Korsaren der Karibik mit Ruhmreicher See-Erweiterung, alle sinnvollen Module integriert (Schatzgalleone, Schmuggelgut, Außenposten, Waffen für NSC-Schiffe, zusätzliche Waffen, neue Kapitäne, neue Ereignisse). Vier Stunden zu dritt, zwei dezidierte Piraten und ein Händler, Endstand 10-9-8 (Pirat-Pirat-Händler(ich)).
Ach ja. Leider muss ich berichten, dass ich mich von einem meiner Lieblingsspiele entliebt habe
. Mit etwas Abstand und weniger Grog betrachtet ist es unheimlich pfriemelig, und tatsächlich passiert nicht sehr viel. Sehr, sehr schade, weil ich das "Sid Meier's Pirates!"-als-Brettspiel-Feeling super finde. Aber ich kann die spielerischen Schwächen leider nicht weiter übersehen. Den Zufallsfaktor meine ich da noch nicht mal, der war ja bekannt und im Grunde auch thematisch passend, aber mittlerweile finde ich vieles von dem, was sonst noch (nicht) passiert tendenziell langweilig. Traurig.
Ich habe das nur ein mal gespielt. Da erschien es mir so, als hätte das Spiel ein ausgeprägtes Runaway Leader-Problem. An die Einzelheiten kann ich mich ansonsten nicht mehr erinnern, das ist Jahre her.
Ich habe hier ja einen Stapel Spiele mit Piratenthema. Allerdings fehlt bei den meisten der Praxistest.
Pirate Republic nimmt im Wesentlichen Mage Knight und setzt das als Piratenspiel um, schmeißt aber noch eine optionale Verrätermechanik a la Battlestar Galactica bzw. Winter der Toten in den Mix. Das hab ich solo mal angespielt, das ist schon ein Brett und insgesamt einfach unübersichtlicher konzipiert als Mage Knight. Der Spaßfaktor, wenn man sein Schiff und seine Crew verbessert und dann mal eine feindliche Festung plättet, ist aber natürlich gegeben.
Skull Tales - Full Sail ist Fluch der Karibik als Dungeon Crawler. Man erforscht gemeinsam karibische Inseln, sucht nach Schätzen, plättet britische Gardisten, untote Piraten und Krabbenmonster, und folgt nebenbei der wohl gelungenen missionsbasierten Story. Zwischendurch segelt man durch die Inselwelt, kapert nebenbei das eine oder andere Schiff, weicht Piratenjägern und Seemonstern aus und managed sein Schiff und seinen Charakter in Tortuga. Außerdem kann man Meutereien anzetteln und Kapitän an Stelle des Kapitäns werden, wodurch man Chancen auf mehr Schätze hat. Der Crawlerteil ist erzkonservativ aber wohl solide, die Seereisen aber wohl weniger gelungen. Bei dem Thema wird das aber sicherlich irgendwann mal auf den Tisch kommen.
Libertalia - Winds of Galecrest ist ein mittelgewichtiges Euro, bei dem jeder Spieler mit der gleichen Hand von Piratenkarten Schätze Aktionen programmieren muss, um Schätze zusammenzusammeln. Leichtgewichtig, könnte gut für eher zwischendurch sein (< 1h), aber das Thema ist eher angetackert.
Maracaibo ist dagegen so ein allgemeines Karibik-Management-Spiel, quasi die Heavy Euro-Variante von Korsaren der Karibik vom aktuellen Superstar unter den Euro-Designern Alexander Pfister. Hier kann man, muss aber nicht Piraterie betreiben. Man kann auch den Dschungel erforschen oder einfach Handel treiben.
Tortuga 1667 ist ein Party-Spiel, bei dem zwei Teams von französischen und englischen Freibeutern bei geheimer Teamzugehörigkeit versuchen, Schätze möglichst auf ihr eigenes Schiff zu verfrachten und Mitglieder des feindlichen Teams zu behindern. bei ungerader Spielerzahl gibt es noch nen Holländer, der gewinnt, wenn es am Ende unentschieden steht.
Zu
Forgotten Waters kann der Harry mehr sagen als ich.
Also, wer Piratenspiele spielen will, kann gerne mal vorbei kommen.
