Aber ich bin nicht so der Freund davon, dass gegebene Begriffe umgedeutet werden.
Gegebene Begriffe werden hier nicht umgedeutet.
PvP bedeutet im Kontext P&P: Spielercharakter versus Spielercharakter.
Ich fragte in der Umfrage ob ihr
irgendeine Form von Spielercharakter versus Spielercharakter zulasst.
Ein freundschaftlicher Wettstreit ist dennoch ein Wett
streit.
Eben nur die non-toxische und oft spaßige Form von PvP.
Wer PvP als Spieler versus Spieler interpretiert. Deutet PvP im Kontext P&P um, um ein
toxisches Betragen der Spieler zu beschreiben.
Da wäre dann aber auch die Formulierung "spielt" völlig fehl am Platz.
Denn für diese Interpretation von PvP, spielt man PvP nicht, sondern PvP beginnt an dem Punkt wo das "spielen" aufhört.
Das ist eine Umdeutung des Begriffs PvP.
Denn in der allgemeingültigen Deutung ist PvP ein Begriff, der ein bestimmtes Spielkonzept beschreibt. Ein Spielkonzept im Rahmen des gespielten Spiels und nicht darüber hinaus. Verlasse ich den Rahmen des Spiels, verlasse ich auch das PvP.
Im Vergleich zum Videospiel:
Wenn ich in "League of Legends" mit meinem Champion Ashe einen gegnerischen Champion angreife, dann spiele ich PvP.
Wenn ich in "League of Legends" mit meinem Champion Ashe einen Mob aus dem Jungle oder ein Minion angreife, dann spiele ich PvE.
Wenn ich in "League of Legends" in den All-Chat irgendwelchen toxischen Shit poste, dann spiele ich kein PvP, sondern benehme mich kindisch und oder emotional.
Im P&P Kontext:
Wenn Alrik Immerda (rondragläubiger Krieger und gespielt von mir) von Cuano Flinkfinger (gespielt von Spiely Alex) bestohlen wird, denn Cuano ist Kleptomane, dann spielen Alex und ich PvP.
Wenn Alrik Immerda (rondragläubiger Krieger und gespielt von mir) von Cuano Flinkfinger (gespielt von der Spielleitung) bestohlen wird, dann spielen die Spielleitung und ich PvE.
Wenn Spiely Alex sauer auf mich ist, weil ich ihre Würfel angefasst habe und dann sagt, ich soll meine Griffel bei mir lassen, dann spielt sie mit mir kein PvP.
Und wenn Spiely Alex sauer auf mich ist, weil ich ihre Würfel angefasst habe und darauf hin Cuano meinen Alrik bestehlen will, dann spielt Alex zwar gegen mich PvP (oder versucht es zumindest), bricht dabei aber ja die 4te Wand und trennt gerade nicht zwischen Spieler-Emotion und Spielercharakter-Motivation.
PvP spielt man aus Charakter Motivation, nicht aus Spieler Motivation, im Kontext P&P. Wer die Spieler Motivation für Handlungen seines Charakters heranzieht, der bricht die 4te Wand und sein eigenes Rollenspiel (denn das stammt ja daher, das man eine Rolle spielt).
Die Umfrage sollte dazu dienen zu ermitteln wie groß der Teil der Communities ist, der selbst freundschaftliche und für die Meisten harmlose Formen von Spielercharakter versus Spielercharakter für seine Runde ausschließt.
Ich denke das wird im einführenden Beitrag klar.
Also erstmal: System matters!
Aber: people matter, too!
In DSA liefert generell erst einmal eine "Die Spielercharaktere sind die Guten in der erspielten Geschichte" Atitüde mit.
Das sieht man allein daran, dass die Charaktere im DSA Jargon "Helden" genannt werden.
Und daran ist erst einmal nichts falsches.
Schonmal den Begriff Anti-Held gehört? Helden müssen nicht zwangsläufig "integre, moralisch gute Personen" sein!
Moral ist sowieso Subjektiv.
Die Talliban betrachten sich selber als Helden des Islams!
"Held sein" ist also etwas subjektives. Mir gefällt DSA3 da besser, welches die SC "Abenteurer" nennt.
Und selbst ein moralischer Mensch kann aus dieser Moral heraus für andere unmoralisch erscheinen... aber das ist ein Deep Talk der zu weit vom Thema wegführt.
Naja, ich stelle mir die Frage, an wen die "PvP in DSA - ja oder nein?" Frage eigentlich gerichtet ist.
An den einzelnen Spieler? Dann kriegen wir eine individuelle Antwort. Meine wäre: Ich hab bei DSA/Aventurien kein Interesse an PvP!
An den Spielleiter (aka Meister)? Dann kriegen wir eine auf eine Spielrunde bezogene Antwort. Also zum Beispiel: Bei mir lasse ich kein PvP zu! (oder doch, oder die Aussage, dass man es zulässt, die Spieler aber gar kein Interesse haben, oder, oder...)
Aus der "von aussen Perspektive"? Dann kann man nur theoretisieren, ob man es zulassen sollte, oder nicht. Ob DSA (oder generell ein Rollenspiel) restriktiv sein darf, das einzuschränken, oder ob es dafür gedacht sei (meine Ansicht dazu steht oben).
Und je nach gewählter Frageart ist das eine Umfrage mit Sammlung individueller Ansichten oder eben eine Grundsatzdebatte...
Die Umfrage ist an euch sowohl als Spieler als auch als Meister gerichtet. Da mache ich keinen Unterschied, lasst ihr es "für euch" zu.
Aber bitte immer im Rahmen des Spieles bleiben.
Du schriebst:
Ich habe über die von Geron Sturmkind gemachte Definition von PvP nachgedacht, und diese bereits auf dsaforum.de mit ihm diskutiert, und komme zum Schluss, dass wenn man diese konsequent anwendet und hier mit Nein stimmt, müsste das bedeuten, dass:
1. Die Aktionen aller SCs letztendlich nicht von den einzelnen SpielerInnen sondern vom Gruppenkonsens entschieden werden.
2. Dieser Gruppenkonsens in bestimmten Situationen bewusst Nachteile für die Gruppe als Ganzes hinnimmt, nur um PvP zu vermeiden.
zu 1.: Sollte meiner Meinung nach immer die Norm sein! Gruppenkonsens sollte doch immer über dem eigenen Ego stehen. Man sollte sich stehts die Frage im Hinterkopf behalten, ob man im Rahmen des Gruppenkonsens mit seiner Figur handelt. Alles andere führt sonst zu egoistischen Übertretungen des Gruppenkonsens, die im nachhinein wahrscheinlich OT geklärt werden müssen.
zu 2.: Ja ein Gruppenkonsens muss nicht immer "gut" für die Spielfiguren sein, das hängt davon ab wie eng man im Gruppenkonsens denkt.
In den Runden die ich leite und was ich mit jedem Spieler bespreche:
Ich bespiele mit euch eine Fantasy-Welt die sehr detailreich beschrieben ist und in deren Hintergrund ich mich sehr gut auskenne. Ich schreibe die Geschichte aber nicht alleine, die Geschichte schreiben wir alle gemeinsam, im Guten wie im Schlechten, ihr könnt Einfluss auf "offizielle" Ereignisse nehmen und meinen Plot auch mal vollkommen links liegen lassen. Die Taten eurer Figur bestimmen ihre Geschichte, und dass das System sie "Held" nennt, gibt deiner Figur keinen Freifahrtsschein.
Mein Aventurien ist gefährlich und bleibt es auch, egal wieviel AP in euren Charakteren steckt, als Abenteurern stellt man sich mal mehr mal weniger freiwillig eben diesen Gefahren.
Wenn ihr zusammenwachst dann wird das Konsequenzen haben. Wenn ihr euch misstraut, dann wird das Konsequenzen haben.
In vielen Dingen geht es nicht um Richtig oder Falsch, Gut oder Böse.
Es geht um deinen Spielercharakter und du entscheidest frei, wie du seine Geschichte erzählen willst, das einzige was dir diese Freiheit zu rauben im Stande ist, sind die Würfel. Die Würfel können für dich schlecht fallen, dann ist es deine Aufgabe den Schlechten Wurf für deinen Charakter zu interpretieren. Die Würfel können für deine "Feinde" gut fallen, und das kann Konsequenzen für dich haben, bis hin zum Charakter-Tod.
Wir wollen eine spannende Geschichte erzählen, doch diese kann auch mal abrupt ein Ende finden, das Ende ist Teil einer guten Geschichte.