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Autor Thema: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?  (Gelesen 3400 mal)

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Offline Jiba

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Andererseits würde ich €100 Aufpreis zahlen, wenn die Spielleiter ordentlich ausgewählt/kuratiert würden. Schlechte Spielleiter und schrottige Rundenangebote sind doch das Problem.

So was hat das Tanelorn-Treffen nie gehabt und nie gebraucht, aber für ein teureres Event könnte es ggf. von Interesse sein, bestimmte Spielleiter, die einen guten Ruf haben, vorab ins Boot zu holen und vielleicht sogar ihre Teilnahme etwas querzusubventionieren.

Kam im Nebenthread zum Thema Luxuscons auf. Und da habe ich mir direkt die Frage gestellt:

Und wie "kuratiert" man Spielleitungen im Rollenspielhobby?

Hier soll es gar nicht um die Kriterien gehen, was eine gute SL jetzt genau ausmacht und welche Kriterien da erfüllt werden müssen. Das ist in anderen Threads schon hinreichend geschehen.

Ich will nur meine Beobachtung zur Diskussion stellen: Rollenspiel ist kein Hobby bei denen eine SL-Leistung objektiv so klar bewertet werden kann wie eine sportliche Leistung oder eine Arbeitsleistung (und bei der ist es mit Objektivität ja auch nicht immer weit her). Wer wären sie denn, die "Fußballer des Jahres" für unser Hobby? Gerade weil gute Rollenspielrunden meistens ziemlich "intime" Veranstaltungen sind, wo viele Faktoren eine Rolle spielen, die sich schlecht als wiederholbar gestalten lassen. Rollenspiel ist ja nicht Theater oder Comedy oder Show, wo man eine Performance optimieren kann. Es ist sehr stark eine Stilfrage, gerade bei den aberhundert Systemen und den Dutzenden Spielstilen, die man so findet.

Und ein guter Ruf, tja... dann ist wieder die Frage bei wem? Rollenspiel-SL mit gutem Leumund und viel Expertise kenne ich schon. Aber welches Gewicht hat das denn? Man kann natürlich über Autorenrunden reden, klar, das hat evtl. Zugkraft. Aber auch da gilt: Ein Autor, der ein spannendes Spiel geschrieben hat, muss auch noch lange kein guter Spielleiter sein. Von den Autorenrunden, die ich bislang mitgespielt habe, war die Hälfte in Ordnung bis toll. Der Rest hat mich eher unbeeindruckt zurückgelassen.

Und Let's-Player? Das hätten wir die halb gescripteten Runden (und die kann man bei den beliebtesten Kanälen mit den hohen Production Values bestaunen) einerseits und die im positiven wie negativen Sinne gewöhnlichen Runden andererseits. Die alle basieren auch auf Qualitätsfaktoren, die sich nicht beliebig reproduzieren lassen.

Oder gibt es sowas wie "Rate your GM", was einen zumindest subjektiven Überblick über die deutsche SL-Landschaft bietet?

(Am Rande: Ich finde es äußerst schwierig, die mutmaßliche Leistung einer SL am Rundenaushang zu bewerten. Oder überhaupt ohne bei der SL gespielt zu haben. Wie eine Runde ist kann man überhaupt nur in der Runde selbst bewerten. Rollenspielerischer Existenzialismus: Der Spieler ist ins Spiel geworfen.)

Wie seht ihr das? Wie könnte man die oben in den Zitaten gemachten Forderungen denn erfüllen?

« Letzte Änderung: 8.01.2019 | 21:28 von Jiba »
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Offline ghoul

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #1 am: 8.01.2019 | 21:29 »
Ganz einfach, wie mit Rollenspielen auch: Kennzeichnung durch PESA-Gütesiegel!  ;D
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Offline Jiba

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #2 am: 8.01.2019 | 21:30 »
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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #3 am: 8.01.2019 | 21:39 »
Ich bin mir sicher der Untote hat mal wieder was völlig sinnloses gepostet, aber ich sehe es ja nicht mehr...

Ich glaube nicht das es wirklich möglich wäre gute Spielleitungen sinnvoll zu kennzeichnen - ich weiß nicht ob ich ein guter Spielleiter bin, aber eine klassische "führe uns an der Hand entlang der Plotschiene"-Gruppe wird mit mit nicht glücklich werden, das weiß ich.
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Offline Pyromancer

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #4 am: 8.01.2019 | 21:42 »
Die SL lebt ja immer auch von der Interaktion mit den Spielern. Das muss zusammenpassen.

Online Tegres

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #5 am: 8.01.2019 | 21:46 »
Spielleiter können und sollten offen mit ihren Stärken und Schwächen umgehen, sowie klar sagen, wie sie leiten. Dann wissen die potentiellen Mitspieler genau woran sie sind. Das benötigt natürlich eine gewisse Erfahrung, die noch nicht jeder hat, aber nach einem Dutzend Sitzungen kristallisiert sich da sicherlich ein Stil heraus.

Ich kann zum Beispiel gut NSCs darstellen, dafür sind meine Kämpfe leider eher langweilig (ich arbeite dran). Deswegen würde ich mit mir als Spielleiter lieber ein NSC-lastiges Ermittlungsabenteuer als eine kampflastige Monsterjagd spielen.

Ich war zwar noch nicht auf Cons, würde aber als Spielleiter auf einer Con versuchen, recht klar an meinen Aushang zu schreiben, was die Spieler erwartet. Dann können sie sich hinter wenigstens nicht beschweren  ~;D

Offline Derjayger

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #6 am: 8.01.2019 | 21:47 »
Bevor hier die Forenseiten voll werden: Ich lese hier zwei verschiedene Fragen heraus:
a) Wie bekommt man heraus, welche SLs bei Con-Teilnehmern für viel Spaß sorgen?
b) Welche Kriterien erfüllen gute SL im Allgemeinen?

Wenn man sich um Spielspaß bei der Con sorgt und da für Sicherheit sorgen will, ist fast nur a) relevant. Dann ist b) fast nur relevant, um jetzt gerade Spaß am Nachdenken über SL-Qualitäten zu haben.
Klar kann einem b) bei a) helfen, aber wenn man bei b) auf keinen gemeinsamen Nenner kommt, muss man nicht gleich aufgeben, weil man a) auch viel einfacher beantworten kann: Indem man die Stammgäste, die eh zur Con kommen werden, fragt.

Eine Ratingseite für SL finde ich etwas schräg, weil es eine schiefe Perspektive fördert: SLs sind Dienstleister und Spieler sind Kunden, die nicht die gleiche Verantwortung für einen gelungenen Abend haben. Wenn ein SL zwei Spieler doof findet und ihm nach lauter passivem/destruktivem Verhalten der Spieler seine Mühe zu doof wird, sollte er nicht auch noch von denen eins reingedrückt bekommen, denn am schlechten Abend waren alle drei gleichermaßen schuld.
« Letzte Änderung: 8.01.2019 | 21:52 von Derjayger »
D&D 5E Quick-Combat (Mechanik, um Kämpfe erzählerisch und schnell als Group-Check abzuhandeln)

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Offline Jiba

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #7 am: 8.01.2019 | 21:52 »
Bevor hier die Forenseiten voll werden: Ich lese hier zwei verschiedene Fragen heraus:
a) Wie bekommt man heraus, welche SLs bei Con-Teilnehmern für viel Spaß sorgen?
b) Welche Kriterien erfüllen gute SL im Allgemeinen?

(Anpassung durch mich.)

Wie im Opening-Post beschrieben... um Frage 2 soll es hier nicht gehen. Der Kontext vielleicht: Vermi hatte vorgeschlagen, dass man ja wirklich gute SL für Luxuscons buchen und bezahlen könnte. Solche SL mit einem guten Ruf. Jetzt frage ich mich, wie man die denn zu finden gedenkt.
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Online Crimson King

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #8 am: 8.01.2019 | 22:07 »
Ich würde nicht ausschließen, dass SLen, die oft auf Cons leiten oder Filme ihrer Runden ins Netz stellen, sich einen gewissen Ruf erwerben können. Der Wellentänzer hatte hier mal geschrieben, dass er mit seiner Gruppe eine solche SL für mehrere Tage gemietet hat. Davon abgesehen kann man SLen, die man selbst kennt, für bestimmte Runden auch empfehlen. Ansonsten würden solche Einladungen auf Cons wohl eher Autorenrunden betreffen.

Davon abgesehen gilt, was der Pyromancer sagt: es reicht nicht, einen SL zu haben, der sein Handwerk versteht. Es muss auch sowohl menschlich als auch spielerisch passen.
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
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Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #9 am: 8.01.2019 | 22:11 »
Wie seht ihr das? Wie könnte man die oben in den Zitaten gemachten Forderungen denn erfüllen?
Nein. Diese (An)Forderung kann kein SL erfüllen. Denn ein SL muss immer auch zur Runde passen und vice versa. Nur weil Runde A sagt, "ey, wir haben einen super SL" , muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass eben jener SL auch bei Runde B als sehr guter SL empfunden oder wahrgenommen wird. Dafür gibt es viel zu viele verschiedene Spielstile, Systemvorlieben-oder Abneigungen und wohl auch Abenteuerschwerpunkte. Da sind einfach so viele unbekannte und unberechenbare Faktoren drin, dass das schlichtweg einfach nicht möglich ist.

Und zum Thema 'Einen SL verpflichten der objektiv einen guten Ruf hat': Selbst das kann in die Hose gehen bzw. nicht funktionieren. Bestes Beispiel dafür ist eine Convention, auf der ich in den letzten Jahren regelmäßig zugegen war. Dort hat spät abends ein SL noch eine Cthulhu-Runde angeboten. Ein Teil der Spieler aus jener Runde hatte einige Zeit zuvor in meiner Runde mitgespielt, die ich angeboten hatte. Diese Spieler baten, nein sie beknieten mich regelrecht, doch da mitzuspielen, denn ihnen würde noch 1 Spieler fehlen. Und das wäre ja Cthulhu bei SL XYZ...und der wäre ja...(es begann eine Lobhudelei auf jenen SL, das ich mir dachte, das müsse auch einer von den großen Alten sein, solche Lobgesänge wie auf den da abgegeben wurden...). Ich wunderte mich damals schon ein bisschen, weil ich durchaus einige der SLs kannte, die auf den mir bekannten Conventions so zugegen waren-aber der Name war mir noch nie aufgefallen. Naja, und dann begann das Grauen (im negativen Sinne). Der SL hat das Abenteuer "Tod an Bord" geleitet...und es war einfach nur grauenvoll. (Will ich an dieser Stelle nicht näher drauf eingehen, denn das habe ich hier schon mal irgendwann detailiert zum Besten gegeben). Von daher: Nur weil viele Spieler von einem SL behaupten, dass dieser gut oder sehr gut wäre, ist das nicht immer zutreffend. Vor allen Dingen gibt es keinen SL, der mit allen Spielern kompatibel ist. Es wird immer irgendwo einen Spieler geben, der mit dem SL nicht zu Recht kommt. Und der dem SL dann 0 Sterne gibt, während andere ihm die Höchstpunktzahl geben. Und dass eine SL-Leistung objektiv genau so wenig bewertbar ist, wie eine Spielerleistung ->das Thema hatten wir schon. Ich finde es übrigens gut, dass es für unser Hobby keine objektiven sondern nur persönliche Maßstäbe gibt.
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Offline HEXer

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #10 am: 8.01.2019 | 22:15 »
Ich halte das - pardon my French - für eine ziemlich unsinnige Idee.

Begründung:
- die Wünsche der Spieler an ein Spiel/SL/Runde können extrem heterogen sein
- die Genannten Aspekte sind miteinander untrennbar verschränkt
- Hinzu kommen Tagesform und und und.

Es geht eben einfach nicht pauschal. Punkt. Da hilft nur auf Cons gehen, Spielleiter ausprobieren. Ich habe einen Spielleiter auf ner Con kennen gelernt, bei dem ich jederzeit sogar My little Pony spielen würde. Aber für euch kann der schon wieder nur durchschnitt sein. Macht euch selber einen Eindruck oder aber hört auf das, was Leute mit ähnlichen Präferenzen wie ihr euch raten. Und auch das kann mal klappen und mal nicht.
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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #11 am: 8.01.2019 | 22:45 »
Spielleiter können und sollten offen mit ihren Stärken und Schwächen umgehen, sowie klar sagen, wie sie leiten. Dann wissen die potentiellen Mitspieler genau woran sie sind. Das benötigt natürlich eine gewisse Erfahrung, die noch nicht jeder hat, aber nach einem Dutzend Sitzungen kristallisiert sich da sicherlich ein Stil heraus.

Ich glaube, das ist all zu optimistisch. Nur weil Leute einen Stil haben, können sie den noch lange nicht anderen auch begreiflich machen. Ich hab nach vielen Jahren immer noch oder vielleicht umso mehr Probleme damit.

Eines der Probleme ist, dass die Gegenstände gar nicht klar sind; dass also keine Checkliste die Sache gut erfasst. Zum Beispiel macht der Pyromancer manchmal so politische Sachen, wo man als Gremium irgendwelche Entscheidungen trifft. Das ist cool. Ob das verständlich ist, musst du entscheiden. Immerhin ist es noch eine klar fassbare Tätigkeit. Ich schätze auch andere Leute hier sehr, nur wirken deren Qualitäten, wenn ich versuche sie zu beschreiben, noch viel nebulöser. Also Bad Horse macht so Dinge, die  wirken erst mal abseitig, funktionieren dann aber gut. Hilft wahrscheinlich wenig. Und ich weiß nicht, wie ichs besser sagen kann.

Manchmal geht's auch voll schief. Also so eine Runden-Ausschreibung hat so alle Schlagwörter, die dir gefallen und du merkst dann doch, dass irgendwas nicht passt.

Offline YY

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #12 am: 8.01.2019 | 23:03 »
Davon abgesehen kann man SLen, die man selbst kennt, für bestimmte Runden auch empfehlen.

Das, mit allen Einzelteilen.

Wenn ich einen SL persönlich kenne, kann ich ihn für mich bewerten. Und wenn ich einen Spieler persönlich kenne, der mit mir ausreichend auf einer Linie liegt, kann ich zu dem auch sagen: Eine Gruppe aus uns ähnlichen Spielern hat bei diesem SL höchstwahrscheinlich ihren Spaß.

Alles Weitere ist dann eine Frage, wie erfolgreich man bei der Einschätzung anderer Spieler ist bzw. wie genau man es nimmt. Das kann bei enger Auslegung auch noch über 1-2 Ecken funktionieren, aber irgendwann wird das zwingend zu unscharf, um eine zuverlässige Aussage zu ermöglichen.

Im kleinen Kreis funktioniert das, aber einander fremde SLs und Spieler lassen sich in dieser Form nur erfolgreich im Con-Rahmen zusammenbringen, wenn ein entsprechend enger Fokus gegeben ist (womit wir beim anderen aktuellen Con-Thema wären ;)).
Auf einem breit angelegten Con sind auch ausufernde Beschreibungen nicht mehr tauglich, weil jede "Strömung" diese leicht zu unterschiedlich interpretiert.

Und den menschlichen und spielerischen Faktor bekommt man sowieso nur mit persönlicher Bekanntschaft irgendwie abgedeckt.
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Offline KhornedBeef

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #13 am: 9.01.2019 | 00:17 »
Provokant gefragt : wofür brauchst du denn auch gleich eine anerkannt gute SL??

Ich meine, das bereits Gesagte läuft darauf hinaus, dass eine gute SL auch passen muss. Um von den Gruppen und anderen Faktoren unabhängig gut zu sein, müsste sie diese also lesen und sich nahtlos an das Vorgefundene anpassen können. Quasi eine RL-Mary Sue. Schwierig..

Man könnte stattdessen aber auch fragen, was soll die Person denn bieten, was ist das wichtigste? Didaktisch klug Grundregeln vermitteln, um das System für sich sprechen zu lassen? Anschauliche Beispiele bereit haben, um Laien schnell in den Spielablauf zu ziehen? Eine tolle Erzähltante sein? Lebhafte In-character Gespräche führen können, um emotionales Engagement aus Leuten zu kitzeln? Eine spannende Handlung ermöglichen, die die Spieler nachher noch bei einem Glas Met diskutieren? Was ist das wichtigste Ziel, dass den Abend gelingen lässt?
Und mit den konkreten Anforderungen geht man dann auf die Suche. Nicht Jesus Christus Super-SL, sondern nach bestimmten Talenten, die man auch besser erfragen kann.
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Offline Luxferre

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #14 am: 9.01.2019 | 07:04 »
Und wie "kuratiert" man Spielleitungen im Rollenspielhobby?

Das beantwortest Du ja mit Deiner Beobachtung bereits selbst:

Zitat
Rollenspiel ist kein Hobby bei denen eine SL-Leistung objektiv so klar bewertet werden kann wie eine sportliche Leistung oder eine Arbeitsleistung (und bei der ist es mit Objektivität ja auch nicht immer weit her). Wer wären sie denn, die "Fußballer des Jahres" für unser Hobby? Gerade weil gute Rollenspielrunden meistens ziemlich "intime" Veranstaltungen sind, wo viele Faktoren eine Rolle spielen, die sich schlecht als wiederholbar gestalten lassen. Rollenspiel ist ja nicht Theater oder Comedy oder Show, wo man eine Performance optimieren kann. Es ist sehr stark eine Stilfrage, gerade bei den aberhundert Systemen und den Dutzenden Spielstilen, die man so findet.

Fast richtig. Sportliche Leistung im Wettkampf kann nur über erzielte Zeiten, Weiten oder ähnliche Ergebnisse bewertet werden. Sport-Unterricht jedoch ist da wieder etwas ganz Anderes. Hier zählen auch Teamgeist, Spirit, Motivation, Leistungsverbesserung /-entwicklung, sowie angeeignetes Fachwissen abseits von körperlichen Höchstleistungen.
Und so ähnlich nehme ich auch SL-"Leistung" wahr.
Natürlich gibt es auch objektiv bewertbare Faktoren, wie Erzälweise, Spannungsbögen, Vorbereitung, Systemkenntnis, logische Abläufe, etc pp.
Aber eben sehr viele weiche Faktoren, die immer zum Tragen kommen, sobald Menschen zusammenkommen.

Zitat
Und ein guter Ruf, tja...

Darauf kannste nix geben, dazu gleich mehr ...

Zitat
Wie seht ihr das? Wie könnte man die oben in den Zitaten gemachten Forderungen denn erfüllen?

Kann man nicht.


Ganz einfach, wie mit Rollenspielen auch: Kennzeichnung durch PESA-Gütesiegel!  ;D

Kommen wir also zu meinen "später" von oben ...
Diese PESA-Leute zum Beispiel schaffen es, durch ihren penetranten, besserspiel-Attitüden Auftritt im Netz, ihrer pseudo-intellektuell gestelzten Sprache und ihrer zutiefst verstörenden Fanbase jegliche Sympathie für ihre "Mission" schlechterdings ins vollkommende Gegenteil zu verkehren.
Somit kann dieser "Ruf" auch bei teilweise inhaltlich spannenden, interessanten oder auch nachvollziehbaren Themen (oder im SL-Hinblick: tollem Handwerk, guten Geschichten und umfassenden Regelkenntnissen) einfach mal "holotisch, taxativ und in toto" ruiniert sein.
Für mich sind einige Vertreter dieser Gattung schlicht polemisch-proletische Plagegeister, oder auch -in netter formuliert- Parvenüs.

Denn ein guter Ruf ist erstmal nichts wert, wenn dann ein objektiv souveräner und guter D&D-SL seine erste FATE-Runde verkackt.

In einem ausführlicheren Gespräch mit Wellentänzer haben wir uns über hierzuforum hochgelobte SL (und einige davon loben sich ja gern mal selbst  8] ) unterhalten und festgestellt, dass diese Jungs auch nur mit Wasser kochen. Spätestens, wenn man diese Personen mal etwas genauer liest, fallen einem ganz sicher viele Argumente auf, die für den eigenen Stil eben nicht mit "gut" zu bewerten wären.


Ouroboros sagt: Rollenspiel ist kein Hobby bei dem eine SL-Leistung objektiv ... klar bewertet werden kann -Punkt-
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Offline Issi

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #15 am: 9.01.2019 | 07:46 »
Erstmal..ich habe von Cons wenig Ahnung und nur sehr wenig Erfahrung. Doch die wenige, die ich habe, sagt mir,wenn es ein Kriterium gibt, dann Folgendes: Beliebte Spielleiter sind idR.  innerhalb kurzer Zeit ausgebucht.


Oder ganz einfach: Wenn die Leute Spaß hatten, kommen sie gerne wieder.

Von objektiven Leistungsbewertungen würde ich absehen, auch wenn es da sicher  Unterschiede oder Kriterien gibt.
Sowas wie "Feedback Listen zur Leistungsermittlung "oder Ähnliches, würden viele Leute vermutlich nur abschrecken. Schliesslich ist es ein Spiel. Es geht letzten Endes nur um Spaß.

Edit.
Ich würde da deshalb eher auf persönliche Erfahrung bzw. Empfehlungen bauen.
A la "da hat es mir viel Spaß gemacht" oder " bei dieser oder jener SL würde ich gerne wieder spielen. "

Genauso könnte man vermutlich SL fragen, mit welchen Spielern sie gerne spielen. Das ist ja kein einseitiges Ding.

Eine "PESA Studie" wird hoffentlich nie eingeführt. ~;D
« Letzte Änderung: 9.01.2019 | 08:17 von Issi »

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #16 am: 9.01.2019 | 08:15 »
Es gibt genre- oder spielstilspezifisch schon einige Kriterien. Das PESA Gütesiegel wäre wohl für Leute, die einen herausforderungsorientierten Spielstil wollen, ein möglicher Qualitäts-Indikator. Man müsste das nun analog zu anderen Spielstilen runterbrechen ...

In der Praxis läuft es doch aber so, dass man auf die Empfehlung von Leuten hört, die so ähnlich spielen wie man selbst. Ist wohl ähnlich wie bei Bandempfehlungen bezüglich Musik. Da funnktioniert es ja auch nicht, wenn ich meinen Hip-Hop Kumpel nach der besten Metal-Scheibe von 2018 frage ... da Frage ich halt den Metal-Kumpel oder erkundige mich in genrespezifischen Foren -dafür ist unser Hobby aber eher zu klein.

Mich würde z. B. die Spielleitung durch Autoren interessieren, die in meinen Augen gute Abenteuer geschrieben haben oder von Leute die eng in einem entsprechenden Dunstkreis unterwegs sind.

Wenn ich jetzt Vampire-Fan wäre, fände ich dahingehend eine Runde von Teylen interessant - keine Ahnung ob sie leitet.



 

Offline Issi

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #17 am: 9.01.2019 | 08:36 »
Es gibt genre- oder spielstilspezifisch schon einige Kriterien. Das PESA Gütesiegel wäre wohl für Leute, die einen herausforderungsorientierten Spielstil wollen, ein möglicher Qualitäts-Indikator. Man müsste das nun analog zu anderen Spielstilen runterbrechen ...

In der Praxis läuft es doch aber so, dass man auf die Empfehlung von Leuten hört, die so ähnlich spielen wie man selbst. Ist wohl ähnlich wie bei Bandempfehlungen bezüglich Musik. Da funnktioniert es ja auch nicht, wenn ich meinen Hip-Hop Kumpel nach der besten Metal-Scheibe von 2018 frage ... da Frage ich halt den Metal-Kumpel oder erkundige mich in genrespezifischen Foren -dafür ist unser Hobby aber eher zu klein.

Mich würde z. B. die Spielleitung durch Autoren interessieren, die in meinen Augen gute Abenteuer geschrieben haben oder von Leute die eng in einem entsprechenden Dunstkreis unterwegs sind.
Zu Autoren und Experten. Das erhöht sicher die Chance, ist aber auch kein Garant.
Es gibt sicher Leute, die kennen sich gut aus, oder stricken interessante Geschichten, aber wie sie das dann vor Leuten am Tisch rüber bringen, mit Charakterdarstellung, auf Spieler eingehen, sie abholen usw. ist eine andere Sache.

Lieber vorher schon mal bei deinem Luxus Spielleiter Probe spielen, würde ich empfehlen.
 :D

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #18 am: 9.01.2019 | 08:48 »
@Luxferre: +1 zu deinem letzten Satz.

Allerdings sehe ich durchaus noch eine Möglichkeit, gute SL unter bestimmten Voraussetzungen zu filtern. Ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht und versuche mal einen Ansatz. Das ist alles noch nicht zu Ende gedacht, vielleicht machen wir hierzu noch einen neuen Faden auf, wenn es viele Reaktionen dazu gibt.

Empfehlungs- und Referenzmarketing für SL und Spielgruppen

Natürlich klingt das erstmal völlig hochgestochen für unser popeliges Nerdhobby. Dennoch kann man beide Marketinginstrumente meiner Meinung nach durchaus analog anwenden. Was man idealerweise dazu braucht, ist ein zunächst überschaubares Netzwerk mit einer gewissen Vertrauensbasis. Zumindest einige Leute hier im Tanelorn kennen sich persönlich mindestens aber von guter Forenkommunikation (fruchtbare Diskussionen z. b.), was ein großer Vorteil ist. Natürlich gilt das nicht für alle, aber mit diesem Teilnetzwerk könnte man beginnen, vielleicht sind das am Ende 30 - 50 Leute oder so, was eine gute Anzahl wäre. Voraussetzung ist, dass diese Leute eine Art von Grundvertrauen zueinander haben und ihre persönlichen Beziehungen nicht über die geschäftlichen (auf unseren Hobbybereich bezogen) stellen. Letzteres wäre dann im Ergebnis schlechte Vetternwirtschaft.
Im Grunde ist Empfehlungs- und Referenzmarketing etwas, was seit Jahrhunderten funktioniert, wennauch selten ganz bewusst gelebt wird - ein gutes Beispiel ist nämlich der klassische Schützenverein.

Nun bringt man diese Leute zusammen und sie beginnen mit einem, ich nenne es mal: qualifizierten Empfehlungs- und Referenzmanagement. Ich fasse mal die Punkte zusammen, die ich mir darunter vorstelle:

  • Ein Gesuch muss gut dargestellt werden und für alle sichtbar (z. b. einem schwarzen Brett) dargestellt sein. Das Gesuch könnte sein: "Wir suchen einen regelfesten FATE-SL, der im Setting "Dresden Files" zu Hause ist, gut auf die Spieler eingehen kann und keine Angst vor schlechten Flachwitzen in der Gruppe hat"1Wichtig an dem Gesuch ist die möglichst kurze, aber prägnante Formulierung. "Wir suchen einen guten SL" ist ein schlechtes Gesuch!
    Das Gesuch muss einen Kontakt enthalten.
  • Es erfolgt eine Empfehlung. Die Empfehlung muss von jemandem aus dem Empfehlungsnetzwerk kommen, der persönlich dafür gerade steht. Der darf also schon mal nicht anonym sein. Diese Empfehlung sollte kurz und knackig sein. Diese Empfehlung muss auch für alle sichtbar sein. Außerdem muss die Empfehlung einen konkreten Kontakt beinhalten (emailadresse, Telefonnummer oder sonstiges)
  • Die empfohlene SL gibt ein Feedback an die empfehlende Person (und zwar zweifach: einmal nach erfolgreichem Kontakt und im positiven Fall erneut nach erfolgter Spielrunde). Auch dieses Feedback sollte qualifiziert sein, damit die empfehlende Person im Idealfall beim nächsten Mal noch konkreter/besser empfehlen kann. Wichtig dabei ist auch, dass die empfohlene SL etwas zu der Gruppe sagt.2
    Zur Erinnerung: Die empfohlene Spielleitung kann, muss aber nicht Teil des Netzwerkes sein. Aber es muss eine überprüfbare Person sein (also keine Anonymität). Dies kann zum Beispiel Sinn machen, wenn unter den SL im Netzwerk kein Kandidat für das konkrete Gesuch vorhanden ist. Natürlich empfiehlt man vorrangig jemanden Bekanntes aus dem Netzwerk, aber wenn niemand aus dem Netzwerk dieses Gesuch abdecken kann, empfiehlt man jemanden außerhalb davon. Auch hier ist die Empfehlung natürlich für alle sichtbar.
  • Referenzen müssen für das Netzwerk ebenfalls sichtbar sein, es müsste also bei jeder SL eine Liste geben von Referenzgruppen. Auch diese Gruppen dürfen natürlich nicht anonym sein, sie müssen auch ansprechbar sein für andere Gruppen und SL (es braucht also einen Kontakt). Als sehr wichtig in unserem Hobby schätze ich dabei Referenzzitate ein, also eine kurze Beschreibung, dass die SL gut ist und vor allem warum mit direkter Verbindung zu der schreibenden Gruppe. Zusätzlich können Spielberichte (von der Gruppe oder einem Gruppenmitglied), Videomitschnitte etc. als Referenzen dienen (diese müssten dann aber kurz sein oder ausschnittsweise darstellbar)
  • Vorstellungsrunde: Innerhalb des Netzwerkes kann sich jede Spielleitung vorstellen und zwar möglichst kurz und knackig. Es müsste also eine Wortobergrenze festgelegt werden, die bewusst knapp ist. Aus dem Bauch heraus: 200 Zeichen oder so. Hier sollen eigene Stärken herausgestellt werden. Dies ist natürlich auch für alle im Netzwerk irgendwo sichtbar dargestellt.

Warum funktioniert das?
Zumindest im Reallife kenne ich beides und habe beides in einem Unternehmernetzwerk (auf kleinerer bis größerer Mittelstandsebene) betrieben. Es funktioniert grundsätzlich dadurch, dass durch die Verantwortung für die eigene Empfehlung (des Empfehlers) und die eigene Leistung (des empfohlenen) eine Art doppelte Vertrauensabsicherung erfolgt. Anders gesagt: Wenn ich jemanden empfehle, der einen guten Job macht, war meine Empfehlung etwas Wert (in einem Unternehmernetzwerk meistens auch messbar in Euro) und die Leute im Netzwerk vertrauen mehr auf meine Empfehlungen. Wenn ich jemanden empfehle, der einen schlechten Job macht, dann war meine Empfehlung schlecht und die Leute im Netzwerk könnten - zumindest bei mehrfachen Griffen ins Klo - Vertrauen verlieren. Dadurch, dass das alles für alle sichtbar ist, sollte es zu wenigen schlechten Empfehlungen kommen. Natürlich kann das immer mal passieren, aber aufgrund der fehlenden Anonymität schadet man sich mit einer Empfehlung, die schlecht ausgeht, am meisten selbst. Wenn ich also meinen Bruder für einen lukrativen Job empfehle, zugleich also weiß, dass er eigentlich nicht geeignet ist, schieße ich mir ins Knie.
Wichtig dabei ist zu beachten, dass ich Leute empfehle, die auch in der Lage sind, ein qualitatives Feedback zu geben. Denn so erhöhe ich den Wert meiner Empfehlung.

Was sind mögliche Probleme?
Wie oben gesagt: Klüngel lässt sich möglicherweise nicht gänzlich ausschalten, aber minimieren durch gutes Feedback. Wenn sich zwei-drei Typen die ganze Zeit gegenseitig empfehlen, ohne dass a) überhaupt ein Ergebnis (=Runde) zustande kommt oder b) kein positives Feedback zu der entstandenen Runde kommt, dann weiß das Netzwerk, dass was mit diesen Typen faul ist.
Zumindest aus dem RL kann ich über unser damaliges Netzwerk sagen, dass man die faulen Eier verdammt schnell auf dem Schirm hatte und diese - oh Wunder - auch nicht lange in dem Netzwerk waren. Diejenigen, die lange drin sind, sind eigentlich immer die, die authentisch sind - was nicht besonders überraschend ist, denn sie empfehlen keinen, von dem sie nicht 100% überzeugt sind.

1 Ja, wir reden von Blechi  ~;D

2 Das ist etwas, was bei fast allen Diskussionen zu dem Punkt zu kurz kommt. Ja, auch Gruppen könnten superdupertoll und die verkacktesten Arschlöcher sein. Okay, das sind jetzt die krassen Auswüchse. Ich könnte mir sowas vorstellen wie: "Die Gruppe besteht zu 100% aus Regelbaronen"; "in der Gruppe sind vor allem Methodactor und Storyteller vertreten"; "da gab es nichts zu Essen"; "die kamen zwei Stunden später und waren völlig besoffen" ist ja möglicherweise schon hilfreich.


Wenn man das aufzieht, ist es also ein ordentliches Projekt.  ;D
ehrenamtlicher Dienstleistungsrollenspieler

Mein größenwahnsinniges Projekt - Eine DSA-Großkampagne mit einem Haufen alter Abenteuer bis zur Borbaradkampagne:
http://www.tanelorn.net/index.php?topic=91369.msg1896523#msg1896523

Ich habe die G7 in 10 Stunden geleitet! Ich habe Zeugen dafür!

Offline HEXer

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #19 am: 9.01.2019 | 09:58 »
Vergesst bitte nicht, dass es zwei entscheidende Unterschiede zwischen dem, was ansonsten auf ähnliche Art Bewertet wird, und dem Spielleitern gibt:

1) Wir haben direkten, persönlichen Kontakt zu den Betroffenen
2) Diese Leute tun das als Hobby!

Zitat von: Wikipedia
Ein Hobby (deutscher Plural: Hobbys) ist eine Freizeitbeschäftigung, die der Ausübende freiwillig und regelmäßig betreibt, die dem eigenen Vergnügen oder der Entspannung dient und zum eigenen Selbstbild beiträgt, also einen Teil seiner Identität darstellt.
(Hervorhebung von mir)

Zur Entspannung also. Zum Spaß. Man hat doch wirklich schon genug Leistungsdruck in allen anderen Bereichen. Eine solche Bewertung in diesem Bereich muss ja fast schon persönlich genommen werden. Das halte ich für mehr als grenzwertig. Vom Thema Datenschutz möchte ich gar nicht erst anfangen.

Und was kommt auch dabei rum? Wir tauschen einen, vielleicht zwei Abende suboptimales Spielen gegen eine fortlaufende öffentliche Beobachtung, Bewertung und Druck für Spielleiter?
Und was passiert dann mit SLs, die nicht öffentlich bewertet werden? Sind die dann nicht automatisch suspekt? Was passiert mit schlechten Bewertungen? Stehe ich da unter einem Rechtfertigungsdruck? Muss ich plötzlich an meinem Image arbeiten?

Ich leite mit einem gewissen Anspruch, aber ich möchte ganz sicher keine öffentliche Begutachtung meiner Spielleiterqualitäten (zumal die ja völlig subjektiv empfunden werden). Wenn so was aufkommt, leite ich nur noch für gute (!) Freunde und ansonsten nichts mehr! Da bin ich raus wie Burt...



Ganz ehrlich: Probiert doch einfach aus, und wenns euch nicht gefällt geht ihr wieder. Wo ist denn das Problem? Braucht ihr so einen Bewertungscharakter wirklich? Ist es für euch so schlimm, vielleicht mal was auszuprobieren, das sich hinterher als nicht so gut rausstellt? Rechtfertigt das Ziel auch die negativen Folgen, die solch ein Vorgehen nach sich zieht? Warum nicht einfach nach einer weniger gelungenen Runde dem SL/der Gruppe ein direktes Feedback geben? Im Idealfall gemeinsam dran arbeiten, dass die Runde besser wird. Aber doch nicht eine Bewertungsmaschine im Internet!

Man kann die Idee sicher mal theoretisch diskutieren. Aber man muss in diesem Fall zu dem Schluss kommen, dass selbst wenn man es tun könnte, man es aufgrund der negativen Konsequenzen nicht tun sollte...
« Letzte Änderung: 9.01.2019 | 10:06 von HEXer »
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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #20 am: 9.01.2019 | 10:20 »
Vergesst bitte nicht, dass es zwei entscheidende Unterschiede zwischen dem, was ansonsten auf ähnliche Art Bewertet wird, und dem Spielleitern gibt:

1) Wir haben direkten, persönlichen Kontakt zu den Betroffenen
2) Diese Leute tun das als Hobby!
(Hervorhebung von mir)
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Bewertungen öffentlich?
Würde ich nicht empfehlen.

Offline Greifenklaue

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #21 am: 9.01.2019 | 10:49 »
Die SL lebt ja immer auch von der Interaktion mit den Spielern. Das muss zusammenpassen.
Denk ich auch.

Gerade auch der Stil und die Erwartungen sollten kompatibel sein.

Ich hab gestern Nacht u.a. Thomas Finn leidenschaftlich diskutieren sehen und von seinen Mitspielern hochgelobt, trotzdem wäre ich vermutlich nicht der richtige Spieler für ihn und mir würde sein gerailrode auf den Keks gehen.
"In den letzten zehn Jahren hat sich unser Territorium halbiert, mehr als zwanzig Siedlungen sind der Verderbnis anheim gefallen, doch nun steht eine neue Generation Grenzer vor mir. Diesmal schlagen wir zurück und holen uns wieder, was unseres ist.
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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #22 am: 9.01.2019 | 10:51 »
Ich halte das - pardon my French - für eine ziemlich unsinnige Idee.

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Dem stimme ich zu.
Abgesehen von dem gesagten, das ich mal, um Platz zu sparen, in den Spoilertag gelegt habe, halte ich das Bedürfnis nach solchen Garantien für falsch und eigentlich auch für dumm.
Und in der letzten Zeit geht mir diese persönlich gemachte Wahrnehmung ziemlich auf die Nerven.
"Ich will aber meinen Unterhaltungswert garantiert bekommen, sonst mache ich gar nicht erst mit."
So funktioniert das Leben leider nicht.

Um Herauszufinden, was für einen gut oder weniger gut funktioniert, helfen nur erlebte Erfahrungen.
Und dazu gehören auch 'negative' Erlebnisse (negative Erfahrung gibt es ja nicht).
Mit den Erfahrungen kommt man dann zum einen zu der Erkenntnis, wie die eigenen Bedürfnisse aussehen - denn das weiß man in der Regel erst mal gar nicht.
Und dann kommt die Erfahrung, wie und mit wem man Erlebnisse so gestalten kann, dass die eigenen Bedürfnisse erfüllt werden.
Und vielleicht auch noch auf die Erfahrung, auf wessen Empfehlungen ("spiele mal dies und jenes oder mit demjenigen") man hören kann.

Ein paar persönliche "früher war alles anders" Anmerkungen:

Ich werde dieses Jahr 50 Jahre - bin damit ein echt alter Sack...
Und so langsam stellt sich auch die Wahrnehmung ein, dass man im Alter immer vorsichtiger und pessimistischer an Dinge heran geht, eben weil man oft genug aufs Gesicht gefallen ist
und das in Zukunft vermeiden will. Und ausserdem nimmt man Freizeit Nutzung anders wahr - Zeit wird einem immer kostbarer.
Aber...
... ich werde trotzdem nie verstehen, warum die Menschen inzwischen nicht mehr ohne Garantien, ohne Rückversicherung auch nur aus dem Bett aufstehen wollen.
Das soll natürlich keine Unterstellung sein, und natürlich ist die Darstellung stark übertrieben.
Trotzdem nehme ich langsam wahr, dass immer mehr Rückversicherungen eingefordert werden. Ohne Garantie geht bald gar nichts mehr.
"Ich möchte nicht enttäuscht werden" ist so das allgemeine Credo.
Dementgegen steht "no risk no fun". Die großartigsten Runden hatte ich bei Leuten, die ich nicht kannte und mit Systemen, die ich nie zu vor gespielt/gelesen hab.
Wenn ich nicht bereit bin, auch mal eine Enttäuschung einzugehen, werde ich auch nie positiv überrascht werden.

Vielleicht ticke ich da anders - immerhin hab ich mit Mitte 20 auch mehrere Reisen ganz alleine nach Kalifornien, Kanada oder nach London gemacht und hab mich dort wochenlang in der Fremde umgeschaut.
...und habe ganz fremde Menschen kennengelernt. Auch da war die Option auf negative Erlebnisse da.
Geht es mir alleine so und ist das nur eine Filterblase der Wahrnehmung?
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Offline YY

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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #23 am: 9.01.2019 | 11:04 »
Trotzdem nehme ich langsam wahr, dass immer mehr Rückversicherungen eingefordert werden. Ohne Garantie geht bald gar nichts mehr.
"Ich möchte nicht enttäuscht werden" ist so das allgemeine Credo.

Um das mal auf die Ebene runterzubrechen, um die es hier geht:

Im örtlichen Spieletreff oder auf einem lokalen Con setze ich mich fast überall dazu, kein Thema.
Aber ich fahre nicht 400 km durch die Republik, wenn die ernsthafte Möglichkeit besteht, dass ich dort einen Tag gar keine Runde habe und am anderen Tag ein System spielen "muss", das mir bekanntermaßen nicht gefällt - dafür ist mir meine Zeit zu schade.
Da schaue ich dann schon, dass ich das minimiert kriege, indem ich Runden vorher plane, Mitspieler mitnehme etc. pp.  Und wenn die erste(n) Runde(n) gut gelaufen sind, sage ich auch eher mal: Ok, bei der letzten probiere ich mal was Neues - angenehm im Altbekannten war ich ja schon unterwegs.


Bei einem Luxuscon gilt das natürlich um so mehr, weil die Kosten höher sind.
Natürlich ist das insofern unfair dem eigentlichen Con-Betrieb gegenüber, weil ich ja nicht für die Spielrunden mehr zahle, sondern für das ganze Drumherum. Aber das Erlebnis steht und fällt mit den Spielrunden und da kann ich schon nachvollziehen, dass jemand nicht mehrere hundert Euro zahlen will, um sich dann in der DSA-Ursuppe das Gehirn aus dem Schädel zu langweilen.
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
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Re: [Empfehlt mir] Gute Spielleiter... aber wie denn?!?
« Antwort #24 am: 9.01.2019 | 11:04 »
Vor der Implikation einer öffentlichen SL-Bewertung gruselt es mich auch. Ich meine: Wo soll denn das hinführen?

Ich war auch mal Nur-Spieler. Dann bin ich in die SL (damals noch: Meister ^^)-Rolle geschlüpft und habe ausprobiert. Fehler gemacht. Runden an die Wand gefahren. Doofe Entscheidungen getroffne. In Fallen getappt - sozial sowie gamistische. Und ich habe daraus gelernt.
Mein Anspruch ist auch nach 15 Jahren: Ich will mehr lernen und besser werden. Aber das ist ein intrinsischer Anspruch. Eine Bewertung würde bei mir das Gegenteil bewirken: Das Gefühl, unter Druck gesetzt zu werden und einer Anspruchshaltung zu genügen. Und da bin ich bei Boba: Diese Anspruchshaltung würde ich dann aber auch wieder auf die Spieler umdrehen, denn mit welchen Recht sollte die einseitig sein?
Und ich glaube das wäre langfristig Gift fürs Hobby.
Ich würde unter solchen Bedingungen vmtl. nicht mehr auf dem Treffen leiten zum Beispiel.

Aber das Erlebnis steht und fällt mit den Spielrunden und da kann ich schon nachvollziehen, dass jemand nicht mehrere hundert Euro zahlen will, um sich dann in der DSA-Ursuppe das Gehirn aus dem Schädel zu langweilen.

Aber da ist doch die Frage, ob ich mir das Risiko leisten kann! Auf das Grosse fahren sicher auch Einige, die sich die Hundert Euro + Hinfahrtskosten regelrecht absparen und dort auch enttäuscht werden könnten. Warum sollten die dann nicht dieselben Ansprüche stellen dürfen? Nur weil man sich mehr leisten kann dann darauf zu pochen dass man mehr Leistung bekommt?

Puuh. Ich weiß nicht, damit wird mir diese Luxustreffen-Diskussion irgndwie deutlich unsympatischer  :-\
« Letzte Änderung: 9.01.2019 | 11:09 von First Orko »
It's repetitive.
And redundant.

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