Autor Thema: [AD&D 2nd] Verklärte Nostalgie? Ist es noch zeitgemäß? Wer spielt es noch aktiv?  (Gelesen 5402 mal)

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Offline Gruftengel

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Ups, richtig lesen hilft, Asche auf mein Haupt, du meinst den Stahl vom Zweihänder im Mann. Ich habe es als Rüstungen interpretiert,  der Mann im Stahl. Mein Fehler. Aber stell dir jetzt eine Kampfszene vor, der Dolchkämpfer duckt sich unter den Schwung des Zweihänder weg, der Dolchkämpfer macht ein-zwei Schritte vor, ...Es gibt viele Möglichkeiten.

Offline Maarzan

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Ja, ich kann mir eine Menge Szenen vorstellen. Die Schlüsselfrage ist: welche Szene ist bei gleicher Kämpferkompetenz und ohne relevante externe Besonderheiten wahrscheinlicher?
Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...

Offline Raven Nash

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Hebel am langen Griff...aha, versuche mal einen Zweihänder im Schwung in eine andere Richtung zu lenken um auf einen Gegner zu reagieren. Ich habe eine ganze Weile auf MA Festen mit Freunden Showkämpfe gemacht und verspüre gerade richtig Lust, den zugegeben nur Anderhalb-Händer mal wieder un die Hand zu nehmen.
Du, ich trainiere regelmäßig mit einem "richtigen" Zweihänder (also ca. 150 cm Gesamtlänge, ca. 2,5 kg) - ich kann den jederzeit in eine andere Richtung lenken. Nennt sich "Fechten" und hat viel mit Schrittarbeit zu tun.  ;) Spanisches Montante hat sogar Waffen von 170 cm - und die sind extrem schnell (und als Flächenwaffe konzipiert).
Und aus Erfahrung im Freikampf kann ich sagen: Nö, der Dolchtyp hat schon verloren. Die 0,01%ige Chance, doch noch ran zu kommen, wird durch einen Knaufschlag auch schnell zum Eigentor.

@Ausweichen: Ich bin ja schon ne Weile im "Geschäft", aber wenn ich etwas nur ganz, ganz selten sehe, dann ist es Ausweichen im freien Gefecht. Egal mit welcher Waffe. Es wäre super, es wäre hocheffizient - nur so wirklich hinhauen tut es nur selten. Im Normalfall ist eine Versatzung oder eine Parade einfacher und intuitiver. Hat auch was mit Stress und einem geplanten Vorgehen im Kampf zu tun.

Überschwere Schaukampfprügel und Schaukampf-"Technik" geben keine relevanten Daten her.
« Letzte Änderung: 18.07.2021 | 13:24 von Raven Nash »
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Offline Gruftengel

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Wenn du so geschickt mit einem Zweihänder bist, dann solltest du damit dein Geld verdienen. Einen Zweihänder jederzeit in eine andere Richtung zu lenken, davor ziehe ich den Hut. Wir haben, wenn auch "nur" Schaukampf, dennoch ordentlich und nicht in Zeitlupe gekämpft. Wenn du schreibst das du regelmäßig und richtig mit deinem Zweihänder trainierst, nicht nur Showkampf, dann gehen ja einige Leichen auf dein Kerbholz. Entschuldige den schroffen Ton, aber ich gebe nur meine Erfahrung weiter und lasse mich ungern als pappschwertschwingender Showdarsteller abtun. Die verwendeten Waffen sind echt und weißen starke Gebrauchsspuren auf. Ist zwar eine Weile her aber ich kaufe dir eine derartige Beherrschung nicht ab.
So und jetzt weiter zu AD&D 2nd, alles andere gern woanders.

Offline General Kong

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Kann man nicht einmal mehr über AD&D reden, ohne dass das Ganze abgleitet in ad hominem::)

War auch schon mal anders hier ...
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Vecna

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Solche hitzigen Diskussionen sind meines Erachtens der Grund, weshalb Initiativemodifikatoren in D&D5 (weiterhin) eine Optionalregel sind.  ;)

Offline hassran

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Ich bin dafür, dass Gruftengel und Raven Nash ihr Meinungsverschiedenheit einfach ausfechten. Grau ist alle Theorie!

Offline General Kong

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Solche hitzigen Diskussionen sind meines Erachtens der Grund, weshalb Initiativemodifikatoren in D&D5 (weiterhin) eine Optionalregel sind.  ;)

 ;D :d
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Offline Gruftengel

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Ich traf lediglich die Aussage, daß ein Dolch schneller ist als ein Zweihänder. Von Reichweite, Schaden etc. war nicht die Rede. Also ich finde die Initiative von Waffen gut, auch finde ich es gut, dass andere das anders sehen. So hat jeder sein System was ihm gefällt und so soll es bleiben.

Offline Raven Nash

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Wenn du so geschickt mit einem Zweihänder bist, dann solltest du damit dein Geld verdienen. Einen Zweihänder jederzeit in eine andere Richtung zu lenken, davor ziehe ich den Hut. Wir haben, wenn auch "nur" Schaukampf, dennoch ordentlich und nicht in Zeitlupe gekämpft. Wenn du schreibst das du regelmäßig und richtig mit deinem Zweihänder trainierst, nicht nur Showkampf, dann gehen ja einige Leichen auf dein Kerbholz. Entschuldige den schroffen Ton, aber ich gebe nur meine Erfahrung weiter und lasse mich ungern als pappschwertschwingender Showdarsteller abtun. Die verwendeten Waffen sind echt und weißen starke Gebrauchsspuren auf. Ist zwar eine Weile her aber ich kaufe dir eine derartige Beherrschung nicht ab.
Tja, dann hast du gute 20 Jahre Historisches Fechten verschlafen.
Übrigens: "Starke Gebrauchsspuren" sind ein Zeichen für eben Schaukampf. Der unterliegt anderen Regeln, da muss es krachen - und das Hauptaugenmerk sollte auf der Sicherheit der Darsteller liegen.
Im ernsthaften Kampf würde das keine Waffe aushalten - und niemand würde so damit umgehen (zumindest nicht lange).

Waffen mit realistischen Dimensionen und Gewichten sind mit Schaukampfprügeln (auch als "Eisenbahnschiene" bekannt) auch nur bedingt zu vergleichen. Klar, nen Prügel mit 3 kg lenkt man kaum noch um, wenn der nicht einen Griff von über 50 cm Länge hat.

Übrigens braucht man auch niemanden zu killen - "Waffenkontrolle" und "Schutzausrüstung" machens möglich. Ersteres sollte im Schaukampf ohnehin oberstes Trainingsziel sein - ja, ich hab auch schon mal ne Choreographie einstudiert. Letzteres ermöglicht es, den Gegner auch zu treffen, idealerweise kontrolliert.
Entgegen landläufiger Ansicht ist es mit einer scharfen Klinge auch nicht notwendig, wie mit einem Baseballschläger zuzudreschen - Schneidenausrichtung und Hiebtechnik reichen.  ;)

Du kannst glauben, was du willst, aber ich kann dich auch gerne an Kollegen in D-Land verweisen, die das mindestens genauso gut können und es dir in Persona demonstrieren (also zumindest einen in Köln/Bonn weiß ich - der kennt sicher noch jemanden).
Hier ist übrigens ein kleiner Freikampf mit Montante (hier aus Nylon, aber vom Gewicht und Dimensionen sehr nah an den Originalen). Nur als Anschauung.
Ich bin dafür, dass Gruftengel und Raven Nash ihr Meinungsverschiedenheit einfach ausfechten. Grau ist alle Theorie!
Jederzeit - wird nur räumlich schwierig, denke ich.
« Letzte Änderung: 18.07.2021 | 14:22 von Raven Nash »
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Offline Raven Nash

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Solche hitzigen Diskussionen sind meines Erachtens der Grund, weshalb Initiativemodifikatoren in D&D5 (weiterhin) eine Optionalregel sind.  ;)
Jep. Hab ich oben schon geschrieben. Ist halt eine Abstraktion. Da finde ich die einfachste Variante immer noch die beste.
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Offline ghoul

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Ich finde die Initiative-Diskussion sehr interessant und danke unseren beiden Kombattanten.  :)
Im AD&D2-Ghoulhack sind die Initiative-Faktoren abgeschafft. Ich hatte das so geregelt:

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PESA hilft!

Offline Heinzelgaenger

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Von wunderbarer Nostalgie abgesehen, stört mich an AD&D (bester Name überhaupt) heute wie damals die Klobigkeit der Regelwerke.
Ganze Kapitel konnte man auf ein paar Seiten zusammenfassen. Dummerweise hat TSRs langer Schatten den Markt derart in Dunkelheit gehüllt, dass die Mehrheit der Fantasy Rollos diesen behäbigen, waldhassenden Ansatz pflegen.
Leider gibt es immer noch nicht das ideale Simpel-D&D auf 30 Seiten.
Wobei AD&D vielleicht den besten Anfang liefert...

Offline Prisma

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Leider gibt es immer noch nicht das ideale Simpel-D&D auf 30 Seiten.
Es gibt doch sehr schlanke Derivate. M20 zum Beispiel ist im Grundspiel knapp gehalten. Auch einige OSR-Produkte wie etwa LotFP sind sehr dünn. Den Hauptteil der Texte nehmen da üblicherweise die Zaubersprüche ein.

Offline Heinzelgaenger

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Das kannte ich noch nicht, sieht auch gut aus- vielen Dank!

Offline Ma tetz

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Swords and Wizardry Continual Light gibt es bei System Matters for free zum Download, ist schlank und kann trotzdem schon recht viel abbilden.
Ihr interessiert Euch für den Schatten des Dämonefürsten? Dann kommt zur Höllenpforte (Discordserver).

Offline Heinzelgaenger

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Offline Guennarr

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AD&D 2e war mein erstes RPG. Und so toll ich die Settings fand, so sehr habe ich die Regeln gehasst. V.a. der ETW0/THAC0 hat meine Mitspieler damals wahnsinnig gemacht. Die Kitbücher gegen Ende der 2e gingen leider genau in die falsche Richtung und verkomplizierten alles noch mehr.

Heute genieße ich die Einfachheit vieler OSR-Spiele und ihrer (A)D&D-Vorlagen. Damals empfand ich viele Einschränkungen eher als Gängelung (warum darf ein Zwerg nicht Kleriker werden?). 3e war da die reinste Offenbarung, es fielen so viele Einschränkungen und so viel wurde regelseitig vereinheitlicht. Allerdings setzte mit der 3e dann das Herausforderungsgrad-Denken ein (Begegnungen müssen immer „ausgeglichen“ sein) und die Regeln dort wucherten dann auch sehr bald…


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