Autor Thema: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel  (Gelesen 74360 mal)

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Offline Doc-Byte

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #525 am: 11.02.2026 | 17:09 »
Da werde ich aber nicht umhinkommen, dass ich als letzte Überarbeitung vorschlage meinen echten Namen drauf zu setzen und nicht meinen Forennamen - aber da ist ja noch hin!

Na, das nenn ich mal eine effektive Selbstmotivation! ;D

Immerhin, zum zweiten Mal Bergfest gefeiert  :d

Also, ich könnte so als Motivationsboost ja einfach noch ein paar Seiten an das Buch hängen... 8] ~;D
Übrigens hab ich dich streng genommen etwas ausgetrickst, denn der eigentliche Inhalt fängt ja im Grunde genommen erst auf Seite 5 an und nach der Zählweise warst du durch die zusätzlichen 4 Seiten von mir gar nicht auf unter 50% zurückgefallen. ;)

Das war zu ebenso großem Teil eine Designentscheidung wie Zeitersparnis. Zu einem düsteren Gaslight-Streampunk-Setting passt sowas auch, zu einem poppigen SciFi-Setting eher weniger.

Da das Thema "Ilustrationsstil" jetzt öfters aufkam, hab ich mich noch mal hingesetzt und ein Beispiel dafür erstellt, wie ich mir den Look so Pi mal Daumen vorstelle. (Ich bitte darum, es nicht als Provokation aufzufassen, dass ich dafür auf eine KI zurückgegriffen habe, eine andere Option habe ich aktuell und vor allem spontan auf die Schnelle einfach nicht wirklich.)



Das ist so grob der rein grafische Stil, den ich mir für Star Reeves im Lauf der Zeit gedanklich zurechtgelegt habe und denn ich - Stand heute - im Falle des Falles auch so an einen menschlichen Illustrator kommunizieren würde.

Auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass viele Bastler beim Schreiben ihres superkomplexen Systems mit toller Hintergrundgeschichte und ausufernden Settingsdetails gerne eines vergessen - das was man früher Klappentext nannte. Und damit meine ich nicht nur den Text auf dem Buchrücken, sondern (gerade bei abgefahrenen Settings) ein Kapitel, das explizit eine stark vereinfachte Version dessen was später kommt beinhaltet, damit man nicht von Details überrollt wird, bevor man überhaupt anfängt Interesse zu entwickeln.

Ich hab da eine sehr knapp gehaltene Einleitung geschrieben:

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Vielleicht für eine Übersicht in deinem Sinne schon wieder zu knapp. :think:

Online gilborn

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #526 am: 11.02.2026 | 20:12 »
Das ist so grob der rein grafische Stil, den ich mir für Star Reeves im Lauf der Zeit gedanklich zurechtgelegt habe und denn ich - Stand heute - im Falle des Falles auch so an einen menschlichen Illustrator kommunizieren würde.
Light-Hearted, Westernanteil deutlich erkennbar, Cyberwareanteil, positive Farbwahl, etwas Comicartig: Mir gefällts.

Was mir da in den Sinn kommt, Wyndor hat bei seinen verblüffenden DSA1 Illustrationen ja seine KI trainiert.
Das heißt für mich (als jemand der noch keinen großen Kontakt mit Zeichnen-KIs hatte), man müsste doch, wenn man eine originelle Vision seines eigenen Stils hat, eine KI so trainieren können, dass das meiste bereits in richtiger, konsequenter Konturzeichnung, Farbwahl, Detailgrad, Realitätsgrad, Grittyness etc. ausgespuckt wird.

Dann hätte man alles aus einem Guss.

Aber wie gesagt, ich bin Laie und nach dem was ich von Wyndor gelesen habe, ist das Trainieren ja auch nicht ganz ohne (und ich vermute auch mit Bezahlmodellen verbunden).

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #527 am: 13.02.2026 | 21:47 »
Bin gerade bei den Schiffswerten und wie sie hergeleitet werden:

Über folgende beide bin ich gestolpert:

  • Aktionspunkte = Triebwerk + Reputation
  • Kritische Treffer = Rumpf + Moral

Reputation und Moral sind für mich nicht ohne weiteres greifbar, weshalb sie hier in die Rechnung eingehen. Moral ist die Moral der Mannschaft, die hat zumindest nicht unmittelbar etwas mit dem Schiff zu tun.
Ähnliches gilt auch für die Reputation.

Gibt es hierzu eine innerweltliche Erklärung?
Auf Metaebene vermute ich, dass es darum geht, dass sich jedes Attribut auch in einem abgeleiteten Attribut wiederfindet und die Symmetrie zu den Werten einzelner SCs gewahrt bleibt?
« Letzte Änderung: 13.02.2026 | 22:12 von gilborn »

Offline Doc-Byte

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #528 am: 15.02.2026 | 01:38 »
Ja, die Werte von Fahrzeugen entsprechen 1:1 den Werten von Charakteren:

- Charaktere haben (Physis + Präsenz) Aktionspunkte und einen (Härte + Hartnäckigkeit) langen Wundenzähler.

- Die Eigenschaften entsprechen sich: Physis = Triebwerk, Präsenz = Reputation, Härte = Rumpf und Hartnäckigkeit = Moral

- Ensprechend wird für Fahrzeuge die identische Formel angewendet und führt zu (Triebwerk + Reputation) Aktionspunkten und (Rumpf + Moral) Kritische Treffer aka Wunden

Fahrzeuge werden ja grundsätzlich von den Regeln auch analog zu Charakteren behandelt, der Unterschied ist nur, dass die Aktionen eines Schiffs von verschiedenen Besatzugnsmitgliedern ausgeführt werden können. Dabei müssen sie sich aber die Aktionspunkte des Schiffs teilen. Davon ausgehend ergibt es wiederum auch einen gewissen Sinn, dass die Werte der Besatzung (Reputation und Moral) mit einen Einfluss darauf haben, wie gut das Schiff als Gemeinschaftsobjekt funktioniert.

Ich greife jetzt etwas vor, aber Flotten (S.268) funktionieren wieder nach dem identischen Prinzip: Hier werden die Attributspaare Energie + Diplomatie für die AP und Struktur + Zusammenhalt für die Kritischen Treffer verwendet.

Und ja, im Prinzip ist das alles erstmal dem Vereinheitlichen der Regeln geschuldet, folgt aber auch einer gewissen Logik, da Schiffe und auch Flotten von den Regeln wie eigenständige Charaktere behandelt werden und die Besatzungen zu einem Teil des "Gesamtorganismus" werden. Innerweltlich muss man sich das tatsächlich etwas zurechttüddeln:

- Präsenz, Reputation und Diplomatie kann man als eine generelle Souveränität im Auftreten sehen. Weniger zögerliches und entschlosseneres Agieren würde dann mit in die Menge der Aktionspunkte einfließen.

- Hartnäckigkeit, Moral und Zuammenhalt stehen für Durchhaltewille und Weitermachen trotz Verletzungen / Schäden. Das Schiff oder die Flotte halten länger durch, was sich in einem längeren Zähler für Kritische Treffer wiederspiegelt.

Und klar, am Ende des Tages ist das ein massives Metagaming. Man muss sich gedanklich von der Vorstellung lösen, dass die Attribute und Merkmale eines Raumschiffs oder einer Raumflotte rein auf deren physikalischen Eigenschaften basieren, sondern ein Mischwert sind, in den auch die Besatzung(en) mit einfließen. - Aber hey, schau dir doch mal eine typische Star Trek Folge an: Da wird die Enterprise von mehreren Torpedosalven getroffen, die Schilde versagen und die Hälfte der Brückenkonsolen explodieren mal wieder... Aber die Sterenflottenbesatzung gibt nicht auf, während die meisten Schurken nach ein, zwei echten Treffen das Weite suchen oder gleich spektakulär explodieren (es sei denn, es sind Klingonen ;D).

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #529 am: 15.02.2026 | 07:22 »
Dann waren meine Überlegeungen schon richtig.

Sehr gut eingedampft erklärt auf jeden Fall, viele Texte wären übrigens 1A Kommentare für den lieben Marshall:
Ja, die Werte von Fahrzeugen entsprechen 1:1 den Werten von Charakteren:
[...]
Ich greife jetzt etwas vor, aber Flotten (S.268) funktionieren wieder nach dem identischen Prinzip: Hier werden die Attributspaare Energie + Diplomatie für die AP und Struktur + Zusammenhalt für die Kritischen Treffer verwendet.
[...] Präsenz, Reputation und Diplomatie kann man als eine generelle Souveränität im Auftreten sehen. Weniger zögerliches und entschlosseneres Agieren würde dann mit in die Menge der Aktionspunkte einfließen.
[...] Hartnäckigkeit, Moral und Zuammenhalt stehen für Durchhaltewille und Weitermachen trotz Verletzungen / Schäden. Das Schiff oder die Flotte halten länger durch, was sich in einem längeren Zähler für Kritische Treffer wiederspiegelt.
[...]
Man muss sich gedanklich von der Vorstellung lösen, dass die Attribute und Merkmale eines Raumschiffs oder einer Raumflotte rein auf deren physikalischen Eigenschaften basieren, sondern ein Mischwert sind, in den auch die Besatzung(en) mit einfließen.

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #530 am: 15.02.2026 | 18:08 »
Sehr gut eingedampft erklärt auf jeden Fall, viele Texte wären übrigens 1A Kommentare für den lieben Marshall:

Es gibt da so einen fleißigen Helfer, der mir Hinweise an den Rand schreibt, wenn derartige Ergänzungen hilfreich wären. Dann versuche ich - ähm, versucht der liebe Marshall meistens, dafür irgendwie Platz zu schaffen. Ich komm nur gerade nicht auf den Namen von diesem Kommentator, es war irgendwas mit "g". Gibson oder so ähnlich...? :think: 8] ~;D

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #531 am: 16.02.2026 | 10:01 »
Es gibt da so einen fleißigen Helfer, der mir Hinweise an den Rand schreibt, wenn derartige Ergänzungen hilfreich wären. Dann versuche ich - ähm, versucht der liebe Marshall meistens, dafür irgendwie Platz zu schaffen. Ich komm nur gerade nicht auf den Namen von diesem Kommentator, es war irgendwas mit "g". Gibson oder so ähnlich...? :think: 8] ~;D
Ich richte diesem Gibson aus, dass er es hinschreiben soll ; )

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #532 am: 17.02.2026 | 18:41 »
Ich richte diesem Gibson aus, dass er es hinschreiben soll ; )

Ich hab mal mit dem Marshal gesprochen. Er lässt ausrichten, dass er eh schon wieder eine kleine to-do Liste hatte und eine entsprechende Anmerkung im Fahrzeugkapitel ergänzt hat. :d

Was mir da in den Sinn kommt, Wyndor hat bei seinen verblüffenden DSA1 Illustrationen ja seine KI trainiert.
Das heißt für mich (als jemand der noch keinen großen Kontakt mit Zeichnen-KIs hatte), man müsste doch, wenn man eine originelle Vision seines eigenen Stils hat, eine KI so trainieren können, dass das meiste bereits in richtiger, konsequenter Konturzeichnung, Farbwahl, Detailgrad, Realitätsgrad, Grittyness etc. ausgespuckt wird.

Dann hätte man alles aus einem Guss.

Aber wie gesagt, ich bin Laie und nach dem was ich von Wyndor gelesen habe, ist das Trainieren ja auch nicht ganz ohne (und ich vermute auch mit Bezahlmodellen verbunden).

Die einfachste Trainingsmethode wäre vermutlich, ein Lora Model zu trainieren. Dafür bräuchte man einige Bilder, die so nah wie möglich am angestrebten Stil sind. Bei den Onlineanbietern ist das normalerweise nur als Pro aka Abo Account zugänglich. Man kann das aber grundsätzlich auch lokal machen, dauert halt dann länger. Ich hab das Thema "KI Bildergenerierung" sogar im Blick gehabt, als ich letztes Jahr meinen PC erneuert habe, weil der alte kein Update auf Windows 10 (Edit: 11 natürlich) mehr bekommen hat. Näher mit den entsprechenden Tools hab ich mich zwar noch nicht beschäftigt, aber mit der RTX 3060 sollte ich zumindest die Option habe, in kleinem Umfang lokal mit KI Anwendungen zu arbeiten. :think:

Was ganz gut funktioniert, ist allerdings "Image Fusion". Damit hab ich am Wochenende herumgespielt und das Übertragen eines Bildstils auf ein anderes Bild funktioniert damit ziemlich gut. (Ich bin mir nichtmal sicher, ob es dafür überhaupt gedacht ist... ;D) Besonders natürlich, wenn die Bilder eh schon einen ähnlichen Stil haben und es nur um Feintuning geht.

---

Ich hab jetzt tatsächlich eine Reihe von Bildern nochmal neu generiert und bewusst versucht, den von mir angepeilten Stil umzusetzen. Aber ich will an dieser Stelle gar nicht wieder groß das KI Thema aufwärmen. Es bleibt für mich eine Lösung für den Augenblick und was da mal kommen mag oder nicht kommen mag, wird die Zukunft zeigen.

Offline pharyon

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #533 am: 17.02.2026 | 20:50 »
Hi, ich finde, du machst das mit deinem Projekt ganz richtig. Auch insbesondere mit deiner gewählten Zielsetzung. Bin schon gespannt, was deine kreativen KI-Schäfchen generiert haben.

Jetzt hab ich meine letzte Prüfung bald hinter mir. Danach würde ich auch wieder helfen, wenn du magst. Wie ich mitbekommen habe, hast du mit Gilborn ja schon super Unterstützung, insbesondere für die Regelteile. Gibt es noch etwas, dem du etwas Zeit und Kreativität widmen möchtest, um dein GRW 'fertig' zu haben? Was beim Setting oder der angedachten Kampagne?

Liebe Grüße und weiter so.  :headbang:

p^^
"Lassen Sie uns die leichten Raumanzüge anziehen - schließlich wollen wir ja nicht ins All." (Koloth, Sohn des Rodoth)

Das Licht deiner Gedanken bestimmt die Farben deiner Welt.

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #534 am: 17.02.2026 | 21:45 »
Bin schon gespannt, was deine kreativen KI-Schäfchen generiert haben.

Tatsächlich mehr ein Feilen am Look alter Illus und gar nicht so viel komplett Neues. - Direkte Folge aus Der Diskussion(TM), btw. :D

Gibt es noch etwas, dem du etwas Zeit und Kreativität widmen möchtest, um dein GRW 'fertig' zu haben? Was beim Setting oder der angedachten Kampagne?

Nachdem das bei der Einführungsepisode so gut als "Katalysator" geklappt hat, wäre ein Blick über und Feedback zur Kampagne tatsächlich super, auch wenn bei aktuell 472 Seiten Basis-Handbuch die Luft für massive Ergänzungen langsam dünn wird. Ich glaube ich sollte mal gedanklich ein Hardlimit von 500 Seiten im Hinterkopf abspeichern. Nur zur "Sicherheit" im Fall der Fälle. ;D ;)

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #535 am: 18.02.2026 | 11:04 »
Ich fänds voll super wenn du auch mitmischen würdest pharyon!
 :d

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #536 am: 18.02.2026 | 19:59 »
Ich fänds voll super wenn du auch mitmischen würdest pharyon!

Hat er ja schon -  bei der Einführungsepisode. ;) Davon mal abgesehen, stimme ich dir aber völlig zu. :d

---

So, eine "kleine" Vorschau (Achtung KI Inhalt):

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)


PS: So ironisch das jetzt klingen mag, aber ich muss mich tatsächlich bei @Jiba bedanken, denn ohne seinen Post hätte ich diese ganzen Illus wahrscheinlich nicht nochmal "überarbeitet" und statt dessen für "gut genug" befunden. Es sind zwar (für den Augenblick) immer noch KI Bilder, aber in meinen Augen ist das trotzdem noch mal ein deutliches Upgrade zu den vorherigen Bildern.

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #537 am: 19.02.2026 | 19:01 »
Kleiner Gruß vom Marshal an Gibson. ~;D

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Offline Jiba

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #538 am: Heute um 16:37 »
Hey, ich hatte in den zwei Wochen viel zu tun und habe mich selbst in den letzten Tagen viel an KI-Bilderstellung versucht und ein paar Erkenntnisse gewonnen, wie ich das Phänomen bewerten mag. Aber ich gehe jetzt erst einmal auf deine Posts ein.

Zunächst: Ja, die Kritik war hart formuliert, aber es ist auch ein emotionales Thema. Zumal in einem Kontext (dem Kontext des LLM-Threads), in dem bestimmte Nutzer den grundsätzlichen Anstand und die Wertschätzung für handwerklich geschaffene Illustrationen vollkommen vermissen lassen (oder im Fall der realen Macht- und Geldverhältnisse gar eine Täter-Opfer-Umkehr betreiben). Das lässt bei jeglicher Beschäftigung damit die Gemüter hochkochen. Bleibt nicht aus.

Also, insofern, hast du meine Wertschätzung dafür, dass du dich mit dem, was ich geschrieben habe, überhaupt noch auseinander setzen willst.

Der Anfang bleibt im meinen Augen dennoch identisch: Ich beschreibe meine Vorstellung. - Das der darauf folgende Weg zum Ergebnis ein anderer ist und sich die Ergebnisse unterscheiden werden, bestreite ich nicht. Was ein "menschlicher Künstler" am Ende dann ganz konkret zeichnet, kann ich aber letztlich auch nicht kontrollieren. (Und die meisten Künstler würden den Versuch vermutlich auch nicht sonderlich mögen.) Natürlich kann ich ihn hinterher um sehr konkreter Änderungen bitten als eine KI, wobei letztere beim promt to edit auch immer besser wird. - Aber, ehrliche Frage, weil ich es echt nicht weiß: Wie viele Änderungswünsche macht so ein Zeichner mit und wie lässt er sich das bezahlen? Ist es überhaupt realistisch, später noch viel am menschgemachten Bild nahzuschleifen?

Ich würde sagen: Was ein menschlicher Künstler zeichnet kannst du schon besser kontrollieren als bei der AI. Ich habe vor ein paar Tagen versucht Änderungen mit ChatGPT an Bildern umzusetzen. Wenn man ungefähr weiß, was man will, dann gibt einem ChatGPT auch ungefähr die richtige Richtung. Aber perfekt ist es nicht; gerade was bestimmte Zeichenstile angeht. Ich habe beispielsweise versucht, Illustrationen zu erstellen, die wie alte Kuperstiche aussehen. Das, was ich bekomme, ist was Kleidung, Anatomie oder Details angeht noch immer nicht gut – und das kann es auch gar nicht sein, weil es nicht viel Referenzmaterial, das diese Dinge in Szene setzt, im Netz gibt, das in die Trainingsdaten Aufnahme gefunden hätte. Stilremixe wird (Stand jetzt) ein menschlicher Künstler immer besser machen können.

Und in der Regel wird der Künstler schon auch ganz spezifische Änderungen (zum Beispiel den Look einer bestimmten Waffe usw.) für dich umsetzen, wenn du ihn darum bittest und sagst "Hey, das ist mir wichtig." Kommt alles natürlich auch immer auf den Vertrag an. Ihr werdet nicht unendlich viele Runden drehen, bis ein brauchbares Ergebnis rauskommt.

Das liegt aber auch in der Natur der Sache. Ich finde, man muss sich bei sämtlicher, komplexerer Kunst vom Gedanken verabschieden, dass da ein einzelnes schöpferisches Genie den gesamten Prozess kontrolliert und jeder einzelne Aspekt des fertigen Werkes seine persönliche Vision zu 100% ausdrückt. Moderne, künstlerische Erzeugnisse, sind Gemeinschaftsprojekte. Selbst Bücher schreibt nicht eine einzelne Person alleine und dann ist gut. 

Zitat
Mit Designer meinst du hier den Illustrator? Das ein Mensch seinen eigenen Stil einbringt ist schon klar, aber als Entwickler des Spiels sollte ich doch schon gewisse Vorgaben machen dürfen, was für Illustrationen ich gerne hätte. Ich meine, wenn ich Bilder von meinen nicht-menschlichen Spezies benötige, sollten die im Bild schon so aussehen, wie sie im Text beschrieben wurden. Und beschriebene Orte bspw. sollten im Bild erkennbar sein. - Und klar, ein Mensch wird sich immer leichter tun (gut "immer" ist ein starkes Wort, aber jetzt gerade auf jeden Fall noch), diese Beschreibungen zu verstehen.

Und wenn ich Bilder mit einem Comic-Look möchte, kann der Illustrator auch nicht sagen: Ich hab das Bild mal photorealistisch gezeichnet, weil mir das besser gefällt. - Eine Illustration ist ja gerade kein für sich alleine stehendes Kunstwerk, sondern eine sehr spezifische, zweckgerichtete Verbildlichung einer ganz konkreten "Sache".
Stimmt. Aber das Ding ist: In einem Rollenspiel gehst du ja nicht zu irgendeinem Künstler, sondern suchst dir einen aus, der deiner Vision, wie du die Spielwelt sehen willst, am besten Ausdruck verleihen kannst. Du willst Illus im Comic-Look? Du suchst dir einen Künstler, der genau diesen Look beherrscht. Und dann wird er ihn auch liefern können. Professionelle Künstler werden auch nicht einfach "irgendwas" zeichnen, sondern sich schon ans Briefing halten, so gut ihnen ihre eigene Kunstfertigkeit es ihnen erlaubt.

Und selbstverständlich ist eine Auftragsillustration etwas anderes als ein Kunstwerk, das aus reiner Eigenillustration entsteht. Aber die meisten Künstler werden in dem Bereich, um den es hier geht, nämlich Bilder, die Teil eines weltenbaulichen Prozesses sind, da auch nicht herangehen wie bei einer technischen Zeichnung, sondern ihre eigene Kreativität auch sehr stark in den Prozess einbringen. Die machen nicht einfach nur ein, for lack of a better term, "gezeichnetes Produktfoto". Gerade bei Bildern, die Orte oder Szenen oder Charaktere illustrieren, kommt subtiles oder offensichtliches Storytelling mit in die Ausgestaltung.

Zitat
Vorneweg eine ehrlich gemeinte Frage: Ist dir bewusst, dass ich nach wie vor eine ganze Reihe von Stock Art Bildern zwischen den KI Bildern habe? Falls du mit "alle" nämlich wirklich "alle" Bilder und nicht nur die KI Bilder meinen solltest, würde das auch einige menschliche Zeichner treffen.
Danke für den Hinweis! Das war mir tatsächlich nicht bewusst und hat natürlich dann auch Einfluss auf die Einschätzung. Ich habe mir vor ein paar Monaten eine Version gezogen, die ich hier im Thread gefunden habe. Wie aktuell die ist, kann ich auch nicht sagen.

Zitat
Daraus ergibt sich unmittelbar auch Folgendes: Ja, es gibt keinen perfekt durchgehenden Stil. Das ergibt sich schon automatisch aus der (Mit)Verwendung von Stock Art. Und die KI Bilder wurden zwar immer wieder durch neue, fortschrittlichere ersetzt, sind aber auch noch eine Mischung unterschiedlicher Models und Generationen. - Trotzdem habe ich versucht, eine gewisse Richtung einzuschlagen. Die Selbstfindungsphse hat zwar eine Weile gedauert, aber inzwischen habe ich einen Stil, den ich bei allen neuen Ki Bildern anpeile, auch wenn er in der Tat unterschiedlich gut getroffen wird. Das die KI da Schwächen hat, bzw. sich die Schwäche auch aus der Nutzunge unterschiedlicher Models ergibt, ist klar.
Bemerke ich. Ich finde auch zum Beispiel das letzte Bild, das du gepostet hast, mit dem schießenden Cowboy, stillistisch ansprechender als vieles, was ich zuvor gesehen habe.



Ich finde aber schon, dass da noch mehr geht... und das, was mehr ginge, liegt dann häufig auf der konzeptionellen Ebene. So, wie die Illu gestaltet ist, fällt mir zum Beispiel auf, dass der Cowboy vorne unscharf ist, während der Hintergrund (das Spaceship) scharf ist. Die wirbelnde Staubwolke in der Mitte ist viel zu stilisiert für den Rest des Bildes und stört den Gesamteindruck. Etc.

Viel wichtiger aber – wie gesagt, konzeptionell – ist, dass das Bild kein Storytelling betreibt. Worauf schießt unser Protagonist? Was fühlt er dabei? Wo sind die Hinweise im Bild, dass er überhaupt schießen muss?

Eine gute Illu beantwortet diese Fragen. Und meiner Erfahrung nach haben LLM-erzeugte Bilder, nicht so sehr menschliche, große Schwierigkeiten, diese Fragen explizit illustrativ aufzufangen, wenn man nicht ewig und drei Tage nachprompten will. Gute menschliche Illustratoren denken das direkt so mit und betreiben intentionales, visuelles Storytelling in den Details eines Bildes.

Eine meiner Lieblingsillustrationen aller Zeiten stammt aus der ersten Edition von 7te See.

https://drive.google.com/file/d/1wiDvvQczzBpcppARXKHqvuulfEZyPKPR/preview

Hier ist gar nicht mal das Zentrum des Bildes spannend, sondern der Hintergrund. Der Typ, der gelangweilt seine Hähnchenkeule mampft. Die beiden Damen, die intrigant über das Geschehende flüstern. Der Mann, der schockiert zur Dame schaut, die in Ohnmacht gefallen ist.

Diese Intentionalität mit KI hinzukriegen ist noch immer sehr, sehr kompliziert oder langwierig. Und ich finde: Das soll sie auch sein. Lange für etwas zu brauchen zwingt und auch im Prozess über etwas nachzudenken. Dann wird das alles nicht so sloppy.

Zitat
Btw, da ich außer am PC nie mit D&D zutun hatte: Wie genau sehen "generische Fantasyillus wie bei D&D" denn aus? - Und jetzt sagt bitte nicht, "wie deine KI Bilder", das hilft mir nicht weiter. :D
Das ist so eine "I know it, when I see it"-Frage.  ;) Aber ich versuche es trotzdem mal.

Der generische D&D-Fantasystil der letzten Jahre hat sich aus den amerikanischen Videospiel-Artworks der letzten Jahre entwickelt. Die "World of Warcraft"-Ästhetik war da z.B. ein wichtiger Vorreiter. Der Stil zeichnet sich meiner Ansicht nach aus durch relativ flache Beleuchtung (klassische 3-Punkte-Lichtsetzung), gesättigte Farben, dünne, oft geradezu unsichtbare Linienführung, Annäherung an realistische Proportionen von Figuren (Haare, Gesichtsaufbau etc.), aber im US-Comic-Stil bzw. Hollywood-Chic (es gibt eigentlich keine "echten" Gesichter, sondern alle Menschen sind viel zu schön und fehlerfrei; selbst in Fantasysettings herrscht dabei die Verwendung von Make-Up vor; Muskeln sind völlig aufgepumpt). Perspektivisch wenig abwechslungsreich: Die Kamera schaut meistens von der Seite oder frontal oder leicht schräg von vorne drauf und zeigt möglichst viel. Keine interessanten Perspektiven oder spannenden Point-of-View-Shots.









Die Liste ist natürlich nicht erschöpfend. Und es gibt auch gute Illustrationen in dieser Machart, die auch mal gegen eine oder mehrere Regeln da oben verstoßen.

Aber, um zu sehen, wie es anders gehen kann, vergleiche mal die Artworks für ARC:Doom.




Oder für CY Borg.




Oder einfach nur den Shit, den Jon Hodgson damals für "Der Eine Ring" gemacht hat.



Wobei auch das neue Artwork zum Teil echt cool ist.



Unabhängig davon, wie gut man die einzelnen Illustratoren jetzt findet: Der Stil ist weit weg von der Gefälligkeit eines kleinsten, gemeinsamen Nenners beim Artwork. Er ist unverwechselbar. Weil er sich eben auch eine gewisse Stilisierung erlaubt.
« Letzte Änderung: Heute um 16:41 von Jiba »
Engel – ein neues Kapitel enthüllt sich.

“Es ist wichtig zu beachten, dass es viele verschiedene Arten von Rollenspielern gibt, die unterschiedliche Vorlieben und Perspektiven haben. Es ist wichtig, dass alle Spieler respektvoll miteinander umgehen und dass keine Gruppe von Spielern das Recht hat, andere auszuschließen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie spielen sollen.“ – Hofrat Settembrini

Offline Jiba

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #539 am: Heute um 16:38 »
Zitat
Die Wahrheit ist leider auch, dass ich selbst 500€ für Bilder nicht in dieses Projekt stecken könnte. Und ob ich damit selbst das Minimalbedürfnis nach Bildern decken könnte, ist vermutlich eher fraglich. Gibt es Künstler die bereit sind, sagen wir mal um die 30 Bilder, für ein paar Euro zu zeichnen und dann noch obendrauf kommerzielle Nutzungsrechte einräumen, ohne die eine mögliche Printausgabe nur schwer umsetzbar wäre? - Auch hier eine ehrlich gemeiten Frage, denn in der Tat weiß ich es nicht.
Nein.

Das muss man dann doch ganz klar sagen. Nicht "für'n paar Euro".

Wobei ich sagen würde: Rein vom künstlerischen Aspekt aus (Umwelt, Politik, Ethik mal außen vor gelassen), hätte ich keine Probleme damit, wenn du dein Regelwerk AI-bebilderst (würde nicht "illustrierst" schreiben), solange – wichtige Einschränkung! – du diese Printausgabe zum reinen Selbstkostenpreis anbietest. Das heißt, wer sie haben will, gibt dir genau soviel Geld dafür, wie es kostet, das Ding extern zu drucken und zu verschicken. Höchstens eine winzige Aufwandsentschädigung in Höhe dessen, was man bei z.B. itch.io auch für einen blanken, ausgestalteten Text verlangen würden. So 2-3€ maximal. Alles andere hätte ein wahnsinniges Geschmäckle für mich und fühlte sich nach Umgehung des geschäftlichen Risikos für maximalen Gain an.

Zitat
Ein anderer Punkt ist, dass ich persönlich leider ganz schelcht darin bin, Kontakte aufzubauen und Menschen anzusprechen. - Und wenn das nur den Hobbybereich beträfe, wäre ich froh, ist leider aber nicht der Fall. Zeichen kannst du bei mir übrigens vergessen, ich bin handwerklich total unbegabt und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Stifte nach einer Weile durchs Zimmer fliegen würden.
Bei beidem zu sagen "ich bin halt schlecht" bringt dich als angehender Autor leider nun einmal überhaupt nicht weiter. Das bremst dich nur aus. Klar ist das hart! Klar bringt es einen auch mal an den Rand der Verzweiflung. Aus dem Team des "Malmsturm"-Rollenspiels ist der Spruch überliefert "Das Spiel ist erst fertig, wenn jeder im Team dreimal über das Regelwerk gekotzt hat." Sehr bildhaft, klar. Aber wahr. Ein kreatives Projekt durchzuziehen, ist teilweise einfach emotionale Knochenarbeit. Und damit es dich nicht völlig fertigmacht, brauchst du die Fähigkeit zum Kompromiss. Diese Fähigkeit kann man entwickeln. "Done is better than perfect" ist ein Satz, der da seinen Sinn hat.

Und das Ding ist auch: Du brauchst Kontakte zur Szene. Du musst in der Lage sein, mit anderen in Kontakt zu treten. Das muss ja nicht einmal persönlich geschehen. Du setzt dich ja hier im Forum bereits mit Leuten auseinander und bringst dein Werk nach vorne. Da sind die ersten Schritte halt schon getan. Aber diese Zusammenarbeit mit anderen Rollenspielschaffenden (anderen Autoren, Spieldesignern, Künstlern) wird dein Projekt überhaupt erst großartig machen.

Man muss sich auch, was ich auch erst lernen musste, von dem Gedanken verabschieden, dass Künstler irgendeine abgehobene Elite darstellen, die man nur ansprechen darf, wenn man selbst irgendwie Stephen King oder Hideo Kojima ist, oder so (eine Vorstellung, die einigen respektfreieren Äußerungen im LLM-Thread wohl zugrunde liegt). Diese Leute sind normale Menschen. Mit denen kann man sich auch als Laie gut unterhalten und sogar ins Professionelle vorstoßen.

Wichtig ist da halt auch eine gewisse Bescheidenheit über das eigene künstlerische Verständnis. Ich will da ganz ehrlich sein: Einerseits zu sagen "Ich bin handwerklich beim Zeichnen völlig untalentiert" und "Ich kann mit Künstlern nicht reden", andererseits aber zu sagen "Ich muss unbedingt mein Buch illustrieren und will leeren Raum im Buch vermeiden, indem ich Illustrationen noch und nöcher da reinhaue"... das geht für mich nur so semi zusammen. Warum? Du hältst dich für untalentiert genug, selbst nichts zeichnen zu wollen, aber für talentiert genug, einem Künstler sehr, sehr klare Vorgaben machen zu wollen, dass Bilder so und nicht anders aussehen.

Nicht falsch verstehen. Klar, wir wissen schon, was uns gefällt. Welche Stile wir mögen, etc. Und vielleicht können wir argumentieren, warum. Aber der Schritt darüber hinaus ist halt, Kunst auch pitchen zu können. Und die Frage zu beantworten: Was soll die Kunst in meinem Buch eigentlich erzählen? Und zwar nicht die Story auf dem Bild, sondern die Verwendung eines bestimmten Art Styles.

Du kannst nicht zeichnen? Cool. Kann ich auch nicht. Ich habe mich da als Jugendlicher ausprobiert, war aber zu schnell zu frustriert, um weiterzumachen. (Riesenfehler, übrigens. Hätte ich die Frustration ausgehalten, könnte ich heute viel coolere Sachen machen.) Aber ich habe mich halt in digitale Bildbearbeitung reingearbeitet. In Layout. In Pixelart auch ein bisschen. Und deshalb glaube ich schon, dass ich mehr über eine Illu in einem Regelwerk sagen kann, als jemand, der einfach auf ChatGPT einen Prompt zusammenhackt, um das eigene Gesicht wie eine Ghibli-Version aussehen zu lassen.

Nicht falsch verstehen: Ich sage nicht, dass du so jemand bist. Was ich damit sagen will, ist: Es lohnt sich, sich zu fragen, ob es Workarounds gibt oder ob man vielleicht wen kennt, der die Art im eigenen Buch besser beurteilen kann, als man selbst. Wenn man mit einem Künstler zusammenarbeitet, passiert diese Rückkopplung ganz automatisch. Wenn man nur mit einem LLM rumspielt, dann nicht.

Und wenn du zu viele leere Räume im Buch hast, gibt es andere Möglichkeiten. Erst einmal kannst du da eine Menge im geometrische Formen oder farbliche Ausgestaltung von Texten etc. damit die Seite auch ohne Illu optisch ansprechend aussieht. Und: Keine Angst vor Weißraum. Der kann für sich selbst genommen schon stylisch aussehen.

Beispiel aus einem meiner Projekte: Ich arbeite aktuell immer mal wieder an einem Indie-Rollenspiel, bei dem die SCs zusammen ein Restaurant führen (denkt an "The Bear" oder "Chef" oder "Overcooked" oder sowas). Da habe ich Playbooks für geschrieben und hatte keine Illustrationen oder anderen grafischen Elemente. Also, Workaround: Ich habe die Playbooks so gelayoutet, als wären es Menükarten eines fancy Sternerestaurants. Und habe dann Vektor-Illustrationen von Gewürzen gekauft, und die den einzelnen Rollen zugewiesen. So hat das Playbook "The Innovator" den Pfeffer, "The Veteran" hat das Salz, "The Barkeeper" hat die Minze, usw. Für die grafische Auflockerung reicht das aus. Vor allem wenn man, wie du, ein Indieprojekt macht.

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Und darüber hinaus funktioniert mein Gehirn leider so, dass es mir extrem schwer fällt, die Kontrolle zu verlieren, selbst wenn es nur gefühlt sein sollte. :-\
Gut, darauf kann ich jetzt natürlich auch nichts erwidern. Ich bin als ADHS-Betroffener auch neurodivers, aber deutlich anders als du vielleicht. Was ich nur zu bedenken geben möchte: Kreative Projekte sind Kontrollverlust. Sie sind nicht dann fertig, wenn sie fertig sind. Sie sind fertig, wenn du emotional an dem Punkt bist, zu sagen: "Was auch immer daran noch nicht stimmt... ich ertrage das jetzt. Ich gebe die Kontrolle ab."

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Burgen sind aber vielleicht doch ein andere Anwendungsfall als Raumhäfen, oder? :) Und in vielen Fällen war es ja gerade der Vorteil, dass die KI auch auf total verrückte Idee kam. Das war ja bewusst oder zumindest unbewusst auch gesucht. - Und wie schon gesagt: Natürlich kann man nichts davon 1:1 übernehmen, aber es liefert einen Ausgangspunkt. Für dich hat es zur Recherche geführt, weil du historische Vorbilder berücksichtigen wolltest, ich habe freiweg die Ideen weiter gesponnen oder tatsächlich auch mal lediglich "Settingkonform" gemacht.
Ja, klar, KI kann Inspiration liefern, stelle ich nicht in Abrede. Aber bitte sieh davon ab, zu sagen, ein Large-Language-Modell sei auf "Ideen gekommen". So funktionieren die nicht. Du kannst sicher sein: Alles, was die KI dir über Raumhäfen gesagt hat, stand im Netz schon einmal irgendwo anders.

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Ähm, ich habe gesagt, dass man der KI Kategorien vorgeben muss, wenn man ganz konkret kombinierbare Tabellen haben will. Und genau das habe ich gemacht. Ich habe überlegt, welche Themen meine Tabellen behandeln sollen und zu diesen Themen nach Vorschlägen gefragt [...]

Deine Ausführungen machen es mir jetzt klarer, zu verstehen, wie du KI benutzt. Darauf muss ich jetzt auch nicht eingehen. Ist völlig in Ordnung, wie du das tust. Danke für die Klarstellung

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Im "Schlechte Cover"-Thread mit KI-Illus rumzuspringen, die angeblich besser sind (sie waren tatsächlich nur auf andere Weise schlecht), kann genau als so eine Respektlosigkeit gegenüber menschlicher, künstlerischer Arbeit, aufgefasst werden. Dass du dir da bei einem gewissen Anteil an kreativen Menschen hier im Forum keine Freunde machst, sollte dich nicht wundern.

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Punkt 1) Es war eine sehr konkrete Antwort auf einen Vorredner, der ausdrücklich Bezug auf KI Bilder nahm.
Punkt 2) Wenn es nicht ersichtlich genug war, dass es scherzhaft gemeint war, tut es mit leid und ich entschuldige mich dafür, es nicht deutlicher gemacht zu haben.

Aber bedenke doch einmal für einen Moment den Kontext. Da geht es darum, dass ein Künstler, der tatsächlich echte händische Arbeit reingesteckt hat, eine Illustration gemacht hat. Und du flext, indem du zeigst "Oh, KI hat auch mal ein Cover gemacht"... mit der subtilen Annahme, die sei irgendwie besser. Dabei ist nicht einmal klar, ob dieses Cover wirklich aus Unverständnis heraus so schlecht ist, oder ob es, nun ja, mit voller Absicht so schlecht hingebastelt wurde. Der Gag, den du da versucht hast, war für Leute mit einem bestimmten künstlerischen Verständnis schon unfunny. Besonders, weil sich das in einem Thread ereignete, der zum Lästern über menschliche Illustratoren und deren Werke gebraucht wurde.

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Vieles ist halt nicht alles. ;)
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Wie du über meine Arbeit urteilst, ist mit herzlich egal. - Achtung: Konstruktive Kritik ist mir hingegen absolut nicht egal! - Aber auf persönlicher Ebene angegangen zu werden, ist in meinen Augen etwas völlig anders und so einige Äußerungen habe ich so empfunden, auch wenn sie allgemein gehalten wurden. - Ohne einen speziellen User dabei im Kopf zu haben. - Und sma hat ähnliche Eindrücke geschildert, so völlig subjektives Fehlempfinden kann es also nicht sein.

Ja. Meine Kritik ist hart. Weil ich nicht denke, dass es etwas bringt gerade bei etwas so fundamental menschlichem wie kreativem, künstlerischem Ausdruck um den heißen Brei herumzureden. Ich habe jetzt in meiner beruflichen Laufbahn in verschiedenen, kreativen Berufen gearbeitet und da kriegt man manchmal auch echt harte Kritik zu hören – am Freitag meinte meine Guild Lead noch zu mir "Die Texte sind scheiße." Nehme ich ihr nicht krumm. Weil ich weiß, dass sie da Recht hatte.

Nimm den Fast Food-Vergleich. Ich könnte mich jetzt sofort ins Auto setzen und zum KFC fahren. Fänd ich richtig geil. Aber: Ist auf die Dauer nicht gut für mich und nicht zu vergleichen mit wirklich gutem Essen. Aber KFC tut ja, was er soll. Er wird halt nur nie besser sein als das, was er sein soll. Und ich glaube halt auch, dass du in dem, was du da machst, besser werden kannst (For the love of God, ditch that f***ing headline font!).

Ich meine, du sagst ja selbst, dass du Vieles noch nicht kannst, Vieles nicht an Skills nicht ausprobieren möchtest. Soll ich mich jetzt hinstellen und sagen: Hey, was du machst, ist ganz ganz super und dein kreativer Ansatz ist auch voll wertvoll und ja, du hast ja Recht: Das "bestmögliche Ergebnis" ist wirklich, wenn in jeder Lücke eine KI-Illu sitzt?

Das bringt dich doch nichts. Einfach weil das "bestmögliche Ergebnis" im Schaffen jeglicher Art von Kunst ein defizitäres,  Ergebnis ist, das man nicht bis ins letzte My kontrollieren kann. Wenn ich hoffe mit einer Sache zu dir durchzudringen, dann ist es diese: Kreative Projekte zu machen... das ist immer ein chaotischer Kompromiss. Ich gehe daher auch nicht von einer Idealvorstellung aus. Ich gehe davon aus, dass man nie alles haben kann, was man möchte und dass das okay ist. Und dass das Weglassen von Sachen unausweichlich ist. Ein kreatives Projekt durchzuziehen bedeutet eben, die Kontrolle abgeben zu können.

Und ich bin jetzt auch mal ganz ehrlich: Ich bin auch unabhängig von der KI-Nummer nicht der größte Fan deines Spiels. Ich finde dafür, dass du von Space-Western schreibst, ist mir einfach zu wenig "Western" drin. Das, was ich lese, wirkt auf mich viel mehr wie ein Militärpolizei-Rollenspiel, bei dem alle Leute zufällig Cowboyhüte tragen. Es ist nicht so sehr "Fistful of Dollars" in Space als vielmehr "Walker: Texas Ranger" in Space. Und ich bevorzuge den "Fistful of Dollars". Da ist unser Zugang auch einfach zu unterschiedlich. 

Ich wünsche dir trotzdem – und das meine ich ganz ehrlich – dass du mit deinem Spiel glücklich wirst. Dass du es zu einem für dich zufriedenstellenden Abschluss bringst. Dass du ein gutes Spiel machst, an dem andere Spaß haben.

Ich glaube eben: Du könntest schon ein besserer Autor und ein besserer Spieledesigner werden. Und sogar kunstdirektorische Skills entwickeln. Dich zu sehr auf die AI-Kunst zu fokussieren (weil die auch, seien wir ehrlich, am meisten Dopamin ins Hirn kickt), scheint mir der falsche Weg. Dein Spiel hat andere Baustellen, die dringender deiner Aufmerksamkeit bedürfen:
  • Das Layout (Fontwahl, Umgang mit Weißraum (sei mutig genug, die Hintergrundtextur viel subtiler zu machen).
  • Der Text (Aufbau, Fehlen wichtiger Informationen (wie sehen die Gesetze, die die Star Reeves durchsetzen, konkret aus und wer bestimmt darüber), Eindeutigkeit... und ich persönlich würde mir etwas ausgefallenere Alienspezies wünschen als diese Tiermenschen-Nummer).

Die kannst du noch verbessern. Das kann alles noch supergut werden, mit deinem Spiel. Da steckt ja doch auch eine Menge Potenzial drin, denn das Genre "Space Western" ist so übersättigt eben tatsächlich nicht.

Du hast da was an der Angel, was richtig gut werden kann. Aber damit das passiert, liegt halt noch ein holpriger Weg vor dir.

Ich wünsche dir, dass du ihn meisterst. Und ich will auch um Verzeihung bitten. Einige Punkte kamen bestimmt etwas zu hart rüber. Der ganze KI-Kram regt mich einfach nur maßlos auf, weil er so gerne dazu benutzt wird, menschliche künstlerische Arbeit zu entwerten. Ob du jetzt mein Feedback interessant findest oder nicht... es ist dein Spiel, du musst das wissen. Ich glaube halt einfach das, was du hier machst, könnte so viel besser sein.

Engel – ein neues Kapitel enthüllt sich.

“Es ist wichtig zu beachten, dass es viele verschiedene Arten von Rollenspielern gibt, die unterschiedliche Vorlieben und Perspektiven haben. Es ist wichtig, dass alle Spieler respektvoll miteinander umgehen und dass keine Gruppe von Spielern das Recht hat, andere auszuschließen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie spielen sollen.“ – Hofrat Settembrini

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #540 am: Heute um 19:41 »
Ich finde dafür, dass du von Space-Western schreibst, ist mir einfach zu wenig "Western" drin. Das, was ich lese, wirkt auf mich viel mehr wie ein Militärpolizei-Rollenspiel, bei dem alle Leute zufällig Cowboyhüte tragen. Es ist nicht so sehr "Fistful of Dollars" in Space als vielmehr "Walker: Texas Ranger" in Space. Und ich bevorzuge den "Fistful of Dollars". Da ist unser Zugang auch einfach zu unterschiedlich. 
Da würde ich gerne einhaken, speziell für ein Rollenspiel fände ich Italo-Western viel schwieriger umzusetzen als z.B. amerikanischer Western.
Italo Western ist wortkarg, gerade die Protagonisten sind eher Lone Wolfs und die Funktionieren meiner Meinung nach im Rollenspiel als Spielercharakter überhaupt nicht.

Außerdem ist Italo Western ja doch eher dreckig, gemein und nihilistisch, selbst die Guten sind bestenfalls grau.
Und das Positive, optimistische am Star Reeves finde ich sehr erfrischend und macht für mich einen Großteil des Reizes aus.

Auch dass man Gesetzeshüter spielt finde ich super in Hinblick aufs Rollenspiel:
Die SCs haben Autorität in der Welt, sind also erstmal Kraft ihrer Rolle angehalten Entscheidungen zu treffen und ermutigt Aktiv zu werden.
Außerdem ist die so Motivation und Handlungsauftrag der SCs klar - da schreibt sich ein Abenteuereinstieg selbst.

Wenn ich jetzt "für eine Handvoll Dollar" emulieren müsste wäre das schwierig, da der Hauptcharaktere hier intrinsisch handeln. Gerade mit einer Gruppe ist das schwierig umzusetzen.
Ich glaube das ist einer der wesentlichen Pluspunkte im Shadowrunsetting: Die klare Auftragsstruktur.
Und die hat man durch den Texas Ranger Ansatz von Star Reeves ebenfalls, nur auf Seite des Lichts statt des Zwielichts.

Wo ich mitgehe: Mehr Western in Bild und Text fände ich super!
« Letzte Änderung: Heute um 20:58 von gilborn »

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Re: [Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
« Antwort #541 am: Heute um 22:11 »
Auch dass man Gesetzeshüter spielt finde ich super in Hinblick aufs Rollenspiel:
Die SCs haben Autorität in der Welt, sind also erstmal Kraft ihrer Rolle angehalten Entscheidungen zu treffen und ermutigt Aktiv zu werden.
Außerdem ist die so Motivation und Handlungsauftrag der SCs klar - da schreibt sich ein Abenteuereinstieg selbst.
Kann ich absolut bestätigen. Hab ne ganze Weile lang Starship Troopers als RPG gespielt und es war sehr entspannend und befreiend, dass so Sachen wie "was sollen wir eigentlich tun?", "warum ist das unserer Problem?" und "warum ist mein Charakter eigentlich überhaupt in dieser Gruppe?" mal kein Thema waren. Da lief mehr Charakterspiel als in sämtlichen meiner Fantasy-Runden zusammen, weil durch die Abklärung des Rahmens einfach der Raum und die Bühne dafür da waren.
« Letzte Änderung: Heute um 23:11 von Galatea »
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