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Autor Thema: FATE Smalltalk  (Gelesen 128311 mal)

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Online nobody@home

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2150 am: 20.04.2017 | 14:46 »
Ich habe nun schon öfter mal gelesen, dass man seine "Erfolge" aufsplitten kann (z.B. bei Venture City).
Wie genau ist das gemeint? Wenn ich drei Erfolge habe, kann ich zwei davon einfach auf eine andere Probe geben?
oder ist dies z.B. beim Angriff gemeint um zwei Gegner gleichzeitig anzugreifen?

Das ist meines Wissens einfach nirgendwo besonders klar definiert -- ich meine, da hatten wir vor einer Weile erst hier oder nebenan im Regelfaden eine Diskussion zum Thema -- und es gibt wohl auch einfach keine allgemeine Regel (von eher formlosen Sachen wie dem Abschnitt "Außerordentlich Großer Erfolg" auf Fate Core [dt] S. 201 mal abgesehen, wonach halt ein toller Würfelerfolg auch gerne ausdrücklich tolle Auswirkungen haben darf), die mir tatsächlich sagt "klar, du kannst deine Erfolge jederzeit aufteilen". Das Thema taucht eher in besonderen Einzelzusammenhängen hier und da mal auf.

Bei Venture City beispielsweise geht's wohl speziell um den "Extra Action"-Spezialeffekt, den eine Superkraft eventuell mitbringen kann; in dem Fall würde ich den Text so interpretieren, daß du dir vom Erfolg der Ausgangsaktion halt Erfolgsstufen abziehen kannst, um damit noch eine passende zweite Aktion der Qualität "abgezogene Erfolgsstufen plus eins" durchzuführen, d.h., eventuelle Verteidigungs- oder Widerstandswürfe würden dann gegen diesen Wert gehen.

Beispiel: so ein klassischer "Merc" wie auf Venture City S. 23 schießt auf sein Ziel und schafft (mit +4 auf Schießen wegen Superkraft und wahrscheinlich einem anständigen Fertigkeits-Basiswert darunter) locker mal eben sechs Erfolgsstufen -- voller Erfolg und solider Treffer, aber sein Ziel ist "nur" ein namenloser Politiker-NSC. Also nimmt er seinen "Extra Action"-Spezialeffect in Anspruch, läßt zwei Erfolgsstufen stehen und investiert vier in eine Zusatzaktion; sagen wir mal, er schießt auch noch auf die Leibwächter seines Ziels (die die SL freundlicherweise als Mob behandelt), um gleich in einem Aufwasch reinen Tisch zu machen. Weil's in der Beschreibung des Spezialeffekts so steht, darf er auf beide Ergebnisse noch mal 1 addieren, er trifft also sein Originalziel für drei Stufen (was so ziemlich jeden namenlosen NSC ausschalten sollte) und macht dann noch einen automatisch Hervorragenden (+5) Zusatzangriff gegen die Leibwächter, die allerdings im Gegensatz zu ihrem bereits einknickenden Schützling noch ihren normalen Verteidigungswurf bekommen.

Das ist, wie gesagt, alles meine Interpretation dieses bestimmten Spezialeffekts, und gerade mal ein einzelnes mal eben herbeihandgewedeltes Beispiel. Mein Söldner hätte wahrscheinlich statt einer Zweitattacke auch eine andere Zusatzaktion starten können (in Deckung hechten, Blendgranate werfen, was-weiß-ich), ich habe mich einfach für die offensichtlichste entschieden, und wenn man's drauf anlegt, kann man die Detailfragen wahrscheinlich noch beliebig vertiefen.

Daneben gibt's dann noch in Fate Core selbst diese merkwürdige Extraregel für Angriffe gegen mehrere Ziele auf S. 214, nach der man ggf. nicht seine Erfolgsstufen, sondern das Ergebnis seines Wurfs an sich aufteilen soll. Die irritiert mich dieser Tage eher, weil's erstens für so etwas sonst im ganzen Buch keinen Präzedenzfall gibt und sie also als ganz besondere Extrawurstregel daherkommt und mir zweitens scheint, als wäre sie nie richtig durchdacht worden (ich kann z.B. mit einem hinreichen mauen Basiswert und Würfelpech auf einen Wurf von Null oder weniger kommen...wie teile ich so was dann noch mal gerecht auf, bitte?), so daß ich so eine Aktion heutzutage persönlich wohl anders verhausregeln würde.

Offline sprawldog

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2151 am: 20.04.2017 | 14:53 »
Was oben im letzten Absatz erwähnt wird, findest sich auch im SRD.
http://srd.faterpg.de/fate-core/spielleiten/was-machst-du-waehrend-des-spiels/

Ich nutze das in der Tat so.


Edit: Nachbearbeitung weil der Regelvorschlag aus Fate Core von n@h schon erwähnt wurde.
« Letzte Änderung: 20.04.2017 | 15:05 von sprawldog »

Offline DeadMatt

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2152 am: 24.04.2017 | 11:44 »
Danke!
Auch das sogar auf den Venture City Teil erklärt wurde :D

Online Duck

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2153 am: 11.05.2017 | 16:06 »
Anlässlich der Diskussionen, die gerade im Zusammenhang mit Wil Wheatons Fate-Let's-Play überall aufkommen: Ist es wirklich so außergewöhnlich, Fate Core auf Anhieb verstanden zu haben? Klar, einige Sachen würde ich heute anders machen als zu meinen Anfängen mit dem System, aber grundsätzlich hatte ich nach dem Lesen des Regelwerks einen guten Eindruck davon, wie man dieses Spiel spielt. Das kann doch nicht nur mir so gegangen sein, oder?

Offline sprawldog

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2154 am: 11.05.2017 | 16:14 »
Ich habe Fate Core nicht mehr oder weniger verstanden, als andere Regelwerke. Einiges erschloss sich erst nach den ersten Gehversuchen, aber nichts las sich wie "Rocket Science".
« Letzte Änderung: 11.05.2017 | 16:23 von sprawldog »

Offline fivebucks

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2155 am: 11.05.2017 | 16:18 »
Ich hab erst was aus dem Internet gelesen (Free Fate?) dann Strands of Fate und schließlich Fate Core ich glaube schon das ich es begriffen habe - allerdings noch nicht gespielt.

Allerdings stehen bei mir viele große Fragezeichen beim Thema"Magieeinsatz"; das hätte ich wirklich gerne irgendwie, irgendwo ausführlich aus diskutiert...

Offline La Cipolla

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2156 am: 11.05.2017 | 17:01 »
Vielleicht kann ich dich für eine Doppelfolge FateCast zur Magie in Fate interessieren? 8D Könnte aber etwas trocken sein.

Offline Crizzl

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2157 am: 11.05.2017 | 21:01 »
Weis jemand ob Gods&Monsters auf deutsch übersetzt werden soll?

Offline Chruschtschow

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2158 am: 11.05.2017 | 21:39 »
Ist es wirklich so außergewöhnlich, Fate Core auf Anhieb verstanden zu haben?

Nein. Jedenfalls nicht aus meiner Sicht. Ich hab's aus den Büchern gelernt. Erst Spirit of the Century, dann Fate2go, Diaspora, letztlich Fate Core. Ich habe schon einen Haufen Fate-Runden mit Alt- und Neurollenspielern gehabt, die zum ersten Mal Fate vor sich hatten. Ich habe oft den Eindruck, dass Leute einfach nur merken, dass es nicht ihr System ist und sich dann beklagen, dass Fate doch ach so schwierig sei.

Ja, das ist manchmal etwas zum Umgewöhnen. Aber letztendlich spiele ich Fate heute so ähnlich, wie wir in den späten 80ern und frühen 90ern DSA 1 gespielt haben. Regeln runter (darum 1, noch nicht 2), die Spieler rocken mit ihren SC die Bude, ich improvisiere viel und so weiter. Alles wieder wie damals, nur habe ich jetzt endlich auch Regeln, die mein Spiel stützen und von denen ich damals und im regellastigen Interim der späten 90er und Nuller nicht wusste, dass sie mir irgendwie fehlen könnten. ;)

Da sich Fates Spielstil für mich aber immer arg nach "Nachhausekommen" anfühlte, kann ich vielleicht nur eingeschränkt erkennen, wo andere Leute ihre Probleme haben.
« Letzte Änderung: 11.05.2017 | 21:51 von Chruschtschow »
Jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Online rollsomedice

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2159 am: 11.05.2017 | 22:11 »
Weis jemand ob Gods&Monsters auf deutsch übersetzt werden soll?
Ist derzeit nicht geplant.
Malmsturm Chefkoch: Kannste fragen bringt aber nix. ;-)
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Offline Crizzl

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2160 am: 11.05.2017 | 22:48 »
Schade. Braucht ihr jemanden der es übersetzt? Oder passt es nicht ins Portfolio?

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Offline Bombshell

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2161 am: 12.05.2017 | 05:59 »
Ist derzeit nicht geplant.
Gibt es irgendwo eine Übersicht was offiziell geplant und/oder in Arbeit ist?
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Offline aikar

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2162 am: 12.05.2017 | 06:56 »
Ist derzeit nicht geplant.
Sehr Schade. Das wäre mal was wirklich Besonderes abseits klassischer RPG-Settings und sofort gekauft.

Offline Lord of Badlands

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2163 am: 12.05.2017 | 08:46 »
Sehr Schade. Das wäre mal was wirklich Besonderes abseits klassischer RPG-Settings und sofort gekauft.

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Offline Der Narr

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2164 am: 12.05.2017 | 11:01 »
Ich frage mich, was den unterschiedlichen Erfolg von Fate und Cortex+ erklärt. Eine Sache ist sicher, dass Fate konstanter unterstützt wurde und vermutlich auch einfach die interessanteren Settings hatte. Lizensierte Spiele zu Fernsehserien sind eben schon eine sehr spezielle Sache. Dabei kam mir die Frage, was eigentlich der fundamentale Unterschied zwischen den Spielen ist, da nur der Verweis auf die Settings ein wenig lahm wäre. Außerdem sehe ich das bei mir selbst, das mich die Cortex+-Regeln deutlich stärker ansprechen, als die Fate-Regeln. Es muss also noch mehr geben. Da ich nicht so der Fate-Buff bin und das zwar gelesen habe, aber so gut wie nie spiele, habe ich mal eine Frage, ob ihr das ähnlich sehen würdet, vielleicht liege ich in meiner Einschätzung ja völlig falsch:

Fate Core verfügt über sehr viele verschiedene Regelmechanismen, die verschiedene Dinge im Spiel abdecken und auch stark in die Breite gegangen sind. Neben den Aspekten hat man etwa auch das High Concept, neben Stress-Balken gibt es auch noch Complications. Es gibt Skills und es gibt Stunts. Zu Fate-3-Zeiten kam jedes Spiel noch ein wenig anders daher, weil das Spiel auch noch in Entwicklung war, zum Teil waren diese Spiele stark aufgebläht (Dresden Files!). Mit Fate Core ist es noch einfacher, ohne die Mechanismen und die Spielelemente zu verändern verschiedene Settings und Core Storys zu bespielen. Was sich ändert sind nicht die Regeln, sondern die Inhalte. Die Unterschiede in der Core Story fließen ein, indem ich festlege, was für High Concepts, Stunts oder Aspekte möglich sind oder mit welchen Complications man zu rechnen hat. Ich kann mit Fate Core also "relativ einfach" eine Conversion starten oder eine eigene Idee bespielen, weil ich nicht erst groß als Designer tätig werden muss, es wird nur passender Content erforderlich sein und das Spiel wird Sorge dafür tragen, dass es passt und ich meine gewünschte Core Story bespielen kann. Dies ist die Stärke der vielen Mechanismen und Regelelemente, mit ihnen lassen sich viele verschiedene Dinge abdecken.

Cortex+ funktioniert anders. Der Mechanismus bleibt zwar immer gleich, überhaupt ist es in Hinsicht auf Mechanismen deutlich reduzierter im Vergleich zu Fate Core. Dadurch, dass wenig Mechanismen zur Verfügung stehen, ist es aber unverändert (!) weniger vielseitig. Es genügt nicht, etwa passende Distinctions auszuwählen, sondern man muss auch an den grundlegenden Spielelementen feilen. So kann es Attribute geben, das könnten 3 oder 6 sein, oder ich mache etwas ganz anderes als Attribute, zum Beispiel Affiliations. Es könnte Stress-Balken geben, die Stress-Balken könnten ganz unterschiedlich aussehen, oder ich mache gar keine Stress-Balken und arbeite einfach nur mit Complications. Es verändert sich also immer auch das Spieldesign und das Resultat ist, dass Charakterbögen zweier verschiedener Core Storys ganz unterschiedlich aussehen können, während ein Charakterbogen in Fate Core in der Regel immer gleich aussieht.

Den Ansatz von Fate Core halte ich für zugänglicher und m.E. ist das etwas, wo sich Fate Core und Cortex in ihrem Fundament unterscheiden und den Erfolg von Fate Core erklären könnte. Es ist eben ein generisches System, während Cortex+ in seiner Reinform überhaupt kein Spiel ist, sondern nur ein paar Prinzipien, wie man ein Spiel aufbauen könnte mit zwei, drei Mechanismen. Oder eben wie es gerade im Cortex Prime entsteht, eine Sammlung von Regeln, die würde man sie alle auf einmal benutzen kein sinnvolles Spiel ergeben. Der Designprozess, der bei Cortex vor dem Spiel stattfinden muss, den kann man in Fate Core in das Spiel integrieren, z.B. indem verhandelt wird, welche Aspekte die Spielercharaktere nehmen oder welche High Concepts gewählt werden. Das kann ein SL oder Settingautor im voraus festlegen, muss er aber nicht und das Spiel wird nicht schlechter funktionieren, wenn man es erst im Spiel macht.
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Offline Chruschtschow

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2165 am: 12.05.2017 | 15:14 »
Huh? Sehr viele verschiedene Regelmechanismen? Vielleicht haben DSA, D&D, Shadowrun und viele andere Systeme meinen Blick getrübt, aber ich bin eigentlich ganz glücklich mit Fate wegen der wenigen Regelmechanismen.

Übrigens sind High Concept und Consequenzes Aspekte.

Ansonsten ja, ich kann extrem schnell genau den Charakter, den ich haben will, in dem Setting bauen, in dem ich ihn haben will. Und Veränderungen am Regelsatz oder den Charakteren sind im laufenden Spiel extrem leicht, wenn man sieht, dass etwas nicht passt. Ich kann also relativ schnell loslegen.
« Letzte Änderung: 12.05.2017 | 15:17 von Chruschtschow »
Jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Offline La Cipolla

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2166 am: 12.05.2017 | 15:17 »
Ich denke, Fate (Core) ist erheblich klassischer und damit zugänglicher für alteingesessene Rollenspieler als Cortex+.

Entscheidend dürfte hier aber viel eher (und wie meistens) die Vermarktung sein, nicht die Regeln oder die Settings selbst. Die Cortex-Sachen sind für meine Wahrnehmung immer so vor sich hergedrüppelt, kein Vergleich mit dem Aufstand, den Evil Hat um Fate macht und gemacht hat. Darüber hinaus hat Cortex+ auch keine echte Systemidentität nach außen (!!), im Gegensatz zu Fate mit seiner Schriftart, seinen Symbolen, seinen Farben etc, und ist zudem nicht mal grundlegend ein Universalrollenspiel, zumindest bisher. Dadurch ist es imho auch schwer zu vergleichen. Fate kann man eben auch relativ problemlos spielen, wenn man die Settings nicht mag.

Offline Der Narr

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2167 am: 12.05.2017 | 19:45 »
Huh? Sehr viele verschiedene Regelmechanismen? Vielleicht haben DSA, D&D, Shadowrun und viele andere Systeme meinen Blick getrübt, aber ich bin eigentlich ganz glücklich mit Fate wegen der wenigen Regelmechanismen.
Ich glaube, das ist Betriebsblindheit. Natürlich schneidet Fate Core im Vergleich zu DSA oder Shadowrun noch gut ab, aber solche Spiele sind auch schon in ganz anderen Galaxien, dass ich da eigentlich nicht mehr drüber rede ;). Mit seinen 4 Aktionen bei Skills, seinen Invokes und Compells, Contests und Conflicts. Da kommt schon einiges zusammen. Fate Core ist in der Regel kein Schwergewicht wie Shadowrun, aber als regelleicht würde ich es auch nicht bezeichnen :).

Ich denke, Fate (Core) ist erheblich klassischer und damit zugänglicher für alteingesessene Rollenspieler als Cortex+.
Du hast in einem Satz zusammengefasst, was ich sagen wollte :D.
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Offline LordBorsti

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2168 am: 14.05.2017 | 13:18 »
Meine Erfahrung zeigt auch, dass Fate Core deutlich zugänglicher als Cortex+ ist.

Ein weiterer großer Unterschied:

Mechanisch legt Fate einen großen Fokus auf den Ausgang einer Handlung. Du würfelst und addierst einen Wert. Aber anschließend wird schon etwas komplexer: du kannst Fatepunkte ausgeben um neu zu Würfeln oder Boni zu bekommen. Es gibt die verschiedenen Erfolgsgrade und die haben je nach gewählter Aktion unterschiedliche Auswirkungen. Ingesamt verbringt man recht viel Zeit nach dem eigentlichen Würfelwurf bis das Ergebnis feststeht.

Bei Cortex+ liegt der mechanische Fokus (häufig) eher darauf "wie es zu der Handlung kam". Die Komplexität besteht da eher im zusammenstellen des Würfelpools und des narrativen Begründens der verschiedenen Würfel, die man in den Pool bringen kann. Dazu noch so sachen wie Plot Points oder SFX mit denen man den Pool weitere manipulieren kann. Die eigentliche Resolution ist dann vergleichsweise Simpel. Bei vielen Iterationen von Cortex+ verbringt man so viel Zeit mit Erzählen und Manipulieren des Pools vor dem eigentlichen Wurf. (Disclaimer: meine meisten Erfahrungen mit Cortex+ habe ich mit dem MHRPG gesammelt.)

Pauschal gesagt: Bei Fate verbringt man viel Zeit nach dem Wurf, während Cortex+ eher viel Zeit vor dem Wurf verbringt.
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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2169 am: 15.05.2017 | 11:42 »
Sehr Schade. Das wäre mal was wirklich Besonderes abseits klassischer RPG-Settings und sofort gekauft.
Es steht auch neben ein paar anderen Titeln in der Auswahlliste der zu übersetzenden Titel weit oben auf der Redaktionsliste.
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