Autor Thema: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?  (Gelesen 5767 mal)

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #25 am: 22.12.2021 | 19:12 »
Entwicklung ist da ggf. etwas unscharf: dass einige Spiele technisch anders sind als oD&D - klar.
Dass es da einen technischen Fortschritt gegeben hätte...da wirds dagegen schon ziemlich wacklig.

Was "Fortschritt" ist und was nicht, ist ja auch schon wieder ein Werturteil und damit zwangsläufig mindestens ein Stück weit subjektiv. Wem ein neueres System (und/oder die mit ihm verbundenen Themen) schlicht besser gefällt als oD&D, der wird sich halt mit jemandem, der das umgekehrt sieht, wahrscheinlich nicht einig werden, wer denn nun "objektiv" recht hat...

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #26 am: 22.12.2021 | 19:14 »
Was "Fortschritt" ist und was nicht, ist ja auch schon wieder ein Werturteil und damit zwangsläufig mindestens ein Stück weit subjektiv. Wem ein neueres System (und/oder die mit ihm verbundenen Themen) schlicht besser gefällt als oD&D, der wird sich halt mit jemandem, der das umgekehrt sieht, wahrscheinlich nicht einig werden, wer denn nun "objektiv" recht hat...

Es ging dem YY nicht nur um oD&D, sondern um alle Spiele, die da Ende der 70er entstanden sind und den Regelvorrat, aus dem sie sich bedient haben. Aber auch da gibt es allgemein Fortschritt zu erkennen. Es wirkt ja nicht nur oD&D altbacken auf mich, sondern auch Traveller oder BRP/Runequest.
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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #27 am: 22.12.2021 | 19:15 »
@Epaminondas: Oh je, ich wollte dich doch gar nicht anblaffen! Ich wollte dich nur vor der harten Hand der Moderation bewahren, die sortieren hier gerade eifrig Beiträge hin und her.
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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #28 am: 22.12.2021 | 19:24 »
Es ging dem YY nicht nur um oD&D, sondern um alle Spiele, die da Ende der 70er entstanden sind und den Regelvorrat, aus dem sie sich bedient haben. Aber auch da gibt es allgemein Fortschritt zu erkennen. Es wirkt ja nicht nur oD&D altbacken auf mich, sondern auch Traveller oder BRP/Runequest.

Dann benenne doch bitte diesen Fortschritt mal konkret.

Edit: also am konkreten Spiel.
« Letzte Änderung: 22.12.2021 | 21:48 von Crimson King »
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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #29 am: 22.12.2021 | 20:01 »
Ich habe diverse Posts in den Ursprungsthread zu bezahltem Spielleiten verschoben. Ich bitte darum, die Themen getrennt zu halten.
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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #30 am: 22.12.2021 | 21:44 »
Ähm, Crimson King, hast Du jetzt Deine Antwort in hassrans Kommentar per Redaktion eingefügt oder hat er sich das jetzt selbst beantwortet?  :think:
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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #31 am: 22.12.2021 | 21:48 »
Das war mein Fehler, danke. Dummerweise liegen der Ändern-Knopf und der Zitat-Knopf für Mods direkt nebeneinander.

Also hier die Antwort:

Dann benenne doch bitte diesen Fortschritt mal konkret.

Edit: also am konkreten Spiel.


Pendragon, Feng Shui, Savage Worlds, Ubiquity, DnD 4, FATE, PDQ, PbtA, diverse Indies, Liste beliebig erweiterbar. Die sind alle stringent auf ihre bevorzugten Spielweisen hin designed, haben größtenteils leicht erlernbare Regeln (DnD 4 sicher nicht), bilden vielfach (auch beileibe nicht alle) Dinge ab, die DnD so nicht hat, lösen oft auch Funktionstrennungen teilweise oder sogar ganz auf.
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Offline ArneBab

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #32 am: 22.12.2021 | 22:47 »
Um zu schauen, was sich entwickelt hat, schauen wir uns doch erstmal das am leichtesten vergleichbare an: Wie hat sich D&D5 im Vergleich zum ersten D&D entwickelt? Was gibt es da an Änderungen?

Und wie viele der Änderungen hat D&D5 aus anderen Spielen übernommen?
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Offline Boba Fett

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #33 am: 22.12.2021 | 23:00 »
Dann benenne doch bitte diesen Fortschritt mal konkret.

Edit: also am konkreten Spiel.
Ich nehme Traveller als Beispiel, weil es ähnlich alt (1977) wie oD&D (1974) ist und weil die Wertigkeit von Traveller kaum in Frage gestellt werden kann.

Als Innovation, die bis dahin und zu guten Teilen im Wesentlichen auch durch Traveller implementiert wurden, möchte ich nennen:

lifepath-Charakter-Erschaffungssystem, das dem Charakter eine randomisierte Einbettung in die Spielwelt liefert.
Stufenloses System
Fertigkeiten
Glockenkurve in der Resultats.Verteilung des Würfelsystems
Abkehr von der Kompetenz-Steigerungs-Spirale (kein „from Zero to Hero“, keine Rüstungsspirale)
Ermöglichung der Erschaffung von kompetenten Charakteren gleich bei der Charaktererschaffung.
Nutzung anderer Genres (Science Fiction in diesem Fall).

Nicht alles davon ist möglicherweise allein Traveller zuzuschreiben, da ich meine Runequest (1978) kam (fast zeitgleich, und inwiefern man die unbekannte Zeit des Beta-Stadiums eines RPG vor dem Release schon als Zeit der gelierften Innovation einrechnen kann, ist strittig) auch gleich als Stufenloses RPG mit Fertigkeiten…


Spontan würde mir danach noch jede Menge „neuer Elemente“ einfallen, die das Rollenspiel im allgemeinen Verständnis bereichert haben.
Vor allem aber würde ich sagen, haben (allgemein formuliert) eine Menge Inventionen eine unglaubliche Vielfalt an alternativen Optionen, wie Rollenspiel umgesetzt werden kann, gebracht. Das geht bis zum LARP, das letztendlich auch aus dem Tischrollenspiel entstanden ist.
« Letzte Änderung: 22.12.2021 | 23:09 von Boba Fett »
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Offline YY

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #34 am: 22.12.2021 | 23:20 »
Was "Fortschritt" ist und was nicht, ist ja auch schon wieder ein Werturteil und damit zwangsläufig mindestens ein Stück weit subjektiv.

Das ist mir zu vorsichtig; es ging ja gerade um den technischen Teil und nicht um allgemeinen Fortschritt.

Weil der Filmvergleich schon aufkam: Dass Ton und Farbe in der Breite akzeptierte (die Gegenbeispiele muss man nach der jeweiligen Übergangsphase mit der Lupe suchen) technische Fortschritte sind, wird man kaum abstreiten können. Da fängt das Werturteil frühestens da an, wo man behauptet, dass sich die Filmemacher seitdem nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren, sondern nur noch auf das verzichtbare und sinnlose Bling-Bling...

Vergleichbares findet sich im Rollenspielsektor kaum.

Fortschritt ist da schon schwer zu definieren. Ich persönlich sehe stringentere Designs mit einem einzigen Resolutionsmechanismus statt diverser Subsysteme sowie besserer Balance schon als Fortschritt an, genauso Player Empowerment, offene Fertigkeits- und Aspektbeschreibung.

Damit kann man ja schon arbeiten. Mit diesen - oder quasi beliebigen anderen - Kriterien stelle ich aber fest, dass mit fortschreitender Zeit natürlich absolut mehr Beispiele dafür zu finden sind, aber keine flächendeckende Entwicklung. 
Clevere Entwürfe und handwerklich "sauberes" Design finden sich recht früh, aber daneben gibt es immer die Flut an Gegenbeispielen.

Zum Glück hat ZBR die Frage nach den Pfaden und Bedingungen für uns ergründet, die für die Erfindung des RPGs notwendig waren:
https://pesa-nexus.de/2021/01/26/episode-15-reise-zum-mittelpunkt-vom-kern-vons-janze/
Beste Folge!  :headbang:

Ja, die kann schon was.
Bei den sehr allgemeinen Sachen gehe ich großteils mit; nur wo es spezieller/konkreter wird, ist es mir stellenweise zu nah an dem, was tatsächlich stattfand und die denkbaren alternativen Entwicklungswege kommen mir etwas zu kurz.
In einigen Bereichen - die im tatsächlichen Verlauf natürlich Wechselwirkungen mit dem Rollenspiel hatten - brodelte die rollenspielerische Ursuppe ja schon kurz vor dem "Urknall" ziemlich, etwa bei der SCA oder bei den Spielbüchern.

So gibt es dann ja auch den einen oder anderen Zeitzeugen, der quasi über Bande in Eigenregie das Rollenspiel "erfunden" hat und dann feststellen musste, dass er damit ein paar Jahre bis Jahrzehnte zu spät kommt...


Noch mal kurz zu Indiespielen: Da macht man aus "moderner" Perspektive gerne den Fehler, die Explosion des Angebots an "ordentlich" produzierten Spielen durch die seinerzeit enorm niedrig gewordenen Einstiegshürden in Sachen Produktion mit der Entwicklung der Sparte gleichzusetzen.
Noch mehr als bei den Retroklonen wurde schon viel früher in diese Richtung gedacht und vor allem tatsächlich gespielt, nur hat das vorher keine großen materiellen Spuren hinterlassen.
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Offline Jiba

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #35 am: 22.12.2021 | 23:39 »
Wäre die "Goldene Regel" nicht etwas, was (nahezu? fast? annäherungsweise?) eine Art allgemeine "Best Practice" geworden ist? Ich muss dazu natürlich auch sagen, dass ich nicht weiß, wo die ihren Anfang nahm.
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Offline Runenstahl

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #36 am: 22.12.2021 | 23:53 »
Pendragon, Feng Shui, Savage Worlds, Ubiquity, DnD 4, FATE, PDQ, PbtA, diverse Indies, Liste beliebig erweiterbar.

Genau. All diese Spiele haben mehr oder weniger kleine Neuerungen und Änderungen eingebracht. Kaum ein Spiel wird das Rad von Grund auf neu erfinden. Aber nahezu alle genannten Spiele spielen sich schonmal ganz anders als D&D. Innovationen gibt es im RPG Bereich mMn ständig. Wie auch in anderen Bereichen muß sich halt im Laufe der Zeit zeigen was sich davon durchsetzen kann. Dabei spielt nicht nur die Brauchbarkeit dieser Innovationen eine Rolle, sondern auch wie gut diese vermittelt werden können und wie sie vermarktet werden. Die tollste Erfindung nützt nichts wenn sie unbemerkt in einer Ecke verschimmelt. Ansonsten hätte die industrielle Revolution bereits vor Christi beginnen können (https://en.wikipedia.org/wiki/Aeolipile).
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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #37 am: 23.12.2021 | 00:19 »
Das ist mir zu vorsichtig; es ging ja gerade um den technischen Teil und nicht um allgemeinen Fortschritt.

Weil der Filmvergleich schon aufkam: Dass Ton und Farbe in der Breite akzeptierte (die Gegenbeispiele muss man nach der jeweiligen Übergangsphase mit der Lupe suchen) technische Fortschritte sind, wird man kaum abstreiten können. Da fängt das Werturteil frühestens da an, wo man behauptet, dass sich die Filmemacher seitdem nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren, sondern nur noch auf das verzichtbare und sinnlose Bling-Bling...

Vergleichbares findet sich im Rollenspielsektor kaum.

Nun, um beim Vergleich zu bleiben: im möglichen Gegensatz zum Film finden sich im Rollenspielsektor durchaus zwar möglicherweise nicht besonders zahlreiche, mitunter aber doch lautstarke Gegenstücke zu hypothetischen "Nur SW-Stummfilm ist der wahre Film!"-Anhängern. Insofern möge man mir meine "übergroße Vorsicht" also nachsehen. ::)

Offline ArneBab

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #38 am: 23.12.2021 | 00:27 »
Weil der Filmvergleich schon aufkam: Dass Ton und Farbe in der Breite akzeptierte (die Gegenbeispiele muss man nach der jeweiligen Übergangsphase mit der Lupe suchen) technische Fortschritte sind, wird man kaum abstreiten können. Da fängt das Werturteil frühestens da an, wo man behauptet, dass sich die Filmemacher seitdem nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren, sondern nur noch auf das verzichtbare und sinnlose Bling-Bling...

Vergleichbares findet sich im Rollenspielsektor kaum.
Es sei denn, du nimmst Onlinespiel mit rein. Das wäre Vergleichbar: Eine technische innovation, die nicht direkt mit dem Spielen und Planen zu tun hat, sondern mit dem Drumherum.
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Offline ArneBab

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #39 am: 23.12.2021 | 00:32 »
Gurps hat als Innovation Charaktere, die hauptsächlich aus Vor- und Nachteilen und Fertigkeiten bestehen — zusammen mit einer Liste von Vor- und Nachteilen, durch die sich Wesen der verschiedensten Arten abbilden und in der gleichen Gruppe spielen lassen (bis hin zu Kosten für Techlevel).

Und wahnsinnig gut recherchierte Quellenbücher.

Shadowrun hat das Pool-System als Spaßquelle bekannt gemacht: „Jetzt bist du dran, ich brauch noch die 5 Würfel aus dem zweiten Beutel — 12 W6, friss das!“ {klapperklapper} — dadurch wurde Macht am Spieltisch haptisch erfahrbarer.
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Offline Ma tetz

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #40 am: 23.12.2021 | 00:48 »
Ich bin mit AD&D 2nd Ende der 90er ins Hobby gestartet:

Davon ausgehend fand und finde ich folgende Mechaniken innovativ:
- freies Steigern ohne Klassenkorsett
- Vorteilswürfel statt +x Boni
- Fertigkeiten für alle bzw. Lifepathsysteme
- Würfelmechanismen jenseits des W20 (2w6, w6 Würfelpool, Stufentabelle)
- relativ statische Lebenpunkte (in Abgrenzung zur starken Progression bei jeglichem DnD)

Methodisch finde ich das Konzept des Pointcrawls sowie Beziehungsgeflechte spannend/innovativ. Gehört IMHO beides nicht zur oDnD-DNA. Beim Beziehungsgeflecht bin ich mir nicht sicher.

Auch das kooperative Erschaffen der Spielwelt inklusive Vernetzung der SC (in formalisierter Form) scheint mir eine Innovation jenseits von oDnD zu sein.

Gummipunkte wurden schon genannt.

Das Einführen einer aktiven Parade in zahlreichen Systemen war auch eine Innovation.

Was davon gut oder schlecht ist liegt allein  im Auge des Betrachters, aber es hat eine relevante Verbreitung im Hobby gefunden - vulgo irgendwer kauft das.

Die meisten sogenannten Innovationen sind letztlich Anpassungen des Bestehenden an eine neue Anwendung oder Fragestellung. Wirklich disruptive Innovationen sind sehr selten.

Man kann das Auto, den Stickstoffdünger, Impfungen oder das Rollenspiel nunmal nicht zweimal erfinden. Das heißt aber nicht, dass nach deren initialer Entwicklung keine wesentlichen Änderungen am Konzept kamen.

Edit: Die x-Card ist auch eine Innovation im Rollenspiel.
 


« Letzte Änderung: 23.12.2021 | 08:13 von Ma tetz »
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Offline YY

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #41 am: 23.12.2021 | 00:58 »
Wäre die "Goldene Regel" nicht etwas, was (nahezu? fast? annäherungsweise?) eine Art allgemeine "Best Practice" geworden ist? Ich muss dazu natürlich auch sagen, dass ich nicht weiß, wo die ihren Anfang nahm.

Die gab es schon längst bei den Vorläufern.

All diese Spiele haben mehr oder weniger kleine Neuerungen und Änderungen eingebracht. Kaum ein Spiel wird das Rad von Grund auf neu erfinden. Aber nahezu alle genannten Spiele spielen sich schonmal ganz anders als D&D.

Das krankt mMn - ähnlich wie Bobas Auflistung - ein gutes Stück weit daran, dass man nur auf D&D schaut und alles direkt genau damit vergleicht.

Wenn man sich anschaut, was kurz vorher kam, ist es schon ein bisschen willkürlich, an D&D das Schildchen "erstes Rollenspiel" zu hängen und es in diesem Zuge auch direkt als den Maßstab zu setzen, mit dem alles andere verglichen wird.

Da kommt man wohl weiter, wenn man nach der Etablierung des Konzepts Rollenspiel (als ganzes Konstrukt, nicht als Teilaktivität) ein bisschen Selbstfindungszeit* gewährt.
In den ersten paar Jahren war da natürlich Goldgräberstimmung in dem Sinne, dass sich viele auf die Grundidee gestürzt und geschaut haben, was man damit so machen kann.
Gerade Traveller ist spielmechanisch nicht in bewusster Abgrenzung von oder Weiterentwicklung von D&D entstanden, sondern als eigenständiger Entwurf mit gleichem abstraktem Grundkonzept.


*Wie lange man diesen Zeitraum setzt, ist dann die spannende Frage. 5 Jahre sind sicher nicht zu wenig und damit hat man schon eine ziemliche Bandbreite an Mechanik und Settings beisammen.
10-12 Jahre sind möglicherweise zu lang, aber damit wäre die "technische" Entwicklung weitestgehend abgeschlossen in dem Sinne, dass man für so gut wie alles, was danach kommt, auf ein Spiel verweisen kann, in dem es das schon sehr ähnlich gab.


Es sei denn, du nimmst Onlinespiel mit rein. Das wäre Vergleichbar: Eine technische innovation, die nicht direkt mit dem Spielen und Planen zu tun hat, sondern mit dem Drumherum.

"Technik" bezog sich ja auf Spielmechanik und deren gedankliche Grundlagen.

Und das Onlinespiel hat nicht in rasender Geschwindigkeit das "konventionelle" Spiel verdrängt :think:
Mit Gewalt könnte man trotzdem Parallelen ziehen und schauen, wo Onlinespiel vom "eigentlichen" Kern des Rollenspiels ablenkt, aber das führt glaube ich nirgends hin. 

Gurps hat als Innovation Charaktere, die hauptsächlich aus Vor- und Nachteilen und Fertigkeiten bestehen — zusammen mit einer Liste von Vor- und Nachteilen, durch die sich Wesen der verschiedensten Arten abbilden und in der gleichen Gruppe spielen lassen (bis hin zu Kosten für Techlevel).

Da waren Champions und The Fantasy Trip früher dran - Gurps hat da höchstens das i-Tüpfelchen draufgesetzt.
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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #42 am: 23.12.2021 | 04:03 »
Weil der Filmvergleich schon aufkam: Dass Ton und Farbe in der Breite akzeptierte (die Gegenbeispiele muss man nach der jeweiligen Übergangsphase mit der Lupe suchen) technische Fortschritte sind, wird man kaum abstreiten können. Da fängt das Werturteil frühestens da an, wo man behauptet, dass sich die Filmemacher seitdem nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren, sondern nur noch auf das verzichtbare und sinnlose Bling-Bling...
Gestreamte Rollenspielrunden bzw. auf YT gestellte Rollenspielrunden.
Also Rollenspiel vor (zahlendes) Publikum. Wenn ich mir die Klickzahlen und Umsätze verschiedener Streamer anschaue und dann den beobachteten Mercer-Effekt mit einpreise, sehe ich da einen technischen Fortschritt mit samt dem Vorwurf auf die Konzentration auf verzichtbare und sinnloses Bling-Bling.
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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #43 am: 23.12.2021 | 08:33 »
Zwei Gedanken:

1. Fortschritt und Innovation sind bereits jenseits des Rollenspiel-Hobbies umstrittene und bestrittene Konzepte. Für mich ist es dann in letzter Konsequenz ok, wenn es hier dazu keinen Konsens gibt.

2. Danke für die vielen Beispiele (vermeintlichen) Fortschritts. Um im Bild zu sprechen: Ich sehe da überwiegend (ausschließlich?) "Seitenschritte".
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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #44 am: 23.12.2021 | 08:58 »
Seiten- oder Fortschritt? Lässt sich das ohne subjektive Wertung unterscheiden? Wenn ja, wie?

Wenn nein: Technischer Fortschritt kannn im Patentwesen mit dem sog. Aufgabe-Lösungsansatz bewertet werden, der formal prüft, ob ein Unterschied zu bereits Bekanntem offensichtlich ist oder erfinderisch. Dieser Ansatz ist nur eine formale Hilfe, und verläuft nicht ohne große Diskussionen, hilft in der Praxis aber bei der Beurteilung der Patentfähigkeit. Achtung: Eine Erfindung ist dadurch nicht zwangsläufig als eine Verbesserung definiert, es gibt auch Umgehungslösungen usw.
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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #45 am: 23.12.2021 | 09:05 »
Aufgabe-Lösungs-Ansatz für Rollenspiel-Systeme
Formale Schritte zur Beurteilung einer Weiterentwicklung:
1 - Welches ältere Regelsystem ist das ähnlichste, nächstliegende?
2 - Welcher Unterschied besteht zwischen einer neuen und einer nächstliegenden älteren Regel?
3 - Welchen Effekt hat der Regelunterschied auf das Spielgeschehen?
4 - Welche objektive Aufgabe (Problem) löst dieser Regelunterschied?
5 - Wäre diese Lösung für einen Nerd-Spielleiter ohne besondere Kreativität, aber mit einer umfassenden Kenntnis aller vorangegangenen Rollenspielsysteme offensichtlich, ausgehend vom nächstliegenden Regelwerk, bspw. durch die Kombination bekannter Regeln?
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Offline Darius der Duellant

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #46 am: 23.12.2021 | 09:16 »
6 - Hat das durchexerzieren der Punkte 1 - 5 einen quantifizierbaren Mehrwert, der in angemessener Relation zur aufgewendeten Zeit steht?

MMn ist schon der Punkt 1 deiner Liste eine Falle, da bereits die  systematische Nähe etwas ist, über das man sich in Elfenbeinturm-Diskussionen endlos den Kopf einschlagen kann und wird.
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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #47 am: 23.12.2021 | 09:29 »
Über jeden der Punkte kann man lange diskutieren. Das geschieht in der patentrechtlichen Praxis auch. Der Aufgabe-Lösungs-Ansatz ist weder der einzige noch der einfachste Ansatz, um Innovation zu beurteilen, aber der wirkmächtigste.
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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #48 am: 23.12.2021 | 09:44 »
Praktisches Beispiel
Classic Traveller - erfahrene Personnage wird generiert, keine Erfahrungspunkte im Spiel, keine oder optional sehr schwache Steigerungsmöglichkeit.

1 - OD&D wäre eine Möglichkeit als Startpunkt / nächstliegendes Rollenspielsystem
2 - Unterschied: keine XP / Stufenerwerb / Steigerung im Spiel
3 - Effekt: Personnagenfähigkeiten bleiben konstant - kein "from zero to hero", Personnage startet erfahren, aber nicht heldenhaft, und bleibt immer so.
4 - obkjektive Aufgabe kann bspw. so formuliert werden: Abschaffung künstlicher Spielermotivation (z.B. zum Looten/Kämpfen) durch abstrakte Belohnungsmechanismen (XP).
5 -  Der Nerd kennt OD&D mit süchtig machenden Belohnungsmechanismus -  daraus ergibt sich erstmal keine inherente Motivation, diesen abzuschaffen, OD&D lehrt von Classic Traveller fort. Allerdings kennt der Nerd zahlreiche Wargames ohne Steigerungsoption für einzelne Einheiten. Würde der Nerd diese Systeme kombinieren, und dadurch CT-Personnagenregeln erreichen? Nein, weil die Kombination nicht naheliegend ist, Nein, weil als zusätzlicher Schritt zur Abschaffungd er EP auch die Einführung einer Erschaffungsmethode für erfahrene Personnagen erforderlich ist. Das ist alles nicht trivial und Classic Traveller ist genial und innovativ.

Jetzt könnte man auch noch abklopfen, ob ausgehend von SciFi-Strategiespielen Classic Traveller offensichtlich gewesen wäre, aber in Kombination mit OD&D wäre ein System mit XP offensichtlich gewesen, keines ohne.

Das mal als Beispiel für die praktische Anwendung dieses formalen Ansatzes.
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PESA hilft!

Mach mit bei der EGG-Exegese oder schweige zum Thema DMG für immerdar!
"Selten gibt es noch mal durch erneutes Beleuchten etwas interessantes zu erfahren - positiv möchte ich da die Exegese des SL-Handbuchs hervorheben, die einen solchen Versuch in seiner schönsten Form darstellt." - Blechpirat

Offline Darius der Duellant

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Re: Rollenspiel und Innovation, war: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #49 am: 23.12.2021 | 09:50 »
Das richtige Werkzeug für die passende Aufgabe.
Im Patentrecht geht es auch gerne einmal um Summen die größere Zeitaufwände rechtfertigen und (viel wichtiger!) man hat dank Patentantrag und existierender Altpatente sehr konkret umrissenen Dinge an denen man sich abarbeiten kann.

Im Rollo-Kontext ist es hingegen der Versuch Schwafelei nachträglich in Normen zu fassen.
Das ist in dieser Form meiner Meinung nach nicht sinnvoll, wenn das Ziel mehr als nur das führen einer ausschweifenden Diskussion ist.
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