Mal zum Startpost:
Mir ist auch schon aufgefallen, dass Menschen ihre Position gerne mal durch das definieren, was sie ablehnen oder hassen. Das ist mir bei manchen Rollenspielautoren auch schon aufgefallen.
Ich find es völlig in Ordnung, wenn man etwas sieht, was einem nicht gefällt, und es dann versucht besser zu machen. Kann eine tolle Motivation sein. Aber öffentlich ein Feindbild aufzubauen und sich daran abzuarbeiten, um seinen eigenen Kram damit aufzuwerten, ist für mich auch eher ein Grund skeptisch bis ablehnend auf diesen Kram zu reagieren. Hab ich bisher ein paar Mal erlebt, und am Ende ist aus den entsprechenden Projekten auch wenig bis nichts geworden.
Zu Rezis:
Wenn der Rezensent seine Position bei Geschmack, Bewertungsmaßstäben und Erwartungshaltung vorher klar macht, lässt sich eine Rezi deutlich besser einschätzen. Und auch ein Verriss kann durchaus interessant (und auch sehr unterhaltsam) sein, wenn er pointiert und nicht bösartig ist.
Relevanter sind aber welche, die relativ sachlich an das Thema rangehen.
Als Autor braucht man da schon ein dickes Fell, und wer das nicht hat, dem würde ich auch dazu raten erstmal Abstand von Rezensionen zu nehmen. Ansonsten sind sie aber durchaus lehrreich. Denn auch wenn der Rezensent nur seine Frustration in Worte gießen wollte und man gerade die Zielscheibe des Tages ist, kann er möglicherweise tatsächlich auf Schwachpunkte gestoßen sein. Oder es ist halt bloß ein inhaltsloser Rant, kommt auch vor. Und positive Rezensionen kann man sich durchaus mal mental einrahmen und über den Schreibtisch hängen. Sie können eine starke Motivation sein weiterzumachen.
Zugegeben, manche negative Reaktionen sind für mich persönlich auch ein Grund weiterzumachen, ganz nach dem Thema "Wenn so einer wie du sich drüber aufregt, dann haue ich extra noch ein paar Mal in die gleiche Kerbe". Aber das ist auch eine Sache der Persönlichkeit (und vielleicht eines etwas eigenwilligen Humors).
Was Rezis allgemein angeht, habe ich Engors Blog sehr zu schätzen gelernt. Sie sind präzise, haben klare Bemessungsgrundlagen und erscheinen mir fair. Klar, als Autor ist man da nicht immer mit allem einverstanden oder legt einfach andere Schwerpunkte an, aber zumindest für mich sind seine Rezis recht on point. Und sie haben unter anderem auch dazu geführt, dass ich in späteren Publikationen Änderungen vorgenommen habe.