Autor Thema: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels  (Gelesen 3002 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Prisma

  • Famous Hero
  • ******
  • Paperpunk
  • Beiträge: 2.286
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Prisma
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #25 am: 11.09.2026 | 18:13 »
Nun, jetzt stehen zwei Positionen im Raum. Ich stelle daher die Quellenfrage: Gibt es denn verlässliches Primär- oder Sekundärquellenmaterial, um die eine oder andere Position zu stärken? Eigene Podcast-, Video- oder Blogbeiträge sind zwar respektabel, zählen aber nicht, weil nicht unabhängig.
Mit einem 7er-Set, stehen ganze Universen offen.

SIMPLE Roleplaying Games

Offline WeepingElf

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 827
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: WeepingElf
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #26 am: 11.09.2026 | 18:13 »
Ich finde den Vergleiche an sich nicht schlecht, weil D&D die gleiche, wenn nicht sogar mehr Marktmacht hat, wie Windows. Mir geht es eher darum, dass viele neuartige RPGs mit Features werben, die gar nicht so neu und innovativ sind. Und dass man oft denkt, alles was alt ist,

Danke. Natürlich ist nicht alles, was alt ist, schlecht, und nicht alles, was neu ist, gut, und der Vergleich hinkt insofern, dass ein Computer-Betriebssystem wie jede Maschine technisch veraltet sein kann, während man diesen Veraltungsbegriff schlecht (wenn überhaupt) auf Rollenspielregelwerke anwenden kann.
... brought to you by the Weeping Elf

Offline Feuersänger

  • Orcjäger
  • Moderator
  • Titan
  • *****
  • Deadly and Absurdly Handsome
  • Beiträge: 36.313
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Feuersänger
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #27 am: 11.09.2026 | 18:25 »
Der "erste Schuss" mag OD&D gewesen sein. AD&D (1e) ist ja die sehr umfangreiche Weiterentwicklung.

Eben. Das erste D&D ist von 1974. AD&D1 war 1977. Es ist absolut grotesk, zu glauben (oder zu behaupten), ein System sei nach 3 Jahren ausgereift und danach würde nichts Sinnvolles mehr neu kommen und man habe bereits alle Schwachpunkte ausgemerzt. Das ist, als ob man behauptet, der Benz-Motorwagen Nummer 3 von 1888 sei der Höhepunkt des Automobilbaus.

Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

Kleine Rechtschreibhilfe: Galerie, Standard, tolerant, "seit bei Zeit", tot/Tod, Stegreif, Rückgrat, die Nutella

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 16.055
  • Username: nobody@home
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #28 am: 11.09.2026 | 18:44 »
Ich denke, Gary Gygax mit Elon Musk zu vergleichen, ist erstens ein Schlag unter die Gürtellinie (auseinander gehen mögen die Meinungen über GG ja sicher, aber das er ein derartiges, hm, "Prachtexemplar" von Mensch gewesen sein soll, ist ohne sehr gute Belege erst mal nur üble Nachrede) und zweitens auch sachlich unpassend -- wenn ich in der Rollenspielindustrie nach Namen von Leuten suchen wollte, die sich eine schon laufende Firma gekrallt und dann mehr oder weniger gekonnt an die Wand gefahren haben, gibt's bessere Kandidaten auch und gerade bei D&D. Lorraine Williams etwa oder die eine oder andere Persönlichkeit aus der Hasbro-Führungsriege, wo das aktuellste Haßziel vieler D&D-Fans wohl am ehesten Chris Cox sein dürfte...

Edit: Wortwahlanpassung.
« Letzte Änderung: 11.09.2026 | 22:26 von nobody@home »

Offline ghoul

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.137
  • Username: ghoul
    • Ghoultunnel
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #29 am: 11.09.2026 | 18:48 »
Eben. Das erste D&D ist von 1974. AD&D1 war 1977. Es ist absolut grotesk, zu glauben (oder zu behaupten), ein System sei nach 3 Jahren ausgereift und danach würde nichts Sinnvolles mehr neu kommen und man habe bereits alle Schwachpunkte ausgemerzt. Das ist, als ob man behauptet, der Benz-Motorwagen Nummer 3 von 1888 sei der Höhepunkt des Automobilbaus.

Zum Glück bin ich mit späteren Generationen von Produktreihen vertraut. Sowohl was D&D betrifft als auch die Automobilindustrie.
Tactician: 96%
PESA hilft!
PESA diskutiert.
Desweiteren: Alle deine Probleme wurden bereits in AD&D 1e gelöst.

Offline Megavolt

  • Zwinker-Märtyrer
  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 5.168
  • Username: Megavolt
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #30 am: 11.09.2026 | 18:51 »
Da ich letztens erst Elon Musk als Rollenspielfigur verkörpert habe, kann ich den Thread hiermit auflösen: Der Elon Musk des Rollenspiels bin ICH.

Keine Ursache!

Offline Settembrini

  • Famous Hero
  • ******
  • AK20 des guten Geschmacks
  • Beiträge: 2.705
  • Username: Settembrini
    • le joueur de Prusse en exil
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #31 am: 11.09.2026 | 18:53 »
Es gibt halt um beide im Titel genannten Personen einen gewissen Personenkult. Wobei die Musk-Jünger definitv um Größenordnungen lächerlicher sind, schon eine richtige Sekte. Mehr muss man zu dem Kasper nicht sagen.

Aber auch der Gygax-Kult ist halt Quatsch. Klar haben wir Großvater Gary viel zu verdanken. Aber er hat halt mit seinen Mitstreitern den Grundstein zur Entwicklung der RPGs wie wir sie kennen gelegt. Auf diesem Grundstein konnten wir aufbauen und das haben "wir" (als internationale Rollenspielcommunity) auch getan. Es ist albern, grotesk, hanebüchen, geradezu völliger Wahnsinn, zu behaupten, seine allerersten Gehversuche seien bereits der Weisheits letzter Schluss, und alles was die "reine Lehre" abändert, sei abzulehnen.
Ich denke da etwa an so Unsinn wie "1:1 Zeit", na ihr wisst was ich meine.

Wenn Du alle Säulen meinst: unbenommen. Tatsächlich ist vlt. das Größte Verdienst der Forge tatsächlich neue Interaktionstrukturen geschaffen zu haben die sich einen feuchten Kehricht um Gygaxsche Bausteine künmmert.
Aber wenn man auf die D&D Tradition kommt: Da ist Gary einfach so dermaßen haushoch der Quell der Struktur und des Inhalts, wenn Du alles was alleine von Gary kommt aus jedweder Edition von D&D rausnimmst, bleibt sehr, sehr wenig.
Sehr sehr wenig.

Wenn Du aus DSA rausnimmst, was alles von Gary erdacht wurde, bleibt an Zaubern und Monstern ein kleine handvoll, und die sind nach seiner Struktur geschaffen.
Wenn Du Dir Midgard bis Midgard 3 anguckst, bleibt nahezu NICHTS. Selbst die Midgard-2 Item-Rettungswürfe sind aus dem DMG. Insofern sind auch alle FOLLOW-DiesDas Argumente historisch komplett wirderlegt. Sobald die Magiraner OID&D hatten, war alles OD&D, bis sie sich daraus ihr eignes RQ geschnitz hatten. Aber wer AiM bis M2 sich anschaut, daneben das DMG und OD&D legt...nein, da war vorher nichts und alles seit die Frankes =D&D hatten war immer in Garys Bausteinstruktur und kleine Verschiebung der Kantengewichte des Interaktionsnetzwerks.
Thaumaturgen usw. sind eine Erweiterung, aber komplett in der Gygaxschen Struktur.

Man kann jetzt sinnieren, und Muster finden, dass Gary am Besten war, wenn er mit anderen Zusammenarbeitete, dass er am Besten war, wenn es schon Material gab, welches er in die von ihm erfundenen Strukturen modellieren konnte. Wie bei Zaubersrpüchen: ganz viele sind von Doctor Strange inspiriert.
Aber zwischen der Leistung von Gary, aus Sindbadfilmen, Doctor Strange Comics usw. all die Bausteine in Struktur inkl. Interaktionsmuster zu gießen, und der Leistung OD&D und das DMG oder BECMI zu nemen, und dann Midgard oder DSA (jeweils bis mindestens 2. Edition) zu erzeugen, liegen Welten. Welten.

Wer das nicht sehen will, der betreibt aktiv Geschichtsklitterung oder belügt sich selbst.

« Letzte Änderung: 11.09.2026 | 18:55 von Settembrini »
caveat lusor, sie befinden sich in einer Gelben Zone - Der PESA RHD warnt!

Abenteuerpunkt. das fanzine des autorenkollektivs.
--------------------------------------
Blog
PESA-FAQ[url]

Offline ghoul

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.137
  • Username: ghoul
    • Ghoultunnel
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #32 am: 11.09.2026 | 19:03 »
"Erfindung" ist ja im Volksmund immer so ein schwergewichtiges Wort.
Tatsächlich bauen sowohl technische Erfindungen als auch Spieleentwicklung nahezu immer auf dem Vorangegangenen ("Stand der Technik") auf. Häufig erfolgen Verbesserungen nur in kleinen Schritten, in Kombination mit vielen bereits bekannten Elementen.
Tactician: 96%
PESA hilft!
PESA diskutiert.
Desweiteren: Alle deine Probleme wurden bereits in AD&D 1e gelöst.

Offline Settembrini

  • Famous Hero
  • ******
  • AK20 des guten Geschmacks
  • Beiträge: 2.705
  • Username: Settembrini
    • le joueur de Prusse en exil
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #33 am: 11.09.2026 | 19:03 »
Es sind immer die Edisons dieser Welt, die die Teslas dieser Welt verleumden und kleinreden. Gygax-Kult ist auch ein Strohmann. Arnesonfans um Gary niederzuschreiben und gegen D&D als Tradition an sich zu hetzen, DAS ist eine eigene Industrie.

Und Arneson hatte 30 Jahre, 40 Jahre um unabhängig etwas zu machen. Niemand hat ihn gehindert. Wir wissen ja was da kam. Oder Kuntz. Oder Bledsaw oder oder oder. Die sind ja nicht wie Boing-Whistleblower behandelt worden.
Zeb Cook hat Gary beerbt bei TSR. Nichts, rein gar nichts. Tatsächlich, wenn man jemanden nennen will, der wie Musk von Abhängigen oder eingekauften den Ruhm stiehlt, wirklich plagiiert oder Credits veschiebt: Zeb Cook. DA werdet ihr fündig.

Sehr lehrreich ist z. B. sich mal anzuschauen, wie die verschiedenen Heftausgaben von Isle of Dread ihre Credits angeben...Zeb Cook rückt jedesmal etwas höher...
Wer aber anguckt, was Zeb Cook wirklich nachweislich geschrieben hat als Einzelautor, der sieht ja selbst, was das dann ist.
Selbst das dolle Planescape, komisch, daß wenn Zeb Cook nicht Redaxchef bei TSR ist, es ihm absolut unmöglich war IRGENDETWAS zu den verschiednen PS-Revivals hinzuzufügen. Wolfgang Baur, Monte Cook, doe Torment-Macher usw. hingegen haben immer wieder beweisen, daß sie PS-artige Dinge abliefern können. Wenn Ihr einen Edison sucht, einen Mini-Musk, dann guckt bei Zeb Cook.

 
caveat lusor, sie befinden sich in einer Gelben Zone - Der PESA RHD warnt!

Abenteuerpunkt. das fanzine des autorenkollektivs.
--------------------------------------
Blog
PESA-FAQ[url]

Offline Settembrini

  • Famous Hero
  • ******
  • AK20 des guten Geschmacks
  • Beiträge: 2.705
  • Username: Settembrini
    • le joueur de Prusse en exil
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #34 am: 11.09.2026 | 19:09 »
"Erfindung" ist ja im Volksmund immer so ein schwergewichtiges Wort.
Tatsächlich bauen sowohl technische Erfindungen als auch Spieleentwicklung nahezu immer auf dem Vorangegangenen ("Stand der Technik") auf. Häufig erfolgen Verbesserungen nur in kleinen Schritten, in Kombination mit vielen bereits bekannten Elementen.

Wenn man da technisch guckt, hat Jeff Perren indirekt die Hit Dice erfunden, bzw. den Grundstock gelegt: Die Matrix für den Normalkampf ist von ihm, die beinhaltet die Idee, dass starke Einheiten mehrere Würfel gegen Schwächere bekommen, das sit in der britischen Tradition der Miniaturenspiele nicht so deutlich angelegt. Gary hat dann für Heroes und andere Fantasy-Elemente dann "Fights as 4 Men", Superheroes "Fight as 8 Men" draus gemacht. Ich sehe letzteres als den größeren Schritt Richtung HD und Charakterstufe an, aber der Zwischenschritt über Perrens Matrix ist nicht unwichtig. Das würde Gary aber sofort auch so sehen, deswegen steht da ja auch Jeff's Name mit drauf, und Perrenland heißt Perrenland.
caveat lusor, sie befinden sich in einer Gelben Zone - Der PESA RHD warnt!

Abenteuerpunkt. das fanzine des autorenkollektivs.
--------------------------------------
Blog
PESA-FAQ[url]

Offline General Kong

  • Legend
  • *******
  • Werd bloß nicht affig!
  • Beiträge: 4.513
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: General Kong
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #35 am: 11.09.2026 | 19:31 »
Ist die Quintessenz dieser Diskussion, dass ich die 16 m hohe Bronzestatue von Gary besser aus meinem Vorgarten entfernen sollte?
Sie ist recht schmuck...
« Letzte Änderung: 12.09.2026 | 08:55 von General Kong »
Ist es ein Vogl?
Ist es ein geflügelter Gorilla?
Ist es eine fliegende fette Banane?
NEIN! ES IST SUPERKONG!

(Könnte aber auch eine fette fliegende Banane sein ...)

Offline Wyndor

  • Experienced
  • ***
  • Beiträge: 369
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Wyndor
    • Wyndor Eisenklopper KI Videos
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #36 am: 11.09.2026 | 19:51 »
Was war denn jetzt nun vorgefallen, diesen Faden zu eröffnen. Gab es einen Auslöser für den Rant?

Offline blackris

  • schwingender Affe
  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.458
  • Username: blackris
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #37 am: 11.09.2026 | 20:09 »
Ich ziehe hier raus, er war anscheinend eher ein persönlich weniger anders problematischer (ist ja auch nicht schwer) Steve Jobs. 😁

/edit wegen neuer Erkenntnisse
« Letzte Änderung: 12.09.2026 | 07:59 von blackris »

Offline Swanosaurus

  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.327
  • Username: Swanosaurus
    • Swanosaurus - mein Blog
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #38 am: 11.09.2026 | 20:11 »
Ich fände es ja vor allem traurig, Gygax nicht mehr huldigen zu dürfen, weil er einen so tollen Namen hat. Ich meine, Gygax. Wie geyl ist das denn?
Ehemals Rumpel/Achamanian

Meine Veröffentlichungen:
Season of the Snail für Troika!: https://www.drivethrurpg.com/de/product/524068/season-of-the-snail
Lover's Gaze für Cloud Empress: https://www.drivethrurpg.com/de/product/515643/lover-s-gaze-for-cloud-empress
Hidden Depths für Ashen Stars: https://www.drivethrurpg.com/de/product/300541/hidden-depths

Offline WeepingElf

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 827
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: WeepingElf
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #39 am: 11.09.2026 | 20:36 »
Ich ziehe mich hier mal raus. Zu der Diskussion habe ich mangels Wissens und auch mangels Interesses nichts beizusteuern, und mein Post ("D&D ist das Windows unter den Rollenspielen") tut nichts zur Sache und ist hier überflüssig.
... brought to you by the Weeping Elf

Offline Lyonesse

  • Legend
  • *******
  • Abgedankter MERS-Club Präsi
  • Beiträge: 5.092
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Lyonesse
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #40 am: 11.09.2026 | 20:42 »
Ich fände es ja vor allem traurig, Gygax nicht mehr huldigen zu dürfen, weil er einen so tollen Namen hat. Ich meine, Gygax. Wie geyl ist das denn?
Und es war nicht mal ein Künstlername. Gygax' Vorfahren kamen halt aus der Schweiz - der Name bedeutet Riese (Gigant). Es gibt allerdings auch noch andere Deutungen.
« Letzte Änderung: 11.09.2026 | 20:53 von Lyonesse »

Offline tarinyon

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 594
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: tarinyon
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #41 am: 11.09.2026 | 20:51 »
Was war denn jetzt nun vorgefallen, diesen Faden zu eröffnen. Gab es einen Auslöser für den Rant?

Nix ist vorgefallen. Ich habe nur in einem anderen Thread rumgepöbelt und es wurde mehr Text verlangt  8]

Hier meine Anmerkungen @Settembrini:

Bei Chainmail hast du natürlich recht. Ich habe hier halt rumgepöbelt und das muss ich zurücknehmen. Ich stehe ja auch auf die Hausser-Elastolin-Figuren und Gygax mag das ja auch gezockt haben usw. "Content Manager" ala Elon Musk ist natürlich auch eine Pöbelei von mir. ABER: Das Fantasy-Supplement ist doch z.B. nicht 100 Prozent von Gygax. Er hat doch 1:1 Formulierungen aus den Regeln von Patt (1970) übernommen. Man-To-Man kam wie gesagt aus dem Domesday Book Nr. 7 (und das wiederum basierte auf den Regeln von Barker 1966). Die Maskenkampfregeln wiederum von Perren und Tony Bath. Das Tjosten aus der Castle & Crusades Society. Es eben mMn schon so, dass Gygax hier nicht der geniale Designer war, sondern aus einem Baukasten die Ideen von Perren/Bath/Barker/Patt genommen hat und daraus etwas gebastelt hat, was massentauglicher war, als das, was die anderen abgeliefert hatten.

Und zum Thema D&D: wir wissen wegen den vorliegenden Blackmoor-Bögen (kann ja jeder im Internet googlen), dass Arneson bzw. möglicherweise auch andere Leute aus seinem Umfeld, nicht nur Dungeons und Unterwasserzeugs erfunden hat, sondern folgende Elemente:

* Trefferpunkte und Schadenswürfe
* Attribute
* das Hireling-System
* Stufenaufstieg und XP
* die Stufe-gegen-Rüstung-Tabelle als Ersatz für den Fantasy-Table
* Luft- und Seeregeln (diese hat Gary nachweislich, hat er selbst in einem Brief geschrieben, stark verändert)

Wenn ich alle diese Sachen anschaue, was bitteschön bleibt denn dann noch übrig als ikonische D&D-Elemente?

Ja, Gygax hat ihm da anscheinend eine Struktur vorgegeben, eben den besagten "Baukasten". Aber die Inhalte dieses Baukasten wiederum hat er ja, wie ich gerade vorher gezeigt habe, auch nicht selber erfunden, sondern die beruhen auf den Vorarbeiten von Perren et al.

Aber ich möchte an dieser Stelle auch noch etwas klarstellen:

1) Nazis wie MAR Barker wollte ich hier auf keinen Fall in Schutz nehmen. Das waren üble Typen und mir ging es bei dem Beispiel nur darum, wie sich Gygax geistiges Eigentum anderer zu eigen gemacht hat. Egal, ob das Arschlöcher waren, oder nicht. Ich gehe auch ein Stück weit mit bei der Aussage, dass in der Tradition von Tekumel viel Quatsch gemacht wurde. Aber das ist ja alles subjektiv und jeder hat halt seine Zockvorlieben. Ich feiere z.B. die HAG-Deklaration, aber andere tun das halt nicht.

2) Ich beschäftige mich gerne mit Rollenspiel-Archäologie, weil ich ja auch im echten Leben Archäologe bin. Aber im Gegensatz zum Berufsleben führe ich nicht genau Buch über meine Quellen. Ich lese das ja alles zum Spaß in meiner Freizeit. Daher sind alle meine Ausführungen schon stark mit der heißen Nadel gestrickt und ich entsprechend sollte jeder hier meine Text mit "a grain of salt" lesen.

3) Was ich hingegen sehr ernst nehme: Die Prinzipien guten Gamedesigns. Und hier lohnt es sich echt, bei den Altvorderen nachzuschauen. Und gerade hier, finde ich, hat Gygax echt Mist gebaut. Ich unterstelle eben, dass der AD&D DMG nicht gekommen ist, weil es das gebraucht hat, sondern weil man eben keine Tantiemen mehr bezahlen wollte. WICHTIG: mir geht es hier auch nicht darum, ein Apologet von Arneson zu sein. Arneson hat ab 1979 jährlich (!!!!!) über sechsstellige Beträge (wir wissen nicht, wie viel genau) bekommen, bis er von WotC für immer ausgezahlt wurde. D.h., dem ging es damit nicht schlecht und er hat, wie Settembrini richtig gesagt hat, nach Blackmoor und OD&D nicht mehr geliefert. Gleichzeitig hat Gygax aber auch fiktive Stundenzahlen (die Dokumente findet man in den Prozessakten) notiert und wieder mal alles an sich gerissen. Beide stehen also ungefähr gleich schlecht da aus bestimmten Perspektiven gesehen. Nur weil ich Gygax hier anpöbele, heißt das nicht, dass Arneson ein cooler Typ war.

Was man aber festhalten muss, egal, wer nun genau dafür verantwortlich war: die Ideen aus Blackmoor und die Fragmente, die sich in OD&D erhalten haben in Verbindung mit Chainmail sind mMn ein Beispiel für geniales Spieldesign. Das war wahrscheinlich nicht alles so beabsichtigt bzw. ist organisch gewachsen. Aber so Sachen wie die Synthese zwischen Chainmail und Klassenstruktur haben es ermöglicht, dass man Kämpfe schnell von Duellen bis hin zu Massenschlachten hochskalieren konnte. Ich gebe ein Beispiel: in ODND steht ganz klar (im Buch Nr. 2), dass man den Landkampf mit Chainmail ausfechten soll. Ein Kill wird dabei zum Hit, d.h. anstatt dass eine Figur gekillt wird, würfelt man halt Damage (1d6). Dadurch, dass ein höherstufiger Charakter (und ich würde tatsächlich raten, nicht mit Level 1 zu beginnen - hat Gygax übrigens auf jeder Con auch so gemacht), haut schon mal 4x zu. Kämpfe können dabei entweder in der Duellsituation mit Man-To-Man geregelt werden (wobei wunderbar verschiedene Waffenkategorien durch die Skala abgebildet werden, d.h. z.B. Schwert schlägt zwei Mal zu gegen Speer und trifft besser gegen Leder als gegen Platte) oder durch das aus UK kommende Troop-Type-System. Gerade letzteres ist so genial: du schaust dir dazu nur an, was dein Chara (oder deine Figur auf dem Tisch) trägt und weißt: bin ich Light Foot, Heavy Foot, Armored Foot. Dann vergleichst du auf der Tabelle, was du brauchst zum Treffen (wie bei Warhammer, das kommt ja auch der gleichen Tradition) und dann würfelst du eben als Hero deine 4d6 und z.B. tötest du dann mit einer 5+ so und so viele Gegner (wenn sie z.B. normale Männer sind, die nur 1 Treffer aushalten). Das Hauptproblem kam dann erst mit diesem vermaledeiten d20-System und den HD als Trefferpunkte. Das war schon auch Arnesons Fehler, aber Gygax hat das ja in AD&D noch weiter verschlimmbessert mit einem komplett uneleganten Kampfsystem.

Ich argumentiere hier also eigentlich weniger gegen Gygax sondern vielmehr für die Genialität der ursprünglichen Rollenspielregeln. Das heißt nun nicht, dass jeder OD&D spielen soll oder dass jede Iteration danach komplette Scheiße war. Aber man sollte das schon ernsthaft studieren, wenn man sich mit Gamedesign beschäftigt (finde ich). Wenn ich mir die heutigen Produkte anschaue, dann wird da eben oft geklopft mit irgendwelchen Features, die absolut überkompliziert oder einfach nicht durchdacht sind. Damals gab es eine gewisse Schwarmintelligenz, weil die Community mangels Alternativen oft die selben Sachen rezipiert hatten. Insofern wäre es eigentlich am besten, man würde gar nicht mehr so stark über einzelne Menschen sprechen, sondern mehr über die Strukturen und die Ideen, die von diesen hervorgebracht wurden.

Offline ghoul

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.137
  • Username: ghoul
    • Ghoultunnel
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #42 am: 11.09.2026 | 21:25 »
Ich bin mal so frei die Tippfehler zu verbessern:

Zitat
Das Hauptproblem kam dann erst mit diesem vermaledeiten d20-System und den HD als Trefferpunkte. Das war schon auch Arnesons Fehler, aber Gygax hat das ja in AD&D noch weiter verschlimmbessert mit einem komplett uneleganten Kampfsystem.

 ;D
Tactician: 96%
PESA hilft!
PESA diskutiert.
Desweiteren: Alle deine Probleme wurden bereits in AD&D 1e gelöst.

Offline ghoul

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.137
  • Username: ghoul
    • Ghoultunnel
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #43 am: 11.09.2026 | 21:39 »
Mal ernsthaft:
tarinyon, du bist offenbar ein Chainmail-Fan, und magst die Veränderungen nicht, die Arneson und Gygax mit D&D vorgenommen haben - so verstehe ich dich.
Doch gerade diese Änderungen ergeben ein neues Spiel, ein Spiel, das sehr gut funktioniert! Klar kann man OD&D und AD&D schlechtreden, aber das ist halt sehr subjektiv gesprochen auf diese Art.
Ich mag nicht auseinanderdividieren, was genau schon Arneson beigesteuert hat und was erst Gygax. Klar ist, es war einiges von Arneson. Settembrini hat auf Elemente hingewiesen, die von Gygax kamen (bspw. den Überraschungswurf, den gab es vorher nicht). Zudem, wie ich oben schrieb, ist es normal, bekannte Elemente zu verwenden. Die Kunst liegt darin, sie neu zu benutzen, zu erweitern, zu kombinieren, durch eigne Elemente zu komplettieren, genau was Gygax getan hat (Arneson hat einfach aufgehört "zu liefern"). So etwas wie den 1e-DMG hat es vorher nicht gegeben und auch später kamen höchst selten vergleichbare Werke (Pavillon Noir kommt nah dran). Man begreift den DMG in seiner Komplexität nur durch das Spiel - ein komplexes Kampagnenwelt-Spiel wird durch den DMG möglich.
Für mich gilt: Geehrt werden müssen beide für ihre Schöpfung! Verehrt wie Idole vielleicht nicht, sie waren halt Menschen mit Stärken und Schwächen wie wir alle. Kann man ja belästern, wenn einem derart klatschmäulig zumute ist, ändert aber nichts an der neuartigen Qualität ihrer Spiele.
Tactician: 96%
PESA hilft!
PESA diskutiert.
Desweiteren: Alle deine Probleme wurden bereits in AD&D 1e gelöst.

Offline schneeland (n/a)

  • Administrator
  • Titan
  • *****
  • Cogito ergo possum
  • Beiträge: 15.673
  • Username: schneeland
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #44 am: 11.09.2026 | 21:41 »
...aber das er ein so verkorkstes Stück Mensch gewesen sein soll...

Bitte ein bisschen auf die Wortwahl achten! Es gibt sicherlich genug Gründe, Elon Musk kritisch zu sehen und nicht zu mögen, aber "verkorkstes Stück" würden wir hier gern nicht mehr als Bezeichnung für irgendeinen Menschen lesen.
All good things come to those who wait! ... like dual flamethrowers and beer.

Offline tarinyon

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 594
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: tarinyon
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #45 am: 11.09.2026 | 22:17 »
Mal ernsthaft:
tarinyon, du bist offenbar ein Chainmail-Fan, und magst die Veränderungen nicht, die Arneson und Gygax mit D&D vorgenommen haben - so verstehe ich dich.
Doch gerade diese Änderungen ergeben ein neues Spiel, ein Spiel, das sehr gut funktioniert! Klar kann man OD&D und AD&D schlechtreden, aber das ist halt sehr subjektiv gesprochen auf diese Art.
Ich mag nicht auseinanderdividieren, was genau schon Arneson beigesteuert hat und was erst Gygax. Klar ist, es war einiges von Arneson. Settembrini hat auf Elemente hingewiesen, die von Gygax kamen (bspw. den Überraschungswurf, den gab es vorher nicht). Zudem, wie ich oben schrieb, ist es normal, bekannte Elemente zu verwenden. Die Kunst liegt darin, sie neu zu benutzen, zu erweitern, zu kombinieren, durch eigne Elemente zu komplettieren, genau was Gygax getan hat (Arneson hat einfach aufgehört "zu liefern"). So etwas wie den 1e-DMG hat es vorher nicht gegeben und auch später kamen höchst selten vergleichbare Werke (Pavillon Noir kommt nah dran). Man begreift den DMG in seiner Komplexität nur durch das Spiel - ein komplexes Kampagnenwelt-Spiel wird durch den DMG möglich.
Für mich gilt: Geehrt werden müssen beide für ihre Schöpfung! Verehrt wie Idole vielleicht nicht, sie waren halt Menschen mit Stärken und Schwächen wie wir alle. Kann man ja belästern, wenn einem derart klatschmäulig zumute ist, ändert aber nichts an der neuartigen Qualität ihrer Spiele.

Ja, klar. So kann man das schon sehen. Aber ich bin halt vielleicht auch enttäuscht darüber, wie es sich entwickelt hat. Die "First Fantasy Campaign" gibt ja Hinweise darauf, wie es hätte kommen können. Ich habe ja auch mit AD&D 1E und 2E gespielt. 2E würde ich auch jederzeit wieder spielen. Es geht mir vielmehr darum, dass OD&D auch eine komplexe Weltsimulation ermöglicht. Man muss dafür einfach nur das Outdoor Survival Brettspiel auspacken und alle Regeln anwenden, die in Buch 2 stehen. Klar, es wäre besser gewesen, sie hätten anstatt des Rule Bloats in den Supplements etwas in der Art der FFC veröffentlicht. Da stehen ja die ganzen Tables drin, die man braucht.

Aber wie du schon erkannt hast: ich bin vielleicht zu sehr Chainmail-Fan und für mich ist eigentlich auch schon OD&D zu neumodisch  >;D Den alternate Combat Table nutze ich jedenfalls nicht. Und nur d6 im Spiel zu werfen ist auch krass elegant eigentlich. Vorgestern hab ich ein Spiel für drei 10 Jahre alte Kinder geleitet. Da mussten sie ein paar Germanen verdreschen, die sich in einer vorchristlichen Wallanlage versteckt haben. Einer hat sich der Wache am Eingang im Zweikampf gestellt: dann schnell man-to-man, Schwert und Speer verglichen, 2d6 und ab dafür. Die anderen haben zu zweit gegen fünf Gegner auf einmal gekämpft. Sie selbst in mittlerer Rüstung, die Germanen in leichter Rüstung. In zwei Runden war der Kampf gegen 9 Gegner erledigt. Selbst wenn da ein großes Monster eingreift, dann ist das super schnell zu Regeln (weil ja sogar noch in OD&D angegeben ist, als wie viele Männer ein Monster angreift oder verteidigt). Eleganter geht es nicht. Das Umrechnen in diese Prozentabelle aka d20-vs.AC-Tabelle schluckt halt schon einiges von den Sachen, die bei dem Troop-Type-System berücksichtigt werden. Probleme gibt es halt noch bei den Schadensregeln. Aber ich würde es so machen, dass man jeden HD nicht auswürfelt, sondern als Hit to Kills zählt. So ähnlich wie bei Fate, wo man diese Kästchen hat. Ein normaler Man ist dann halt einfach bei einem Hit tot. Deswegen spielt man sowas ja auch nicht. Ich will ein Hero sein! Und der hält mindestens 4 Hits aus. Hier muss man dann nur noch ausdiskutieren, ob wir das per Runde zählen (und man pro Runde die htk braucht, um jemanden zu killen) oder ob man es eher so wie Arneson macht und eine höhere Zahl von htk auswürfelt (also z.B. mit der überlieferten Formel von (3d6)*3d6). Klar, es gibt da schon Unstimmigkeiten hinsichtlich Fantasy-Combat-Table usw (braucht man den, zählen da Instakills). Aber da Fantasy-Combat-Table und Man-To-Man ja später dazu kamen und der Appendix D von Chainmail eh für alle Monster Troop-Type-Äquivalente gibt, braucht man eigentlich nur dieses System und Man-to-Man für Humanoide im Zweikampf.

Online Zouan81

  • Experienced
  • ***
  • Beiträge: 436
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zouan81
    • rearbo GAMES  -  Meine Projektseite
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #46 am: 11.09.2026 | 23:50 »
Bitte ein bisschen auf die Wortwahl achten! Es gibt sicherlich genug Gründe, Elon Musk kritisch zu sehen und nicht zu mögen, aber "verkorkstes Stück" würden wir hier gern nicht mehr als Bezeichnung für irgendeinen Menschen lesen.

Muss ich voll beipflichten. Sowas muss einfach nicht sein, dass man mit solchen Begrifflichkeiten argumentiert.

Für mich ist jemand wie Elon Musk einfach schwer einzuschätzen. Was genau schwebt ihm vor? Was sind seine Ziele? Etc. etc.

Einen Vergleich zu Gary Gygax zu ziehen finde ich da auch schwierig, auch wenn ich über Gygax ebenfalls gelesen habe, dass er nicht zimperlich war, wenn es darum ging, seine Ellenbogen gegen Partner einzusetzen, um eben erfolgreich zu werden. Dass er sich schlussendlich auch mit Arnesons Idee bereichert und seinen Geschäftspartner übergangen hat, ist ja auch kein großes Geheimnis.

Ein Engel war er sicher nicht. Und ehrlich mag ich es auch nicht, mit Verstorbenen derart hart ins Gericht zu gehen. Gygax weilt ja jetzt schon seit über 15 Jahren nicht mehr unter uns und er hat damit auch keine Gelegenheit mehr, seine charakterlichen Makel, die er nunmal hatte, zu korrigieren.

Gespielte Regelsysteme:

D&D, DSA, RdW, Saga, Earthdawn


Meine Projektseite:

http://www.rearbo.de

Offline Ainor

  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 3.270
  • Username: Ainor
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #47 am: 12.09.2026 | 00:50 »
Für mich ist jemand wie Elon Musk einfach schwer einzuschätzen. Was genau schwebt ihm vor? Was sind seine Ziele? Etc. etc.

Einen Vergleich zu Gary Gygax zu ziehen finde ich da auch schwierig,

Tjo, ich würde sogar sagen: der Vergleich ist schlecht, weil vermutlich gar keine Einigkeit darüber herrscht wofür Musk so genau steht.

Und Änderungen gegenüber Chainmail einfach so als Verschlechterungen zu bezeichnen halte ich auch für gewagt. Wir wissen doch garnicht ob es nicht diese Änderungen waren die dem Spiel zum Durchbruch verholfen haben.

auch wenn ich über Gygax ebenfalls gelesen habe, dass er nicht zimperlich war, wenn es darum ging, seine Ellenbogen gegen Partner einzusetzen, um eben erfolgreich zu werden. Dass er sich schlussendlich auch mit Arnesons Idee bereichert und seinen Geschäftspartner übergangen hat, ist ja auch kein großes Geheimnis.

Ob er das auch so gesehen hat? Die meisten Leute überschätzen bei gemeinsamen Projekten die Bedeutung ihres Beitrags.

Ein Engel war er sicher nicht. Und ehrlich mag ich es auch nicht, mit Verstorbenen derart hart ins Gericht zu gehen.

Volle Zustimmung. Est ist ja nicht so als hätte er Verbrechen begangen. Insofern sind viele dieser Urteile etwas anmassend.
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
Im Rollenspiel ist auch hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie zu unterscheiden.
Meine 5E Birthright Kampagne: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,122998.0.html

Offline tarinyon

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 594
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: tarinyon
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #48 am: 12.09.2026 | 07:39 »
Verbrechen? Wtf? Wer schreibt hier was von Verbrechen? Im Eingangspost ist genau dargelegt, um was es geht. Und nebenbei: nur weil jemand verstorben ist, darf man nicht mehr über dessen Handlungen Diskutieren, oder was? Ist jetzt nicht so, als wäre der zum Schluss ein netter alter Herr gewesen. Kann doch jeder im Dragonsfoot Forum nachlesen,wie er dort in seinen letzten Lebensjahren agiert hat. Unter anderem hat er geschrieben, dass Frauen biologisch nicht fürs Gaming vorgesehen sind. Da hat der Gary sich schon selbst schön in ein schlechtestes Licht gerückt.

PS übrigens hat er sich so schon in den 70er Jahren aufgeführt, wo er dann rumgerantet hat, wenn es um Frauen in rollenspiel geht, dann fallen ihm auch noch rape tables ein usw. Das hat schon damals einige Leute abgestoßen.
« Letzte Änderung: 12.09.2026 | 07:42 von tarinyon »

Offline ghoul

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.137
  • Username: ghoul
    • Ghoultunnel
Re: [Hot Take] Gary Gygax ist der Elon Musk des Rollenspiels
« Antwort #49 am: 12.09.2026 | 08:18 »
Das ist doch genau eine Fehlinterpretationen eines Zitats, meine ich. Da macht er sich durch Überhöhung lustig über die Kritik an ihm (wenn auch auf ungeschickte Weise).

Tatsächlich hat er sich die Mühe gegeben, den DMG durchweg inklusiv zu schreiben. Auch längst kein "fighting man" mehr in OD&D.
Sicher macht ihn das nicht zur Ikone der Frauenbewegung, aber es ist weitaus mehr, als andere zu der Zeit hinbekommen haben (s. TSR UK) und nicht selbstverständlich.
Tactician: 96%
PESA hilft!
PESA diskutiert.
Desweiteren: Alle deine Probleme wurden bereits in AD&D 1e gelöst.