Autor Thema: Charakterbögen: Top & Flop  (Gelesen 4164 mal)

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Offline bolverk

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Re: Charakterbögen: Top & Flop
« Antwort #50 am: 24.11.2020 | 10:20 »
Der größte Unfug bei Charakterbögen sind in meinen Augen tatsächlich Größe, Haarfarbe oder Augenfarbe... wtf, die Augenfarbe (wenn sie nicht spezifisch hervorgehoben wurde) hat bei mir  bisher auch wirklich genau gar keine Relevanz für jegliches Spielerlebnis ever gehabt. Oder hat ein GM schon Spielern nen Nachteil gegeben, weil sie 1,73 und nicht 1,74 groß waren?

Oder anders: ich gehe davon aus dass meine Spieler ein Bild von ihrem Char haben und solche Details nicht aufschreiben brauchen.
Ja, das ist auch so ein Ding, dass ich noch nie ausgefüllt habe. Soweit ich mich erinnere, hatte der Charakterbogen meines ersten Charakters überhaupt (DSA 3)  Angaben für Gewicht und Größe in "Stein" und "Finger". Seufz.
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Offline Anro

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Re: Charakterbögen: Top & Flop
« Antwort #51 am: 24.11.2020 | 15:08 »
Ja, das ist auch so ein Ding, dass ich noch nie ausgefüllt habe. Soweit ich mich erinnere, hatte der Charakterbogen meines ersten Charakters überhaupt (DSA 3)  Angaben für Gewicht und Größe in "Stein" und "Finger". Seufz.

Ich weiß nicht, ist das ein Detailgrad-problem?
"Ich will nicht auf den Centimeter genau wissen wie groß ich bin" - artig, oder ein "Das ist aus designtechnischer Sicht zu sehr von den relevanten Werten ablenkend?"

Ich persönlich würde da wohl kurz denken, dann 1,80 eintragen und immer wenn ich das sehe "eher groß" denken, und gut.
Ist ja nur ein Tool, was helfen soll.
Also ist "dünn" und "stämmig" gut, aber Gewicht nicht?

Nur damit meine Formulierung nichts falsches suggeriert, ich bin der Meinung, dass ein Einordnen gut ist - zwingt ein wenig sich die Fragen zu stellen- aber der Detailgrad halt viel zu hoch ist.
Wobei mir es egal wäre, weil ich es eh als groben Richtwert nutzen würde und nicht als dogmatischen Wert.

Offline nobody@home

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Re: Charakterbögen: Top & Flop
« Antwort #52 am: 24.11.2020 | 15:30 »
Es gibt prinzipiell schon Systeme, in denen Körpergröße, Körperbau, und sogar Gewicht gelegentlich mal eine Rolle spielen können. Das sind dann halt die detailverliebteren, die auch schon mal Fragen wie "Wem paßt die gefundene Rüstung?" und "Wer kann die morschen Seile hochklettern, ohne daß sie reißen?" erstens aufwerfen und dann zweitens bitte auch mit Hilfe genau dieser Angaben beantworten können wollen...mein Fall wäre übertriebene 'Genauigkeit' in solchen Situationen auch nicht, weil's grobe Kategorien und ggf. etwas Würfelglück meiner Ansicht nach genausogut tun, aber grundsätzlich kann ich die Gedankengänge dahinter schon nachvollziehen.

Offline Selis

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Re: Charakterbögen: Top & Flop
« Antwort #53 am: 24.11.2020 | 17:33 »
Ich für meinen Teil muss schon sagen, das so fluffige Angaben abseits der Stats, wie Größe, div. Körperfarben etc. ziemlich wichtig ist, ganz unabhängig von der Mechanik.
Für mich ist das ein wichtiger Bestandteil des Charakters, der sich eben nicht allein durch Stats definiert.

Offline klatschi

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Re: Charakterbögen: Top & Flop
« Antwort #54 am: 24.11.2020 | 18:52 »
Ich für meinen Teil muss schon sagen, das so fluffige Angaben abseits der Stats, wie Größe, div. Körperfarben etc. ziemlich wichtig ist, ganz unabhängig von der Mechanik.
Für mich ist das ein wichtiger Bestandteil des Charakters, der sich eben nicht allein durch Stats definiert.

Ich stimme Dir da vollkommen zu. Nur: Was gehört auf ein Charactersheet und wie lange will man es haben, damit es übersichtlich bleibt?
Ich für meinen Teil kann voll damit leben, wenn meine Spieler ihre Charaktere in allen facetten beschreiben (wobei Augefarbe noch nie genannt wurde), aber auf das Charactersheet hab ich noch nie geguckt um zu sehen, wie groß er oder sie nun genau ist  ;)

Aber wahrscheinlich haben wir da auch einfach eine unterschiedliche Auffassung davon, was ein Charactersheet genau machen soll :-)

EDIT: Letzten Satz angepasst, damit er verständlicher wird

Offline Selis

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Re: Charakterbögen: Top & Flop
« Antwort #55 am: 24.11.2020 | 19:02 »
Es ist mir noch nie unter gekommen, das es mehr als einen kleinen Block in Anspruch nimmt.

Offline Shin Chan

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Re: Charakterbögen: Top & Flop
« Antwort #56 am: 24.11.2020 | 19:53 »
Ich finde ebenso alles über 1 oder 2 Seiten unerträglich.

Mir gefällt der MERS Bogen, die Dungeonworld Playbooks find ich klasse, oder, auch toll, der hier genannte Barrowmaze Bogen.

Die meisten Bögen sind leider, wie das Geschwafel von vielen Leuten, wirr, zu lang und absolut nicht zielstrebig.

Online Gunthar

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Re: Charakterbögen: Top & Flop
« Antwort #57 am: 24.11.2020 | 21:52 »
MERS für Einsteiger: Das komplette Charakterblatt passt auf 1/3tel einer A4 Seite.  :d

Offline bolverk

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Re: Charakterbögen: Top & Flop
« Antwort #58 am: 27.11.2020 | 12:11 »
Nur damit meine Formulierung nichts falsches suggeriert, ich bin der Meinung, dass ein Einordnen gut ist - zwingt ein wenig sich die Fragen zu stellen- aber der Detailgrad halt viel zu hoch ist.
Wobei mir es egal wäre, weil ich es eh als groben Richtwert nutzen würde und nicht als dogmatischen Wert.
Ja, ic beschreibe meine Charaktere gerne mit "hochgewachsen", "stämmig" oder "untersetzt und einen halben Kopf kleiner als der Durchschnitt" oder so. Eine Liste mit Augenfarbe, Haarfarbe, Größe und Gewicht brauche ich ebensowenig wie einen Platz für Charakterportraits. Es gibt sicherlich Leute, für die dergleichen wichtig ist, für mich ist es Platzverschwendung.

Ideal finde ich, wenn ein Bogen nicht überlang ist, aber dennoch so viele wichtige Infos wie möglich beinhaltet, dass ich nicht in jeder Kampfrunde einmal im Regelwerk nachschlagen muss. Das ist natürlich eine Gradwanderung. Einen D&D-Spellcaster zu spielen, ohne das Buch aufgeschlagen zu haben oder drölf Seiten an Zaubern ausgedruckt bereitzuhalten, ist sinnlos. Außer man hat ein wirklich gutes Gedächtnis.
« Letzte Änderung: 27.11.2020 | 12:15 von bolverk »
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Offline Argamae

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Re: Charakterbögen: Top & Flop
« Antwort #59 am: 18.12.2021 | 09:53 »
Puh, wie zu erwarten, gehen die Meinungen hier auseinander.

Ich habe da hinsichtlich einzutragender Details oder Seitenanzahl wenig Präferenzen. Tendenziell aber: je mehr ich an (relevanten) Details vermerken kann und dies auch einigermaßen übersichtlich/auffindbar bleibt, desto mehr mag ich einen Charakterbogen. Insbesondere für Convention-Runden oder One-Shots, für die ich vorgefertigte Charaktere austeile, sind auch ein paar beschreibende Details (Haarfarbe, Körpergröße, Statur, etc.) nützliche Visualisierungshilfen.
Als ein gelungenes Beispiel für solche Bögen nenne ich mal den Mythras-Charakterbogen (2 DINA4-Seiten). Das System gibt ja auch eine Menge Details und Spielwerte her. Hier in Reihenfolge die jeweilige Seite 1 vom alten Stil, dem neuen Stil und dem für "Classic Fantasy" (AD&D-Simulation mit Mythras).


[Quelle: drivethrurpg.com]

Gegen Designelemente und Grafiken auf Charakterbögen habe ich nichts, im Gegenteil: wenn der Bogen ein wenig vom Flair des Hintergrundes/Systems transportiert, ohne dabei die Zweckdienlichkeit zu opfern, dann immer her damit! Genannt und gezeigt wurde hier schon der von "Barrowmaze" (Mega-Dungeon für Labyrinth Lord), den ich echt schön finde. Der wird allerdings noch getoppt von dem für "Verbotene Lande", welchen ich zu den schönsten Charakterbögen aller Zeiten zähle (und den gibt's auch in druckfreundlich):


[Quelle: geekdo-images.com]

Wenn es hart auf hart kommt, dann zöge ich Klarheit und Übersichtlichkeit jederzeit Verschnörkelungen und kunstvoller Druckschrift vor. Aber kann man es auch mit der Nüchternheit übertreiben, wie etwa bei diesem augenkrebsverursachenden Vertreter von AD&D 2nd Edition. Überhaupt waren viele frühen (A)D&D-Bögen ziemlich öde.


[Quelle: scribd.com]

Ebenso schlimm: wenn die Grafikelemente den größten Platz auf dem Bogen einnehmen (ja, auch wenn es Katzen sind - und es schmerzt mich, dass schreiben zu müssen):


[Quelle: Dirt-Kami auf Deviant Art]
In Memoriam Gary Gygax (1938-2008)
|Auf's Spielraster mit ihm! Er soll an den Spielen teilnehmen, bis er spielend stirbt!| - MCP in TRON
In The Shadow Of A Die

Offline Eadee

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Re: Charakterbögen: Top & Flop
« Antwort #60 am: 18.12.2021 | 10:20 »
Die WoD - Charactersheets sind so ziemlich das Optimum was ich bisher erlebt habe. Ich meine damit insbesondere:
- Vampire: The Masquerade
- Mage: The Ascension
- Werewolf: The Apocalypse

In dieser Reihenfolge.
- Bei Vampire gibt es nur eine sehr überschaubare Anzahl an disziplinen, deren Wirkung man in sehr kurzer Zeit verinnerlichen kann. So dass man eigentlich gar keine ausformulierten Regeln oder Auflistungen von Fähigkeiten auf sein sheet packen muss (solange man sich von Ritualen fernhält).
Die Vor- und Nachteile sind die einzigen Sonderfälle bei denen halt der jeweilige Spieler die Regeln kennen muss. Von denen hat man aber idR auch nicht so viele dass es chaotisch wird. So kann ein SL die Fähigkeiten eines völlig unbekannten Charakters in nur einem Blick über den Charakterbogen einschätzen.

- In Mage the Ascension gibt es noch weniger Sphären als Disziplinen bei Vampire, dadurch wird es noch übersichtlicher. Doch da sowohl magische Artefakte weit häufiger sind und man neben den erlernten Formeln auch noch irgendwo notieren muss welche Zauber für wie lange wo mit welchem Effekt aktiv sind wird es eben etwas aufwändiger in der Buchführung.

- Werewolf hat zum Glück eine gute Übersicht über die Eigenschaften der verschiedenen Formen. Da aber die Gaben alles einzelfähigkeiten sind und nicht wie bei Vampire in mini-Skilltrees gepackt sind muss man jede einzelne davon aufschreiben und auch das Auswendiglernen dieser Gaben ist deutlich aufwändiger weil sie alle ohne Zusammenhang zueinander daherkommen. Auch hat bei Werewolf quasi jeder Charakter noch Rituale was nochmal zusätzliche Infos auf dem Sheet sind.

Wenn man so elegante und simple Sheets haben will muss man aber wohl wirklich sein ganzes Spielsystem darauf auslegen.