeit abnehmen & (mit gelegentlichen Halluzinationen) schnell Wissen vermitteln.

Also:

Good with KI:
Gute menschliche Ideen (von mir aus auch mit KI brainstorming gefunden) durch KI ausformuliert und durch KI mit Details (z.B. Points of Interest in einer Stadt) versehen. Teilweise Details weggelassen und durch "Prompt" Vorlagen/ custom systemanweisungen / etc. direkt im Buch enthalten ersetzt.

Bad with KI:
KI Ideen nur kombiniert und kuratiert durch Menschen.

Good without KI:
"Qualitätsmerkmal" Human Made für (vermeintlich?) besonders innovative indie Projekte

Bad without KI:
Human Made als Ausrede für schlechtes Handwerk.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 9.04.2026 | 20:11
Vielleicht sind deine Ansprüche auch andere.
Du argumentierst am Punkt vorbei. Es ging darum, dass Megavolt  behauptete, er schaffe es nur, der KI unkonkrete Standardideen "geht mit geheimen Motiven durch den Wald" abzuringen und ich zeigte, dass es konkret mit Namen und in ein adhoc Setting eingebunden geht. Was du mit "durch Hokus Pokus aufgebläht" nennst, nennen andere Fluff und das ist ja, so wie ich Megavolt verstanden habe das, was er nicht bekommen hat.

Ich finde super, dass du das Abenteuer gelesen hast (das habe ich nämlich nicht, ich wollte eigentlich nur wissen, wie lang Claudes Antwort ist – etwa 8000 Wörter) und dich damit auseinander gesetzt hast. Das genau würde man jetzt ja als Kritik zurückspiegeln und solange iterieren, bis man genug Ideen für das Abenteuer zusammen hat. Selbst wenn dabei am Schluss nicht mehr als die Namen, ein NSC und die Zufallstabelle übrig bleibt, war das doch ein Gewinn.

Aber ich habe gelernt, dass ich den zweiten Prompt nicht hätte anfügen sollen, weil ich damit vom eigentlichen Punkt abgelenkt habe. Mein Disclaimer am Anfang des Texts war offenbar immer noch missverständlich. Ein perfektes One-Shot-Ergebnis (ich meine nicht ein Abenteuer für einen Abend, sondern das die erste Ausgabe der KI perfekt ist) war doch gar nicht das Ziel.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Antariuk am 10.04.2026 | 11:04
Bei aktuell verfügbaren generativen Modellen, deren Kapazitäten nach wie vor harte Limits haben, gilt weiterhin das Motto: "Shit in, shit out". Befehle im Stil einer schnellen Google-Recherche erzeugen idR weniger brauchbaren Inhalt als solche, die tiefer gehen, die einen konkreten Rahmen aufziehen. Auch wenn der vor drei Jahren kurz gehypte Zukunftsberuf des AI Prompt Engineers schneller tot war als Donald Trump Einfuhrzölle ändert, ist die Methodik der Bedienung immer noch relevant. Als ich zuletzt mit der neuen Claude-Version rumexperimentiert habe, kamen – für mich – erstaunlich nützliche Plotideen (mit Übersicht, Ablauf und Struktur, Cast, McGuffin usw.) heraus. Nicht nur, aber eben auch. Und wenn so etwas irgendwann ohne eigenes Gefrickel auf Knopfdruck funktioniert, dann denke ich, werden wir KI-Inhalte noch mehr als heute in Rollenspielprodukten sehen, vor allem in selbstgemachten Sachen auf DriveThru.

Allerdings glaube ich nicht, dass etablierte Verlage – auch die kleinen – künftig voll auf KI setzen. Zumindest nicht die, die man als Rollenspiel-Überzeugungstäter bezeichnen würde. Weil, so sehr KI auf den ersten Blick auch Zeit sparen mag, wenn es um "Content" geht (dieses Wort …), ist dieser selten gut spielbar. Also, im Sinne des Moduls, das nicht nur inhaltsreich aussehen, sondern auch am Spieltisch funktionieren soll. Hier gibt es, so mein Eindruck, noch eine merkliche Diskrepanz zwischen allgemein als gut erachteten Kaufabenteuern und dem, was man Claude, Gemini und Co. so aus den Rippen leiern kann.

Vieles davon kann gut aussehen, Struktur haben, auch subtilere Qualitäten wie Andeutungen, Zweideutigkeiten, Verdachtsmomente usw. sind alle möglich – aber am Ende ist es oft mehr ein Storyboard für eine zu schreibende Abenteuergeschichte als ein zu spielendes Abenteuer. Das finde ich ziemlich spannend, möglicherweise auch beruhigend. Der Zyniker in mir sagt zwar, die Leute kaufen schon seit Jahren jeden Scheiß, der mit bunten Bildern bei Kickstarter punkten kann, da ist die Güte der Spielbarkeit total egal. Aber dass mithilfe von KI neue Abenteuer-Ikonen entstehen, von denen die Szene als "Muss man gespielt haben"-Standard spricht, bezweifle ich momentan stark. Zumindest nicht, wenn die Ergebnisse nicht deutlich händisch nachgebessert werden - und wenn das Ergebnis dann zündet, könnte ich damit leben.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 10.04.2026 | 11:40
Ich denk es wird langfristig davon abhängen wie es mit KI überhaupt weiter geht.

Momentan hat ja noch keiner der KI Anbieter mWn ein Geschäftsmodel das überhaupt profitabel ist, daher kann es gut sein das viele der heutigen Angebote in ein paar Jahren entweder vom Markt verschwinden oder so teuer werden, dass sie nicht mehr viel billiger als ein echter Mensch sind.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 10.04.2026 | 12:04
Ich denk es wird langfristig davon abhängen wie es mit KI überhaupt weiter geht.

Momentan hat ja noch keiner der KI Anbieter mWn ein Geschäftsmodel das überhaupt profitabel ist, daher kann es gut sein das viele der heutigen Angebote in ein paar Jahren entweder vom Markt verschwinden oder so teuer werden, dass sie nicht mehr viel billiger als ein echter Mensch sind.

Und gerade im Rollenspielbereich sind wir ja in der guten Position auch jederzeit wieder zur Graswurzelszene zurückgehen zu können.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 10.04.2026 | 12:49
Momentan hat ja noch keiner der KI Anbieter mWn ein Geschäftsmodel das überhaupt profitabel ist
Nein. Der Trick ist, Modelle nicht selbst zu trainieren, sondern sie zu betreiben. Das ist profitabel.

Das Wallstreetjournal berichtete gestern, dass AWS in 2025 insgesamt ~$129 Mrd Umsatz (20% Wachstum gegenüber 2024) gemacht hat. $15 Mrd (100% Wachstum) entfallen dabei auf Bedrock, deren KI-Angebot. Zusätzlich hat Amazon noch $20 Mrd Umsatz gemacht, indem sie sich selbst die Chips dafür verkauft haben (Wie Google produziert Amazon seine Chips selbst, um nicht zu stark von Nvidia abhängig zu sein). Der Umsatz sei dabei nicht durch die Nachfrage sondern durch Produktionsengpässe begrenzt.

AWS hat ~$45 Mrd Gewinn gemacht. Da KI Umsatz bei ca. 12% liegt, ist da der Gewinn wahrscheinlich $5 Mrd.

Mit anderen Worten, die haben eine Rendite von 33% (!).

Ich vermute, dass es bei Microsoft und Google (die haben zusammen ungefähr den gleichen Marktanteil wie Amazon) ähnlich aussieht. Weltweit haben alle Cloud-Anbieter laut Statista über $400 Mrd umgesetzt, Tendenz stark steigend. Da entstehen also Gewinne jenseits der $100 Mrd, die entsprechend entweder in neue Rechenzentren oder in KI-Firmen als Treiber investiert werden wollen.

Und auch hier gilt: Opus 4.6 ist für die Software-Entwicklung ausreichend. Streng genommen bräuchte man in den nächsten Jahren keine neuen Modelle. Das ganze ist einerseits mehr ein Schwanzlängenvergleich der Egos der Gründer von OpenAI und Anthrophic und ein Wettstreit der Nationen (USA vs. China). Na okay, da ist noch ein bisschen mehr: Man fürchtet die Singularität und will, falls sie erreichbar ist, natürlich derjenige sein, der das erste Modell entwickelt, dass sich selbst verbessern kann, weil das Risiko, der zweite und damit Verlierer zu sein, das Ende bedeuten würde.

Amazon kann währenddessen ganz entspannt einfach Geld damit verdienen, dass sie Kunden Rechenleistung verkaufen.

Aber um das noch mal deutlich zu sagen: Ich sehe da keine Gefahr für's Rollenspiel.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Chaos am 11.04.2026 | 16:46
AWS hat ~$45 Mrd Gewinn gemacht. Da KI Umsatz bei ca. 12% liegt, ist da der Gewinn wahrscheinlich $5 Mrd.

Mit anderen Worten, die haben eine Rendite von 33% (!).

Wie kommst du darauf, dass die KI-Sparte genauso profitabel ist das Unternehmen insgesamt?

Nach allem, was wir bisher wissen, kann es doch genauso gut sein, dass der Nicht-KI-Bereich 50 Milliarden Gewinn gemacht hat und die KI-Sparte 5 Milliarden Miese, oder?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wandorra am 11.04.2026 | 17:13
Ich arbeite gerade an Wandorra, einem Post-Apokalypse-P&P-Rollenspiel, und nutze KI seit etwa einem Jahr intensiv im Entwicklungsprozess – daher lese ich diesen Thread mit einigem Wiedererkennungswert.

Antariuks Unterscheidung zwischen "Storyboard" und "spielbarem Modul" trifft es ziemlich gut. Was Claude oder GPT auf Anhieb liefern, ist strukturell oft solide – Plotgerüst, NSC-Motivationen, Ortsbeschreibung – aber am Spieltisch würde es so nicht funktionieren. Die Übergänge fehlen, die Konsequenzen fehlen, und vor allem fehlt das Gespür dafür, wo Spieler tatsächlich haken oder abbiegen.

Was bei mir funktioniert: KI als Iterationspartner für Lore und Prosa, nicht als Erstautor. Ich bringe das Kanon-Wissen, die Weltenlogik, die Tonalität – und nutze KI, um Rohfassungen zu durchleuchten, Formulierungen zu schärfen oder Konsistenzlücken zu finden. Skaeg hat recht, dass ein guter Prompt ohne gutes Hintergrundmaterial trotzdem generisches Zeug produziert. Shit in, shit out gilt auch mit 8.000 Wörtern Output.

Das Ergebnis ist trotzdem ein Gewinn – nicht weil KI besser schreibt als ein Mensch, sondern weil ein Einzelautor damit eine Produktionstiefe erreichen kann, die sonst ein ganzes Redaktionsteam bräuchte.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 11.04.2026 | 17:23
Wie kommst du darauf, dass die KI-Sparte genauso profitabel ist das Unternehmen insgesamt?
Das basiert auf meiner Annahme, dass es letztlich egal ist, ob sie die Rechenleistung für Fortnite oder für Minimax verkaufen.

Das braucht verschiedene Konfigurationen und es könnte sein, dass sie überdurchschnittlich viel in KI-fähige Hardware investiert haben, daher kann ich's nicht wissen, da hast du recht. Es gibt weder für meine noch deine Theorie eine Aussage. Aber wenn deine Vermutung stimmen sollte, dass sie in der KI-Sparte dieses Jahr keinen Gewinn gemacht haben, weil sie Hardware gekauft haben, wird der Gewinn nächstes Jahr kommen. Daher halte ich die Aussage, dass Amazon ein Gewinner sein wird, aufrecht.

Zudem ist diese Hardware nicht _so_ teuer. Ein NLV72 kostet ca. $3 Mio in der Anschaffung. Lass uns die Kosten verdoppeln, weil Gebäude, Installation, Betrieb da noch zukommen. Wenn sie das Gerät durchgängig zum günstigsten Tarif von 72x$10,5 pro Stunde vermieten, machen sie im ersten Jahr bereits $0,6 Mio Gewinn.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Chaos am 11.04.2026 | 18:39
Das basiert auf meiner Annahme, dass es letztlich egal ist, ob sie die Rechenleistung für Fortnite oder für Minimax verkaufen.

Das braucht verschiedene Konfigurationen und es könnte sein, dass sie überdurchschnittlich viel in KI-fähige Hardware investiert haben, daher kann ich's nicht wissen, da hast du recht. Es gibt weder für meine noch deine Theorie eine Aussage. Aber wenn deine Vermutung stimmen sollte, dass sie in der KI-Sparte dieses Jahr keinen Gewinn gemacht haben, weil sie Hardware gekauft haben, wird der Gewinn nächstes Jahr kommen.

Und wenn der Verlust nicht, oder nicht nur, von Hardwarekäufen herrührt?

Deine Argumentation läuft darauf hinaus, dass du annimmst, KI sei hochrentabel, deshalb Riesengewinne für KI annimmst, und diese Gewinne dann als Beweis dafür ansiehst, dass KI hochrentabel ist.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Haukrinn am 11.04.2026 | 23:17
Das basiert auf meiner Annahme, dass es letztlich egal ist, ob sie die Rechenleistung für Fortnite oder für Minimax verkaufen.

Das braucht verschiedene Konfigurationen und es könnte sein, dass sie überdurchschnittlich viel in KI-fähige Hardware investiert haben, daher kann ich's nicht wissen, da hast du recht. Es gibt weder für meine noch deine Theorie eine Aussage. Aber wenn deine Vermutung stimmen sollte, dass sie in der KI-Sparte dieses Jahr keinen Gewinn gemacht haben, weil sie Hardware gekauft haben, wird der Gewinn nächstes Jahr kommen. Daher halte ich die Aussage, dass Amazon ein Gewinner sein wird, aufrecht.

Zudem ist diese Hardware nicht _so_ teuer. Ein NLV72 kostet ca. $3 Mio in der Anschaffung. Lass uns die Kosten verdoppeln, weil Gebäude, Installation, Betrieb da noch zukommen. Wenn sie das Gerät durchgängig zum günstigsten Tarif von 72x$10,5 pro Stunde vermieten, machen sie im ersten Jahr bereits $0,6 Mio Gewinn.

Zunächst einmal hat Amazon einen signifikanten zweistelligen Milliardenbetrag in die Entwicklung eigener Hardware investiert, auch und gerade für den KI-Bereich. Dann kommt noch dazu, dass das Betreiben ebenfalls massiv subventioniert wird durch andere AWS-Bereiche. Natürlich zahlen die Kunden hier fett - kostendeckend ist das aber bei weitem nicht. Und steigen die Preise der Modellentwickler, dann steigt auch der Preis der Betreiber - denn an jedem Token wollen OpenAI und co natürlich trotzdem mitverdienen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 12.04.2026 | 15:03
Es ist müßig, gegen difuse Zweifel Argumente zu stellen. Bitte sagt entweder, wo meine Abschätzung (selbst wenn sie Anfang 2025 alles neu gekauft hätten, hätten sie mit der Hardware Ende 2025 bereits Gewinn gemacht, obwohl ich sehr großzügig den Anschaffungspreis verdoppelt habe) nicht passt oder macht eine Gegenrechnung auf.

Letztlich ist das aber für dieses Thema hier auch nicht weiter relevant, ob ihr überzeugt seit, dass Cloud-Computing vom KI-Boom profitiert.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Haukrinn am 12.04.2026 | 16:24
Es ist müßig, gegen difuse Zweifel Argumente zu stellen. Bitte sagt entweder, wo meine Abschätzung (selbst wenn sie Anfang 2025 alles neu gekauft hätten, hätten sie mit der Hardware Ende 2025 bereits Gewinn gemacht, obwohl ich sehr großzügig den Anschaffungspreis verdoppelt habe) nicht passt oder macht eine Gegenrechnung auf.

Letztlich ist das aber für dieses Thema hier auch nicht weiter relevant, ob ihr überzeugt seit, dass Cloud-Computing vom KI-Boom profitiert.

Amazon macht etwa 15 Mrd. Umsatz mit KI-Diensten (nicht Gewinn, sondern Umsatz), das sind etwa 10% des AWS-Gesamtumsatzes und hat zeitgleich etwa 40 Mrd. zusätzlich in das Thema investiert. Der Invest soll auf 200 Mrd. steigen. Die Monetarisierung ist damit nichts, was jetzt schon stattfindet, sondern was sich langfristig auszahlen wird. An der Spekulation, dass das passiert, hängt aber das relativ große Risiko, dass erstens KI-Konzerne bei Hyperscalern bleiben, zweitens KI-Anwendungen in der Cloud bleiben und das Amazon hier als Technologieanbieter in die direkte Konkurrenz zu NVIDIA geht. Den Invest kann der Riese Amazon wenn's schief geht natürlich aussitzen, ohne daran zu zerbrechen, den Gewinn aus der Cloud boosten tut das aber (noch) nicht. Dass die Hyperscaler vom KI-Boom profitieren ist also eine Wette auf die Zukunft, keine derzeitige Realität.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Fizz am 15.05.2026 | 08:48
Antariuks Unterscheidung zwischen "Storyboard" und "spielbarem Modul" trifft es ziemlich gut. Was Claude oder GPT auf Anhieb liefern, ist strukturell oft solide – Plotgerüst, NSC-Motivationen, Ortsbeschreibung – aber am Spieltisch würde es so nicht funktionieren. Die Übergänge fehlen, die Konsequenzen fehlen, und vor allem fehlt das Gespür dafür, wo Spieler tatsächlich haken oder abbiegen.

Was bei mir funktioniert: KI als Iterationspartner für Lore und Prosa, nicht als Erstautor. Ich bringe das Kanon-Wissen, die Weltenlogik, die Tonalität – und nutze KI, um Rohfassungen zu durchleuchten, Formulierungen zu schärfen oder Konsistenzlücken zu finden. Skaeg hat recht, dass ein guter Prompt ohne gutes Hintergrundmaterial trotzdem generisches Zeug produziert. Shit in, shit out gilt auch mit 8.000 Wörtern Output.

Das Ergebnis ist trotzdem ein Gewinn – nicht weil KI besser schreibt als ein Mensch, sondern weil ein Einzelautor damit eine Produktionstiefe erreichen kann, die sonst ein ganzes Redaktionsteam bräuchte.
Das kann ich nur so unterstreichen, insbesondere den letzten Absatz. Auch ich nutze GPT stark um mich bei meiner Arbeit an SIEBEN zu unterstützen, wobei eben die grundsätzlichen Rahmenbedingungen bereits seit sehr langer Zeit sehr klar sind, genauer gesagt seit über 25 Jahren. Vor KI hatte sich eine ganze Gruppe von Autoren um die Kern-Weltbeschreibung versammelt und daraus etwas gemacht, was zwar gut war, aber vom Gefühl her nicht mehr meins war abgesehen von der Grundidee. Mit dem Rollback zum Kern der Geschichte bzw. Weltenentwurf und mir als alleinigem menschlichen Autor fühlt es sich wieder anders an. Ich empfinde es so, dass ich mit dieser Hilfestellung, einem Tool, jetzt in der Lage bin mein "Werk" zu vollenden - klingt etwas hochtrabend, trifft aber den Kern meiner Motivation ganz gut.

Hilfreich bei der Benutzung dieses Tools ist sicherlich mein Berufsweg: Ich war einmal Informatiker / Programmierer und habe nach einem Burnout umgeschult zu Erzieher. Und KI, in seiner aktuellen Iteration, ist genau das: Ein verdammt schlaues Kind auf Basis eines Computers. Es braucht enge Grenzen und viel Kontrolle um effektiv zu sein, kann dann aber, selbst (und gerade erst Recht) mit den berühmten Halluzinationen, sehr stimmiges Worldbuilding betreiben.

Eine tatsächlich spannende Kampagne oder ein Abenteuer damit zu entwerfen halte ich hingegen (noch) für unmöglich, da fehlt der KI einfach das Gespür für gutes Storytelling und Spannungsbögen für, oder anders, dafür ist der Output zu flach und vorhersehbar.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 15.05.2026 | 10:24
Ich arbeite gerade an einem Sourcebook für meine Sandbox-Kampagne, sprich: Ich baue eine komplette Stadt und im Verlauf dann eine ganze Region. Was braucht man dafür? Na jede Menge Locations und vor allem NSCs.
Locations kann ich. Zumindest in groben Zügen.
NSCs? Na ja, die werden schnell zu Abziehbildern. Ich kann sie spielen, aber die Grundlage dafür zu bauen... Das fällt bei Wildnis- und Reiseabenteuern nicht so auf, weil die NSCs oft nur einmal vorkommen. In einer Stadtkampagne aber?

Tja, also das Hintergrundmaterial in ein GPT-Projekt hochgeladen und zuerst mal Ideen generieren lassen. Langsam mal die Bühne ausgeformt, und dann Stück für Stück, Fraktion für Fraktion, NSCs erstellen lassen. Das jeweils aktuellste PDF hochladen, damit er auch richtig referenzieren kann.
Inzwischen habe ich eine solide Basis, jede Menge wichtiger oder eventuell wichtiger NSCs, inklusive einer Menge an Hooks und die SCs haben bereits Verbindungen zu mehreren davon. Und alles ist in sich stimmig.
Und das Ganze in deutlich weniger Zeit und deutlich besser, als ich es allein hinbekommen hätte.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Namo am 15.05.2026 | 10:40
Die Zeitersparnis ist glaube ich tatsächlich der springende Punkt. Die üblichen Fülleraufgaben kann man einigermaßen gut auslagern und sich so viel mehr auf das Wesentliche konzentrieren. Wenn ich früher zig Rollenspielbücher gewälzt habe um daraus Inspiration oder NSC zu ziehen, so ist das jetzt einfach gespart. Das stelle ich auf vielen Ebenen immer wieder fest. Inzwischen stört mich das auch nicht mehr. Ich finde es schön mich auf meinen Hauptplot und meine Haupttätigkeiten konzentrieren zu können.

Aber zum Thema Abenteuergestaltung durch KI komme ich auch regelmäßig zu dem Ergebnis, dass das nichts wäre. Da kommen zwar immer irgendwelche Dinge raus, aber die fühlen sich dennoch seelenlos bzw. irgendwie "sphärisch" an. Letzteres soll bedeuten, dass sich manche Ideen und Ausführungen eben überhaupt nicht menschlich anfühlen. Oftmals auch über dramatisch etc. Gleichzeitig aber mit einer seltsamen Bestimmtheit die so gar nicht für den Menschen passt "Und das ist dann der Wendepunkt im Leben des Charakters XYZ".
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: tartex am 15.05.2026 | 12:13
Ich arbeite gerade an einem Sourcebook für meine Sandbox-Kampagne, sprich: Ich baue eine komplette Stadt und im Verlauf dann eine ganze Region. Was braucht man dafür? Na jede Menge Locations und vor allem NSCs.

Mein Ansicht ist ja, dass man gar keine Sourcebooks mehr brauchen wird, sondern genau dann genau das produziert, was in dem Moment verlangt wird (was auch ein Moment in der Session-Vorbereitung sein kann). Man spart sich das Nachschlagen.

Andererseits gibt es natürlich genug Leute, für das Spielen selbst im Rollenspiel-Hobby ja eher sekundär ist, und die einfach Schmöckern, Basteln oder gar einfach Sammeln wollen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 15.05.2026 | 12:46
Mein Ansicht ist ja, dass man gar keine Sourcebooks mehr brauchen wird, sondern genau dann genau das produziert, was in dem Moment verlangt wird (was auch ein Moment in der Session-Vorbereitung sein kann). Man spart sich das Nachschlagen.
Nur wird das dann eine Menge an Logiklöchern produzieren, eben weil dem LLM die Quellen fehlen. Und ich persönlich hasse nichts mehr als Logiklöcher.

@Abenteuer: Ich hab mir die letzten 2 Vaesen Abenteuer von GPT schreiben lassen. Ganz einfach, weil mir ums Verrecken nichts eingefallen ist, ich die schwedischen auch nicht nach Schottland transferieren wollte und ich generell eh nur sehr widerwillig Vaesen geleitet hab. Was soll ich sagen - es gab eine sehr schöne Haunted-House Geschichte mit einem Twist, und eine Werwolf-Story die sich ganz anders auflöste, als ursprünglich angenommen. GPT hat da ziemlich viel Material produziert, aber wie bei den FL-Abenteuern auch, hab ich nichtmal die Hälfte davon wirklich gebraucht.
Man muss ihn eben bei der Hand nehmen, einige Dinge redundant produzieren lassen, und ihn auf Widersprüche hinweisen, dann kommt durchaus brauchbares Zeug raus.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: tartex am 15.05.2026 | 13:05
Nur wird das dann eine Menge an Logiklöchern produzieren, eben weil dem LLM die Quellen fehlen. Und ich persönlich hasse nichts mehr als Logiklöcher.hbares Zeug raus.

Welche Quellen fehlen denn? Wenn es welche gibt, lade ich die natürlich auch gleich hoch - also alle PDFs zum Setting.

Sonstige Logiklöcher kann man durch Nachfragen und Weiterbohren ja als berechtigte Ausnahmen danke noch undefinierter Hintergründe erklären lassen. Erst durch sowas wird ein Setting komplex.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 15.05.2026 | 13:09
Welche Quellen fehlen denn? Wenn es welche gibt, lade ich die natürlich auch gleich hoch - also alle PDFs zum Setting.
Was wiederum Sourcebooks sind - die damit auch nicht obsolet werden. Ohne die halluziniert das LLM sich eben was zusammen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: tartex am 15.05.2026 | 16:32
Was wiederum Sourcebooks sind - die damit auch nicht obsolet werden. Ohne die halluziniert das LLM sich eben was zusammen.

Ich meinte, dass man es nicht nötig hat sich von einer KI eine ganzes Sourcebook erstellen zu lassen, damit man sich mal cool als Autor vorkommt - naja, wahrscheinlich ist das ja genau der ausschlaggebende Punkt.

Ich meinte nie, dass handerstellten Sourcebook nicht mehr gebraucht werden.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Torsten (Donnerhaus) am 15.05.2026 | 17:27
Welche Quellen fehlen denn? Wenn es welche gibt, lade ich die natürlich auch gleich hoch - also alle PDFs zum Setting.

Dafür dürfte dir in den allermeisten Fällen die Nutzungslizenz fehlen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: tartex am 15.05.2026 | 17:36
Dafür dürfte dir in den allermeisten Fällen die Nutzungslizenz fehlen.

Also die KIs meines Vertrauen finden das völlig okay.

Die Diskussion gab es aber schon unlängst im Tanelorn, oder? Finde sie leider nicht.

Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 15.05.2026 | 17:37
Dafür dürfte dir in den allermeisten Fällen die Nutzungslizenz fehlen.

Ja, nur weil du ein PDF hast darfst du es noch lange nicht bei einer KI zum Server hochladen, selbst wenn du eine bezahlVersion der KI hast kann die das PDF, je nach Version einfach in ihre Datenbank aufnehmen - herzlichen Glückwunsch du hast gerade etwas der (*hüstel*) "Allgemeinheit" zur verfügung gestellt.

Die alternative: du benutzt eine lokale KI auf deinem Rechner - die kann dann aber nicht so viel.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 15.05.2026 | 18:33
Dafür dürfte dir in den allermeisten Fällen die Nutzungslizenz fehlen.
Ich finde, LLMs (aka KIs) für den privaten Gebrauch zu nutzen harmlos.

Ich finde, es ist auch eine gute Symbiose, wenn man die Kreativität von menschlichen Autoren, die Quellenbücher schreiben, dann per LLM zu Abenteuern zusammenrühren kann. Das nimmt doch niemandem etwas weg. Und selbst wenn da automatisch keine perfekten Werke entstehen, das sind viele Kaufabenteuer auch nicht, wo es dann ebenso viele Logiklöcher gibt, weil der Autor genau einen Weg im Kopf hatte, der für ihn oder sie total logisch klang.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 15.05.2026 | 18:47
Die alternative: du benutzt eine lokale KI auf deinem Rechner - die kann dann aber nicht so viel.
Da gilt das Fishermen's Friends Prinzip: Ist die KI zu schwach, ist dein Rechner nicht stark genug :) Ein Cluster aus 4 MacStudio-Rechnern á 10k€ kann schon einiges reißen und ein Flagship-Modell lokal ausführen. Aber mal ernsthaft, dass ist natürlich nicht der einzige Weg: Wenn du einem kommerziellen Anbieter nicht traust den geschlossenen Vertrag einzuhalten, miete Hardware an und lass da das LLM laufen. Kostet dann nur wenige € pro Stunde pro Superchip.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 17.05.2026 | 11:40
Ja, nur weil du ein PDF hast darfst du es noch lange nicht bei einer KI zum Server hochladen, selbst wenn du eine bezahlVersion der KI hast kann die das PDF, je nach Version einfach in ihre Datenbank aufnehmen - herzlichen Glückwunsch du hast gerade etwas der (*hüstel*) "Allgemeinheit" zur verfügung gestellt.
Ich hab das mal ChatGPT gefragt:
Zitat
Nein. Dateien, die du in einem Projekt hochlädst, werden nicht in eine öffentliche Datenbank aufgenommen und nicht “öffentlich gemacht”. Projektdateien dienen als Referenzmaterial für dieses Projekt, damit ChatGPT sie in Antworten innerhalb dieses Kontexts nutzen kann.

Wichtig sind drei Unterscheidungen:

Öffentlichkeit: Deine hochgeladenen Dateien sind nicht automatisch öffentlich und werden nicht anderen Nutzer:innen zugänglich gemacht.
Speicherung: Hochgeladene Dateien können in deiner ChatGPT-File-Library gespeichert werden, damit du sie später wieder verwenden kannst. Chats und Dateien werden getrennt verwaltet; das Löschen eines Chats löscht nicht automatisch die gespeicherte Datei.
Training/Verbesserung: Bei persönlichen ChatGPT-Plänen kann OpenAI Inhalte zur Modellverbesserung verwenden, wenn die entsprechende Datenfreigabe aktiviert ist. Du kannst das unter Settings → Data Controls → “Improve the model for everyone” deaktivieren; danach werden neue Gespräche nicht fürs Training verwendet. Bei Business/Enterprise-ähnlichen Workspaces sind Workspace-Daten standardmäßig vom Training ausgeschlossen.

Kurz gesagt: Nein, deine Projektfiles werden nicht öffentlich. Sie können aber je nach Einstellungen gespeichert und – bei privaten Consumer-Accounts mit aktivierter Datenfreigabe – potenziell zur Verbesserung der Modelle verwendet werden.
D.h. Datenfreigabe deaktivieren, dann fließt das nichtmal ins Training ein.
Und wer dem nicht traut (weil KI=Böse!) sollte auch gleich mal sein Betriebssystem löschen, denn Microsoft, Apple und Google sind da mindestens genauso wenig vertrauenswürdig. Und die sitzen faktisch an der (Daten-)Quelle.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Aedin Madasohn am 17.05.2026 | 12:09
Ich meinte, dass man es nicht nötig hat sich von einer KI eine ganzes Sourcebook erstellen zu lassen, damit man sich mal cool als Autor vorkommt - naja, wahrscheinlich ist das ja genau der ausschlaggebende Punkt.

 :think:
ging es den Postern nicht darum, dass sie die Fleißarbeit "was ist den schon wie gesetzt" "ist das jetzt ein Änderung von etwas drei Seiten vorher" und ähnliche Sand-im-Getribe-Zeitfresserarbeiten zu automatisieren?
 :think:

im Angesicht von lauter bezahlten Autoren, die sich cool vorkamen/vorkommen, ihre MarySue-Peets allmächtig&unantastbar in ein Setting zu droppen (Nahema, die Dracheninflation in SR...) 
erscheint mir das mit dem AutomatisiertemLektorat KI"Konsisty" mehr wertvoll als schröcklichst  ;)

ist natürlich hart für die Verlage, wenn sich die benchmark für die Vermeidung Settingwidersprüchen durch so etwas aus dem Hobbyistenbereich kommendes nach oben verschiebt.

Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: KhornedBeef am 17.05.2026 | 13:55
Ich vermute, eine Lizenz kann auch ausschließen, dass man seine PDFs auf ausländische Server hochlädt, selbst wenn sie versprechen, nichts damit zu machen. Der Einwand mit dem Betriebssystem ist formal richtig, da gibt es aber keine nachgewiesene Aneignung von  anderer Leute Material. Oder?
Konnte ja sonst auch sein, dass die E-Felder von deinem RAM für irgendwen klar lesbar sind, dann dürftest du ja nie ein PDF ansehen.
Und die Auskunft vom Modell selbst ist natürlich nicht als glaubwürdig anzusehen, nicht bei dem Thema

Rein vom Workflow finde ich das genau richtig in Moment, also eine Basis, auf der das Modell fabulieren kann. Man kann dann ja in den entsprechenden Skill auch einfügen, dass er es jede Entwicklung anhand der primären Beschreibung factcheckt und korrigiert. Wenn ich Claude als Maßstab nehme, dürfte man dann sehr wenig Widersprüche bekommen
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 17.05.2026 | 14:21
Ich vermute, eine Lizenz kann auch ausschließen, dass man seine PDFs auf ausländische Server hochlädt, selbst wenn sie versprechen, nichts damit zu machen.
Bei Privatleuten? Ich vermute ganz stark nicht. Im B2B-Kontext kannst du alles vertraglich regeln, was nicht sittenwidrig ist, also z.B. dass du immer Rick Astley trällern musst, wenn du das PDF anschaust, aber bei Privatkunden gilt, dass eine AGB nur das enthalten kann, was letztlich ein Richter für erwartbar hält. Und kein Nutzer kann erkennen, ob der Server nun ausländisch ist oder nicht.

Zitat
Der Einwand mit dem Betriebssystem ist formal richtig, da gibt es aber keine nachgewiesene Aneignung von  anderer Leute Material. Oder?
Gibt es bei OpenAI und Co auch nicht… sie sichern vertraglich zu, die Daten nicht (über den technisch notwendigen Aspekt hinaus, die Fragen daran zu bearbeiten, also eine RAG-DB aufzubauen zu cachen, würde ich mal raten) zu verarbeiten.

Ich weiß nicht, wie das bei Microsoft läuft, aber macOS indiziert meine gesamte Festplatte und es wäre ein leichtes für die, "interessante" Dokumente zu kopieren - erst recht, weil man aus Bequemlichkeit und zur Datensicherung auch noch alle persönlichen Dokumente in der iCloud speichert. Oder nutzt jemand Dropbox? Gleiches Thema. Chrome könnte auch jedes PDF, das angezeigt wird, z.B. für einen Virenscan, zu Google hochladen. In allen Fällen ist es daher also Vertrauen (dass dies nur passiert, wenn der NSA dich auf dem Kieker hat).
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 17.05.2026 | 14:57
Und die Auskunft vom Modell selbst ist natürlich nicht als glaubwürdig anzusehen, nicht bei dem Thema
Genauso glaubwürdig wie die von einem Anwalt, der für Konzern X arbeitet. Leute, ihr könnt euch winden wie ihr wollt - entweder, ihr ergeht euch in Paranoia, oder ihr nehmt die Aussagen so wie sie sind. Der Wahrheitsgehalt lässt sich für den Kunden in keinem Fall feststellen.

Rein rechtlich sind das Vertragsklauseln, die ich als Kunde als gegeben annehmen kann. Sollte also irgendwann jemand der Meinung sein, meine hochgeladenen PDFs wären schuld daran, dass irgendwas "öffentlich" gemacht wurde kann ich darauf pochen. Mehr brauch ich nicht.

Übrigens durchforstet GPT auch solche Seiten wie scribd.com. Ich hab ihn heute mal gefragt, wie er Death in Freeport auf meine Stadt umlegen würde, ohne das PDF hochzuladen. Tjo, hat er gut gemacht - scheint also bereits viel Material verfügbar zu sein, auch ohne LLM.

EDIT: Von wegen "da hat man noch nichts von gehört" bei Betriebssystemen. Einmal nach WIN 11 Telemetriedaten googeln.  ;)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 24.06.2026 | 16:32
Ich hab jetzt ChatGPT als meinen Programmiersklaven eingesetzt. Hat mir einen browserbasierten NPC-Generator für Dragonbane gebaut, und einen für Zauberkarten. Extrem cool, muss ich sagen. Das nimmt mir u.a. die Aufgabe ab, die ganzen BoM-Zauber händisch in meine Karten-Vorlage zu kopieren.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Zouan81 am 24.06.2026 | 17:59
Ja super.

Vielleicht lasse ich mir auch noch einmal einen Char-Generator für mein Projekt erstellen.

KI kann einem doch sehr viel abnehmen.

Bei kommerziellen Produkten wär ich allerdings dafür, dass es gesetzlich verpflichtend wäre, zu deklarieren ob und welche Inhalte per KI erstellt wurden.
Dann kann der Käufer ja bewusst entscheiden und kauft nicht die Katze im Sack.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 24.06.2026 | 18:09
Ich arbeite gerade an einem Quellenbuch für eine neue Welt und muss sagen das ich ChatCPT da wirklich als unterstützung gut gebrauchen kann.

Das Stetting ist ein Fantasy Europa und meine letze frage war ob ich Byzanz als einzelne Stadt oder als Teil von Ostrom oder weglassen soll. Ich sagte das er mir eine Pro Contra auflistung machen sollte und die hat mir wirklich etwas gebracht um meine Entscheidung zu treffen und zu begründen.

Man schwimmt nicht so im eigenen Saft beim schreiben, sicher viel von dem was mir angeboten wurde ist Käse - oder anderst gesagt gefällt mir nicht (vieleicht würde es anderen ja gefallen kann durchaus sein).
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 24.06.2026 | 18:29
Ich hab jetzt ChatGPT als meinen Programmiersklaven eingesetzt.
Seit froh, dass Softwareentwickler sich nicht als Künstler sehen und lautstark protestieren, dass du eine jahrelang erlernte Kunst mit dem schnöden Argument, ich will das nicht selbst lernen und auch niemand dafür bezahlen, durch KI ersetzen kannst. Wertschätzt dann zumindest einen Augenblick die zeitlose Eleganz von λf.(λx.f(xx))(λx.f(xx)).

Zum Thema würde ich vorschlagen, sich die Möglichkeiten von Skills anzuschauen. Statt externe Programme zu schreiben zu müssen, erlauben diese das Einbetten spezieller Funktionen direkt in einen Chat. Statt einfach nur Text als Antwort zu bekommen, können das auch grafisch aufwendigere (mit HTML erstellte) Karten sein oder sogar interaktive Mini-Anwendungen. Aktuell gibt es noch keinen allgemeinen Standard, aber Claude ist da inzwischen recht weit. Beispielhaft hatte ich mir dort mal einen Skill gebaut, der durch erwähnen von Shadowdark und Charakter oder Monster getriggert wird und dann der KI die notwendigen Regeln und ein Würfelprogramm (denn LLMs können keinen Zufall) zur Verfügung stellt, sowie Instruktionen, wie ich mir die Antwort vorstelle und dann bekomme ich korrekt ausgewürfelte Abenteurer oder Monster mit der Möglichkeit, TP abzustreichen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 24.06.2026 | 22:42
Ich hatte vorhin vorgeschlagen, den Chat selbst zu nutzen. Hier ist ein Beispiel (https://imgur.com/a/xEflJmq), wie das bei Claude aussehen kann. Ich kann da TP abkreuzen, Schaden würfeln und sogar alles zurücksetzen, inline im Chat nachdem ich einmal meine Wünsche in wenigen Sätzen formuliert und mir ad-hoc ein System für Monster ausgedacht hatte.

Das kann Claude dann in einen SKILL (https://gist.github.com/sma/135d1d93cd3939f9181882b6dca552b6#file-skill-md) verwandeln, wo dann auch die interaktive GUI definiert ist und angepasst werden kann.

Dann kann ich mit "/zufallsbegegnungen Monster im Sumpf" sumpfgerechte Monster zusammenstellen, die Claude als Denkprozess gerade ausgibt. Für ad-hoc ist das leider noch ein bisschen langsam, weil ich knapp 2 Minuten auf das Ergebnis warten musste, aber kann jetzt gegen einen Schlickkriecher, Moorgeist und eine Riesenkröte kämpfen, die Gegner mit ihrer Zunge (d8) zu sich zieht und die nach einem Biss (d6) 1 TP pro Runde verlieren, bis sie geheilt werden.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 25.06.2026 | 07:59
Seit froh, dass Softwareentwickler sich nicht als Künstler sehen und lautstark protestieren, dass du eine jahrelang erlernte Kunst mit dem schnöden Argument, ich will das nicht selbst lernen und auch niemand dafür bezahlen, durch KI ersetzen kannst. Wertschätzt dann zumindest einen Augenblick die zeitlose Eleganz von λf.(λx.f(xx))(λx.f(xx)).
Na ja, er macht das in HTML/JS - und das hätte ich eigentlich gelernt. Aber gerade JS ist so absolut nicht meines, und mich da wieder einzuarbeiten - nö.
Ich weiß aber von meiner Frau die inzwischen in dem Bereich arbeitet, dass auch Programmierer sich so einiges von LLMs schreiben lassen, dass sie dann nur noch überarbeiten.  ;)

Ich will das Zeug aber auch gar nicht IM Chat haben. Der Kartengenerator ist explizit für den Druck gedacht. Und im Chat würfeln oder so brauch ich auch nicht.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 29.06.2026 | 15:26
Nach NPC-Generator, Zauberkarten-Generator und Kampagnenverwaltung, hab ich jetzt einen Magic Item Generator erstellt. Der kann magische Gegenstände nach den Dragonbane-Regeln sowohl mittels General Magic, als auch Enchanting generieren. Einige Dinge müssen noch verfeinert werden, einiges ist schlicht unnötig, aber er funktioniert bereits gut.

(https://i.ibb.co/sdrDvpFF/Screenshot-2026-06-29-152255.png) (https://ibb.co/MxLjDyRR)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Arkam am 30.06.2026 | 09:50
Hallo zusammen,

ich hoffe das die Verlage die Lizenzen ihrer Produkte anpassen soweit sie denn digital sind.
Denn ich fände es grundlegend schon sehr hilfreich wenn ich ein PDF das nicht in Deutsch vorliegt übersetzen lassen könnte. Mir ist klar das diese Übersetzung wahrscheinlich noch Fehler enthalten wird aber muttersprachlich bin ich deutlich sc hneller im lesen und aufnehmen und die Chance das ich einen solchen Text auch tatsächlich nutze steigt enorm an.
Ich hoffe darauf das man zumindestens ein KI Lektorat über die Texte und vielleicht sogar die Karten laufen lässt und dann auch Mängel abstellt.
Ich hoffe das Abenteuer demnächst vollständiger werden weil man Aufgaben mit relativ wenig Zeit und Geld Aufwand an eine KI auslagern kann. Ich bräuchte eigentlich die Karte einer Kathedrale und kann nicht selbst zeichnen oder kann mir keinen Zeichner leisten? Die KI kann zumindestens etwas abliefern was halbwegs passt. Ich habe eine Karte mit Sicherheitskameras aber nicht die Nerven deren Sichtwinkel zu integrieren eine KI könnte das schnell erledigen.
Alternativ könnte man natürlich auch ei nige Sachen, etwa Karten oder Handouts unter einer Lizenz zur Verfügung stellen unter der man dann selbst Änderungen durchführen könnte.

Ich befürchte das eine ganze Menge Schrott oder, aus meiner Sicht, unnötige Dinge auftauchen werden.
Man wird Miniaturen nach eigenen Wünschen anpassen können und natürlich auch offizielle Miniaturen und Gelände kaufen können.
Man wird sein Rolölenspielmaterial individuell gestalten können und onl,ine dafür auch ein entsprechendes A>bo abschließen können.
Ich befürchte bei Verlag VTTs wird man nicht nur für konkrete Inhalte, etwa Regelwerke sondern auch für Boostger, also EPs, magischge Gegenstände etc. zahnlen können die man dann einem Charakter zuordnen kann.

Im Hobbybereich sehe ich durchaus gute Zeiten auf uns zukommen.
Hobby Sachen werden mehr Abbildungen erhalten und auch die Karten werden professioneller werden.
Ein KI Lektorat ist besser als kein Lektorat.
Wie schon geschildert schmort man als Autor weniger im eigenen Saft, das gilt sowohl für das eigene System als auch für Systeme die eher weniger gespielt werden

Gruß Jochen
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Eisenmeile am 30.06.2026 | 20:53
Ich weiß aber von meiner Frau die inzwischen in dem Bereich arbeitet, dass auch Programmierer sich so einiges von LLMs schreiben lassen, dass sie dann nur noch überarbeiten.  ;)

Als jemand der sich öfter mit Bewerbern in diesem Bereich auseinandersetzen muss, kann ich dir sagen, dass deine Aussage zu 70% richtig ist - lediglich der letzte Nebensatz stimmt meiner Erfahrung nach nicht (die finden Fehler im Code nichtmal, wenn man ihnen die Zeilennummern sagt, wo sie nach diesen suchen müssen).  ;)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Horsinand am 30.06.2026 | 22:02
Besonders spannend finde ich, welche Chancen sich für LARPs ergeben, wenn dort autonom handelnde Roboter herumlaufen und bestimmte Rollen spielen ;-)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 30.06.2026 | 22:02
Von allem, das man durch "KI" ersetzen wollte, hat Software-Entwicklung so ziemlich als einziges gut funktioniert. Ich entwickle seit 40 Jahren Software und glaube, dabei gar nicht mal so schlecht zu sein. Ich konnte in den letzten drei Jahren zusehen, wie das von "nettes Spielzug" zu "die KI ist so gut wie ich" wurde und ich befürchte, das sagenhafte Fable, falls wir's je in Europa zu sehen bekommen, übertrifft mich dann. Denn was ich mir über die Jahre an Erfahrung angeeignet habe, muss die KI nur einmal sehen, um ebenfalls in Repertoire aufzunehmen.

Wie das auf Anfänger wirken muss, kann ich mir nicht wirklich vorstellen, aber es könnte sein, dass uns der Nachwuchs ausgeht, weil niemand mehr jahrelang lernen will. Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass 10 Jahre braucht, um eine Meisterschaft zu erreichen. Mein Tipp an Anfänger wäre, das ganze auf die harte Weise zu lernen und darauf zu wetten, dass es bald kaum noch Leute gibt, die wissen, was die KI da eigentlich macht. Kann aber auch sein, dass wir vorher alles in die Scheiße reiten.

Denn unabhängig davon können wir zusehen, wie wir völlig unvorbereitet auf einmal in einer Welt leben, in der KI-System besser als jeder Experte dort schlummernde Fehler findet und es genug Leute gibt, die das zum eigenen Vorteil ausnutzen. Oder um dem Gegner im Kriegsfall komplett die Infrastruktur zu zerstören.

Das alles gehört aber dann eher in den Postapokalypse-Faden nebenan :)

Wie Programier-KIs beim Rollenspiel helfen können sehen wir ja gerade: Es dauert nur Minuten, für mittelkomplexe Rollenspiele Charakterverwaltungssoftware erstellen zu lassen – insbesondere, wenn einem das UI egal ist. Claude Design leistet aber auch hier erstaunliches, was zwar immer gleich aber zumindest gut aussieht. Und wenn man zumindest Grundkenntnisse in der Software-Entwicklung hat, kann die KI einem den Lernaufwand für eine bestimmte Plattform oder ein Rahmenwerk abnehmen.

Übersetzungen sind IMHO ein weiteres superspannendes Feature. ich sage schon eine ganze Zeit, dass ich eigentlich täglich erwarte, dass DriveThruRPG allen Leuten anbietet, die PDFs automatisch zu übersetzen… für mehr Reichweite. Wer will, kann's nutzen, wer nicht will, eben nicht. Oder ich kann mir privat die Spiele übersetzen lassen. Ist vielleicht nicht perfekt, aber immer noch besser als gar nicht lesen können. Englisch geht ja vielleicht noch. Aber ich kann weder spanisch noch französisch oder polnisch oder auch schwedisch, doch solche Systeme stünden mir zur Verfügung.

Ich habe vor einige Zeit mal ausprobiert, ein PDF Seite für Seite zu OCRen, dabei Informationen über die Schrift und die Textbox zu behalten, dann alles zu übersetzen und dann ein neues PDF zu erzeugen, indem man die Texte an dieser Stelle wieder einfügt. Übersetzen ist das kleinste Problem. Das PDF-Format ist leider denkbar ungeeignet für sowas, weil z.B. die Fonts automatisch ge-sub-setted sind, d.h. man muss die Originalschriften haben. Aber würde man an die Quellen herankommen, könnte man das übersetzen schon heute automatisieren. Größtes Hindernis ist IMHO der Unwille der Verlage da mitzumachen, etwa indem sie das verarbeiten ihrer PDFs gestatten.

Übrigens, ich finde die Screenshots von Raven Nash schick, vielleicht etwas zu braun für meinen Geschmack, stimmig.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 30.06.2026 | 22:31
Von allem, das man durch "KI" ersetzen wollte, hat Software-Entwicklung so ziemlich als einziges gut funktioniert.

Würdest du heute einem jungen Menschen raten in diese Richtung zu gehen? Also Asubildung/Studium richtung Programmierung?

Ich hab letzens zu meiner Frau gesagt als diese meinte mein Sohn (5) solle mal etwas mit IT machen: "Ich bin eher für Schreiner, gestorben wird immer."
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 1.07.2026 | 00:04
Würdest du heute einem jungen Menschen raten in diese Richtung zu gehen? Also Asubildung/Studium richtung Programmierung?
Wie die Situation in ~15 Jahren ist, kann ich so gar nicht sagen. Schon 5 Jahre in die Zukunft zu blicken finde ich aktuell schwer.

Ein Informatikstudium ist IMHO immer noch wichtig, programmieren ist da nur ein kleiner Teil. Ich finde es wichtig, über Komplexität, Algorithmen, formale Sprachen, Typsysteme, und den ganzen Aspekt der Software-Entwicklung, insbesondere Prozesse und Methoden, Bescheid zu wissen. Und, mein persönliches Steckenpferd, die Historie von Programmiersprachen inkl. ihrer Schöpfer (fast immer nur Männer, leider), sollte auch nicht vergessen werden. Das ganze ist aber schwer und langwierig und eine Abkürzung per KI ist IMHO nicht möglich.

Und was deine Schreiner-Idee angeht: Unterschätze nicht, wie sich humanoide Roboter in den nächsten 15 Jahren entwickeln werden. China braucht sie, weil sie überaltern und irgendwer die Leute pflegen, die Fabriken am Laufen und das Volk verteidigen muss. Was vor 10 Jahren noch Science Fiction war, kann man jetzt für $13.500 kaufen (https://shop.unitree.com/zh-de/products/unitree-g1). Google hatte sich nach Protesten der Belegschaft von Boston Dynamics getrennt, als die angekündigt hatten, auch für's Militär arbeiten zu wollen. Nun gehören sie Hyundai und arbeiten an Kampfrobotern – wie auch Unitree.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 1.07.2026 | 01:01
Nochmal was zum Thema. Da gerade eben Sonnet 5 angekündigt wurde, habe ich mit diesem LLM versucht, ein kleines Zombie-RPG zu one-shotten. Hat ziemlich lange gedauert, weil Claude sich ewig mit den Tools beschäftigt hat, aber das Ergebnis ist bislang optisch das beste, was ich bekommen habe. Seht selbst (https://drive.google.com/file/d/1mL6RuuXxActIeBs1g4lAhlOnBq1DE0_1/view?usp=sharing).

Claude hat leider keinen Mut zu ungewöhnlichen Fonts und den Blocksatz mag ich auch nicht, aber das kann die KI nicht wissen. Zumal neu ist, dass automatische Silbentrennung aktiv ist (dank WeasyPrint, wenn ich's richtig aus dem Denkprozess extrahiere) und das die Überschriften vermurkst. Inhaltlich ist das okay, würde ich sagen. Tatsächlich fand ich die Leistung hier von GPT-5.5 besser. Aber vielleicht ist Sonnet 5 wieder besser in "natürlicher" Sprache als Opus 4.8.

Prompt:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 1.07.2026 | 06:43
Übrigens, ich finde die Screenshots von Raven Nash schick, vielleicht etwas zu braun für meinen Geschmack, stimmig.
Mit der Optik beschäftige ich mich, wenn alles andere da ist.  ;) Ich mag's aber durchaus zweckmäßig.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Namo am 1.07.2026 | 08:17
Die Ausführungen von sma schlagen mir so früh am Morgen gabz schön auf den Magen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 1.07.2026 | 08:51
Nochmal was zum Thema. Da gerade eben Sonnet 5 angekündigt wurde, habe ich mit diesem LLM versucht, ein kleines Zombie-RPG zu one-shotten. Hat ziemlich lange gedauert, weil Claude sich ewig mit den Tools beschäftigt hat, aber das Ergebnis ist bislang optisch das beste, was ich bekommen habe. Seht selbst (https://drive.google.com/file/d/1mL6RuuXxActIeBs1g4lAhlOnBq1DE0_1/view?usp=sharing).

Claude hat leider keinen Mut zu ungewöhnlichen Fonts und den Blocksatz mag ich auch nicht, aber das kann die KI nicht wissen. Zumal neu ist, dass automatische Silbentrennung aktiv ist (dank WeasyPrint, wenn ich's richtig aus dem Denkprozess extrahiere) und das die Überschriften vermurkst. Inhaltlich ist das okay, würde ich sagen. Tatsächlich fand ich die Leistung hier von GPT-5.5 besser. Aber vielleicht ist Sonnet 5 wieder besser in "natürlicher" Sprache als Opus 4.8.

Prompt:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Könnte das auch als Affinity-File ausgegeben werden, so dass es bearbeitbar ist?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 1.07.2026 | 10:20
Könnte das auch als Affinity-File ausgegeben werden, so dass es bearbeitbar ist?
Ich glaube nicht. Meines Wissens ist dieses Dateiformat nicht dokumentiert und es gibt keine offiziellen/externen Bibliotheken, um das zu erzeugen. Affinity bietet allerdings einen MCP-Server, über den Claude das Programm fernsteuern kann. Was damit möglich ist, kann ich nicht sagen.

In dem Affinity → LaTeX Thread hatte ich mich ja für Typst als bessere Wahl ausgesprochen und solche Dateien kann Claude (und wahrscheinlich anderen KIs auch) erzeugen und ich hatte da ja auch mal ein Beispiel (https://drive.google.com/file/d/1GaB0DbJfAo0OEyR0icqa-fsQidlJjJBk/view?usp=sharing) gezeigt. Das war allerdings kein One-shot, sondern ich habe da noch Hand ans Design gelegt und die Schriften ausgesucht.

Ansonsten könnte Claude neben Markdown und HTML auch docx erzeugen, aber Microsoft-Office will ich mir genau so wenig installieren wie irgendwelche Produkte von Adobe. HTML scheint mir tatsächlich die beste Wahl, denn das lässt sich einfach weiter verarbeiten und wenn man kein komplexes (mehrspaltiges) Layout braucht, ist das Ergebnis okay. Für "Hohlland" konnte ich mir das HTML aus dem Denkprozess ziehen und könnte theoretisch jetzt selbst Änderungen vornehmen, mir dann Fonts und Print-Tool installieren und selbst ein PDF erzeugen. Oder das dann diesmal Claude Code machen lassen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: KhornedBeef am 1.07.2026 | 10:23
Besonders spannend finde ich, welche Chancen sich für LARPs ergeben, wenn dort autonom handelnde Roboter herumlaufen und bestimmte Rollen spielen ;-)
Ist das jetzt ein leicht kaschierter Westworld-Scherz?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 1.07.2026 | 10:54
Wie die Situation in ~15 Jahren ist, kann ich so gar nicht sagen. Schon 5 Jahre in die Zukunft zu blicken finde ich aktuell schwer.

Mein gedankle geht auch eher in die Richtung das gerade in den USA wohl massiv Leute dahingehend entlassen werden. Es ist eher so das ich vor KI gesagt hätte - das sind realtive sichere gut bezahlte Jobs. Das dies jetz irgendwie überall alles dahingehend "wackelt",... ja klar.

Ist das jetzt ein leicht kaschierter Westworld-Scherz?

Ach, ich denke wenn du die Idee dem Elend Murks präsentierst und er das cool findet hast du das in ein paar Jahren,...
Wenn nicht - dauerst es halt etwas länger, spätestens wenn die ersten Rückläufer von Pfelgerobotern aus dem Altersheim auf dem Schorttplatz landen, und billig verfügbar sind,...
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 1.07.2026 | 10:57
Mein gedankle geht auch eher in die Richtung das gerade in den USA wohl massiv Leute dahingehend entlassen werden. Es ist eher so das ich vor KI gesagt hätte - das sind realtive sichere gut bezahlte Jobs. Das dies jetz irgendwie überall alles dahingehend "wackelt",... ja klar.

Ach, ich denke wenn du die Idee dem Elend Murks präsentierst und er das cool findet hast du das in ein paar Jahren,...
Wenn nicht - dauerst es halt etwas länger, spätestens wenn die ersten Rückläufer von Pfelgerobotern aus dem Altersheim auf dem Schorttplatz landen, und billig verfügbar sind,...

Es geht aber teils auch wieder rückwärts - Stichwort Ford.

Könnten wir aber bitte näher am Rollenspiel(markt) bleiben.

Hat eigentlich jemand so einen KI-generirten Generator für ein komplexeres Spiel gesehen wie DSA4+ oder Rolemaster?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 1.07.2026 | 10:58
Ich glaube nicht. Meines Wissens ist dieses Dateiformat nicht dokumentiert und es gibt keine offiziellen/externen Bibliotheken, um das zu erzeugen. Affinity bietet allerdings einen MCP-Server, über den Claude das Programm fernsteuern kann. Was damit möglich ist, kann ich nicht sagen.

Das ist ja ziemlich lahm.
Einfach ein PDF ausspucken zu lassen, ist ja nice to have, aber es lässt sich ja nichts ändern und das ist ja grundsätzlich blöd.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Horsinand am 1.07.2026 | 12:45
Ist das jetzt ein leicht kaschierter Westworld-Scherz?

Naja, KI ist ja nicht nur Texte schreiben und Bilder malen. Das wird dann aber auch eine Kostenfrage, ab wann man es sich leisten kann, mit solchen Robotern zu spielen . . .
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 1.07.2026 | 14:29
Könnte das auch als Affinity-File ausgegeben werden, so dass es bearbeitbar ist?
Nachtrag: Ich habe eben mal den MCP-Server von Affinity mit Claude verbunden und der KI gesagt, ich möchte gerne eine Seite mit einem einseitigen Lobgedicht auf die Farbe Orange und ganz langsam habe ich dann auch in Affinity sehen können, wie eine Seite angelegt, darin eine orange Sonne gemalt wurde und auch unformatierter Text eingefügt wurde … und dann ist die Claude-App abgestürzt. In einigen Wochen kann man's vielleicht noch mal probieren. Bis dahin ist glaube ich HTML (oder Typst) das bessere Ausgabeformat.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 1.07.2026 | 14:48
Hat eigentlich jemand so einen KI-generirten Generator für ein komplexeres Spiel gesehen wie DSA4+ oder Rolemaster?
Das bräuchte etwas mehr menschliche Mitarbeit als einen One-Shot-Prompt in der Mittagspause. Ich würde sagen der Savage Worlds Generator von Thallion hat eine vergleichbare Komplexität. Und es versuchen doch auch gerade mindestens zwei Leute Generatoren für Midgard 5 zu bauen. Somit: Gesehen, ja.

Es ist ja nicht so, dass man so einen Generator nicht auch wie vor ~3 Jahren selbst bauen könnte. Aber wenn das dann ein Projekt von sagen wir mal 40 Personentagen gewesen wäre, kann man das jetzt mit Coding Agent auf vielleicht 10 Tage drücken. Das wäre dann ja schon mal ein großer Fortschritt. Und wenn einem egal ist, ob alle Daten in Gänze vorhanden sind (die KIs weigern sich ja, Texte verbatim zu kopieren), sondern man mit Platzhaltern leben kann, reichen vielleicht sogar 4 Tage für das Grundgerüst.

Meine Empfehlung wäre, vor der eigentlichen Programmierung mit der KI in eine Diskussion zu gehen, wie man die Charakterdaten und alle Auswahloptionen am besten modelliert. So würde man ja auch "traditionell" vorgehen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 1.07.2026 | 16:25
Ich baue mir gerade recht umfangreiche Werkzeuge für Midgard 5 mit Claude Code. Das macht schon wirklich Laune. Beim Abenteuergenerator ist es etwas Tüftelarbeit um das Teil sprachlich in den Griff zu bekommen. Wen das interessiert, der kann sich hier mal ein Beispielabenteuer aus dem Generator herunterladen: https://www.midgard-forum.de/forum/topic/44660-abenteuer-generator/#findComment-3897672

Hier ist leider der Datei-Upload zu eingeschränkt.

Gut und stabil läuft auch der Charaktergenerator und -manager. Hier mal drei Screenshots der ersten Schritte.

Ich würde schon sagen, dass Midgard ein etwas komplexeres System ist. Die Erstellung hat deutlich länger gedauert, als mein Generator für Torg Eternity oder die Wiederbelebung des D&D4 CHaraktergenerators.

(https://www.tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=132759.0;attach=41358)

(https://www.tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=132759.0;attach=41360)

(https://www.tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=132759.0;attach=41362)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Namo am 1.07.2026 | 16:49
Das finde ich schon ziemlich beeindruckend. Habe zwar von Midgard und auch coden keine Ahnung, aber das wirkt extrem professionell.  :d
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 1.07.2026 | 17:11
Das finde ich schon ziemlich beeindruckend. Habe zwar von Midgard und auch coden keine Ahnung, aber das wirkt extrem professionell.  :d

Beim nicht-coden können sind wir schon zwei  ;)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Schleicher am 1.07.2026 | 21:11
Was das Dateiformat angeht: Powerpoint!
Das ist mit allem bearbeitbar und für die KI leicht zu generieren.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 1.07.2026 | 21:23
Was das Dateiformat angeht: Powerpoint!
Das ist mit allem bearbeitbar und für die KI leicht zu generieren.

Powerpoint für was?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 1.07.2026 | 21:56
Was das Dateiformat angeht: Powerpoint!
Das ist mit allem bearbeitbar und für die KI leicht zu generieren.
Da wage ich zu widersprechen.

Ein `.pptx` ist ein Zip-Archiv mit mehreren untereinander per Referenzen verknüpften teilweise extrem komplexen XML-Dateien. Das ist IMHO das Gegenteil von leicht(gewichtig). Claude greift zu einer JavaScript-Bibliothek, um das Erzeugen solcher Dateien zu abstrahieren und das führt meiner Beobachtung nach dazu, dass viel von den Design-Fähigkeiten verloren geht. IMHO beherrscht Claude am besten HTML mit CSS, insbesondere Tailwind.

Und unabhängig davon, bin ich mir nicht sicher, dass du Hefte oder Bücher, die über mehrere Seiten gehen sollen, gut in Powerpoint über die Seiten fließen lassen kannst. Wenn eine nacheinander anzeigbare Folge von Seiten fester Größe wirklich ein gutes Anzeigeformat ist, dann kannst du diese auch in HTML bauen lassen. Claude Design baut beispielsweise eine Präsentation erst in HTML und exportiert sie dann in Powerpoint, wenn man das unbedingt wünscht.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 1.07.2026 | 22:00
BTW - Fable 5 ist zurück  ;D
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 1.07.2026 | 22:19
BTW - Fable 5 ist zurück  ;D
Jepp, für eine Woche. Danach wird es teuer (https://artificialanalysis.ai/#price-and-cost).

PS: Hier sagt Anthrophic (https://xcancel.com/AnthropicAI/status/2072163884430229756) "tasks like coding and debugging will fall back to Opus 4.8" - wtf.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: First Orko am 2.07.2026 | 08:39
Nochmal was zum Thema. Da gerade eben Sonnet 5 angekündigt wurde, habe ich mit diesem LLM versucht, ein kleines Zombie-RPG zu one-shotten. Hat ziemlich lange gedauert, weil Claude sich ewig mit den Tools beschäftigt hat, aber das Ergebnis ist bislang optisch das beste, was ich bekommen habe. Seht selbst (https://drive.google.com/file/d/1mL6RuuXxActIeBs1g4lAhlOnBq1DE0_1/view?usp=sharing).

Eine Frage: Hast du selbst dich schonmal minimal mit Design beschäftigt und mal selbst versucht, sowas wie ein hinreichend ansprechendes Dokument zu erstellen?
Ich habe gestern mal kurz in Hohlland reingeschaut (und finde es inhaltlich größtenteils grad so mittelmäßig bis stellenweise wirklich grottig, tbh) und finde es grafisch halt... ja auf den ersten Blick okay-ish. Das Beste ist imho das Farbschema, das finde ich tatsächlich relativ gelungen. Aber diese gestreiften Zierbänder werden zwar immer wieder aufgegriffen, aber die beiden verwendeten Farben werden komplett zufällig angewendet. Zu Anfang denkt man, dass es pro Kapitel eine andere Farbe ist (was tatsächlich sinnvoll zur Struktur beitragen würde) aber dann sieht man: Teil 2 hat auf dem Kapitelbild den Streifen in türkis-schwarz, die Überschriften in dem Kapitel selbst aber doch wieder gelb-schwarz. Und dann ist mir auch nicht klar, was das sein soll. Das soll wohl irgendwie wie ein Feldhandbuch wirken... aber der Stempel auf dem Cover ist nur durch Assoziation als solcher zu verstehen. Die Aufteilung des Covers ist seltsam, der Umbruch im Titel wirkt wie ein gewolltes Wortspiel (warum sollte man so ein kurzes Wort sonst umbrechen?) - ist es aber nicht.... usw.

Ich vage die Behauptung: Mit Tools wie Canvas und keinerlei Vorbildung würde man in kürzerer Zeit ein besseres Ergebnis hinbekommen.

Wenn DAS die Zukunft von Rollenspielentwicklung mit KI sein soll... dann sehe ich ein unübersichtlich wucherndes Angebot voller mittelmäßig-lieblos gemachter Produkte auf uns zurollen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 2.07.2026 | 08:55
Hier sind doch alle in Bastel- und Werkstattmodus unterwegs. Das sind ja alles keine Produkte die irgendwie vermarktet werden sollen, sondern Experimente, was so geht. Da muss man nicht immer gleich den Untergang des Rollenspiels sehen.

Und wenn ein Produkt Mist ist, dann kauft man den Schrott halt nicht, völlig egal, ob von Menschen gemacht oder von KI.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: KhornedBeef am 2.07.2026 | 09:07
Das Problem ist ja eher, dass die Verpackung und Werbematerial echt gut sein können, weil schnell gemacht, und nach dem Kauf kommt die Überraschung, dass nichts funktioniert. Also das gleiche, was es auch schon für physischen Krempel gibt. Wenn DTRPG zu Temu wird, mag es da immer noch gute Sachen geben. Aber suchen und finden tut man sie dann kaum noch.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 2.07.2026 | 09:59
Ich weiss nicht. Es gibt so viele Rezensionsplattformen und die Möglichkeit sich vorab über ein Produkt, die Macher, den Verlag zu informieren. Bevor ich mich für ein Rollenspiel entscheide, mache ich das ja auch heute und so schon die letzten 20 Jahre. Wer ein Date Night Abenteuer wegen Insta Werbung kauft, dem kann man halt nicht helfen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: First Orko am 2.07.2026 | 10:00
Das Problem ist ja eher, dass die Verpackung und Werbematerial echt gut sein können, weil schnell gemacht, und nach dem Kauf kommt die Überraschung, dass nichts funktioniert. Also das gleiche, was es auch schon für physischen Krempel gibt. Wenn DTRPG zu Temu wird, mag es da immer noch gute Sachen geben. Aber suchen und finden tut man sie dann kaum noch.

Was ich halt sehe (und auch schon gesehen habe): Wer nie die Hürde genommen hat, selbst etwas in irgendeiner Form zu veröffentlichen - und sei es nur eine kleine Hausregel-Übersicht für das DSA-Skriptorium, ein eigener Charakterbogen o.ä. - und das zumindest rudimentär ansprechend zu gestalten, der ist wahrscheinlich auch weniger in der Lage die von LLM ausgegebene Qualität zu beurteilen. Dazu kommt noch ein gewisser Bias, indem man mittels Prompt das Produkt hat erzeugen lassen ist man da schneller vom Ergebnis begeistert. Wer selbst die Texte geschrieben und das Layout gemacht hat der weiß um jedes "ach das muss reichen"-Zugeständnis und guckt am Ende doch nochmal selbstkritischer.

So ein Produkt per Prompt quasi per "Fingerschnippen" zu erzeugen senkt eben massiv die Schwelle, entkoppelt vom Ergebnis und macht einen auch ein stückweit etwas blind für die tatsächliche Qualität - in die Falle bin ich selbst auch schon getappt, ich nutze ja LLMs - ungeachtet meines Profiltextes- ja durchaus auch in unterschiedlichen Bereichen und revidiere meine Haltung, Bewertung und Umgang auch ständig.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 2.07.2026 | 10:07
Wer selbst die Texte geschrieben und das Layout gemacht hat der weiß um jedes "ach das muss reichen"-Zugeständnis und guckt am Ende doch nochmal selbstkritischer.
Wenn dem so wäre, dürfte es so manches RPG-Produkt nicht geben. Von furchtbarsten Übersetzungen bis hin zu Texten, die jedes LLM deutlich besser hätte schreiben können, und natürlich Kinderzeichnungen als Illus.
Also nein, das ist eine wohlmeinende Unterstellung, die der Realität nicht standhält.

Grundsätzlich sind LLMs Werkzeuge - und wie mit jedem Werkzeug, muss man damit umgehen lernen. Was du ansprichst, ist so wie der Tisch, der mit ein paar Nägel zusammengehämmert wurde, vs. der von einem Tischler nur mit Nut und Feder plus Leim gebautem. Einer kann mit seinen Werkzeugen umgehen, der andere halt nicht. Aber auch der Tischler sägt nicht mehr per Hand, sondern benutzt eine Fräse und eine Kappsäge.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 2.07.2026 | 22:19
Was ich halt sehe (und auch schon gesehen habe): Wer nie die Hürde genommen hat, selbst etwas in irgendeiner Form zu veröffentlichen - und sei es nur eine kleine Hausregel-Übersicht für das DSA-Skriptorium, ein eigener Charakterbogen o.ä. - und das zumindest rudimentär ansprechend zu gestalten, der ist wahrscheinlich auch weniger in der Lage die von LLM ausgegebene Qualität zu beurteilen. Dazu kommt noch ein gewisser Bias, indem man mittels Prompt das Produkt hat erzeugen lassen ist man da schneller vom Ergebnis begeistert. Wer selbst die Texte geschrieben und das Layout gemacht hat der weiß um jedes "ach das muss reichen"-Zugeständnis und guckt am Ende doch nochmal selbstkritischer.

So ein Produkt per Prompt quasi per "Fingerschnippen" zu erzeugen senkt eben massiv die Schwelle, entkoppelt vom Ergebnis und macht einen auch ein stückweit etwas blind für die tatsächliche Qualität - in die Falle bin ich selbst auch schon getappt, ich nutze ja LLMs - ungeachtet meines Profiltextes- ja durchaus auch in unterschiedlichen Bereichen und revidiere meine Haltung, Bewertung und Umgang auch ständig.

Ich sehe das anders: Die Hürde für Kaufwerk wie KI-Erzeugnis ist der persönliche Geschmack des Spielers und der beurteilt für sich die Qualität - offenbar mit der Starterkenntnis, daß alles vorherige "professionelle" unzureichend ist. Nur hat er bei der KI die Möglichkeit und typischerweise den Willen den ersten Schuß dann auch noch zu verbessern, bis es zumindest annähernd den eigenen Ansprüchen genügt.
Ich würde vermuten das führt zu recht umfänglich editierten bis hin zu selbstgeschriebenen Passagen der Themen im akuten Unmutsfokus, welcher diese Aktivität überhaupt erst getriggert haben und dann schnellaufgefüllten Rest, ggf von mehrern Quellen gemixt, weil sonst hätte man nur ein einzelnes Vorlagewerk gehausregelt.

Was heutzutage nicht mehr wirklich geht (und meines Erachtens auch eigentlich noch nie für Spielzwecke funktioniert hat) ist vom Erscheinungsbild hohen Produktionsaufwands auf die Qualität des Inhalts zu schließen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 2.07.2026 | 22:58
Ich habe heute mal etwas Zeit ins Layout meiner Midgarium Abenteuer aus meiner Abenteuerschmiede gelegt. Jetzt bin ich recht zufrieden. Das Abenteuer findet ihr wieder im Midgard-Forum, hier gibts nur schnöde Teaser-Bilder. https://www.midgard-forum.de/forum/topic/44660-abenteuer-generator/#findComment-3897991

Also ich finde KI kann schon auch ganz gutes Design, wenn man es etwas anschubst. Aber vielleicht bin ich ja auch befangen, weil ich der Schubser bin. Das dürft ihr mir sagen.

(https://www.tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=132759.0;attach=41378)

(https://www.tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=132759.0;attach=41380)

(https://www.tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=132759.0;attach=41382)


Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 2.07.2026 | 23:57
Also ich finde KI kann schon auch ganz gutes Design, wenn man es etwas anschubst. Aber vielleicht bin ich ja auch befangen, weil ich der Schubser bin. Das dürft ihr mir sagen.
Ich finde das sehr schick. Wie genau generierst du das Layout? Via HTML? Direkt in Indesign?

Aber ich habe vielleicht geringe Ansprüche, denn mir gefällt auch mein Layout von Die Mondkönigin, wo ich ja auch selbst ein bisschen Hand angelegt habe ;-)

Ansonsten möchte ich aber verstärken, was Wyndor schrieb: Es geht hier um Testen und Basteln und um zu schauen, was aktuell möglich ist. Entscheidend ist hierbei nicht, ob das Layout perfekt ist oder von einem Profi übertroffen werden kann, sondern dass es mit jeder KI-Version besser wird. Wenn man die KI vermenschlichen möchte, dann ist das ist hier ein "sie werden ja so schnell groß" Gefühl irgendwie passend. Vor kurzem war das höchste der Gefühle ein Markdown-Dokument, dann hat Claude eine Zeit lang versucht, mit Hilfe von Report-Lab in Python ein absolut hässlichen PDF zu generieren, aktuell ist es zu HTML mit Paged Media CSS gewechselt, was kaum ein Web-Entwickler auch nur kennt und IMHO recht ansehnliche Ergebnisse liefert – im Rahmen dessen, was eben mit CSS möglich ist.

Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 2.07.2026 | 23:59
Hat eigentlich jemand schon mal mit LLM-Wiki (https://gist.github.com/karpathy/442a6bf555914893e9891c11519de94f) und/oder dem darauf aufbauenden Open Knowledge Format (https://cloud.google.com/blog/products/data-analytics/how-the-open-knowledge-format-can-improve-data-sharing?hl=en) (OKF) beschäftigt, etwa um Kampagnen oder Weltbeschreibungen in einem semistrukturierten Format abzulegen, dass einfach für KI-Agenten zu verarbeiten ist?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 3.07.2026 | 06:51
Ich finde das sehr schick. Wie genau generierst du das Layout? Via HTML? Direkt in Indesign?

Ich bin jetzt mal faul und lasse mein KI Programm die Frage beantworten:
"Der einfache Weg war früher HTML/CSS → PDF (also das Abenteuer als Webseite beschrieben und daraus ein PDF „gedruckt"). Funktioniert, aber Bilder sind auf Spaltenbreite gedeckelt und es entstehen hässliche Lücken.
Der Profi-Weg nutzt Typst — ein modernes Satzsystem, quasi der jüngere Bruder von LaTeX. Man beschreibt das Layout in  Code, und die Engine setzt daraus sauberen Buchsatz. Typst kann Sachen, die HTML nicht kann: Bilder über beide Spalten, ganzseitige Bildtafeln mitten im Text, Statblöcke und Tabellen, die sauber umbrechen statt zu springen. Das Design (Pergament-Kartuschen, Cinzel-Schrift, Goldlinien, Regionsfarben) ist am Look der Midgardium-Website ausgerichtet. Der eigentliche Clou: Nach dem ersten Satz werden die Seiten als Bilder gerendert, und mehrere KI-„Setzer" schauen sich die fertigen Seiten an — wie ein Layouter, der drüberblättert. Sie schicken konkrete Anweisungen zurück („dieses Bild als ganzseitige Tafel", „hier einen Umbruch", „da ein Zierstück gegen die kahle Spalte") — dann wird neu gesetzt. Das läuft in Runden, bis nichts mehr zu meckern ist. Also: Typst-Code + eine Schleife aus KI-Layoutern, die das Ergebnis anschauen und nachbessern. Kein Mensch schiebt Textkästen in InDesign — die „Layouter" sind selbst KI."
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 3.07.2026 | 08:00
Ich hasse alles an dieser Antwort, aber vor allem den letzten Satz.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Tele am 3.07.2026 | 08:47
Was ich viel faszinierender finde, wie schlecht die KI sprachlich in dem Beispiel der Baba Jaga ist. Null Sprachgefühl, mehrere sprachliche Unsauberkeiten und der Stil ist nicht einmal Abitur-Niveau. Ich dachte, die KI wäre schon weiter.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: tarinyon am 3.07.2026 | 08:50
Vorweg: Ich nutze selber intensiv Claude und bin total begeistert davon, wie es einem die Arbeit erleichtern kann und was man damit alles machen kann, was vorher unmöglich für die meisten Menschen war.

ABER: ich finde es krass befremdlich, wie viele Leute einfach auf ein Knöpfchen drücken und dann ein paar Bilder dazu generieren und sagen: Schaut euch mal dieses oder jenes Abenteuer an. Bitte lest doch mal die Texte von dem, was ihr da gepostet habt in diesem Thread.

Zitat aus dem letzten Post von Wyndor: "Das läuft in Runden, bis nichts mehr zu meckern ist." - Das ist kein Deutsch. Dieser Satz ergibt keinen Sinn.

Zitat aus dem Abenteuer-Preview: "[...] Wissen oder Beute aus dem Hort tragen und [...]. Rätsel, Verhandlung und rechtzeitige Flucht zählen hier mehr als Klingen." WTF?!?!

Ein KI generiertes Layout und ein paar Bilder ersetzen halt nicht die Arbeit, die man (mit KI oder nicht) in ein Abenteuer stecken muss. Klar, irgendwann werden die LLMs das Lektorat selber machen können, aber wenn das mit dem Training so weiter geht und anscheinend immer mehr KI-generierte Texte einfließen, dann kommt da schlimmstenfalls nur noch dadaistischer Wahnsinn raus.

Ich bin da nicht kulturpessismistisch. Der Großteil der RPG-Produkte ist schon jetzt auch nur lieblos hingerotzter Quatsch. Und vieles, was in den zahllosen Kickstarter-Flöten rausgedroschen wird, lebt ja auch nur vom Artwork und Layout. Ich wünsche mir, KI hin oder her, mehr Content, mehr Substanz. Von mir aus braucht ein RPG-Produkt überhaupt keine Bildchen oder Bullet Points oder whatever. Schaut euch doch mal die ganz frühen RPG-Produkte an, die teilweise mit der Schreibmaschine getippt waren und heute noch genauso zockbar sind wie damals.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Tele am 3.07.2026 | 08:57
Heute noch so zockbar wie damals...ich lache mich kaputt. Guck mal die alten Männer von Ulisses, die sich ohne Nostalgie-Brille den alten Kram angucken und testen. Da sind die wenigsten alten Spiele überhaupt sinnvoll spielbar.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 3.07.2026 | 08:59
Ich dachte, die KI wäre schon weiter.
"Die KI" gibt es nicht. Der Stil da ("Kein einfacher Dungeon, sondern…" ist typisch) klingt nach Opus, das ist schlechter in solchen Dingen als Sonnet. Anthropic scheint Eloquenz anderen Fähigkeiten geopfert zu haben. Zum Teil passt nicht mal mehr das Deutsch. Der Schwerpunkt aller Hersteller liegt aktuell bei der Software-Entwicklung, nicht bei der Generierung von Prosa-Texten. Aber wir waren ja auch gar nicht beim Inhalt, sondern der Fähigkeit zu Layouten.

Und da ist die entscheidende Beobachtung, dass Claude intern keinen One-shot macht, sondern iteriert. Dauert natürlich länger, kostet mehr, bietet aber die Chance, ein besseres Ergebnis zu bekommen, weil eine Layout-Kontrolle stattfindet. Eine bemerkenswerte Entwicklung.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 3.07.2026 | 09:24
Ich denke es gab damals Schrott und es gibt heute Schrott - wie gerüchteweise 90% von allem.
Aber das setzt die Hürde für eine KI um wenigstens Mittelmäßig zu sein eben auch nicht all zu hoch.

Und war  "Das läuft in Runden, bis nichts mehr zu meckern ist." nicht Wyndors Formulierung, nicht die der Ki? Da wird dann doch der sprachliche Ausdruck eines Users kritisiert statt ein Ergebnis der KI.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 3.07.2026 | 09:28
Schaut euch doch mal die ganz frühen RPG-Produkte an, die teilweise mit der Schreibmaschine getippt waren und heute noch genauso zockbar sind wie damals.
Äh, nein. Das Meiste war damals schon nicht "zockbar". Zumindest nicht ohne massive Eigenleistung des SL.
Platte Plots (so denn überhaupt mehr als "dort Dungeon - machen putt"), Locations ohne jede sinnvolle Funktion, usw.

Was ich aus meiner Erfahrung mit ChatGPT sagen kann: Er kann - mit den nötigen Quellen! - deutlich bessere NSCs generieren als 90% der RPG-Autoren (und so mancher Romanschreiber). Bei den Locations ist es davon abhängig, dass man ihm möglichst genau erklärt, was man haben will.
Bei der Plotentwicklung ist das LLM ein tolles Werkezug, wenn man spontane Einfälle integrieren möchte, ohne Plotholes zu generieren.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 3.07.2026 | 09:46
Viel ulkiger finde ich ja, dass es die Mopperer gar nicht interessiert, an welchen Baustellen ich gerade arbeite. Das sind ja ziemlich viele, wenn man so Setups aufbaut und nicht alles geht gleichzeitig. Wenn ich dann Zwischenergebnisse veröffentliche, meine ich damit nicht: Schau her, das ist so toll, das will ich verkaufen - sondern einfach: Schau her, ich arbeite an einem Tool. Hier mal ein Ergebnis. Ich weiß durchaus, dass die Sprache noch Mist ist, freu mich aber darüber, dass die Regeln korrekt umgesetzt sind.

Aber so ist das eben heute.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Jiba am 3.07.2026 | 10:11
Was ich aus meiner Erfahrung mit ChatGPT sagen kann: Er kann - mit den nötigen Quellen! - deutlich bessere NSCs generieren als 90% der RPG-Autoren (und so mancher Romanschreiber).

Und woran machst du das fest?

Viel ulkiger finde ich ja, dass es die Mopperer gar nicht interessiert, an welchen Baustellen ich gerade arbeite. Das sind ja ziemlich viele, wenn man so Setups aufbaut und nicht alles geht gleichzeitig. [...]
Aber so ist das eben heute.
Nicht heute. Frag doch mal die Leute, die das früher schon mit kreativen Inhalten gemacht haben, die sie tatsächlich selbst gemacht haben. Und wenn sie dann hier Zwischenergebnisse veröffentlicht haben. Auffällig ist nämlich auch, dass viele Nutzer:innen, die heute in den KI-Threads ihre Sachen veröffentlichen, noch vor ein paar Jahren in diesen Threads nämlich explizit nicht herumgehangen haben. Die haben sich schlicht nicht für kreative Arbeit interessiert (oder im schlechte Cover-Thread über menschliche Arbeit gelästert). Die wollen nun aber hier, dass alle Menschen, denen Aspekte ihrer KI-Arbeit nicht gefallen, superzurückhaltend und behutsam und wertschätzend über das alles reden.

Damit ich dann lesen muss: So, die KI macht es sowieso schon besser als 90% von euch Kreativen da draußen. Und jetzt bitte nix mehr sagen, nur unsere generierten Werke bewundern, danke.

Und dass es schon so weit gekommen ist, dass wir uns nicht mal mehr die Mühe geben, auf die Beiträge von Mitforisten selbstständig zu antworten, sondern zu sagen: Hier ist, was die KI dazu sagt, hat dann auch nix mehr mit Wertschätzung zu tun. Das verschleiert nämlich auch stark, ob du dich auch wirklich mit dem auskennst, was die KI da verzapft oder ob du das eigentlich selbst gar nicht durchdrungen hast. Weißt du, was eine Pergament-Kartouche ist? Ich weiß es nämlich nicht. Und du erklärst es mir auch nicht, was du vielleicht getan hättest, wenn du jemand anderem wirklich etwas über dein Layout erzählst.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: First Orko am 3.07.2026 | 10:27
Ich hasse alles an dieser Antwort, aber vor allem den letzten Satz.

 :d This. Ich frag mach, wann die Ersten zu faul, sich überhaupt noch selbst anzumelden und sowohl Lesen (das machen Manche ja jetzt schon nicht mehr) als ich Posten direkt nen LLM-Agenten überlassen  ::)

Aber ICH sehe schwarz, na klar  >;D
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 3.07.2026 | 10:51
:d This. Ich frag mach, wann die Ersten zu faul, sich überhaupt noch selbst anzumelden und sowohl Lesen (das machen Manche ja jetzt schon nicht mehr) als ich Posten direkt nen LLM-Agenten überlassen  ::)

Aber ICH sehe schwarz, na klar  >;D

Ja, sorry dafür. War gerade etwas schreibfaul. Ich formuliere es mal in meinen Worten:
Ich arbeite auf einem Linux System und betreibe Claude Code über mein Terminal. Für den Abenteuergenerator hat Claude für mich eine Webanwendung geschrieben. Die greift auf Datenbanken mit dem Midgard-Material zurück. Die sind im Rahmen meines "Midgardium" Projektes entstanden, in dem ich das komplette M5 Wellwissen & einen Charaktermanager verwalte. Somit hat Claude auch vollen Einblick in die Regelmechanismen etc.

Die Abenteuerschmiede ist wiederum über Claude Code an das Sprachmodell angeschlossen. Dadurch kann ich die Tokens meines Tarifes nutzen und muss nicht Tokens einzeln über die API zahlen. Nachteil ist, dass die Rahmensetzungen von Claude Code immer mitwrken. Das ist dafür kosteneffizienter. Ich experimentiere mit den unterschiedlichen Modellen. In der Abenteuerschmiede-Anwendung kann man nun beliebig viel Input für sein Abenteuer eingeben. Das Tool durchforstet dann das Quellmaterial und beginnt Vorschläge für die Ausarbeitung des Plots zu machen. Dabei entstehen ganz viele Bausteine, die man einzeln bearbeiten kann. Die Bausteine kann man schieben, editieren, löschen, verwerfen. Entweder direkt oder im Dialog mit der KI. Gespeichert werden diese Bausteine in JSON Dateien. Für Karten und Pläne erstellt die KI selbst SVG Grafiken. Diese können optional per Schnittstelle and gptimage gesendet werden, um daraus echte Zeichnungen zu machen. (Die Karten von Dungeons bekommt die KI kaum hin, regionale Lagepläne ganz gut). Auch einzelne Szenen oder NSCs lassen sich so illustrieren. Dabei habe ich mehrere Stilprompts erarbeitet, die dem System hinterlegt sind. Die benötigte Motivbeschreibung erstellt die KI aus dem Kontextfeld. Die Bilder werden angefordert und automatisiert abgelegt und eingebunden.

Am Ende kommt der Export-Schritt. Am Anfang hatte Claude einen direkten PDF Druck eines HTML/CSS umgesetzt. Das war allerdings vom Layout eingeschränkt und war komplett mechanisch nach Regeln. Das führte zu zahlreichen Schusterjungen und Hurenkindern (darf man das noch sagen?). Auch waren alle Bilder fest in eine Spalte eingebunden. Das hat mir nicht gefallen. Im Dialog hat Claude als Lösung die Installation von Typst vorgeschlagen. Hier waren die ersten Ergebnisse zwar besser, aber auch fehlerbehaftet. Daher habe ich in den Export-Prozess eine mehrfachschleife von 5-Agenten rangehängt mit dem Ziel, ein ansprechendes Layout für jede Seite sicher zu stellen. Hier sitze ich gerade an den Detailsetups. Das ist weiterhin nicht perfekt, aber schon besser. 

So, das war jetzt keine KI Antwort  :)

Hier mal ein Screenshot der Arbeitsoberfläche:
(https://www.tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=132759.0;attach=41391)

Und als Hinweis: Der Prompt ist ein Testprompt. Ich bin im Testmodus. Ich arbeite aktuell noch nicht ernsthaft an einem Abenteuer. Ich baue das Setup. Und wen die Testausgabe des Abenteuers interessiert, kann es sich hier holen: https://www.midgard-forum.de/forum/topic/44660-abenteuer-generator/#findComment-3897672
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: tarinyon am 3.07.2026 | 10:51
Viel ulkiger finde ich ja, dass es die Mopperer gar nicht interessiert, an welchen Baustellen ich gerade arbeite. Das sind ja ziemlich viele, wenn man so Setups aufbaut und nicht alles geht gleichzeitig. Wenn ich dann Zwischenergebnisse veröffentliche, meine ich damit nicht: Schau her, das ist so toll, das will ich verkaufen - sondern einfach: Schau her, ich arbeite an einem Tool. Hier mal ein Ergebnis. Ich weiß durchaus, dass die Sprache noch Mist ist, freu mich aber darüber, dass die Regeln korrekt umgesetzt sind.

Aber so ist das eben heute.

Naja, die Mopperer aka ich haben / habe ja konkrete Kritikpunkte angeführt und da habe ich 1) darauf verwiesen, dass du 1:1 KI-Deutsch in einem Post verwendest, der ja anderen Usern etwas erklären soll (hat also nix mit dem WIP zu tun, auf das du verweist). Und 2) zielte meine Kritik darauf ab, dass da oftmals viel Blendwerk dabei ist mit großen Bildern usw., die aber nix mit den von dir angeführten Regeln oder Abenteuerdesigns zu tun haben.

Da schließt sich dann der Kreis zum modernen RPG-Blendwerk. Ob das jetzt mit KI oder von echten Schreiberlingen gemacht wurde, ist auch egal. Hier im Thread zeigt sich ja auch wieder die Hybris gegenüber altem Spielmaterial, das von den meisten hier weder gelesen noch gespielt wurde.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: First Orko am 3.07.2026 | 10:57
...
Grundsätzlich sind LLMs Werkzeuge - und wie mit jedem Werkzeug, muss man damit umgehen lernen. Was du ansprichst, ist so wie der Tisch, der mit ein paar Nägel zusammengehämmert wurde, vs. der von einem Tischler nur mit Nut und Feder plus Leim gebautem. Einer kann mit seinen Werkzeugen umgehen, der andere halt nicht. Aber auch der Tischler sägt nicht mehr per Hand, sondern benutzt eine Fräse und eine Kappsäge.

Und um nochmal kurz darauf einzugehen: LLMs können (und werden) als Werkzeug genutzt. Wer es richtig macht, der hat (a) sich mit Funktionsweise, Fähigkeiten und Grenzen der Tools beschäftigt, (b) eine kreative Vision, wo er am Ende sein will, (c) den Willen und die Ausdauer, sich mit den Grundzügen des Handwerks zu beschäftigen (Im Layout halt sowas wie Aufteilung, Seitenverhältnisse, Strichstärken, Komposition usw) um die Qualität der Iterationen zu beurteilen in Hinblick auf das gewünschte Ergebnis um dann für die nächste Iteration auch beurteilen zu können, was man warum ändern muss. Wer davon nichts oder nur kaum was kann und auch nicht lernen will, der macht dann letztlich nichts Anderes als am Hebel eines einarmigen Banditen zu ziehen um dann in andächtiges Stauen zu verfallen, was sein Arm da Tolles fabriziert hat.

Und irgendwo auf diesem Spektrum bewegt man sich in der Regel, manche mehr auf einer der beiden Seiten.

....
So, das war jetzt keine KI Antwort  :)

 :d Und dementsprechend auch um 100% gehaltvoller und hilfreicher als alles, was Claude(?) da rausgesülzt hat. Als jemand der gerade selbst mit Claude anfängt, finde ich das sehr hilfreich.

Ich würde mir überdies übrigens auch ganze allgemein wünschen, dass KI-Ergebnisse immer mit dazugehörigen Prompt im Forum gezeigt werden. Einfach, um dem kreativen Austausch gerecht zu werden und der Möglichkeit, aneinander zu wachsen statt sich wie auf Instagram und co. einfach nur Bilder und Texte zu Bestauenen um die Ohren zu werfen  :P
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 3.07.2026 | 10:59
Naja, die Mopperer aka ich haben / habe ja konkrete Kritikpunkte angeführt und da habe ich 1) darauf verwiesen, dass du 1:1 KI-Deutsch in einem Post verwendest, der ja anderen Usern etwas erklären soll (hat also nix mit dem WIP zu tun, auf das du verweist). Und 2) zielte meine Kritik darauf ab, dass da oftmals viel Blendwerk dabei ist mit großen Bildern usw., die aber nix mit den von dir angeführten Regeln oder Abenteuerdesigns zu tun haben.

Da schließt sich dann der Kreis zum modernen RPG-Blendwerk. Ob das jetzt mit KI oder von echten Schreiberlingen gemacht wurde, ist auch egal. Hier im Thread zeigt sich ja auch wieder die Hybris gegenüber altem Spielmaterial, das von den meisten hier weder gelesen noch gespielt wurde.

Wenn du konkrete Fragen zu Inhalten hast, steht es dir ja offen, diese Frage an mich zu richten. Ich antworte meistens ziemlich gerne  :D
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 3.07.2026 | 11:34
Und woran machst du das fest?
An unzähligen gelesenen Büchern (und gesehenen Filmen). Die Anzahl der Charaktere, die mir wirklich im Gedächtnis geblieben sind ist relativ gering. 90% fällt unter "ja, der Name sagt mir irgendwas...". Und nein, ich bin darin auch nicht gut.

GPT erstellt mir wenigstens NSCs, die genug Fleisch auf den Knochen (nicht Werte!) haben, um sie merkwürdig (im Sinne von "des Merkens würdig") zu machen.
Damit kann ich dann am Tisch auch arbeiten. Und insbesondere bei z.B. Städten ist die Anzahl nötiger NSCs halt auch so hoch, dass man schnell bei Figur Schema A bis E landet, die man dann immer wieder rausholt.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 3.07.2026 | 13:49
Und woran machst du das fest?

Ich finde das die mehrzahl der Abenteuer die ich gelesen habe die wenigsten NSCs so aufarbeitet das ich sie wirklich spielen könnte. Vieleicht die Hauptprotoganisten aber oft nicht mal diese. Für mich ist oft essentiel warum ein NSC so ist wie er ist, für mich ist das was bei NSC oft nur dabei steht sogar noch weniger wichtig als das was fehlt: Zahlenwerte/Statistik Blöcke/Hüpfpunkte kann ich mir tatsächlich noch am leichtesten improvisieren. Oft genung muss ich die sowieso anpassen da meine Gruppe zu starkt / zu schwach ist und im Levelbereich nicht zum Abenteuer passt. Aber alles was Persönlichkeit eines NSC transprotiert ist oft einfach nicht existent. Klar ich brauch das nicht für alle NSC (Statdwache am Tor (10, Mensch, Soldat Level 1-3, Kurzdödel, Schild, kettengedöns)) aber es ist mir oft genug einfach etwas zu wenig.

Ja mir ist an der Stelle schon klar das dies oft der Scheere zum Opfer gefallen sein könnte im hinblick auf "Das Buch hat 100 Seiten, dein Entwurft lieber Autor aber 113,..." dann wird dann eben dort gespaart worüber sich die meisten nicht aufregen, weil sie es gewohnt sind diese Arbeit eh schon immer zu machen. (oder es in ihren runden nie ein thema war)

An der Stelle kann KI dann unterstützen.

Und wenn man sich mal anschaut was die Bildgebende KI sind in den letzen 3 Jahren gemausert hat ist es, bei gleichbleibender Geschwindigkeit (Bis die KI Blase Platzt, was ich durchaus für möglich halte) da noch einiges drin.

Aber an der stelle auch: Schlechte Abenteuer die nichtmal das Papier wert sind auf die man sie gedruckt hat, die gab es schon recht früh in der Rollenspielzeit und auch heute werden noch welche derartig geschrieben. Das ist aber auch okay, solange es eine Lernkurve gibt die nach oben zeigt. Bei KI tut sie das ... noch ... aber auch hier sehe ich das Damoklesschwert über der KI hängen da ihr (zu recht) die (kostenlosen) Lehrnmöglichkeiten entzogen werden und wenn KI erstmal nur noch von KI lernt wirds wired.

In dem Sinne: Blockt das Tanelorn schon KI Crawler oder werfen wir gerade hier unsere geballtes Wissen der KI zum Frass vor? Spätestens wenn ich das Kürzdödel irgendwo als Waffe sehe werde ich wissen das es so ist.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 3.07.2026 | 13:54
Eine andere Funktion, die ich gerade bei meinem Setup Teste: Automatische Konvertierung von Abenteuern aus anderen Systemen nach Midgard M5, inkl. Übersetzung, kompletter Verortung in der Welt, Suche und Einbindung von passendem Original-Material als Ersatz, falls nicht vorhanden, Neuentwicklung nach M5 Regeln, Neuzeichnung von Karten, Neugenerierung von Illustrationen. Das klappt auf den ersten Blick recht gut. Ich muss jetzt mal in die Detailprüfungen einsteigen. So kann ich meine AD&D2 Sammlung nochmal reaktivieren, ohne dass ich meine Gruppe zum Systemwechsel bewegen muss.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Arkam am 3.07.2026 | 21:17
Hallo zusammen,

ich nutze ChatGPT in der gratis Variante. Ich nutze die KI dazu Material für das Paranoia RPG. Ich habe das von mir geschriebene Material zum Hintergrund und den Text mit den NPCshochgeladen und dann versucht meine Art zu Spielen zu erläutern.
Was Abenteuer angeht habe ich fest das es gerne "Standardabenteuer" werden. Also Ideen die mir spielbar erscheinen. Ich spiele derzeit eigenes Material von da aus habe ich mir dann Details nicht weiter ausarbeiten lassen.

Was die Qualität von Abenteuern angeht habe ich, egal von wann, auch viel Schlechtes oder unzureichendes gelesen. Gerade in der Frühzeit lief es, wie hier schon geschrieben, sehr häufig auf ein Dungeon heraus. Ich habe es häufig genug erlebt das die Geschichte die als Einstimmung erzählt wurde echt Lust aufs Spielen gemacht hat aber der Dungeons dann ziemlich unspektakulär war.
Gerade was NPCs, gerade hochstufige Magieanwender, Pläne und nach den Regeln stimmige Abläufe angeht war es teilweise katastrophal. Aber auch Scherze im Abenteuer, ein Riesenaffe der in einem Film von Spielberg mitspielen wollte bei DSA, waren grenzwertig.
Soweit sind die KIs meinen, sehr eingeschränkten Erfahrungen nach, jetzt.

Ein Produkt das  ja immer genannt wird wenn es um gute Abenteuer / Kampagnenm geht ist die "Enemy within / Der innere Feind" Kampagne für das Warhammer Rpg. Hier bekommt man nicht nur Pläne, Handouts und Zeitvberläufe in die Hand sondern auch Ideen präsentiert wie man mit Problemen umgehen kann.
Da nehme ich dann lieber KI Material als kein Material.

Gruß Jochen
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Schleicher am 12.07.2026 | 08:03
Was haltet ihr von sowas für RP?
https://www.heise.de/news/Musikindustrie-beschliesst-abgestufte-Kennzeichnung-von-KI-Inhalten-11361750.html
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 12.07.2026 | 08:20
Was haltet ihr von sowas für RP?
https://www.heise.de/news/Musikindustrie-beschliesst-abgestufte-Kennzeichnung-von-KI-Inhalten-11361750.html

Mir persönlich reicht eine Offenlegung im Impressum, wie es zum Beispiel bei den letzten Midgard Publikationen der Fall war (für die Illustrationen). Ich brauche keine Sticker oder Label, erwarte aber schon Transparenz. Da sollte ein Verlag schon offen kommunizieren, wie er KI für sich nutzt. Er muss jetzt aber nicht in jedes Buch ein Label bringen, weil jemand 10 Namen mit einer KI erstellt hat oder er sie für eine Korrekturschleife hat drüber laufen lassen. Da sind mir die Sticker zu stark vereinfachend.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 12.07.2026 | 12:16
Was haltet ihr von sowas für RP?
Nix. Das Label ist zur Abschreckung und Ausgrenzung gedacht (wie "Made in Germany" ursprünglich). Man hofft durch Stigmatisierung die alten Geschäftsmodelle aufrecht erhalten zu können, weil KI-Musik das Geschäft der Verlage schwerer macht. Dabei gibt es den ehrlichen einen Wettbewerbsnachteil und für die unehrlichen gibt es Wege, das einfach zu umgehen. Wenn da steht, die Komposition kann per KI erfolgen, solange es dann ein Mensch einspielt oder einsingt, würde das ja für RP bedeuten, dass der Rollenspieltext aus einer KI stammen darf, solange es ein Mensch dann noch mal abschreibt oder reformuliert. In RP-Fall ginge es weniger darum, große Megakonzerne zu retten als Menschen eine eh schon extrem schlecht bezahlte Arbeit zu bewahren, aber hier halte ich Stigmatisierung für den falschen Weg. Überzeuge mit Qualtität, nicht nur mit dem Beweis, dass sich ein Mensch Arbeit gemacht hat.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 12.07.2026 | 12:33
Ich finde ja schon das "Human Made" Siegel bei DTRPG lächerlich.
Ist im Prinzip wie all diese "Gütesiegel" in der Nahrungsindustrie. Kein Mensch kann nachprüfen, ob die Kriterien eingehalten werden.

In dem Moment, wo man die "Plastik-Optik" verlässt, sind auch die ganzen KI-Erkennungstools überfordert. Wie soll das also ein Mensch erkennen?
Bei Texten ist es ähnlich, zumindest auf Englisch.

Es bleibt also Vetrauenssache - oder man nimmt zur Kenntnis, dass es keine Garantie gibt und lernt damit zu leben. Man geht ja auch nicht den Bauern besuchen, dessen Hof angeblich das Rind großgezogen hat, wie es auf der Verpackung steht.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Aedin Madasohn am 12.07.2026 | 14:59
Kein Mensch kann nachprüfen, ob die Kriterien eingehalten werden.

 :think: KI-Bot "Abmahnanwälte"  :think:
du musst ja nicht labeln, aber wenn du es doch tust, musst du dich daran halten
und zack, Klappe zu - semiintelligenter Anwender (früher Affe genannt) tot

ohhh...wahrscheinlich schon darkside...

Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 12.07.2026 | 15:15
:think: KI-Bot "Abmahnanwälte"  :think:
du musst ja nicht labeln, aber wenn du es doch tust, musst du dich daran halten
Funktioniert bei "staatlich kontrollierten" Gütesiegeln auch schon nicht.
Bin mir juristisch nicht sicher, aber liegt die Beweislast da nicht beim Kläger, der Verstöße nachweisen muss?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Aedin Madasohn am 12.07.2026 | 15:37
Funktioniert bei "staatlich kontrollierten" Gütesiegeln auch schon nicht.
Bin mir juristisch nicht sicher, aber liegt die Beweislast da nicht beim Kläger, der Verstöße nachweisen muss?

ja, die "Beweislast" liegt beim "Abmahner" - aber zuerst schickt er dir ja eine Mahngebührrechnung.

wenn du die Fristen einhälst, kannst du die Mahngebühr stoppen und DANN muss der Abmahnende dir den Regelverstoß nachweisen.

aus den Anfangstagen der computergeschriebenen HW-Drehbüchern konnten die Jurys noch jedes computergeschriebene Drehbuch aussortieren -
nur aber mit ganz vielen menschengeschriebenen Drehbüchern als Beifang, die ebenfalls als maschinengeschrieben gebrandmarkt wurden.
Könnte also haarig werden, einen Richter von der eigenen Unschuld zu überzeugen... ;D


also, machen wir es wie die Lebensmittelindustrie, die auch überall sich absichert: ...könnte Spuren von Nüsse nonhomosapienten Machwerken enthalten...
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 12.07.2026 | 15:46
Ich glaube da kommt nix, außer freiwillige Kennzeichnungen, aber vermutlich bleibt es bei "Human Made" und "KI frei" und sowas. Währenddessen wandern KI Funktionen in alle Anwendungen, so dass das Human Made Label immer schwieriger wird zu halten oder klar zu definieren.

Die Musikindustrie hat da ganz eigene finanzielle Interessen. Aber wer interessiert sich denn wirklich für das, was im Rollenspielbereich passiert, außer die sich selbst regulierende Community.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 12.07.2026 | 16:13
Währenddessen wandern KI Funktionen in alle Anwendungen, so dass das Human Made Label immer schwieriger wird zu halten oder klar zu definieren.
Genau darin liegt der Hund begraben, denn wer soll denn wie analysieren, ob ein Bild z.B. mit KI-Tools im Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet wurde? Und wo zieht man die Grenze zu "human-made"?

Ich arbeite z.B. viel mit Fotos, die ich von GPT in Illustrationen umwandeln lasse. Fotos sind von mir, Minis und Szenerien damit auch - was ist das nun?

Die ganzen Labels sind doch in Wahrheit nur ein Marketing-Gag, der die KI-Gegner anziehen soll. Den anderen ist es egal, aber so gewinnt man auch diese Kunden, die sowas "aus Protest" oder "Überzeugung" kaufen. Ich denke nicht, dass auch nur einer der Käufer das Produkt am Ende auf eventuelle KI-Reste durchsucht.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: gilborn am 12.07.2026 | 19:50
Ich arbeite z.B. viel mit Fotos, die ich von GPT in Illustrationen umwandeln lasse. Fotos sind von mir, Minis und Szenerien damit auch - was ist das nun?
Für mich: KI.
Ohne Wertung ob das gut oder schlecht ist.

Du hast quasi das Model (Fotos, Miniszenerien) gestellt, das dann der Maler (KI) auf die Leinwand (Die Illustration) gebracht hat.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 12.07.2026 | 20:00
Für mich: KI.
Ohne Wertung ob das gut oder schlecht ist.

Du hast quasi das Model (Fotos, Miniszenerien) gestellt, das dann der Maler (KI) auf die Leinwand (Die Illustration) gebracht hat.

Wann werden dann Fotos an sich "KI", wenn entsprechend Filter etc drüber geschickt werden? Und die Software in den Kameras geht ja auch immer mehr Richtung KI.

So langsam müßte man dann denke ich generell drüber reden, was denn nun der relevante (und schützenswerte) künstlerische Input des Menschen sein soll und was dann wegen technischer Unterstützung nicht oder auch nicht mehr als "Werk" gelten soll? Vielleicht bekommen die Portraitmaler ja nachträglich doch noch recht.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: gunware am 12.07.2026 | 20:08
Ich arbeite z.B. viel mit Fotos, die ich von GPT in Illustrationen umwandeln lasse. Fotos sind von mir, Minis und Szenerien damit auch - was ist das nun?
Für mich: KI.
Jetzt einfach nur neugierige Frage von der Seitenlinie. Wenn die STL Dateien von einer KI wären, die Minis dann mit 3D-Drucker ausgedruckt wurden, die Szenarien danach von Raven Nash aufgebaut und die Fotos  von ihm ohne weitere Bearbeitung geschossen wurden. Wäre es jetzt KI oder nicht?
(Ich will den Thread nicht sprengen oder entführen, aber diese Frage ist mir beim Lesen im Kopf aufgetaucht und ich kann es für mich nicht einordnen, deshalb frage ich.)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 12.07.2026 | 20:51
Die "nutzt das jetzt bereits KI"-Frage ist IMHO müßig und geht an dem Grund der Frage vorbei. Dieser ist IMHO (jedenfalls bei mir), dass man gerne wertschätzen möchte, dass ein Mitmensch da viel Arbeit investiert hat, sowohl beim Schaffensprozess als auch durch den jahrelangen Aufbau von Erfahrung dafür. Ob da jetzt wer ohne eigene Gedanken ganz klassisch copy&paste macht oder einen Prompt für ein LLM geschrieben hat, ist dabei doch egal.

Kannst du vielleicht hinkend mit dem "proof of work" Prinzip von Bitcoins vergleichen, die auch nur dadurch einen Wert haben, dass es (für Maschinen) schwer war (also teuer und langwierig), sie zu erschaffen.

Ansonsten: Zukünftig müssten alle Filmproduktionen, die das neue von Corridor erfundene LLM-basierte Keying einsetzen, um so endlose Stunden der Frame-für-Frame Nachbearbeitung zu umgehen, das KI-Label tragen müssen. Da findet man aber denke ich schnell den Konsens, dass dies eine Arbeit wäre, die nichts mit der Wertschätzung zu tun haben und es daher OK ist.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 12.07.2026 | 21:00
Der Brückenschlag zurück zum Rollenspiel wäre dann ja, was macht eine Regelwerk, Settingband oder ein Abenteuer für den Kunden (oder verschiedene Arten Kunden?)  "wertvoll" und welche Rolle kann oder ggf auch  abgeschätzt wird KI beim Bedienen dieser ggf uneinheitlichen Bedürfnisse dabei spielen und was bleibt die Rolle des Menschen dabei ?



Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: gilborn am 12.07.2026 | 21:10
Wann werden dann Fotos an sich "KI", wenn entsprechend Filter etc drüber geschickt werden? Und die Software in den Kameras geht ja auch immer mehr Richtung KI.
Gute Frage, wo man die Grenze zieht, das könnte ich nicht eindeutig bestimmen.
Irgendwo ist sie jedenfalls.

Meine Aussage vorhin war generell eher eine spontane Gefühlsäußerung, denn reflektierte Meinung - also bitte nicht auf die Goldwaage legen.

Jetzt einfach nur neugierige Frage von der Seitenlinie. Wenn die STL Dateien von einer KI wären, die Minis dann mit 3D-Drucker ausgedruckt wurden, die Szenarien danach von Raven Nash aufgebaut und die Fotos  von ihm ohne weitere Bearbeitung geschossen wurden. Wäre es jetzt KI oder nicht?
(Ich will den Thread nicht sprengen oder entführen, aber diese Frage ist mir beim Lesen im Kopf aufgetaucht und ich kann es für mich nicht einordnen, deshalb frage ich.)
Gutes Beispiel  :d
Wenn ich anhand dessen weiter überlege, komme ich zu dem Schluss, dass es nicht eindeutig ist und man es Trennen muss.

Das gilt auch für das Beispiel oben bei Raven Nash.
Da habe ich außer Acht gelassen, dass er ja künstlerische Schöpfung in Bildkomposition & Arrangement gelegt hat.

Ich hoffe das genügt soweit, ich wollte mich hier nicht groß in eine Diskussion verstricken...
Insofer gerne
 :btt:
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Doc-Byte am 12.07.2026 | 23:19
Ich finde ja schon das "Human Made" Siegel bei DTRPG lächerlich.

Es ist halt - vor allem andersrum - null hilfreich, wenn der Anbieter dann nicht selbst näher ausführt, was genau denn an seinem Produkt AI ist, ausgenommen für alle, die KI Technik generell in jeder Form ablehnen. Entweder wird zukünftig viel schöngeredet werden (ach, so ein KI Filter zählt ja wohl nicht...) oder es wird mittelfristig fast überall ein "enthält KI" dran stehen. - So wie manche YouTuber grundsätzlich überall einen "Achtung Werbung" Banner einblenden, egal ob sie dafür bezahlt wurden oder nicht.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 13.07.2026 | 07:40
Für mich: KI.
Ohne Wertung ob das gut oder schlecht ist.

Du hast quasi das Model (Fotos, Miniszenerien) gestellt, das dann der Maler (KI) auf die Leinwand (Die Illustration) gebracht hat.
Tja, das stimmt aber nicht so wirklich. Denn die Illustration/das Bild an sich ist ja schon das Foto. Was die KI macht ist das, was man in Affinity/Photoshop via Filter, Masken, usw. genauso hinbekommen würde - nur eben mit deutlich mehr Aufwand und Zeit. Ich lege dann selbst noch einen Treshhold-Layer mit Gauß-Filter rein, z.B.

Die gesamte Arbeit am "geistig originären Werk" trage also ich, GPT übernimmt die Aufgabe einer PS-Stapelverarbeitung.

Zitat
Da habe ich außer Acht gelassen, dass er ja künstlerische Schöpfung in Bildkomposition & Arrangement gelegt hat.
Genau.
Und darin liegt eben die Schwierigkeit mit irgendwelchen Labels. Denn jeder muss faktisch entscheiden, was er selbst als "KI" definiert - und damit ist der Wert gleich Null.

Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: AndreJarosch am 13.07.2026 | 08:22
Ich fände es okay, wenn ein Künstler sich selbst "bestiehlt".

Wenn ich zeichnen könnte, dann könnte ich eine KI z.B. mit nur meinen eigenen Zeichnungen füttern und dann die KI per Prompts neue Bilder in meinem eigenen Stil erstellen lassen. Da ich nur meine eigenen Werke als Grundlage verwende und die KI Bilder in meinem eigenen Stil kreieren lasse bestehle ich nur mein eigenes kreatives Eigentum. Das würde jede Menge Zeit und Arbeit ersparen und gleichzeitig keine Rechte Dritter verletzen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 13.07.2026 | 08:52
Ich fände es okay, wenn ein Künstler sich selbst "bestiehlt".

Wenn ich zeichnen könnte, dann könnte ich eine KI z.B. mit nur meinen eigenen Zeichnungen füttern und dann die KI per Prompts neue Bilder in meinem eigenen Stil erstellen lassen. Da ich nur meine eigenen Werke als Grundlage verwende und die KI Bilder in meinem eigenen Stil kreieren lasse bestehle ich nur mein eigenes kreatives Eigentum. Das würde jede Menge Zeit und Arbeit ersparen und gleichzeitig keine Rechte Dritter verletzen.

Das "Bestehlen" wird ja in der KI-Diskussion mehrheitlich nicht an dem aufgehangen, was vorher unter Plagiat lief, sondern daß dem Tool mit anderen Bildern das Malen beigebracht worden ist. (Und du hättest ja auch danach streng genommen jeden "bestohlen", dessen Bild du je gesehen hast auf deinem Lernweg zum Malen können, zu deinem Glück bist du ein Mensch)
In dem Sinne wärst du dann wohl immer noch "schuldig" und es würde denke ich erwartet, daß du für diese Arbeiten einen Künstler anstellst, der dann nach deinen Vorgaben und Vorlagen dann die Illus anzufertigen hätte, quasi du stellst deine bisherigen Bilder bzw. deren Stil als Vorlagenmuster/ "Lizenz" zur Verfügung und er macht dann das "Werkzeug".

Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 13.07.2026 | 09:06
Als Künstler müsste ich einen Künstler anstellen, damit er Bilder in meinem Stil anfertigt damit Internet-Anti-KIler mich nicht anklagen? Soviel Absurdität am frühen Morgen ist fein. ;D
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 13.07.2026 | 09:08
Ich fände es okay, wenn ein Künstler sich selbst "bestiehlt".
Das geht aber gar nicht. Denn der "Künstler" lebt nicht in einem Vakuum. Sein "eigener Stil" entwickelt sich im Kontext und der Auseinandersetzung mit denen anderer Künstler.

Lustigerweise kann man auch mit AI einen eigenen Stil entwickeln. Indem man Ergebnisse so lange verfeinert, bis man einen Prompt hat, der stabile Ergebnisse liefert. Das kann man auch über Referenzen tun - ob das dann "Diebstahl" ist, ist wieder eine Streitfrage. Dann wären aber auch all die Illustratoren Diebe, die sich z.B. an Larry Elmore orientiert haben.

IMHO liegt die Problematik darin, dass die "KI-Feinde" sich auf Nutzer einschießen, die gar nicht so tief in die Materie eintauchen wollen. Differenzieren ist ja heutzutage eher unbeliebt. Ich denke aber, dass die Ergebnisse von Leuten, die wirklich mit LLMs und AI arbeiten, nicht von anderen digitalen Methoden zu unterscheiden sind - und auch nicht weniger aufwändig.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 13.07.2026 | 09:23
Ganz unabhängig von den moralischen, juristischen und gesellschaftlichen Implikationen, die das Training der Sprach-, Bild-, Video- und Text-KIs hat: es gibt in meiner Wahrnehmung nur einen echten Trend und Druck nach "mehr davon".

Als Hauptproblem wurde durch Trumps Fable 5 Aktion erkannt, dass Europa aktuell keine konkurrenzfähigen Produkte hat. Die Existenzgrundlage von Künstlern oder Programmierern spielt in diesem Trend überhaupt keine Rolle. Ich sehe keinen Ansatz mit langfristigen Erfolgsaussichten, der diese ganze Entwicklung irgendwie "fair" gestalten wird. Das Thema um Trainingsdaten ist doch durch.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: gilborn am 13.07.2026 | 09:24
Tja, das stimmt aber nicht so wirklich. [...]
Zustimmung.
Bin hier bereits drauf gekommen:
Wenn ich anhand dessen weiter überlege, komme ich zu dem Schluss, dass es nicht eindeutig ist und man es Trennen muss.

Das gilt auch für das Beispiel oben bei Raven Nash.
Da habe ich außer Acht gelassen, dass er ja künstlerische Schöpfung in Bildkomposition & Arrangement gelegt hat.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Smoothie am 13.07.2026 | 09:38
Ganz unabhängig von den moralischen, juristischen und gesellschaftlichen Implikationen, die das Training der Sprach-, Bild-, Video- und Text-KIs hat: es gibt in meiner Wahrnehmung nur einen echten Trend und Druck nach "mehr davon".

Als Hauptproblem wurde durch Trumps Fable 5 Aktion erkannt, dass Europa aktuell keine konkurrenzfähigen Produkte hat. Die Existenzgrundlage von Künstlern oder Programmierern spielt in diesem Trend überhaupt keine Rolle. Ich sehe keinen Ansatz mit langfristigen Erfolgsaussichten, der diese ganze Entwicklung irgendwie "fair" gestalten wird. Das Thema um Trainingsdaten ist doch durch.

den Trend sehe ich in der Rollenspielszene eigentlich nicht. Fast alle relevanten deutschen Verlage, die bekanntesten Streamer*innen und die meisten Autor*innen nehmen eigentlich Abstand davon (zumindest vom immer mehr). Und in meinem Umfeld auch die meisten Leute auf der Konsumseite.
Solange da jetzt nicht neues Zeug auftaucht, dass so viel besser und oder billiger ist, so dass es die alten verdrängen würde, sehe ich den Trend nicht. Und ich hab da bislang absolut nix spannendes relevant KI generiertes Rollenspielprodukt gesehen, dass mich da in Versuchung führen würde. Ihr?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 13.07.2026 | 09:42
... Ich denke aber, dass die Ergebnisse von Leuten, die wirklich mit LLMs und AI arbeiten, nicht von anderen digitalen Methoden zu unterscheiden sind - und auch nicht weniger aufwändig.

Im Kernbereich der Spielerstellung gilt das denke ich auch - zumindest wenn da jemand nicht nur "graue KI-Pampe" haben will sondern tatsächlich wenigstens so etwas wie einen "Heartbreaker" produzieren will - denn da gehört halt eine Idee oder ein grundlegender Änderungswunsch gegenüber bestehenden Systemen zu, die nicht mal mit einer Hausregel zu regeln sind und damit auch einer KI ohne Anleitung so nicht von selbst einfallen. Da ist dann KI denke ich tatsächlich nur unterstützendes Werkzeug und die Kernaufgabe erfordert immer noch viel und besser auch qualifizierte Fertigkeit/Arbeit.

Im Illustrationsbereich gilt das denke ich nicht. Die dazu notwendigen Fertigkeiten haben effektiv nichts mit dem zu tun, was man aus dem üblichen Kontakt mit Rollenspielen hätte lernen können sondern dienen eher der oberflächlichen Aufmerksamkeitserzeugung als dem Spielinhalt (kann in Einzelfällen auch anders sein, aber meinem Gefühl nach ließen sich wenigstens 90% der Bilder für ein ähnlich thematisiertes anderes Rollenspiel auch tauschen. )
Und das sind dann aus Sicht eines potentiellen Rollenspielentwicklers ganz andere Welten.

Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 13.07.2026 | 09:52
Eigentlich ist KI doch ein Anarchistisches Modell (das Kapitalisten verwenden um Kohle damit zu machen): Alles ist Frei und jeder hat auf alles zugriff. Ich will nicht wissen wie viele Systeme "Annas Archive" als Trainingsdaten genommen haben (mindestens 1) oder Deviatart (da ich das Logo von denen auch schon erahnen konnte sag ich auch hier: mindestnes 1) für "unsere" Fantasyillustrationen. Und zumindest hinter Annas Archive stehen Anarchisten, also derart: Urheberrecht - scheiß drauf! Befreit die Daten! Erinnert ihr euch noch an diese Raubkopietauschbörsen stichwort: Kim Dotcom, ähnliches Thema - die lösung waren Streamingdienste - Kippt gerade wieder, die Börsen sollen wieder im kommen sein weil die Streamer eben zu kapitalistch (aka zu teuer) werden.

Und ich hab da bislang absolut nix spannendes relevant KI generiertes Rollenspielprodukt gesehen, dass mich da in Versuchung führen würde. Ihr?

Ist mal so die Frage: Wieviel KI Generiertes Produkt auf dem Markt hast du überhaupt angeschaut? Also ich für mich, anseitz von KI Illustriert: 1. Da sagt der Naturwissenschaflter in mir: die Stichprobe ist zu klein.

Da ich auch sonst nicht von vielem "Menschlich" gernerierten Rollenspielprodukten in versuchung geführt werde (will sagen ich hab auch da schon gehörig viel Zeug gesehen das schlecht war), aber das mit KI durchaus beobachte muss ich sagen wenn es in der Geschwindigkeit besser wird wie bisher (was ich mir nicht ganz vorstellen kann da die Trainingsdaten ggf anfangen sich im Kreis zu drehen) würde ich da sagen - ich will nicht meine Hand ins Feuer legen wollen was da irgendwann noch kommen wird.

Ich hab am Wochenende eine KI nach 10 Abenteuervorschlägen gefragt, davon hat mich einer wirklich positiv überrascht 5 waren einfach Käse.

Aber da sind wir ja auch in einem Bereich der in der Rollenspielbranche so ziemlich nichts ist von dem man leben könnte. Mit "Abenteuer schreiben" wirst nicht reich (du wirst auch mit Regelbücher schreiben nicht reich es sei denn vieleicht der Verlag gehört dir). Da sehe ich - neben der Illustration - durchaus das zweite Einfallstor.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 13.07.2026 | 10:01
aber meinem Gefühl nach ließen sich wenigstens 90% der Bilder für ein ähnlich thematisiertes anderes Rollenspiel auch tauschen.
Du begehst den Fehler, Rollenspielentwickler und Illustratoren hier gleichzustellen. Jetzt hast du aber bei der Entwicklung eines RPG-Produktes eigentlich immer mehrere Rollen zu besetzen. Autor, Illustrator, Redakteur, Layouter, etc.
Im Hobbybereich wird da viel zusammengezogen. Man ist Autor, Redakteur und Layouter in Personalunion, z.B. Gerade in letzterem Bereich hat die Zugänglichkeit der Tools zu einer deutlichen Verbesserung geführt.

Der Illustrationsbereich blieb aber ein Problem. Nicht jeder kann zeichnen/malen, noch weniger können es gut.

Und jetzt kommt mit KI/LLM ein neues Tool, das hier neue Möglichkeiten eröffnet. Aber wie auch beim Layout nützt auch das beste Tool nichts, wenn man damit nicht umgehen kann.
Klar, KI-Slop en masse kann jeder. Einen durchgängigen Stil zu entwickeln, das Thema wirklich illustrierende Bilder erzeugen - das ist die "Kunst". Und das schaffen selbst im professionellen Bereich nicht so viele, auch mit menschlichen Illustratoren.

Ich betone hier das Wort "Illustration", denn wir reden hier nich von Gemälden für eine Gallerie. Wir reden hier von Bildern, die Texte aufwerten und visuell greifbar machen sollen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 13.07.2026 | 10:07
den Trend sehe ich in der Rollenspielszene eigentlich nicht. Fast alle relevanten deutschen Verlage, die bekanntesten Streamer*innen und die meisten Autor*innen nehmen eigentlich Abstand davon (zumindest vom immer mehr). Und in meinem Umfeld auch die meisten Leute auf der Konsumseite.
Solange da jetzt nicht neues Zeug auftaucht, dass so viel besser und oder billiger ist, so dass es die alten verdrängen würde, sehe ich den Trend nicht. Und ich hab da bislang absolut nix spannendes relevant KI generiertes Rollenspielprodukt gesehen, dass mich da in Versuchung führen würde. Ihr?

Mein Geschwurbel bezog sich nur auf die Diskussion darum, ob ein Training von Modellen ohne Zustimmung der ursprünglichen Urheber eine Rolle spielen wird. Ich denke nein.

Was in der Nische der Rollenspiele passiert ist eine andere Frage. Hier gehe ich davon aus, dass sich in der nächsten Zeit KI Modelle in unterstützende Arbeitsprozesse einschleifen werden, sei es bei den Künstlern , den Musikern, den Redakteuren, den Layoutern etc., aber der Kern der Arbeit wird meiner Sicht weiter geprägt sein durch die menschliche Kreativität.

Beispiele: Übersetzungen bei Ulisses, Rollenspielmusik von Ralf Kurtsiefer, redaktionelle Richtlinien bei deutschen Rollenspielverlagen: Nutzung von KI bei der Erstellung OK, so lange man am Ende erkennt, dass es maßgeblich von einem Menschen geschaffen wurde.

Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 13.07.2026 | 10:13
Du begehst den Fehler, Rollenspielentwickler und Illustratoren hier gleichzustellen. Jetzt hast du aber bei der Entwicklung eines RPG-Produktes eigentlich immer mehrere Rollen zu besetzen. Autor, Illustrator, Redakteur, Layouter, etc.
Im Hobbybereich wird da viel zusammengezogen. Man ist Autor, Redakteur und Layouter in Personalunion, z.B. Gerade in letzterem Bereich hat die Zugänglichkeit der Tools zu einer deutlichen Verbesserung geführt.

Der Illustrationsbereich blieb aber ein Problem. Nicht jeder kann zeichnen/malen, noch weniger können es gut.

Und jetzt kommt mit KI/LLM ein neues Tool, das hier neue Möglichkeiten eröffnet. Aber wie auch beim Layout nützt auch das beste Tool nichts, wenn man damit nicht umgehen kann.
Klar, KI-Slop en masse kann jeder. Einen durchgängigen Stil zu entwickeln, das Thema wirklich illustrierende Bilder erzeugen - das ist die "Kunst". Und das schaffen selbst im professionellen Bereich nicht so viele, auch mit menschlichen Illustratoren.

Ich betone hier das Wort "Illustration", denn wir reden hier nich von Gemälden für eine Gallerie. Wir reden hier von Bildern, die Texte aufwerten und visuell greifbar machen sollen.

Da habe ich mich dann wohl unglücklich ausgedrückt. genau auf diesen Unterschied wollte ich hinaus - Ok abzüglich dem neuen Hinweis auf die Rolle  "Artdirektor", der dann aus Einzelbildern (oder deren gezielte Bestellung) tatsächlich einen Eindruck aus einem Guss erzeugt. Aber da sehe ich - wie du ja auch erwähnst -auch bei vielen "natürlichen" Werken mir zweifelhaft erscheinendes. Da hat der Kleinautor denke ich im Schnitt auch nicht so viel - und dann auch allgemein auffälligen - Rückstand auf die Untergrenze des bisher akzeptablen.


Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Holothuroid am 13.07.2026 | 10:56
Das geht aber gar nicht. Denn der "Künstler" lebt nicht in einem Vakuum. Sein "eigener Stil" entwickelt sich im Kontext und der Auseinandersetzung mit denen anderer Künstler.

Absolut. Allerdings ist die Frage wohl weniger das Selbstverständnis, sondern rechtliche Konsequenzen. Es gibt bereits erste Urteile (https://www.youtube.com/watch?v=4PxdFJwQnSM), die KI-generierten Inhalten die Schöpfungshöhe absprechen. Das ist dann also kein Produkt, an dem man Urheberrecht haben kann. Wenn sich diese Einschätzung durchsetzt, könnte man also KI-generierte Inhalte beliebig weiterverbreiten. Mag OK sein, aber vielleicht will man nicht, dass das Cover für das eigene Rollenspiel fremd verwertet wird.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 13.07.2026 | 11:46
Mag OK sein, aber vielleicht will man nicht, dass das Cover für das eigene Rollenspiel fremd verwertet wird.
Ich bin mir nicht sicher, inwiefern gerade bei einem Cover das so einfach ist. Normalerweise ist da ja nicht nur ein Bild drauf, sondern auch Text.
D.h. das Bild an sich muss erstmal irgendwo verfügbar sein, damit es verwertet werden kann. Oder man muss Text/Logos entfernen.
Ist natürlich möglich, macht aber wirtschaftlich wenig Sinn, wenn man eben KI hat.

Auch bei Innen-Ilus stelle ich mir den Mehraufwand als deutlich zu hoch vor.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 13.07.2026 | 11:52
Dem Video nach geht es dabei nur um KI-Kopien, sprich den im Ergebnis nahezu änderungsfreien Nachbau von Vorlagen. Also eigentlich etwas, wo auch bei manueller Arbeit zumindest Plagiatsgedanken aufkommen.
Zu KI als Werkzeug bei Erweiterungen ist da meiner Wahrnehmung nach gar nichts gesagt worden und das dürfte doch eher der praktische Knackpunkt sein.
Es wurde hingegen ausdrücklich gesagt, daß sich das Gericht auch KI-Werke mit so einer Schöpfungshöhe vorstellen kann.
Wenn, reden wir also nicht von Ki oder nicht, sondern wo man diese Schöpfungshöhe ansetzen möchte.

Wenn jemand ein D&D5 Spielerhandbuch nimmt und der KI sagt, formulier das alles mit eigenen Worten und Bildern noch einmal um, dürfte der Missbrauchsgedanke naheliegend sein - genauso wenn das einMensch so gemacht hätte. Ist das der typische Fall und damit der mit der denke ich praktischen Relevanz? -Nein.

Ich denke der Normalfall ist ja, daß jemand sich von etwas hat "inspirieren" lassen (immer als Mensch) aber da ausreichend "verbesserungspotential" gesehen hat, daß er sagt das kann nciht mehr geflickt werden, da muss etwas Neues her - und entsprechend massive Änderungen vorsieht, egal ob die dann (typischerweise iterativ) mit KI oder von Hand ausgeführt werden. Es kommt dann halt nur inzwischen auf eine händische Version 50 Ki-unterstützte Versionen (wobei davon vermutlich eh 40 die relevanten Kernelemente dann doch noch per Hand geschrieben haben werden und dann per KI ergänzt) . 


Wobei ich da beim Hundefoto schon überrascht bin - daß sieht für mich so sehr nach demselben Hund aus ohne erkennbare relevante Abänderungen, daß ich das für eine Kopie gehalten hätte udn mehr Urheberschutz erwartet hätte.

Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 13.07.2026 | 14:35
Ich finde ja schon das "Human Made" Siegel bei DTRPG lächerlich.

Wenn ich das Hart definiert sehe kann ich bei mir zuhause in meinem Smarthome gar kein Content für Drive herstellen der dieses Label haben darf. Da ich eh meinestes nur nachts abrbeite wenn die KI die Beleuchtung schon angemacht hat, arbeite ich ja wohl mit KI an, was immer ich gerade arbeite.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 13.07.2026 | 14:44
Ich glaube, mal ganz vorsichtig formuliert, dass es eher um direkte Einflüsse auf den kreativen Prozess geht und nicht darum, ob Alexa dir auf Kommando das Licht anmacht. Manmanman.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: gunware am 13.07.2026 | 16:12
dass es eher um direkte Einflüsse auf den kreativen Prozess geht
Was sind direkte Einflüsse? Ich würde ohne Licht nichts hinkriegen. Wenn es kein direkter Einfluss ist, was ist dann PC? Ohne ein Computer würde ich vieles auch nicht hinkriegen. Gibt es eine Formel, was direkt ist und was indirekt?
Ich persönlich wüsste gar nicht, wo ich die Grenze ziehen müsste.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 13.07.2026 | 16:16
Ich glaube, mal ganz vorsichtig formuliert, dass es eher um direkte Einflüsse auf den kreativen Prozess geht
Hmm, auch schwierig.
Beispiel: Ich arbeite gerade mit GPT an einer Detailkarte eines Stadtteils. Er hat die Übersichtskarte bereits in den Quellen, d.h. so grob kommt er schon hin.
Allerdings hat er ein Problem mit Himmelsrichtungen. Also sage ich ihm, wie er die Karte zu verändern hat.
Er tut das, baut jetzt aber eine Mauer ins Hafenbecken. Ich erkläre ihm, dass das Blödsinn ist.
Er ändert es...

Wer nimmt jetzt Einfluss auf wen?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 13.07.2026 | 16:24
Er tut das, baut jetzt aber eine Mauer ins Hafenbecken. Ich erkläre ihm, dass das Blödsinn ist.

Kaimauer? Pier? Mole?

Allerdings hat er ein Problem mit Himmelsrichtungen.

Rechts Links Oben Unten sind die Himmelsrichtungen bei KI Kartenerstellung.


Ich glaube, mal ganz vorsichtig formuliert, dass es eher um direkte Einflüsse auf den kreativen Prozess geht und nicht darum, ob Alexa dir auf Kommando das Licht anmacht. Manmanman.

Es gibt Puristen,... bei denen ist etwas schon nicht mehr Vegan wenn man ein Stück fleisch 1 m daneben hinlegt.
... und es gibt leute die Ironie nicht verstehen ;)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 13.07.2026 | 16:43
Kaimauer? Pier? Mole?
Nope, eine Stadtmauer.  ;)

Und er nordet die Karten offenbar standardmäßig (so mit Kompassrose) - nur merkt er sich offenbar nicht, wo Norden ist. Aber wenn ihm sagt, dass er die Karte 180° drehen soll, haut's hin.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 13.07.2026 | 18:37
Was sind direkte Einflüsse? Ich würde ohne Licht nichts hinkriegen. Wenn es kein direkter Einfluss ist, was ist dann PC? Ohne ein Computer würde ich vieles auch nicht hinkriegen. Gibt es eine Formel, was direkt ist und was indirekt?
Ich persönlich wüsste gar nicht, wo ich die Grenze ziehen müsste.



Das ist so bescheuert, dass mir die Worte fehlen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Schleicher am 13.07.2026 | 19:03
https://de.wikipedia.org/wiki/Strohmann-Argument
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 13.07.2026 | 19:22
Wollen wir nicht einfach zum eigentlichen Thema zurückkehren? Ansonsten landet dieser Thread doch nur wieder im Rollenspiel-und-Gesellschaft-Mülleimer des Forums.

Ich kann z.B. sagen dass mit GPT 5.6 SOL diese KI deutlich gegenüber Claude Opus aufgeholt hat, was das Formulieren von Fließtext für Settings angeht. Ich bitte jede KI, mit ein alternativ-historisches Setting in Wien um 1701 zu bauen, wo es Elektrizität und seit 20 Jahren Computer gibt, die jetzt auf dem Stand unserer 1960er sind und gucke dann, was da so rauskommt. Bislang war die GPT-Reihe da ähnlich enttäuschend wie Gemini.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Torsten (Donnerhaus) am 13.07.2026 | 19:37
Ich denke die meisten Menschen verstehen den Unterschied zwischen:

"Diese Bio-Pizza wurde in einer Fabrik hergestellt, die Energie verbraucht und Maschinen mit Plastikteilen enthält"
und
"Diese Pizza besteht aus Plastik"
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 13.07.2026 | 19:53
Ich kann z.B. sagen dass mit GPT 5.6 SOL diese KI deutlich gegenüber Claude Opus aufgeholt hat, was das Formulieren von Fließtext für Settings angeht.

Welche Sol Einstellung hast du verwendet? Max?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: schneeland am 13.07.2026 | 19:58
Wollen wir nicht einfach zum eigentlichen Thema zurückkehren? Ansonsten landet dieser Thread doch nur wieder im Rollenspiel-und-Gesellschaft-Mülleimer des Forums.

Als Moderator sehe ich mich genötigt, kurz darauf hinzuweisen, dass auch die Bezeichnung eines Unterforums als Mülleimer nicht übermäßig hilfreich ist.
Ansonsten möchte ich den Wunsch zur Rückkehr zum Thema von Redaktionsseite aber nochmal unterstreichen. Die Diskussion ging bisher relativ gesittet vonstatten - es wäre schön, wenn das weiterhin möglich wäre. Dazu gehört dann auch, nicht zu versuchen, Positionen ins Lächerliche zu ziehen, wenn man sie selbst nicht teilt.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 13.07.2026 | 20:36
Welche Sol Einstellung hast du verwendet? Max?
High. Das ist das höchste, was ich im Chat-Tool auswählen kann. Das ehemalige Codex, nun ChatGPT Work/Codex, wollte ich nicht benutzen, weil ich befürchte das der System-Prompt dieses Agenten es dem LLM noch schwerer macht, Prosa zu generieren.

Hier ist das Beispiel (https://chatgpt.com/share/6a552f55-a428-83eb-ae2a-0c0e8a3d43df).
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Prisma am 14.07.2026 | 00:23
Ich finde ja schon das "Human Made" Siegel bei DTRPG lächerlich.
Ist im Prinzip wie all diese "Gütesiegel" in der Nahrungsindustrie. Kein Mensch kann nachprüfen, ob die Kriterien eingehalten werden.
Früher oder später kommt sowas ans Licht und dann ist die Marke beschädigt bis kaputt.

Wenn da Human Made steht, erwarte ich das keinerlei KI für die Erstellung des Werkes eingesetzt wurde. Für mich ist so ein Siegel nicht lächerlich, sondern kaufentscheidend. Lügt jemand dabei, so hatte er Arglist und begeht dann einen Betrug. Das Produkt hat dann einen Sachmangel, wenn es als KI-frei deklariert wurde, KI aber drinsteckt.

Das ist so wie bei Fair-Trade-Produkten. Wenn da das Logo drauf klebt, dann vertrauen die Leute erst einmal darauf. Die Leute erwarten dann auch das alles im Produkt Fair-Trade ist. Das ist ein Vertrauensvorschuss, der sehr fragil ist. Stellt sich nämlich heraus, dass der Hersteller gelogen hat, ist es weg und kommt ziemlich sicher nicht zurück. Keiner dem Fair-Trade wichtig ist kauft noch dieses Produkt.


Ich arbeite z.B. viel mit Fotos, die ich von GPT in Illustrationen umwandeln lasse. Fotos sind von mir, Minis und Szenerien damit auch - was ist das nun?
Das wäre dann ganz klar KI. Deine Fotos stellen nur eine Idee dar. Ein Gerüst an dem sich die KI orientieren soll, die das Endprodukt erschafft. Du bist nur Auftraggeber.


(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 14.07.2026 | 00:37
Ich geh mal zum eingangspsot zurück,...

Wie seht ihr die Zukunft der Rollenspielentwicklung (allgemein, nicht nur als Geschäftsmodel, obwohl das auch dazu gehört, also auch Hobbyisten) und welche Folgen wird das für die einzelnen Teilgruppen (Texter, Zeichner, Editoren, ... ) bei der Erstellung solcher Werke haben?

Generell muss man natürlich erst einmal sagen das Blicke in die Zukunft immer fehlerbehaftet sind.

Die Lernkurfe der KI systeme ist imho immer noch sehr hoch und die eigentliche Frage wird eher sein ob die so bleibt, ob sie flacher wird oder ob sie ganz krascht. Ich halte da derzeit alles für möglich, den Krasch aber eher mittelfristig. KI ist eine ziemliche Blase, es ist sehr viel Geld im System und es wird weiter welches reingeblasen. Die ganzen Rechenzentren die entstehen nur für KI sind schon gigantisch. Die Umsätze sind auch nicht ganz ohne - die Gewinne sind derzeit wohl noch sehr überschaubar. Große Softwareunternehmen investieren in KI, Ki investiert in Rechenzentren, Rechenzentrenhersteller fianzieren Softwareunternehmen, dann sind noch ein paar Banken dazuwischengeschaltet die Finanzströme sind aber zum Teil recht merkwürdig. Das Platzen der Blase ist möglich aber es ist auch politisch USA und China machen da viel druck das ich mir recht sicher bin das die Blase kurzfristig nicht platzen wird.

Also gesetzt den Fall: KI wird immer noch besser und nur unter dieser betrachtung mache ich jetz meine Schlüsse:
KI wird immer noch Dreck abliefern,... aber es wird viel Dreck sein und wenn da vorher aussortiert wird kann etwas gutes daraus werden. Ich hatte gerade 10 Abenteuerideen angefragt und Chatty gab mich 1 die ich echt Cool fand, 5 waren mist 4 waren durchmischt. Lassen wir es also mal 2 von 10 sein in Zukunft. und ein Mensch der die anderen 8 in den Orkus kickt.

Stichpunkt Qualität: Ich hab auch von Menschen schon Texte bekommen wo ich mir sage "das hätte eine KI besser geschrieben" traurig aber wahr.

Der gigantische Vorteil einer KI die z.b. Abenteuer "schreibt" ist die Geschwindigkeit. Ich brauche für ein Abenteuer das ich für mich vorbereite vieleicht 4 Studen vorbereitingszeit. Schreibe ich es so auf das jemand anderes es leiten kann werden da sicherlich 20-30 stunden draus. Die einfache Frage ist dann: Wieviele Abenteuer kann eine KI in 30 Stunden schreiben? Was ist wenn 1% 10% 20% davon gut sind?

Also potentiell geht der Markt in KI Mist unter (wenn nicht doch noch jemand immer wieder den größetn Mist aussortiert).

das bringt mich auf den Teil der Ausgangsfrage:
Texter, Zeichner, Editoren, ...
Zeichner werden es am schwersten haben, ich würde jedenfalls niemanden raten heutzutage zu versuchen in der richtung Geld verdienen zu wollen. (ehrlich gesagt hätte ich das aber auch schon vor KI kaum jemanden).
Texter wird es immer noch brauchen aber auch sie werden stark bedrängt werden.
Editoren oder besser Lektoren wird es eher mehr brauchen. Da bin ich mir aber unschlüssig ob eine KI das nicht auch irgendwann machen kann. (klar kann sie)
man muss hier aber es auch so sehen das die wenigsten Menschen im RPG Sektor davon leben können

Vieleicht wird eine Community das etwas verzögern können aber ich glaube nicht das es aufzuhalten ist. Dazu haben andere neue Techniken welche Berufsgruppen arbeitslos machten und wo man versucht hat es aufzuhalten es auch nicht geschafft.

Das sehe ich im übrigen nicht nur im RPG bereich sondern auch etwas im Jornalismus. Oder sogar in anderen Dingen wie z.b. Heimelektronik. Liegt auch daran das viele nicht mehr bereit sind wirklich viel Geld für Qualität auszugeben. Und echte Qualität manchmal schwer zu finden ist, wenn es sie überhaupt nochn gibt. Unsere Micorwelle gibt langsam den geist auf, nach 30 Jahren,... hat jemand eine Empfehlung für ein Gerät das auch nochmal zuverlässig 30 Jahre hält (Von Fernsehern schreib ich jezt besser nicht)?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: KhornedBeef am 14.07.2026 | 07:33
Und wenn es nur 1% super Texter braucht und 20% Lektoren, vielleicht finden sich nicht einmal die. Der Wille, nicht-KI-Werke zu fördern, ist politisch. Lässt man die Menschen stattdessen mit dem KI-Content schmoren, bis sie umgekehrt darauf trainiert wurden, warum sollten sie dann irgendeine Qualität aussieben können? Das ist ein worst case, aber für viele Menschen tritt er ein, und die werden nicht von sich aus die Künste fördern.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 14.07.2026 | 09:34
Der Wille, nicht-KI-Werke zu fördern, ist politisch.

Klar, ich seh diesen Willen sich gegen KI zu sperren ja auch, auf der anderen Seite sagt meine Erfahrung das sich neue Technologien durchsetzen, vor allem dann wenn sie unschlagbar günstig sind (weil sie eben auch für trainingsdaten nicht zahlen).

Und wenn es nur 1% super Texter braucht und 20% Lektoren, vielleicht finden sich nicht einmal die.

kann natürlich sein, dann macht KI eben auch das. Viele kleine Verlage machen das ja auch noch alles selbst in Personalunion,... weil es davon eh schon zu wenige gibt. (Ich nehm noch das Layouten mit dazu)

Derzeit wird an die Vernuft der Verbraucher appeliert kein Geld für KI auszugeben, aber das sind auch Verbraucher die Alkohol trinken, Rauchen, sich ungesund ernähren, Spritfresser Fahren sonst irgendwelche dinge tun die abseitz der Vernuft sind. Der denkende Mensch denkt eben oft genug nicht. Auch an stellen die ich für exorbitant wichtiger halte.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 14.07.2026 | 09:37
Mit Alexa die Lampe am PC gesteuert zu haben ist sicher doch etwas drüber, aber insbesodnere wenn jemand die 0-Ki-Schiene fahren will, muss doch einmal festgelegt werden was da alles drunter fallen soll. Die Rechtschreibprüfung moderner textverarbeitung würde ich dann schon mit drunter fallen lassen.

Aber auch abseits dieser Extreme macht ein Label nur dann Sinn, wenn es ganz konkret aufführt, was denn nun erlaubt sein soll und was nicht, und wenn es irgendwo praxistauglich sein soll, muss es da eigentlich auch Stufen des Labels von geben, sonst ist plötzlich bei extremen Anforderungen bis auf ein paar wenige Vorkämpfer eh alles "rot" und der Kunde muss sich dann wenn er sich nicht auf dieses kleine Restfeld beschränken will eh wieder manuell durch das rote Angebot wühlen. 

Bei meinem Prognoseversuch würde ich das nach Kundengruppen aufschließen wollen.

Ein wesentlicher Faktor wird sein, wo sich D&D hinbewegt. Ich würde vermuten sie werden ganz massiv in richtung virtualisierung gehen und den Tischbereich nur noch stiefmütterlich nebenbei bedienen mit bewußten Defiziten um Argumente zu haben die Leute dann auch noch ins virtuelle zu ziehen. Das wird quasi ein neues Hobby ohen großartige Überscheidungen mit dem Tischrollenspiel.

Das Zugpferd so weggebrochen wird sich dann um einen erst einmal leicht größere gewordenen Restkuchen (enttäuschte D%D& Tisch-Altspieler) gestritten, aber eben dann ohne Aussichten das Zugpferd zukünftig für Sekundärrekruting nutzen zu können. Die Restrollenspielszene wird mittelfristig auf eigenen Beinen stehen müssen.

Bei den (mittelfristig dann an Zahl sinkenden) Restkunden würde ich zwei Gruppen ausmachen:

Eine "Lifestyle"-Gruppe aus Fans und Sammlern, welche weiter bewußt und gezielt die alten bzw. exklusiven Produkte unterstützen werden und für Konkurrenz eh kaum offen sind aber umgekehrt bereit sind größere Mengen Geld auf den Tisch zu legen. Und was vorher hohe ästetische Produkqualität war legt nun den Fokus auf "manmade" - zu entsprechend steigenden preisen denke ich.
Der Einzelkämpfer wird hier kaum Chancen haben Anteil nehemn zu können.

Die Kundengruppe von Leuten, die primär auf den Spielwert vs. Preis schauen. Die werden (wie bei der D20 Schwemme) erst einmal vor einer Riesenmenge an potentiellem Material stehen. In wie weit da Verlage sich auf dieser Seite verorten werden, kann ich aktuell nicht abschätzen. Aber eine entsprechende Betonung nicht von KI-Freiheit sondern durch entsprechende Auswahl und Editoring und daraus Qualitätszusagen dürfte hier mittelfristig deutlich mehr bewirken als das KI-Frei Label.
Der Einzelkämpfer wird es hier schwer haben ausreichend Aufmerksamkeit ziehen zu können udn steht iregndwo da, wo Kleinstverlage vor Jahrzehnten standen. Sie müssen halt dann massiv auch in Kleinvertrieb über Cons oder eben persönliche Aktivitäten betreiben. Hart, aber bei einem guten Produkt mit ausreichend großer Zielgruppe ähnlich damals machbar denke ich - nur dann halt dank Ki höherer Schlagzahl und höherem optischen Niveau als früher.

Überhaupt denke ich, dass konkreter Spielnutzen angesichts nun sehr ähnlicher optischer Aufmachung deutlich an Gewicht gewinnen wird, was für mich eigentlich ein positiver Effekt wäre.

In wie weit die bestehenden Verlage diese Umwälzungen überstehen werden ist auch zweifelhaft. Ich denek mittelfristig wird sich die Nische ohne KI nicht als Verlag halten lassen sondern dann auch auf kleinerer , exklusiverer Ebene neu organisieren.



...

Das wäre dann ganz klar KI. Deine Fotos stellen nur eine Idee dar. Ein Gerüst an dem sich die KI orientieren soll, die das Endprodukt erschafft. Du bist nur Auftraggeber.


Das Foto stellt - meiner Auffassung nach , insbesondere bei dem bewußten Arrangement - ein geschütztes Lichtbild da, die Ki-Modifikation ist eine Bearbeitung, welche daher nur der Fotograf so machen darf. Solange das Lichtbild als Basis klar erkennbar ist, greift der Schutz des Lichtbildes, die Art der Nachbearbeitung ist dann egal.

Liegt auch daran das viele nicht mehr bereit sind wirklich viel Geld für Qualität auszugeben. Und echte Qualität manchmal schwer zu finden ist, wenn es sie überhaupt nochn gibt. ...

Liegt vermutlich auf der einen Seite daran, dass viele nicht mehr so viel Geld frei verfügbar haben und - wie du ja auch erwähnst - teu(r)er oder (ehemals hochgeachtete) Marke heute noch lange nicht gute Qualität bedeuten muss. Und bei Rollenspiel ist Verlag und KI-frei so auch keinerlei Qualitätsaussage.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 14.07.2026 | 12:29
Das Grundproblem bei der - wie auch allen anderen - Diskussionen in dem Bereich ist, dass emotional anstatt faktenbasiert diskutiert wird.
Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als Photoshop, Paint Shop Pro et.al. aufkamen, und die ersten Bilder digital erstellt wurden. Was wurde da gezetert (damals noch hauptsächlich via Leserbriefe und Newsgroups)! Dass damit Künstler in den Untergang getrieben würden, Kunst ohnehin so nicht entstehen könnte, dass digitale Bilder seelenlos wären und überhaupt der Untergang des Abendlandes bevorstünde.
Ähnliches war beim Vormarsch der digitalen Fotografie zu hören, übrigens.

Kommt das jemandem bekannt vor?

KI wird am Ende genauso sein. Das ist Evolution. Überleben der Bestangepassten. Wer sich anpasst, mit den neuen Tools umzugehen lernt, der wird (in seinem Job) überleben. Andere werden auf der Strecke bleiben. Das ist im Einzelfall sicher bitter, im Gesamtbild aber der Lauf der Welt.

Im RPG-Bereich werden die Beharrer sich in ihre Bubbles zurückziehen, in Nostalgie schwelgen und sich gegenseitig von der "guten alten Zeit" erzählen (passiert ja jetzt schon ansatzweise). Die anderen werden sich über das enorme Angebot freuen - und davon überfordert sein. Und dann wird es welche geben, die sich aus dem Überangebot die Perlen herauspicken.

Die Vorgänge kann man heute vor jedem Milchprodukte-Regal im Supermarkt beobachten. Der Pensionist, der minutenlang versucht, sich irgendwie zurecht zu finden. Der Typ, der mal kurz über die Reihen blickt, sich ein Joghurt nimmt, es wieder zurück stellt und ein anderen in den Wagen tut. Die Frau, die zielsichere ihre Milch nimmt.

Für den Creator besteht die Schwierigkeit vor allem darin, sein Produkt aus der Masse hervorzuheben. Man wird KS brauchen, selbst wenn man das Geld eigentlich gar nicht unbedingt nötig hätte - nur um Aufmerksamkeit zu generieren. 5e draufzupappen wird nicht mehr reichen. Schöne Bilder allein werden auch nicht mehr reichen.
Ob das gut ist? Man wird sehen.

Das Foto stellt - meiner Auffassung nach , insbesondere bei dem bewußten Arrangement - ein geschütztes Lichtbild da, die Ki-Modifikation ist eine Bearbeitung, welche daher nur der Fotograf so machen darf. Solange das Lichtbild als Basis klar erkennbar ist, greift der Schutz des Lichtbildes, die Art der Nachbearbeitung ist dann egal.
Was die KI in dem Fall tut ist nichts weiter, als das, was in Photoshop, Affinity & Co auch geht.  Nur schneller.
Und wenn man so streng sein will, dürfte man auch keine Zauberstäbe, Objektauswahl, usw. verwenden, denn auch das sind bereits Modelle, wenn auch kleine. Mal ganz abgesehen von den dezidierten KI-Tools innerhalb der Programme.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: First Orko am 14.07.2026 | 12:47
Das Grundproblem bei der - wie auch allen anderen - Diskussionen in dem Bereich ist, dass mit Emotionen argumentiert wird, wo sie nichts verloren haben.

Und wo die Emotionen was verloren haben... das entschiedest du?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Luxferre am 14.07.2026 | 13:28
Wie sinnlos das Posting ist, merkst du selber, oder?

Muss das sein?

Zitat
Emotionen haben in Faktendiskussionen grundsätzlich nichts verloren. Ansonsten können wir nämlich gleich in den Kindergarten gehen. Ist aber der Grund, warum sinnvolle Diskussionen heute kaum noch möglich sind.

Also ... wir fassen zusammen: Du entscheidest über andere, ob sie emotional oder sachlich diskutieren und wie die Diskussion zu führen ist.
Würde Dir raten, Dein eigenes Forum aufzumachen und das dort in den Hausregeln zu installieren.

Jemandem vorzuschreiben, wie eine Diskussion in einem fucking HOBBYforum zu führen ist, ist einerseits übergriffig und andererseits anmaßend.
Wenn DU für DICH entscheidest, Dein Hobby lediglich sachlich zu diskutieren (was Du hier bei jedem Thema, in dem Du Dich stark aufgestellst fühlst selbst nicht einhältst - nur mal so nebenbei), dann tue das für DICH und lass andere Leute nach ihrer facon mitreden.

Oder Du startest einen Thread, in dem Du die Regeln für den Thread machst. Haste hier aber nicht ...
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 14.07.2026 | 13:49
Könnten wir bitte zum Sachaustausch zurückkommen.

Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: klatschi am 14.07.2026 | 14:07
Ist aber der Grund, warum sinnvolle Diskussionen heute kaum noch möglich sind.

Und dennoch beteiligst du dich.

Ansonsten unterstreiche ich nochmal das, was Schneemann gestern erst gepostet hat: back to topic, sonst ist hier zu.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 14.07.2026 | 14:11
Ich hab mein Posting abgeändert, bzw. gelöscht, da es der sachlichen Diskussion offenbar nicht dienlich war.

Ich möchte dennoch darum bitten, irgendwelche irrationalen Ängste, Gerüchte, Ahnungen, usw. möglichst außen vor zu lassen. Gerade beim Thema KI ist da so viel Unsinn im Umlauf, wie seinerzeit bei Covid.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 14.07.2026 | 14:16
Prinzipiell ist es doch so das alle Argumente pro und Contra schon genannt sind. Zugestanden ich bin eher auf der Pro Seite, da ich auch im RPG Sektor mitlerweile echt tolle KI sachen gesehen habe. Aber ich will, kann und muss auch akzeptieren das es Menschen gibt die - mit für sie guten Gründen - die ich durchaus auch sehe, nur eben für mich als weniger wichtig einordne - gegen diese eine Art von KI Anwendugen sind.

Klar sind da auch Emotionen drin, ich möchte fast sagen "Zum Glück", wir sind Menschen, Menschen mit Fehlern. Und sogar mit einem gleichen Hobby - auch wenn dieses sehr weit gefächert ist.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 14.07.2026 | 14:28
Prinzipiell ist es doch so das alle Argumente pro und Contra schon genannt sind. ...

Pro und Kontra war ja eigentlich auch gar nicht gefragt, da sind die Fronten eh benannt und verfestigt denke ich. Gefragt war wie sich die Szene vermutlich entwickeln wird, wenn jetzt nicht noch eine unerwartete juristische Wende der Sache von anderer Seite den Stecker zieht.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 14.07.2026 | 14:45
gegen diese eine Art von KI Anwendugen sind.
Mein Grundproblem ist, dass das eben nicht spezifisch ist, sondern eine allgemeine "KI = Böse" Haltung. Und natürlich sehe ich in vielen Bereichen Gefahren durch LLMs und vor allem dem "KI kann eh alles übernehmen" Gedanken von Unternehmen.

Aber spezifisch auf den RPG-Bereich bezogen, sehe ich deutlich mehr Chancen als Gefahren.

Ich sehe da eigentlich mehr Probleme durch Social Media, als direkt durch KI. Seien das Actual Plays, Hypetrains, etc. Und eben auch diese Spaltung in "Pro-KI" und "Contra-KI", die jeden Diskurs faktisch ausschließt.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 14.07.2026 | 15:15
Pro und Kontra war ja eigentlich auch gar nicht gefragt, da sind die Fronten eh benannt und verfestigt denke ich. Gefragt war wie sich die Szene vermutlich entwickeln wird, wenn jetzt nicht noch eine unerwartete juristische Wende der Sache von anderer Seite den Stecker zieht.

Prinzipiell ist es für mich schon eine Pro und Contra diskussion. Ich schrieb oben #162 meine Sicht auf die Zuklunft. Das kann man eigentlich nur abschätzen wenn man meint ob Pro oder Contra irgendwann mal überwiegen.

Eine Juristische Wende? Kann ich mir kaum vorstellen, wie soll das ausschauen? die großen Player sind die USA und China, und da sehe ich Nicht das sich etwas tut, nicht unter den jeweiligen derzeitigen Administrationen.

Dieses Label KI Frei,... ich glaube das geht schon heute nicht wirklich. Gib in eine Suchmaschiene etwas ein und da sucht die KI für dich schon mit, übersetzungen - klar ich kann Leo nehmen aber das bringt auch nicht immer alles. Ich glaube das ist schon so wie in der Lebensmittelindustrie "kann spuren von Nüssen enthalten",... wenn ich daran denke das jeder von uns (im Schnitt) Plastik  in der Menge einer Kredit/Debit Karte (5gramm) zu uns nehmen (in der Woche) kann ich über "spuren von Nüssen" nur schmunzeln.

Anderst Formuliert: Ich glaub das Kind ist in den Brunnen gefallen, oder der Dschinn ist aus der Flasche, Die Büchse der Pandora ist offen,...
Oder auch einfach gesagt: Ich hab für mich den Punkt erreicht das es eine vergebliche Mühe ist sich gegen die neue Technik zu stellen und dann einfach die Seite gewechselt und versucht das beste daraus zu machen. Alles andere ist schlecht für meinen Blutdruck.

Vieleicht auch ein Punkt: "Wir" sind was Rollenspielkrahm betrifft doch sicherlich nicht das Hauptziel der KI-Entwicklung. Das meiste Geld wird man mit KI sicherlich an anderen Stellen machen, für "uns" bleiben eh nur Brosamen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 14.07.2026 | 15:38
Vieleicht auch ein Punkt: "Wir" sind was Rollenspielkrahm betrifft doch sicherlich nicht das Hauptziel der KI-Entwicklung. Das meiste Geld wird man mit KI sicherlich an anderen Stellen machen, für "uns" bleiben eh nur Brosamen.
Das ist korrekt.

Man muss sich auch vor Augen halten, dass LLMs bereits weit länger existieren, als wir uns vorstellen. Die ersten funktionierenden Modelle sind seit den 2010er Jahren vorhanden, kleine Modelle gibt es schon viel früher, insbesondere bei Übersetzungen. Was im militärischen Bereich so ging... man weiß es nicht.

Der KI-Boom (zumindest im Business-Bereich) scheint vorbei zu sein. Langsam kommt man dahinter, dass so ein LLM doch nicht die Lösung aller Probleme darstellt, und man wiederum Leute braucht, die mit dem Ding umgehen können. Im Moment geht's wohl eher den Programmierern an den Kragen, vor allem Junior Developer ersetzt man durch LLMs.

Was bedeutet das für den RPG-Sektor? Grundsätzlich mal nicht viel. AI-Slop wird es auch hier geben - einfach, weil es ihn überall gibt. Schaut mal auf Insta, TikTok & Co. Grindigster AI-Mist überall. Allerdings geht das auch schon vielen Leuten auf den Keks. Ich gehe mal davon aus, dass auch dieser Trend vergeht, wie alle anderen bisher (Ice-Bucket Challenge anyone?).

Es wird sich also wieder beruhigen. Wird einiges an verbrannter Erde geben, aber da machen mir andere Dinge auf der Welt größere Sorgen.
Ich hoffe, dass am Ende ein ruhiger, sachlicher Umgang mit dieser Technologie möglich ist.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 14.07.2026 | 16:12
Das ist korrekt.Man muss sich auch vor Augen halten, dass LLMs bereits weit länger existieren, als wir uns vorstellen.

https://de.wikipedia.org/wiki/ELIZA ??? Die Idee dahinter ist sogar noch älter.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Rackhir am 14.07.2026 | 16:31

Ich möchte zum Thema Labelling etwas zu bedenken geben: Die EU-Kommission hat eine Leitlinie veröffentlicht, wie KI-Systeme und ihr Output den Transparenzverpflichtungen der KI-Verordnung nachkommen sollen.
https://www.golem.de/news/ai-act-eu-kommission-veroeffentlicht-verhaltenskodex-fuer-ki-inhalte-2606-209690.html

Für viele von uns der wahrscheinlich interessanteste Punkt: "Für kreative, künstlerische, satirische oder fiktionale Werke gelten flexiblere Vorgaben. Auch dort muss der KI-Einsatz offengelegt werden, der Hinweis darf die Wahrnehmung des Werks aber nicht unangemessen stören. Er kann deshalb etwa in Begleitinformationen, Beschreibungen oder im Vor- und Abspann stehen."

Letzte Fußnote: für rein private Nutzung gelten die Transparenzverpflichtungen nicht.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 14.07.2026 | 16:36
Hört sich aufs erste Lesen überraschenderweise gar nicht so unsinnig an. Bliebe die Frage der Überprüfbarkeit bei weiterverarbeitetem Material.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 14.07.2026 | 16:55
Die Botschaft hör ich schon, allein mir fehlt der Glaube.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 14.07.2026 | 16:56
https://de.wikipedia.org/wiki/ELIZA ??? Die Idee dahinter ist sogar noch älter.
Eliza ist kein LLM sondern ein Pattern-Matcher mit Substitution (hier (https://github.com/jeffshrager/elizagen.org/blob/master/1965_Weizenbaum_MAD-SLIP/1966_01_CACM_article_Eliza_script.txt) ist eine lesbare Version des Programms mit ein paar Erklärungen) und zählt IMHO nicht.

Was wir jetzt als KI oder LLMs kennen, ist das Ergebnis des Generative Pre-trained Transformer-Algorithmus, 2018 bei OpenAI erfunden (dafür haben die sich gegründet), auf der Basis der 2017 von Google veröffentlichten Forschungsarbeit "Attention Is All You Need".

So unwahrscheinlich alt ist das noch nicht.

Die Idee der neuronalen Netze geht auf eine Arbeit von 1943 zurück und 1956 trafen sich einige Wissenschaftler (u.a. McCarthy und Minsky) in Dartmouth (wo 8 Jahre später BASIC erfunden wurde) zur weltweit ersten Konferenz zum Thema AI, aber vor 2017 hat niemand kommen sehen, dass neuronale Netze ein emergentes Verhalten haben, wenn man sie über alle Maßen skaliert. Im ersten KI-Winter von 1969 kam die Ernüchterung, dass Perzeptronen doch nicht so funktionierten wie man sich erhoffte, weil die damaligen Rechner nicht leistungsfähig genug waren. Seymour Papert konzentriere sich daher lieber darauf, Kindern das Programmieren beizubringen und erfand LOGO. Der zweite KI-Winter brach 1987 aus, als klar wurde, dass LISP-Maschinen gescheitert und Expertensysteme mit ihren Vorwärts- und Rückwärtsinferenzern (also Regelbasierte-KI) nicht skalierte, weil es nahezu unmöglich war, alles Wissen in Regeln zu gießen. Und so starb nicht nur LISP sondern auch PROLOG. Der KI-Winter Begriff verdanken wir übrigens Gabriel, der durch sein Essay Worse is Better bekannt wurde, in dem er das Scheitern seiner Firma Symbolics (die mit den LISP-Maschinen) verarbeitet hat. Jedenfalls war danach das Thema KI lange Zeit tot.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 14.07.2026 | 17:15
Ich möchte zum Thema Labelling etwas zu bedenken geben: Die EU-Kommission hat eine Leitlinie veröffentlicht, wie KI-Systeme und ihr Output den Transparenzverpflichtungen der KI-Verordnung nachkommen sollen.
https://www.golem.de/news/ai-act-eu-kommission-veroeffentlicht-verhaltenskodex-fuer-ki-inhalte-2606-209690.html

Tjo, nur ist das mal wieder von einer Seite her angegangen, die am Ende auch nicht taugt:

Zitat
Audio, Bilder, Videos und Texte sollen maschinenlesbar markiert werden, damit sie später als künstlich erzeugt oder verändert erkannt werden können.
Wird man zum einen entfernen können, zum anderen wird eine Überprüfung von dieser Seite her extrem mühsam.
Und warum sollten sich Betreiber außerhalb der EU an solche Richtlinien halten?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Rackhir am 14.07.2026 | 17:31
Tjo, nur ist das mal wieder von einer Seite her angegangen, die am Ende auch nicht taugt:
Wird man zum einen entfernen können, zum anderen wird eine Überprüfung von dieser Seite her extrem mühsam.
Und warum sollten sich Betreiber außerhalb der EU an solche Richtlinien halten?
Das tun sie durchaus, siehe z.B. https://openai.com/de-DE/index/advancing-content-provenance/ oder https://blog.google/innovation-and-ai/products/identifying-ai-generated-media-online/.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 14.07.2026 | 17:56
Falls sich noch wer an die Aufregung wegen DRM vor 20+ Jahren erinnern kann: Das hier wird extremer und technologisch anspruchsvoller.

Jeder, der irgendwo in der Kette zwischen Bilderstellung und Bildanzeige beteiligt ist, muss mitspielen und es ehrlich meinen. Das geht nur mit Verträgen und großen Unternehmen, die was zu verlieren haben und je nachdem, ob man "human made" oder "AI made" labelt, wird der Mensch von der Straße fälschlich beim Fehlen des Labels das Gegenteil vermuten.

Es wird kaum möglich sein, den Menschen klar zu machen, dass die ihnen zugeordneten Cryto-Keys extrem wertvoll sind, weil z.B. dadurch, dass sich ein Journalist mit seiner Kamera als Mensch hat registrieren lassen, jeder in "seinem Namen" Fotos machen kann, wenn er an den Schlüssel kommt. Oder anders herum, wenn ich einen Schlüssel habe, mit dem ich Bilder als AI labeln kann, kann ich dadurch diesen die Legitimität absprechen.

Und wir trauen doch alle den ganzen chinesischen Herstellern von Kameras und anderen Geräten, dass deren Crypto-Chips nur das machen, was auch die Spezifikation vorschreibt, oder? Und ihr könnt in dieser Frage gerne chinesisch mit us-amerikanisch tauschen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Ainor am 14.07.2026 | 18:28
Eliza ist kein LLM sondern ein Pattern-Matcher mit Substitution

Strenggenommen ist Chatbot der Antworten mit dem Pattern-Matcher generiert während ChatGPT&Co Chatbots sind die Antworten mit einem LLM generieren. Aber ja, technisch haben beide systeme fast nichts gemein.

Was wir jetzt als KI oder LLMs kennen, ist das Ergebnis des Generative Pre-trained Transformer-Algorithmus, 2018 bei OpenAI erfunden (dafür haben die sich gegründet), auf der Basis der 2017 von Google veröffentlichten Forschungsarbeit "Attention Is All You Need".

So unwahrscheinlich alt ist das noch nicht.

Die Idee der neuronalen Netze geht auf eine Arbeit von 1943 zurück und 1956 trafen sich einige Wissenschaftler (u.a. McCarthy und Minsky) in Dartmouth (wo 8 Jahre später BASIC erfunden wurde) zur weltweit ersten Konferenz zum Thema AI, aber vor 2017 hat niemand kommen sehen, dass neuronale Netze ein emergentes Verhalten haben, wenn man sie über alle Maßen skaliert.

Was genau worauf beruht ist immer ein wenig diskutabel. Und viele haben vor 2017 kommen sehen dass riesige neuronale Netze sehr viel können (im Prinzip seit 1990 bewiesen). Nur damit dass man tatsächlich in Kürze dahin kommt haben viele nicht gerechnet, denn das beruht im wesentlichen auf gigantischen privaten Investitionen. 


Was den Einfluss auf Rollenspiele angeht: es gibt ja jetzt schon viel mehr Material als man je auch nur anschauen könnte.
Wenn es jetzt 10 mal soviel gibt ändert sich quasi nichts. Ohne Hinweise von Aussen wird fast nichts gefunden.

Wichtiger wäre erstmal die Frage ob man im Rollenspiel vom buchbasierten Material wegkommt und zu computerbasiertem als primäre Quelle übergeht. Das ermöglicht z.B. viel detailierte Settingbeschreibungen, interaktive Karten, dynamische Welten, etc.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 14.07.2026 | 19:04
Wichtiger wäre erstmal die Frage ob man im Rollenspiel vom buchbasierten Material wegkommt und zu computerbasiertem als primäre Quelle übergeht. Das ermöglicht z.B. viel detailierte Settingbeschreibungen, interaktive Karten, dynamische Welten, etc.
Das ist IMHO schon keine Frage mehr, sondern klar erklärte Strategie von WotC. Digital (via D&D Beyond) first und Bücher später für Sammler. Bereits aktuell verdienen sie deutlich mehr mit D&D Beyond (die Summe aus direkten Subscriptions, eigenen digitalen Verkäufen und Umsatzbeteiligung beim digitalen Marktplatz) als mit Druckerzeugnissen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 15.07.2026 | 06:38
Wichtiger wäre erstmal die Frage ob man im Rollenspiel vom buchbasierten Material wegkommt und zu computerbasiertem als primäre Quelle übergeht. Das ermöglicht z.B. viel detailierte Settingbeschreibungen, interaktive Karten, dynamische Welten, etc.
Ich sehe da zwei Entwicklungen voraus: die eine Gruppe an Kunden wird sich darauf stürzen - das wird zuerst wohl die WotC-Fanbubble sein. Die andere Gruppe wird sich genau davon abwenden, und vermehrt zu analogen Produkten greifen.
Es gibt immer eine Entwicklung und eine Gegenreaktion.

Die Frage hier ist, ob durch den AI-Einfluss die "digitale Bubble" nicht recht schnell platzt. Denn gerade hier wird der AI-Slop massiv einschlagen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 15.07.2026 | 08:02
...
Die Frage hier ist, ob durch den AI-Einfluss die "digitale Bubble" nicht recht schnell platzt. Denn gerade hier wird der AI-Slop massiv einschlagen.
Das käme in der Richtung dann doch stark darauf an, wie sehr WotC reglementiert, was unter ihrem Label dann in ihr System integriert wird, oder?
Der verbleibende potentielle Nutzen eines Verlags scheint mir fast das durchgehende einheitliche Editoring und Qualitätskontrolle zu sein. Aber dazu muss es dieses einheitliche Editoring und diese Qualitätskontrolle auch erst einmal geben und zu den Erwartungen der insbesondere nicht bereits "systemgebundenen" Kunden passen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 15.07.2026 | 08:56
Weil es in dem anderen Faden gerade hochgekommen ist,....

Im begleitenden YT-Livestream vorhin mussten sie sich übrigens schon gegen Anschuldigungen AI zu benutzen verteidigen, weil auf Backerkit doch nur "No AI Art!" steht und diese Einschränkung auf Art doch bestimmt bedeutet, dass der Text sehr wohl AI-unterstützt erzeugt wurde, denn man hätte ja Gedankenstriche entdeckt. Ob Glickers Verteidigung, Gedankenstriche schon benutzt zu haben als es noch gar keine LLMs gab, funktioniert bleibt abzuwarten — auch wenn ich sie gut nachvollziehen kann, weil es mir ähnlich geht. Diesen Vorwürfen ausgesetzt zu sein ist wohl die neue Realität.

By the way - ich benutze auch gedankenstriche, auch sicher an stellen wo sie nicht hingehören. Bin ich deswegen eine KI? Muss ich erst wieder mit rechtschreibfehlern anfangen damit man erkennt das ich keine KI bin?

Da sind wir ganz schnell wieder beim Vertrauen von "Labeln", auch wenn es hier wohl nur ein Satz war "Keine KI Kunst",... Ist das schreiben von Texten keine Kunst? Was ist denn die sogenannte Weltliteratur, die Ilias?

Zugestanden das Produkt hat ja noch das "Kettenbikinidings" als potentielles Problemchen, ich bin aus dem Erklärvideo schon recht schnell ausgestiegen da das produkt einfach nichts für mich ist.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 15.07.2026 | 10:20
"AI-Art" dürfte im US-amerikanischen Umfeld bereits als "KI-Bilder" definiert sein. Und der ganze Aufschrei hatte ja auch dort seinen Ursprung, Texte sind ja ein eher neues Phänomen.

Das mit den Gedankenstrichen kannte ich noch gar nicht. Dann bin ich auch eine KI.

Das ist aber auch, was ich mit "Hysterie" meine. Es gibt mittlerweile eine Bubble, die regelrechte Hexenjagden betreiben und "Anit-KI" als schon religiöse Berufung für sich pachten. Und das macht mir eigentlich mehr Angst als KI.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 15.07.2026 | 10:31
Ich bin auch gespannt, wie sich die deutschsprachige Community hier weiterentwickelt. Einen Knacks zwischen Orkenspalter und Ulisses gab es ja schon wegen der Nutzung von KI in Übersetzungen. Sollten sich KI generierte/unterstützte Inhalte bei WotC etablieren (worauf Hasbro ja wohl wartet) wird sich auch Orkenspalter positionieren müssen. Das wird auf jeden Fall interessant.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 15.07.2026 | 12:33
By the way - ich benutze auch gedankenstriche
Ne, das ist ein Minus (U+002d).

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 15.07.2026 | 13:17
Tjo, nur ersetzt z.B. Libre Writer das Minus automatisch durch den Geviertstrich beim Schreiben. D.h. wenn ich längere Texte schreibe, kann das durchaus bereits mit Geviertstrichen sein.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Maarzan am 15.07.2026 | 13:21
Tjo, nur ersetzt z.B. Libre Writer das Minus automatisch durch den Geviertstrich beim Schreiben. D.h. wenn ich längere Texte schreibe, kann das durchaus bereits mit Geviertstrichen sein.

Das wäre dann ja die verpönte I-Bearbeitung ...

Im Ernst: Ich denke da muss - wenn das irgendeinen Sinn machen soll - eine handfeste und konkrete Abstufungsliste erarbeitet werden.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Tele am 15.07.2026 | 13:28
Ich bin auch gespannt, wie sich die deutschsprachige Community hier weiterentwickelt. Einen Knacks zwischen Orkenspalter und Ulisses gab es ja schon wegen der Nutzung von KI in Übersetzungen. Sollten sich KI generierte/unterstützte Inhalte bei WotC etablieren (worauf Hasbro ja wohl wartet) wird sich auch Orkenspalter positionieren müssen. Das wird auf jeden Fall interessant.

Bitte nicht. Kann Orkenspalter mal zu irgendwas nix sagen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Luxferre am 15.07.2026 | 13:32
Viertelgeviertstrich

Ich schlage das hiermit als neuen Titel für Dich vor  ~;D
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Wyndor am 15.07.2026 | 13:34
Bitte nicht. Kann Orkenspalter mal zu irgendwas nix sagen.

  :D
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Luxferre am 15.07.2026 | 13:41
Bitte nicht. Kann Orkenspalter mal zu irgendwas nix sagen.

Sind das die Leute mit diesem unterirdischen Telenovela-Sex-Skandal-FlotterDreier-Bullshit, welcher in der Öffentlichkeit breitgetreten wird?
Ich bekomme ja echt so gar nichts mit, aber wenn auch nur die Hälfte von dem wahr ist, was ich höre, dann ist das Niveau [ZENSIERT]
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 15.07.2026 | 13:43
... wird sich auch Orkenspalter positionieren müssen.
Ich behaupte, sie haben sie bereits klar gegen generative KI aller Art positioniert. Aber seit ihrer IMHO unsäglichen Mail im Anni-the-Duck-Fall weigere ich mich, sie als Sprachrohr – oder Moralkompass – für die Rollenspiel-Community anzusehen.

KI bei Übersetzungen wird der Normalfall werden und die Ergebnisse – IMHO natürlich – übertreffen die von Fan-Übersetzern. Für mich zählt hier Zugänglichkeit mehr als sprachliche Qualität.

Als Beispiel: Für den Time without Tides Quickstart habe ich Claude Fable um ein Glossar gebeten, das mit der KI kurz diskutiert und dann benutzt, um die 60+ Seiten ins Deutsche zu übersetzen. Wahrscheinlich habe ich damit die KI unterfordert. Mit dem selben Glossar habe ich mir dann noch von GPT die Bilder der Charakterbögen format- und schrifterhaltend übersetzen lassen. Das hat am längsten gedauert, weil ich Claude nicht dazu bringen konnte, ChatGPT richtig im Browser fernzubedienen und es 6x händisch copy & pasten musste, wobei GPT immer mal wieder timeouts hatte, wohl weil da gerade 5.6 erschienen war. Für mich war das Ergebnis nützlich, denn der Quickstart benutzt zum Teil sehr ungewöhnliche englische Begriffe.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 15.07.2026 | 14:01
Ich schlage das hiermit als neuen Titel für Dich vor  ~;D
Oh, danke sehr.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Zed am 15.07.2026 | 14:10
Sollten sich KI generierte/unterstützte Inhalte bei WotC etablieren (worauf Hasbro ja wohl wartet) wird sich auch Orkenspalter positionieren müssen. Das wird auf jeden Fall interessant.

Wir befinden uns ja inmitten eines gesellschaftlichen Aushandelsprozesses, der eine disruptive Technologie betrifft.

Erschwerend hinzu kommt, dass die faktische Realität, die juristischen Probleme, die moralischen Implikationen und die gesellschaftlichen Folgen aufgrund der Warpgeschwindigkeit dieser Transformationen alle nicht im Gleichschritt erörtert und geklärt werden.

Und weil wir uns inmitten dieses Prozesses befinden, sind die Positionen von Unwissenden, von Leidtragenden und von Profiteuren aktuell sehr unterschiedlich. Alle Akteure ziehen Grenzen, sie machen Punkte und sie stellen Bedingungen.

Natürlich ist davon auszugehen, dass sich mit Fortschreiten dieses Prozesses Positionen verändern, aufweichen oder verhärten. Das sollte keinem an der Diskussion Beteiligten Übel genommen werde.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 15.07.2026 | 14:17
Ich behaupte, sie haben sie bereits klar gegen generative KI aller Art positioniert. Aber seit ihrer IMHO unsäglichen Mail im Anni-the-Duck-Fall weigere ich mich, sie als Sprachrohr – oder Moralkompass – für die Rollenspiel-Community anzusehen.

Oh erzähl, ein kurzer link reicht ggf auch soll ja nicht alles hier derailen, was war da los?

Ich stelle immer wieder fest: Ich hatte zuviel Philosophie im Studium.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 15.07.2026 | 14:23
Oh erzähl, ein kurzer link reicht ggf auch
Rabbit Hole (https://www.youtube.com/watch?v=0jRzLIPceWE) beginnt hier. De-Railen möchte ich auch nicht.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Torsten (Donnerhaus) am 15.07.2026 | 14:42
Rabbit Hole (https://www.youtube.com/watch?v=0jRzLIPceWE) beginnt hier. De-Railen möchte ich auch nicht.

Gibt es dazu irgendwo weiterführende Diskussion?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: schneeland am 15.07.2026 | 22:43
Ich habe hier eine Reihe von Beiträgen abgetrennt, die sich vom Thread-Thema gelöst und KI im allgemeinen diskutiert haben - diese finden sich jetzt im bekannten großen KI&Rollenspiel-Thread (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,124482.msg135356495.html#new) in Rollenspiel&Gesellschaft.
Ich würde auch darum bitten, im Zweifelsfall in eben diesem Unterforum einen eigenen Thread zu eröffnen, falls weiterer Diskussionsbedarf zum Thema Orkenspalter-Skandale besteht.
Konkret hier wäre es aber schön, wenn wir dann wirklich wieder zum Thema "Zukunft der Rollenspielentwicklung" zurückkehren könnten. Es gab dazu ja auch schon einige substantielle Beiträge in diesem Thread, an die sich ggf. anknüpfen lässt.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Eisenmeile am 15.07.2026 | 23:46
KI bei Übersetzungen wird der Normalfall werden und die Ergebnisse – IMHO natürlich – übertreffen die von Fan-Übersetzern. Für mich zählt hier Zugänglichkeit mehr als sprachliche Qualität.

Sehe ich (wie im abgetrennten Beitrag ausgeführt), anders. Fanübersetzungen mögen einfacher gestrickt sein, aber sie sind KI-Übersetzungen trotzdem um Längen überlegen, wenn es um die didaktische Vermittlung von Inhalten geht.

KI-Übersetzungen (und generell LLM-Texte), sind einfach anstrengend zu lesen, nichts womit ich meine Freizeit verbringen will. Fan-Übersetzungen mögen manchmal Fehler enthalten (auch wenn sich viele Fans sehr große Mühe geben), aber sie enthalten keine groben Schnitzer, welche jedem menschlichen Leser auf Anhieb auffallen (welche aber selbst die ausgefeilteste KI von Zeit zu Zeit noch produziert) und sie orientieren sich stärker an der Struktur der Zielsprache, statt rumzuschwurbeln und zu versuchen die Grammatik des Originals im Deutschen nachzubauen (was die KI-Übersetzungen immer noch unlesbar für mich macht).

Im Zweifel würde ich immer noch auf eine professionelle Übersetzung warten - egal ob diese komplett neu erstellt wurde, oder lediglich eine Korrektur einer Fan- oder KI-Übersetzung darstellt - auch wenn ich darauf länger warten muss (mein Lesestapel ist ohnehin schon so groß, dass ich es nicht wirklich eilig habe, ein bestimmtes Buch zu lesen - da warte ich lieber, bis es in ordentlicher Form vorliegt). Aber wenn ich mich zwischen "Fast Food" (Fanübersetzung) und "Fast Food aus dem Mülleimer" (KI-Übersetzung) entscheiden müsste, dann wüsste ich, was ich wähle.

Was Abenteuer angeht (bezogen auf den anderen Beitrag von unicum, der trotz Rollenspielbezug abgetrennt wurde), so denke ich dass KI da initiale Ideen liefern kann, aber Probleme hat den Überblick über die Elemente (Orte, Personen, Handlungsfäden, etc.) zu behalten, speziell wie diese ineinander greifen und wofür die gedacht sind.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Gumbald am 15.07.2026 | 23:49
Ich behaupte, sie haben sie bereits klar gegen generative KI aller Art positioniert. Aber seit ihrer IMHO unsäglichen Mail im Anni-the-Duck-Fall weigere ich mich, sie als Sprachrohr – oder Moralkompass – für die Rollenspiel-Community anzusehen.

KI bei Übersetzungen wird der Normalfall werden und die Ergebnisse – IMHO natürlich – übertreffen die von Fan-Übersetzern. Für mich zählt hier Zugänglichkeit mehr als sprachliche Qualität.

Als Beispiel: Für den Time without Tides Quickstart habe ich Claude Fable um ein Glossar gebeten, das mit der KI kurz diskutiert und dann benutzt, um die 60+ Seiten ins Deutsche zu übersetzen. Wahrscheinlich habe ich damit die KI unterfordert. Mit dem selben Glossar habe ich mir dann noch von GPT die Bilder der Charakterbögen format- und schrifterhaltend übersetzen lassen. Das hat am längsten gedauert, weil ich Claude nicht dazu bringen konnte, ChatGPT richtig im Browser fernzubedienen und es 6x händisch copy & pasten musste, wobei GPT immer mal wieder timeouts hatte, wohl weil da gerade 5.6 erschienen war. Für mich war das Ergebnis nützlich, denn der Quickstart benutzt zum Teil sehr ungewöhnliche englische Begriffe.

Exakt das wird - so glaube ich - in den kommenden Jahren für deutsche Rollenspiel-Verlage, die von Übersetzungen leben, zunehmend ein Problem werden.
Es wird immer einfacher werden, qualitativ brauchbare bis hochwertige Übersetzungen vollautomatisch mit Design selbst anzufertigen.
Das ist derzeit noch aufwändig und was für Spezies - aber dabei wird es nicht bleiben - es sei denn die AI-Bubble platzt grandios Deluxe mit Sternchen.

Ich lasse meinen Hermes Agent derzeit als Langzeit-Projekt alle offiziellen Quellen von Coriolis katalogisieren und als LLM-Wiki aufbereiten.
Das ist hier besonders interessant und nützlich, weil die Coriolis Lore mit Zusatz-Regeln wild und sich teilweise widersprechend über Regel-, Erweiterungs- und Kampagnenbände verteilt ist.
Als nächsten Schritt will ich dann Third-Party Material, das es nur auf Englisch gibt, automatisch übersetzen und als PDF layouten lassen.
Da arbeitet meine Codex 20 Euro/Monat Subscription jetzt zugegebnermaßen aber schon einige Wochen dran... und ich bin auch noch nicht 100%ig davon überzeugt, dass es sauber funktioniert.
Aber wenn doch, dann wird das für mich ein Game-Changer.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Zed am 16.07.2026 | 00:12
Ich lasse meinen Hermes Agent derzeit als Langzeit-Projekt alle offiziellen Quellen von Coriolis katalogisieren und als LLM-Wiki aufbereiten.

Ich wollte alte Bücher in Frühneuhochdeutsch von einer KI sanft modernisiert transkribieren lassen, aber alle Modelle hatten von mir verlangt, die Texte zuvor in Stücke zu teilen, eine nervige, aufwändige Arbeit, von der ich dachte, sie wäre eine schöne KI-Aufgabe. Die verweigern die KIs aber.

Könnte der Hermes-Agent das übernehmen? Und liefe der wohl auch lokal auf dem PC?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Raven Nash am 16.07.2026 | 07:38
Sehe ich (wie im abgetrennten Beitrag ausgeführt), anders. Fanübersetzungen mögen einfacher gestrickt sein, aber sie sind KI-Übersetzungen trotzdem um Längen überlegen, wenn es um die didaktische Vermittlung von Inhalten geht.
Dem widerspreche ich mal. Und zwar aus folgenden Gründen:
a) Die meisten Fans können schlicht nicht schreiben. Das ist kein Angriff, sondern einfach eine Feststellung. Die Anzahl derer, die mehr als die Betriebsanleitung eines TV-Geräts formulieren können, ist überschaubar.
b) Die Kenntnisse der Ausgangssprache lassen oft zu wünschen übrig. Da werden englische Phrasen einfach Wort für Wort übersetzt, weil man nicht erkennt, was man da übersetzt. Von Wortbedeutungen und -verwendung reden wir noch gar nicht.
c) Fans müssen sich oft Zeit freischaufeln, um ihren Teil zu übersetzen. Das bedeutet Verzögerungen im Prozess. Fast überall ist mittlerweile der Prozess via mechanischer Übersetzung -> menschlicher Übersetzer üblich (DeepL ist z.B. im technischen Bereich Standard).

Anstatt weiter irgendwelche Fans als Übersetzer zu beschäftigen, wäre also die Anstellung solcher als Lektoren deutlich sinnvoller. Mechanische Übersetzung, und diese dann lektorieren lassen. Geht schneller und bringt bessere Ergebnisse.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Cass am 16.07.2026 | 09:51
Ich behaupte, sie haben sie bereits klar gegen generative KI aller Art positioniert. Aber seit ihrer IMHO unsäglichen Mail im Anni-the-Duck-Fall weigere ich mich, sie als Sprachrohr – oder Moralkompass – für die Rollenspiel-Community anzusehen.

Stell Dir vor, ich waere Deine Grossmutter: Wie wuerdest Du mir diesen Satz erklaeren?  ;D Google hilft nicht weiter.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 16.07.2026 | 10:26
Stell Dir vor, ich waere Deine Grossmutter: Wie wuerdest Du mir diesen Satz erklaeren?  ;D Google hilft nicht weiter.
Oma, schau das oben verlinkte Video.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Eleazar am 16.07.2026 | 11:43
Wer KI-Übersetzungen ungeprüft übernimmt, ist auch selbst schuld. Aber die KI die Vorarbeit machen zu lassen und nachher selbst nachzuarbeiten, kann zu guten Ergebnissen führen. Und das schneller und billiger.

Das gilt noch mehr, wenn ich die Ergebnisse gar nicht veröffentlichen will: Wenn ich ein englisches Abenteuer durch den Übersetzer laufen lasse, damit ich es einfacher verwenden kann, dann geht es mir gar nicht um Stilfragen oder um eine Übersetzung in gutes Deutsch. Es geht mir um Plausibilität. Wenn alles, was ich lese, für mich und meine Gruppe passt, dann ist es mir doch egal, ob die Übersetzung komplett korrekt ist. Das juckt mich am Spieltisch nicht die Bohne.

Insofern könnte der Markt für professionelle Übersetzungen von Abenteuern echt schmaler werden.


Den Hauptpunkt sehe ich aber an anderen Stellen: Weiterverarbeitung von Material mit Hilfe von KI.
Programme zur Charakterverwaltung, zur Gestaltung und Verwaltung von Schauplätzen (z.B. Städten oder Landesteilen) wird mit KI zusehends einfacher und mit höherer Qualität machbar. Das heißt, dass Fans auf offiziellem Material aufbauen und dieses asuschmücken, erweitern und verbessern können. Und wenn mit dem Urheberrecht gewedelt wird, dann erfindet halt wer eine universell nutzbare Stadt und baut die auf und jede SL kann die in seine Spielwelt pflanzen, wie sie will. Und mit genügend Mitwirkenden hat man bald tausend oder mehr Türen in dieser virtuellen Stadt, an die man klopfen kann, um dahinter NPCs, Bodenpläne und Geschichten zu finden. Das kann kein Verlag in Auftrag geben oder bezahlen.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Luxferre am 16.07.2026 | 12:14
Post hierher verschoben (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,124482.msg135356540.html#msg135356540)
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: unicum am 16.07.2026 | 12:55
b) Die Kenntnisse der Ausgangssprache lassen oft zu wünschen übrig. Da werden englische Phrasen einfach Wort für Wort übersetzt, weil man nicht erkennt, was man da übersetzt. Von Wortbedeutungen und -verwendung reden wir noch gar nicht.

This is the poodles stone!

Ich denke das kann KI vieleicht nicht immer besser aber manchmal,... ich erinnere mich noch wie ich um 1990 rum beim Abi es geschafft habe das mein Englischlehrer damals zu mir gekommen ist "Ich geh in 2 Jahren in Pension, ich bin jedes Jahr in England oder den USA im Urlaub, ich dachte nicht das ich nochmal ein Wort nachschlagen müsste, aber woher haben sie diesen Wortschatz?" (Aus Rolemaster oder Warhammer damals)

Ach eigentlich mein ich ja "the gist of the matter"
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Gumbald am 16.07.2026 | 22:08
Ich wollte alte Bücher in Frühneuhochdeutsch von einer KI sanft modernisiert transkribieren lassen, aber alle Modelle hatten von mir verlangt, die Texte zuvor in Stücke zu teilen, eine nervige, aufwändige Arbeit, von der ich dachte, sie wäre eine schöne KI-Aufgabe. Die verweigern die KIs aber.

Könnte der Hermes-Agent das übernehmen? Und liefe der wohl auch lokal auf dem PC?


Hermes läuft bei mir auf einem eigenen Raspberry PI 5 mit 8GB RAM (4GB würden es aber auch tun).
Man kann ihn auch lokal auf seinem PC laufen lassen, aber da gilt das gleiche wie bei OpenClaw: Wenn du ihm Zugriff auf alle deine Daten gibst, dann können halt theoretisch Dinge passieren die du nicht möchtest.

Ich habe dem Hermes Agent nur PDFs übergeben und er hat eigenständig Tools gebastelt, um den Text aus den Dateien zu extrahieren. Er ist seitdem damit beschäftigt, die Inhalte in diverse Wissens-Datenbanken aufzusplitten und zu pflegen.

Hier eine kurze Erklärung von Hermes selbst zu seinen "Knowledgebase" Dateien (er pflegt auch noch andere Dinge wie einen Glossar, ein Namensverzeichnis, usw.):

Zitat
Die `knowledge/`-Dateien sind eine **kuratierte Wissensschicht** über Coriolis. Sie sind weder die PDFs selbst noch bloße Volltextkopien davon.

Sie beantworten strukturiert Fragen wie:

- Was ist ein bestimmter Ort, eine Fraktion oder ein Begriff?
- Welche Beziehungen und Machtstrukturen gibt es?
- In welcher Zeit oder Kampagnenphase gilt eine Information?
- Welche offizielle deutsche Übersetzung gehört dazu?
- Woher stammt die Information genau?
- Darf sie spoilerfrei verwendet werden oder ist sie GM-only?

Man kann sie sich als eine **quellenbelegte Arbeits-Wiki** zwischen Rohbüchern und späteren Übersetzungs-/PDF-Arbeiten vorstellen.

---

## Wie sieht eine Datei aus?

Am Anfang steht maschinenlesbares YAML-Frontmatter:

```yaml
---
type: "Coriolis public concept"
title: "Coriolis Weltmodell – kuratierte Arbeitsnotizen"
description: "Synthetische, zitierfähige Wissensnotizen zum Dritten Horizont."
tags: ["coriolis", "public"]
timestamp: "2026-07-15T03:38:42+02:00"
spoiler_level: "public"
source_scope: "Coriolis PDF corpus"
status: "curated"
---
```

Danach folgt normaler Markdown-Text mit Überschriften, Stichpunkten und Quellenangaben.

Das Frontmatter sagt also beispielsweise:

| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| `type` | Welche Art Knowledge-Dokument ist es? |
| `title` | Menschlich lesbarer Titel |
| `description` | Kurze Zusammenfassung |
| `tags` | Themen und Suchbegriffe |
| `timestamp` | Stand der Bearbeitung |
| `spoiler_level` | `public` oder `gm-only` |
| `source_scope` | Aus welchem Quellenbestand stammt es? |
| `status` | z. B. kuratiert oder in Prüfung |

---

## Beispiel 1: `world-model.md`

Die Datei zum Weltmodell beschreibt unter anderem:

- den Dritten Horizont;
- die 36 Systeme und wichtige Routen;
- die Geschichte der Portalbauer;
- Portal Wars und Lange Nacht;
- Zenithier und Erstsiedler;
- Portale und Raumreisen;
- Ikonen, Mystik, Finsternis und Dschinn;
- die gesellschaftliche Rolle von Raumschiffen;
- zeitliche Abgrenzungen zwischen Baseline, Campaign 1, Campaign 2 und Campaign 3;
- offizielle deutsche Begriffe wie:
  - `Portal Builders → Portalbauer`
  - `Firstcome → Erstsiedler`
  - `The Third Horizon → Der Dritte Horizont`

Ein typischer Eintrag sieht sinngemäß so aus:

> Der Dritte Horizont besteht aus 36 Systemen und wird durch mystische Portale verbunden. Portale sind nicht nur technische Verkehrswege, sondern auch religiös, politisch und psychologisch bedeutsam. 
> Quelle: `core.en`, bestimmte Seiten; Vergleich mit `core.de`.

Wichtig: Die Datei beschreibt die **allgemeine Welt**, aber keine vollständigen Abenteuerauflösungen.

---

## Beispiel 2: `factions-and-power-structures.md`

Diese Datei untersucht die Fraktionen nicht bloß als Namensliste, sondern nach ihrer Funktion:

- Welche Art Macht besitzt die Fraktion?
- Wodurch setzt sie diese Macht durch?
- Welche wirtschaftliche, politische oder religiöse Rolle hat sie?
- Wie wird sie im Spiel als Auftraggeber, Gegner oder Schutzmacht relevant?
- Welche offizielle deutsche Terminologie ist belegt?

Zum Beispiel wird das Konsortium mit folgenden Kategorien beschrieben:

- Machtform: Konzernverbund;
- Machtmittel: Handel, Produktion, Medien, Forschung, Banken und Kolonialverwaltung;
- politische Rolle: eng mit der Station Coriolis verwoben;
- konkrete Seitenbelege in englischer und deutscher Quelle;
- gegebenenfalls zeitliche Einschränkung auf eine bestimmte Kampagne.

Das ist also eine **synthetische Auswertung**, keine kopierte Fraktionsbeschreibung aus dem Regelwerk.


Wenn du mehr zum technischen Aufbau wissen willst: Such mal in Youtube nach "LLM-Wiki: So baut KI deine Wissensdatenbank" (ich weiß nicht ob Links zu Youtube hier erlaubt sind).
Das erklärt das Konzept ganz gut.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Zed am 16.07.2026 | 22:17
Vielen Dank, Gumbald!
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: schneeland am 16.07.2026 | 22:21
(ich weiß nicht ob Links zu Youtube hier erlaubt sind)

Als kurze Klarstellung: sofern Du nichts verlinkst, was irgendwie rechtlich problematisch oder klar unserem Leitbild widersprechend ist, sind Links auf Youtube kein Problem. Grundsätzlich gilt bei Links: ein bisschen Kontext hilft anderen Nutzern (und uns von der Moderation), die verlinkten Inhalte einzuordnen. In Deinem Fall wäre aber ja schon klar, dass Du auf ein Tutorial zum Aufbau eines LLM-Wikis verlinkst.
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: sma am 16.07.2026 | 22:36
...LLM-Wiki...
Interessant. Ich hatte bereits vor zwei Wochen (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,132759.msg135354830.html#msg135354830) gefragt ob da jemand Erfahrungen hat und auch auf die OKF-Spezifikation verlinkt.

Nur, warum dauert das bei dir so lange? Nutzt du ein lokales LLM, das bei der beschränkten Hardware im Schneckentempo läuft?
Titel: Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
Beitrag von: Gumbald am 17.07.2026 | 00:52
Interessant. Ich hatte bereits vor zwei Wochen (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,132759.msg135354830.html#msg135354830) gefragt ob da jemand Erfahrungen hat und auch auf die OKF-Spezifikation verlinkt.

Nur, warum dauert das bei dir so lange? Nutzt du ein lokales LLM, das bei der beschränkten Hardware im Schneckentempo läuft?

Das dauert bei mir so lange, weil ich "nur" eine 20 Euro/Monat Subscription für Codex habe und hier immer ratzfatz mein Wochenlimit verbraten wird.. ;-)
Ich benutze die Subscription aber auch noch für andere Dinge, das PDF-Projekt läuft bei mir als Langzeit-Job, der maximal 50% vom Wochenlimit verbrauchen darf.
Aber derzeit wird das Wochen-Limit ja alle 2 Tage zurück gesetzt, da komme ich etwas besser voran (GPT 5.6 wurde letzte Woche veröffentlicht, da gibt es gerade diverse PR-Aktionen).
Und Ich nutze nun als Model GPT 5.6 Luna XHigh, das ist auch deutlich kosteneffizienter als GPT 5.5.
Aber es sind halt ein paar 1000 Seiten, die er in einzelnen Chunks berbeiten muss. Angeblich ist er damit aber inzwischen zu 3/4 fertig...

Ach so: Man muss natürlich keinen Hermes Agent dafür nutzen, das geht auch alles direkt in einer Codex oder Claude Code CLI, die auf einem PC laufen kann.
Wenn man Claude / Codex in einem abgeschotteten Verzeichnis startet muss man auch weitaus weniger Sorgen haben, dass der AI Agent Daten anfasst wovon es eigentlich die Finger lassen sollte.
Ich lasse Claude/Codex auf Windows in einer Linux WSL laufen.