Autor Thema: FATE Smalltalk  (Gelesen 204688 mal)

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Offline Oak

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2425 am: 2.09.2018 | 18:35 »
Fate Core S.52:  "...deshalb haben wir die Pyramide als Normalfall gewählt."

Gerade im Lichte dessen, das Fate ein Baukastensystem und sich nicht zu schade dafür ist, von jedem in jedem Bereich den eigenen Wünschen nach angepasst zu werden, ist es doch müßig darüber zu streiten, ob das Säulenmodell gut ist oder nicht. So es der eigenen Meinung nach nicht zur eigenen Kampagne passt, ändert man dieses Detail. Oder ein anderes.

Das gleiche gilt für die Meilensteine.

Plausibel ist, was in den gemeinsamen Vorstellungsraum passt. Wer Realismus sucht, hat vermutlich das falsche Hobby gewählt.
« Letzte Änderung: 2.09.2018 | 18:41 von sprawldog »

Offline Chruschtschow

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2426 am: 2.09.2018 | 21:18 »
Inselbegabung und Fachidiotie ist mit dem Fate-System gar nicht darstellbar. Finde ich z.B. schon mal echt schwach.

Schlicht Unfug. Ich habe schon solche Typen gebaut, mehrfach mit den 08/15-Regeln. Alle guten Werte in eine Richtung, die Stunts auf den Peak-Skill, One-Trick-Pony fertig.
Tolles Setting, würde ich aber mit Fate spielen. Und jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Offline Sashael

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2427 am: 2.09.2018 | 22:45 »
Schlicht Unfug. Ich habe schon solche Typen gebaut, mehrfach mit den 08/15-Regeln. Alle guten Werte in eine Richtung, die Stunts auf den Peak-Skill, One-Trick-Pony fertig.
OK, ich habe keine Ahnung, wovon du redest.
Dieser Post ergibt für mich auf der Basis des Fate Core GRW keinen Sinn.

Care to explain?
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Offline Chruschtschow

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2428 am: 2.09.2018 | 22:49 »
Mein netter kleiner Quasi-Space-Marine-Klon hat durch passende Wahl alles was mit Kampf gewürfelt wurde, auf +5 bis +6 ab Werk hochgepusht, alles, was nicht Kampf war, hatte bestenfalls +2 oder schlechter. Ein absolutes One-Trick-Pony. Genau eine Inselbegabung (Aliens killen) und ansonsten konnte der so einigermaßen gut Befehle befolgen, Anforderungen an die Zeugkammer schicken und Wache stehen. Danach ist aus. Entsprechend sahen dann noch die Aspekte aus, dass man alles darüber hinaus wunderbar reizen kann.

Der perfekte Fachidiot in Sachen Gesichter wegballern.
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Offline Sashael

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2429 am: 2.09.2018 | 22:51 »
Ergibt immer noch keinen Sinn.
Was machst du mit den anderen (RAW zwingend erforderlichen) Skillslots?
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Offline Chruschtschow

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2430 am: 2.09.2018 | 23:13 »
Die drei oberen waren gefüllt mit Kämpfen, Athletik, Kraft. Alles Kampf. Dazu fünf Stunts, Refresh zwei runter. Die Sache mit dem Refresh hat irre Auswirkungen auf Flexibilität. Und die +1 und +2? Schießen, Wille, Wahrnehmung. Darunter Fahren, Ressourcen und noch was.

Und mit seinen Aspekten konnte ich quasi mit jeder Nichtkampfaktion Fate generieren. Was man natürlich schön bleiben lässt, weil es ja noch andere Leute am Tisch sitzen und der Spielleitung recht klar war, dass Kampf die große "P7"-Solonummer wurde. Ich will ja kein Spotlight klauen, wenn jede Gewalttat gleich mein Job ist. ;D
« Letzte Änderung: 2.09.2018 | 23:15 von Chruschtschow »
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Offline KhornedBeef

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2431 am: 2.09.2018 | 23:15 »
Kein Grund sich hier den Mund fusselig zu reden. Fate sieht eine andere Entwicklung vor als bestimmte andere Rollenspiele. Die narrative Bewegung des Charakters ist zumindest wichtiger als der reine Anstieg an Kampfkraft oder ähnlichem. Das muss man nicht toll finden.
Und ja, die Pyramide muss man auch nicht toll finden. Und siehe, es gibt veröffentliche Fate-Rollenspiele, die ein anderes Schema benutzen.
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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2432 am: 2.09.2018 | 23:55 »
bin neu hier und möchte mit Fate RPG starten
Daher mal eine Frage:
Ist es richtig, dass man für Fate kein Geld zahlen muss?
Also, einfach das Regelwerk komplett von der Homepage runterladen?

Wenn man nichts dafür zahlen muss, wo ist der Haken?
Soweit ich das verstanden habe, sind für Fate keine anderen Bücher nötig, weil man sich alles selbst ausdenken und basteln kann... Oder?

Man hat mir gesagt, dass man für Fate nur das Grundregelwerk braucht und alle andere anderen Bücher sind unnötig. Auf Englisch gibt es auch viel als kostenloses PDF.

Ist es nicht komisch, dass man ein RPG rausbringt, für das man null Euro zahlen muss?
Ulisses & Co machen einen Haufen Kohle mit immer neuen Zusatzbüchern. Und für Fate kriegt man alles für lau.

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Fate sieht spannend aus, aber mich wundert, dass der Verlag damit kein Geld verdienen möchte.

Offline KhornedBeef

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2433 am: 3.09.2018 | 00:03 »
Wie bei anderen kostenlosen Veröffentlichungen soll es sich unterm Strich wohl lohnen. Es werden ja offensichtlich trotzdem Bücher gekauft  :)
Das pdf ist kostenlos, und einige Abenteuerwelten, aber andere, vollständige  Spiele nicht.
Edit : Und unnötig sind die anderen Sachen nur bedingt. Das ist als würde man sagen,.hey, es gibt Ofenkartoffel mit Gemüse. Alle anderen Kartoffelgerichte sind unnötig.
« Letzte Änderung: 3.09.2018 | 00:05 von KhornedBeef »
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Offline Blechpirat

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2434 am: 3.09.2018 | 00:12 »
Allerdings halte ich den Säulenaufbau tatsächlich für realitätsfern.
Es wird dich verblüffen, aber Fate versucht keine Simulation der Realität.  ~;D
Ne, mal im Ernst: Die Herangehensweise funktioniert tatsächlich nicht. Der Anspruch wird von anderen Systemen einfach besser bedient, Gurps soll da z.B. sehr gut sein.

Offline Niniane

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2435 am: 3.09.2018 | 00:15 »
bin neu hier und möchte mit Fate RPG starten
Daher mal eine Frage:
Ist es richtig, dass man für Fate kein Geld zahlen muss?
Also, einfach das Regelwerk komplett von der Homepage runterladen?
Das PDF kannst du dir kostenlos runterladen. Das Buch müsstest du kaufen, zum Beispiel hier: https://shop.uhrwerk-verlag.de/fate/163-fate-core-9783958670051.html

Zitat
Wenn man nichts dafür zahlen muss, wo ist der Haken?
Soweit ich das verstanden habe, sind für Fate keine anderen Bücher nötig, weil man sich alles selbst ausdenken und basteln kann... Oder?
Exakt dieses. Fate ist ein Regelwerk bzw. ein Baukasten, es wird keine Welt mitgeliefert wie bei anderen Rollenspielen, die müsstest du dir ausdenken, konvertieren oder du kaufst eine Abenteuerwelt.

Zitat
Man hat mir gesagt, dass man für Fate nur das Grundregelwerk braucht und alle andere anderen Bücher sind unnötig. Auf Englisch gibt es auch viel als kostenloses PDF.
Jein. Die englischen PDFs sind Pay what you want. Das heißt, du kannst sie bezahlen, musst das aber nicht. Und "unnötig" ist halt so eine Sache... die Abenteuerwelten enthalten auch noch weitere Regeln und natürlich fertige Settings und Abenteuer.

Zitat
Ist es nicht komisch, dass man ein RPG rausbringt, für das man null Euro zahlen muss?
Ulisses & Co machen einen Haufen Kohle mit immer neuen Zusatzbüchern. Und für Fate kriegt man alles für lau.
Keine Sorge, der Verlag bringt ja noch ein paar andere Bücher raus und für das Buch muss man wie gesagt auch ganz normal zahlen. Und "alles für lau" kriegst du nicht, die Abenteuerwelten gibt es auf Deutsch zum Beispiel nicht als kostenlose PDFs (edit: oder pay what you want. Die muss man auch ganz regulär kaufen).

Zitat
Bin weg von DSA5, weil mir der Verlag zu geldgierig wurde und DSA auch zu regelintensiv.
Fate sieht spannend aus, aber mich wundert, dass der Verlag damit kein Geld verdienen möchte.
Siehe oben.

Insgesamt: Herzlich willkommen im Forum und viel Spaß mit Fate, und falls noch nicht bekannt, lege ich dir noch faterpg.de ans Herz, da findest du die Regelwerke zum Download und Infos zu Abenteuerwelten.
« Letzte Änderung: 3.09.2018 | 00:29 von Niniane »
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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2436 am: 3.09.2018 | 00:28 »
Ich sehe es so: natürlich will der Verlag auch Geld verdienen. Aber indem er diverses Material einschließlich der Grundregelwerke auch in elektronischer Form zum "schon mal einlesen" gratis bzw. über die pay-what-you-want-Schiene ins Netz stellt, generiert er bei seinen potentiellen Kunden auch entsprechend mehr guten Willen -- hat ja zumindest bei mir auch ganz gut funktioniert... ;)

Offline Blechpirat

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2437 am: 3.09.2018 | 00:30 »
Wenn du dich nicht gut damit fühlst, gar nichts zu zahlen... du "brauchst" spezielle Würfel, die du u.a. bei Uhrwerk bekommst. "Brauchst", weil es zur Not auch mit normalen Würfeln geht.

Offline Sashael

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2438 am: 3.09.2018 | 06:19 »
Ich drücke mich einfach zu unverständlich aus.

Es geht mir doch nicht um Realismus als Spaßbedingung. Wenn ich darauf abfahren würde, könnte ich GURPS spielen.

Mal Gedanken sortieren ...

Fate erhebt den Anspruch, sehr frei spielbar zu sein. Wird von allen Befürwortern ja auch immer wieder betont. Viel ist Interpretation, viel kann angepasst werden, Fiktion zuerst usw usf.
Aber dann kommt Fate Core mit einem so engen Regelkorsett, dass mich die Stäbe geradezu schmerzhaft piksen. Frei ist einfach anders. Hier gibt es ja auch einen Thread, bei dem jemand die Mentalität beklagte, dass Spieler bei Fate einfach nur soviele +2 Boni sammeln wie irgend begründbar "und dann passt es". Dem stimme ich zu. Spieler zu einem Fail Forward zu führen bekommen andere Spiele besser hin.
Dazu eine seltsame Mentalität im Fate Core GRW, die ich am besten hiermit verdeutlichen kann:
Zitat
SL, es ist manchmal ziemlich lästig, die Regeln mit den Fertigkeiten streng durchzusetzen. Wenn du und deine Gruppe eine Fertigkeit wirklich unbedingt steigern wollt, obwohl es die Regeln eigentlich nicht erlauben, bitte den Spieler einfach, die Verteilung seiner Fertigkeiten bei seinen nächsten Meilensteinen „nachzubessern“, statt ihn warten zu lassen. Das ist in Ordnung. Wir kommen deswegen nicht zu dir nach Hause.

Da steht "Wir haben hier diese Regeln und theoretisch müsst ihr euch nicht streng daran halten, aber praktisch möchten wir euch doch dazu auffordern, das zu tun".

Frei ist einfach anders.

Aber wenn ich Frei schon nicht bekomme, dann hätte ich wenigstens für ein System, mit dem man laut Anspruch "alles" spielen kann, doch wenigstens Regeln, die mir auch das Gefühl geben, "alles" spielen zu können. Das tut das Fate Core GRW nicht. Auf seinen hunderten Seiten bekomme ich trotz allem nicht das Gefühl, dass ich alles weiß, was ich brauche, um "alles" spielen zu können. Wie irritierend ich das zum Teil finde (und warum), habe ich ja schon im ursprünglichen OP dargelegt.

Aber wenn das eben nicht so ist, wenn man das alles ganz anders spielen kann und soll, wenn die RAI total frei und toll sind und "alles" abbilden, dann habe ich den ursprünglichen Threadtitel korrekt gewählt.
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Offline Caranthir

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2439 am: 3.09.2018 | 08:22 »
Frei ist einfach anders.

Ne, kommt ganz auf deine Definition von frei und deine Vorlieben im Rollenspiel an  ;).

Frei ist, dass ich alle paar Sitzungen meine Aspekte neu definieren darf. Das macht in Fate schon einen großen Unterschied, wenn ich durch Vorteil erschaffen und/oder Fate-Punkt ausgeben auf einmal einen Bonus von +2 auf einen anderen Fokus meines Charakters erhalte.

Frei ist auch, dass man sich die Stunts selbst zusammenbastelt und nicht im Buch nachschlagen muss, welchen Bonus ich jetzt in welcher Situation bekomme.

Frei ist auch, dass ich quasi mitten in der Szene entscheide, dass mein Held einen Stunt hat, der gerade passen könnte. Nicht vergessen: Die Stunts sind verdammt mächtig, ich bekomme nach einer Kampagne einen Punkt Refresh und könnte eine neue Regelausnahme wie "kann mich einmal pro Szene/Spielsitzung unsichtbar machen/teleportieren /was auch immer. Keine Einschränkung, dass ich da eine bestimmte Stufe haben muss.

Fate ist eines der wenigen Rollenspiele, bei denen ich das Grundregelwerk nicht brauche/nichts nachschlage. Das ist mir erst letztens in einer Runde aufgefallen. Klar muss ich Gegner erschaffen und mache mir Notizen, aber groß Regeln nachschlagen muss ich nie.

Nochmal was die Eingangsfrage angeht (Vertikale Charakterentwicklung): Fate gibt da schon Möglichkeiten, nur sind diese oft nicht in Zahlen ausgedrückt. Stunts bieten oft einmalige Aktionen, muss nicht immer der +2 Bonus sein. Aspekte geben die Erlaubnis, je nach Setting, Dinge zu tun, die normale Menschen einfach nicht können. Bei den Fertigkeiten stimmt das, das dauert ewig, bis sich da was tut. An der Stelle ist Fate eben doch nicht so klassisch.

Ich habe eher den Eindruck, dass man Probleme bekommt, wenn man vom klassischen Denken an Fate geht. Muss ja nicht jedem gefallen, allerdings finde ich es seltsam, wenn man Dinge an einem System kritisiert, die es eigentlich gar nicht leisten will.
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Offline Sashael

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2440 am: 3.09.2018 | 10:38 »
Fate ist eines der wenigen Rollenspiele, bei denen ich das Grundregelwerk nicht brauche/nichts nachschlage. Das ist mir erst letztens in einer Runde aufgefallen. Klar muss ich Gegner erschaffen und mache mir Notizen, aber groß Regeln nachschlagen muss ich nie.
Da haben wir, wie man im Ursprungsthread nachlesen kann, andere Erfahrungen gemacht. Drei Mann wollten eine Regel nachschlagen, drei Mann suchen im unübersichtlichen GRW und zum Schluss stehen wir genauso schlau wie vorher da.

Zitat
Nochmal was die Eingangsfrage angeht
Leider ist das überhaupt nicht die Eingangsfrage. Der Thread wurde von einem eifrigen Mod abgetrennt, der die Diskussion nicht mehr mit der Ursprungsdiskussion verbunden sah.
Das sehe ich zwar anders, aber ich schreib niemandem vor, wie er seinen Job erledigen soll. ;)
Das Ursprungsproblem war das GRW und durch eine Menge Feedback aus dem anderen Thread habe ich zumindest erkannt, dass tatsächlich das GRW unser Hauptproblem war/ist, nicht das System. Allerdings habe ich an Fate weitgehend die Lust verloren, sodass ich auch nicht die Muße mehr habe, mich nochmal damit zu beschäftigen.


Zitat
Muss ja nicht jedem gefallen, allerdings finde ich es seltsam, wenn man Dinge an einem System kritisiert, die es eigentlich gar nicht leisten will.
Ich stelle immer wieder fest, dass ich meine wirren Gedanken scheinbar schwer an den Mann kriege. ;D

Nach meinem Verständnis will Fate ein offenes freies Erzählspiel sein, das keine Einschränkungen durch Feats, Klassen oder Sonderfertigkeiten bringen möchte.
Was ich im GRW gefunden habe, war ein sehr stark reglementiertes Spiel, durch das ich mich an allen Ecken und Enden gegängelt fühlte und bei dem viel kreative Energie damit verbraucht wurde, die Benutzung von Aspekten zu rechtfertigen, um diverse +2 Boni zu kassieren.

Und da fühle ich mich bei Itras By wesentlich wohler. ;)
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Offline KhornedBeef

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2441 am: 3.09.2018 | 10:44 »
Wo kam das Verständnis her? Dass Fate-Fans mit "kannse alles mit machen, total gechillt und super" kann ich mir gut vorstellen; ) von Verlagsseite habe ich wiederum noch niemanden den Mund so voll nehmen hören. Falls doch könnte man denen ja Feedback geben.
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Offline Chiarina

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2442 am: 3.09.2018 | 12:20 »
Fate ist progressiver was das Player Empowerment angeht. Die Spielleiter-Spieler-Rollenverteilung ist bei Itras By weitgehend traditionell.

Während man bei Fate immerhin noch ein wenig seinen Charakter steigern kann, geht das zumindest regeltechnisch bei Itras By überhaupt nicht mehr. Mich stört das nicht. Ich habe Itras By immer so verstanden, dass der Erfahrungsgewinn eines Charakters auf seinen Erlebnissen beruht. Da es bei Itras By grundsätzlich keine Zahlen und Werte gibt, braucht es auch keine für den Erfahrungsgewinn. Ich kann damit gut leben.

Letztlich fühle ich mich bei Itras By auch wohler als bei Fate. Das liegt vermutlich daran, dass Fate auf mich wirkt, als wolle es mir einen bestimmten Spielstil anerziehen. Itras By lässt mich einfach machen, was ich will.
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Offline Hell van Sing

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2443 am: 3.09.2018 | 12:39 »
Nach meinem Verständnis will Fate ein offenes freies Erzählspiel sein, das keine Einschränkungen durch Feats, Klassen oder Sonderfertigkeiten bringen möchte.
Da haben wir es doch. Du hast die Regeln gelesen. Schon mal daran gedacht das Fate das, was du beschreibst, gar nicht sein will und das, durch das bloße Vorhandensein von analogen Regeln zu obigen, dieses auch ausdrückt. Fate ist offen und frei was die Settings betrifft, für die man das System gegebenenfalls auch anpassen muss, aber es ist und bleibt kein reines Erzählspiel. Es ist ein "entschlacktes" DnD-like mit einer stinknormalen Fertigkeitenliste und Mechaniken, die den Fokus auf Story und Charakterveränderung legen (gerne auch mal mit reichlich Pulp) und damit bestenfalls als System ein Hybrid. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2444 am: 3.09.2018 | 12:45 »
Letztlich fühle ich mich bei Itras By auch wohler als bei Fate. Das liegt vermutlich daran, dass Fate auf mich wirkt, als wolle es mir einen bestimmten Spielstil anerziehen. Itras By lässt mich einfach machen, was ich will.

Bezweifle ich ein bißchen. Letzten Endes "zwingen" einem die Regeln welchen Systems auch immer immer bis zu einem gewissen Grad einen bestimmten Spielstil "auf" -- das wird auch bei Itras By, das mir aus der Ferne so in etwa wie eine regelleichte Mischung aus FU und Torg daherzukommen scheint, nicht grundsätzlich anders sein. System matters.

Wie gut der vom Spiel vermittelte Stil dann zum schon vorhandenen eigenen Geschmack paßt, steht natürlich seinerseits auf einem anderen Blatt. Aber darüber läßt sich dann halt nicht so herrlich selbstgefällig herziehen wie über "verbrochene Regelbücher". ;)

Offline Chruschtschow

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2445 am: 3.09.2018 | 12:57 »
@Sashael:
Mit Fate kann man keineswegs alles spielen. Habe ich früher auch gedacht und gesagt. Passt nicht. Freundlicherweise "versteckt" Fate das ganz vorne im Kapitel Game Creation. Die Schlagwörter sind "proactive", "dramatic", "competent". Der Average Joe, der unbeabsichtigt in eine schlimme Situation gerät und in einer Abwärtsspirale dem Untergang entgegen geht, ist kein Fate-SC. Entsprechend ist das System auch ausgerichtet und in dem Sinne auch auf dramatische Zuspitzung ausgerichtet (dramatic), in der die SC als Protagonisten aber letztlich den Ausgang zu einem großen Teil bestimmen werden. Vielleicht zu einem Preis, aber Fate-SC sind nie von der Handlung getriebene reaktive Gestalten (proactive). Und sie stehen nie vor unbewältigbaren Problemen (competent).

Ein Spiel, das auf eine Zuspitzung der Situation ausgerichtet ist, kann dann natürlich als logische Folge die Handlungsentwicklung frei stellen, weil es ja eben zuspitzt.

Das macht viele klassische Szenarios mit Fate schwierig. Mysteries knacken und knirschen mit Fate, wenn ich mit festgelegtem Bösewicht und fixen Hinweisen rein gehe, weil jeder Fatepunkteinsatz zum Faktenschaffen Probleme bereiten kann. Comptent und Proactive macht Mover and Shaker, während Detektive eher Dinge nachvollziehen. Horror widerspricht Fate recht umfangreich, wenn ich nicht gerade am Ende Cthulhu in die Luft jagen möchte.

Auf der anderen Seite läuft Fate großartig mit Pulp, Action, Space Opera, eher heroischer Fantasy etc.

Fate ist dazu noch recht leicht modifizierbar, weil die Einzelteile weit weniger kryptisch miteinander verbunden sind als bei anderen Systemen. Man kann es also auch in andere Richtungen schieben. Aber so aus dem GRW ist das schwierig. Zum Basteln gibt's aber das Handbuch.
« Letzte Änderung: 3.09.2018 | 13:14 von Chruschtschow »
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Offline Caranthir

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2446 am: 3.09.2018 | 13:07 »
Nach meinem Verständnis will Fate ein offenes freies Erzählspiel sein, das keine Einschränkungen durch Feats, Klassen oder Sonderfertigkeiten bringen möchte.
Was ich im GRW gefunden habe, war ein sehr stark reglementiertes Spiel, durch das ich mich an allen Ecken und Enden gegängelt fühlte und bei dem viel kreative Energie damit verbraucht wurde, die Benutzung von Aspekten zu rechtfertigen, um diverse +2 Boni zu kassieren.

So unterschiedlich kann man Regeln interpretieren. Als ich zum ersten Mal Fate gelesen habe, ging es mir genau andersherum. "Mein Gott, das ist ja gar kein Regelwerk, sondern ein Leitfaden, wie ich Rollenspiele mal anders spiele und mir ein Regelwerk zusammenbastle!" Fate schränkt eigentlich nirgendwo ein.

Dir sind 5 Aspekte zu wenig, dann nimm halt mehr! Du willst keine Normalos spielen, aber auch keine komplizierten Sonderregeln für Superhelden? Gib ihnen Super-Aspekte, die dir erlauben, deine Fertigkeiten genau so einzusetzen, wie du das brauchst. Du brauchst mehr rums? Bau dir Super-Stunts.

Fate geht ja, was die Freiheit in den Regeln angeht, sogar soweit, dass es sich selbst nicht traut  ;). Silberne Regel: Wenn eine Regel nicht zur Fiktion passt, ignorier sie. Wenn dir die Progression für deine Runde nicht passt oder du denkst, dass die Fertigkeiten nicht pyramidenförmig aufgebaut sein sollten, dann änder es einfach. Das steht explizit so drin und im Fate Handbuch und in zig Abenteuerwelten gibt es auch andere Beispiele, wie man Fertigkeiten steigern kann.

Was die Unübersichtlichkeit angeht, ja, ich habe anfangs auch mehr gesucht, aber dann irgendwann festgestellt, dass man während des Spiels mit den 4 Aktionen und Aspekten eigentlich alles drin hat. Mir hat da Torbo-Fate geholfen, weil es faktisch Fate Core in kurz ist. Klick gemacht hat es glaube ich bei der Runde mit Wil Wheaton  ;).

Ganz davon ab liegen einem manche Systeme nicht. Ich finde manche Systeme supi, komme mit ihnen aber nicht klar (und andersherum  ~;D). Fate liegt mir, aber es ist nicht das einzige Spiel, das mir Spaß macht. Ich denke auch nicht, dass man irgendwen bekehren müsste, nur um das nochmal klarzustellen  :d.
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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2447 am: 3.09.2018 | 13:20 »
Letztlich fühle ich mich bei Itras By auch wohler als bei Fate. Das liegt vermutlich daran, dass Fate auf mich wirkt, als wolle es mir einen bestimmten Spielstil anerziehen.

Das kann ich im Übrigen nachvollziehen. Meines Erachtens forciert FATE ein Mindset, das, wenn man es denn im Kopf hat, die Aspekte und FATEpoints überflüssig macht.
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

J.W. von Goethe

Offline Oak

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2448 am: 3.09.2018 | 16:36 »
du "brauchst" spezielle Würfel, die du u.a. bei Uhrwerk bekommst. "Brauchst", weil es zur Not auch mit normalen Würfeln geht.

Oder Du nimmst das Kartendeck anstatt der Würfel. Das nutze ich sehr gerne, weil gerade extreme Ergebnisse begrenzt sind, die Stichworte zu den Ergebnissen aus den Karten oft eine gute Inspiration sind und weil meine Runde behauptet, dass ich damit die "interessanteren" Ergebnisse erzielen würde.
;)

Offline Bluecaspar

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Re: FATE Smalltalk
« Antwort #2449 am: 8.09.2018 | 22:42 »
Es wird ja immer gerne angeführt, dass Fate so toll für reines Storyplay ist.
Imho macht es diesen Job schlecht. Wirklich schlecht.
Das ist ja mal wieder so was von übertrieben. Meiner Erfahrung sind gerade die Leute die sich gerne ganz extrem Ausdrücken vorwiegend emotional und unsachlichlich. Ausserdem lassen sie sich von keinerlei Argumenten überzeugen. Ich neige daher deren Kommentare von vorneherein nicht ernst zu nehmen und einfach zu ignorieren.
« Letzte Änderung: 8.09.2018 | 22:45 von Bluecaspar »